Mehr von Jesus Christus

Jesus zeichnete die krasseste Vision, die ich je gehört habe:
Alle Völker sollen zu Jesus-Menschen werden!
Oder in Seinem Wortlaut: Alle sollen zu Seinen Jüngern werden.

Warum das?
Weil Jesus die Menschheit so liebt, dass Er ihnen nur das Beste wünscht:
Vergebung für alles – eine Hoffnung, die durchträgt – eine neue Liebe zu anderen Menschen – endlich Ruhe und Frieden im Herzen – mehr hilfreiche Orientierung im Leben – und das alles basierend auf der Beziehung zu Gott, mit dem wir endlich Frieden haben können!

Jesus machte deutlich: Dieses Gesamtpaket “Neues Leben” bekommt man nur, wenn man sich für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet. Und dieses Gesamtpaket wird das Herz verändern, den Charakter formen und den Empfänger zu jemanden machen, der Gott und Menschen liebt.

Gut, dass ich niemanden dazu zwingen kann. Ich kann ja selbst mein eigenes Herz nicht wirklich durchschauen! Wie dann das eines anderen?! Abgesehen davon gebietet es die Liebe, andere nicht zu manipulieren.
Allerdings gebietet es die Liebe ebenso, das beste Gesamtpaket der Welt anderen nicht vorzuenthalten, sondern es bekannt zu machen. Die Entscheidung liegt dann beim Gegenüber.

Als Christen fragen wir uns, wie wir dieses Paket “Neues Leben” bekannt machen können. Oder anders: Was ist unser Part, damit die Vision Jesu wahr wird?

Anbei ein Extrakt für Gemeindebauer, Gemeindegründer und Christen, die mehr von der Visionserfüllung sehen wollen. Es handelt sich um ein Schema, das nicht auf meinem Mist gewachsen ist, das aber auf biblischen Prinzipien beruht und von vielen Gemeinden und Missionaren praxiserprobt ist. Ich habe lediglich die Lektüre betrieben und die m.E. wesentlichsten Punkte dargestellt.
Hier zum kostenlosen Download (pdf-Datei):
Gemeindebau-Vision Matthäus 28 – 18 ff.

Irrtümer und Wahrheiten über Gemeinde

1. Gemeinde ist kein Gebäude, sondern besteht aus Erlösten
Die Christen selbst sind die Gemeinde. Wir brauchen kein Gemeindehaus, kein Kirchgebäude und kein Wohnzimmer, um als Gemeinde zu leben.

“Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?” (1.Korinther 3,16)

“Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?” (1.Korinther 6,19)

“Christus aber war treu als Sohn über Gottes
Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir das
Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung
festhalten.” (Hebräer 3,6)


2. Gottesdienst ist keine Veranstaltung, sondern ein Lebensstil

Unser ganzes Leben ist ein Gottesdienst – entweder ein eher schlechter oder ein eher guter. 24 h – jeden Tag. Die gemeinsamen Treffen von Christen sind nur ein kleiner Ausschnitt von Gottesdienst. Besser sind diese Wörter für die sonntäglichen Treffen: “Gottesdienstfeier” oder “Versammlung”.

„Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“ (Römer 12,1)

„Und wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen.“ (Philipper 2,17)

„Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig.
Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten. “ (Jakobus 1,26 f.)

3. Gottesdienstfeiern sind keine Unterhaltung, sondern ein Dienen und Bedientwerden
Gottesdienstfeiern, die eine Art Frontal-Monolog von Halbprofis/Profis sind, haben mit der neutestamentlichen Versammlung wenig gemeinsam. Durch das allgemeine Priestertum aller Gläubigen hat jeder Christ etwas zum Miteinander beizutragen. Es soll verschenkt werden – es soll empfangen werden. Das Verschenken auf ein paar wenige Hauptamtliche oder “Vorzeige-Christen” zu konzentrieren, muss automatisch zu Mangelerscheinungen der Gemeinde führen. Aber wenn ein gegenseitiges Dienen entsteht, wird eine Gemeinde aufblühen.

„Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!“ (1.Korinther 14,26)

„Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.“ (Epheser 5,19)

Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem andern, damit alle lernen und alle ermahnt werden.” (1.Korinther 14,31)

4.  Pastoren sind keine eierlegende Wollmilchsau, sondern Teamplayer
Der menschliche Hirte (Pastor) taucht nur einmal im Neuen Testament auf: Epheser 4,11. Und selbst da ist er nur einer von vielen. Die eigentliche Leitungsstruktur einer Gemeinde besteht auf den Ältesten, die nicht herrschen, sondern dienen sollen. Auch hier wird wieder das allgemein Priestertum aller Gläubigen deutlich: es darf in der Gemeinde nicht um eine One-Man-Show gehen. Es muss um die Teilnahme aller Christen gehen, den Fähigkeiten entsprechend. Nur dann bewegen wir uns gemeinsam auf Jesus Christus zu, den eigentlichen Chef der Gemeinde.

Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.” (1.Petrus 2,5)

Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;” (1.Petrus 2,9)

“Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer,” (Epheser 4,11)

Auf Gott hören… und dann selber reden!

Beim Gebet weiß ich kaum, wo ich anfangen soll. So umfangreich und vielfältig ist das Thema! Immerhin eines, das Jesus selbst behandelt hat.

Dass wir unsere Gebetslisten und Wünsche haben, stelle ich mal als eine Selbstverständlichkeit da. Jesus lädt uns ein, unsere Bitten beim himmlischen Vater loszuwerden. Bittet, so wird Euch gegeben…
Allerdings sind sich die meisten Ausleger einig: Das hier ist nicht das Janis-Joplin-Mercedes-Gebet. Motto: Ich bete für den Lottogewinn und Gott schenkt mir 6 Richtige (für manchen entpuppen sich diese mitunter als Falsche).

Unsere Bitten, egal wie konkret, egal wie schwammig, sind keine Magie, kein Türöffner, kein Selbstläufer.
In der Bibel gibt es Voraussetzungen für erfüllte Gebete.

Und eine der wichtigsten Voraussetzungen ist die:
Das Gebet nach dem Willen Gottes.
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Immer schön gegeneinander!

In kleinen Alltagsnischen (stiller Ort, beim Frühstück…) lese ich zur Zeit “Herausfordernde Gemeinschaft” mit Jean Vanier als Herausgeber.
Verschiedene “Gemeinschaftspioniere” schildern ihre Erlebnisse in christlich-geprägten Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften und Lebensgemeinschaften. Vor allem das Leben mit körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen ist ein Schwerpunkt dieser Berichte.

Was ebenfalls durchschimmert, ist die Schwierigkeit, wenn Lutheraner, Anglikaner, Römisch-Katholische und Christen anderer Bekenntnisse zusammen eine Hausgemeinschaft haben wollen. Brennpunkt ist dann zumeist die Abendmahlsfeier.
Zum Teil konsequent gelebt, aber von Außen betrachtet irgendwie schräg, gehen die Christen dann jeweils zu ihrer Ortsgemeinde, die dann vielleicht Dutzende von Kilometern entfernt ist, um dort das Abendmahl empfangen zu können – oder sie bemühen sich, von ihren “Oberhäuptern” eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, wenigstens für die geistig beeinträchtigten Menschen.
So steht in einem Text das:
“Der geistig behinderte Mensch kann sehr wohl Gott suchen, aber nicht den Unterschied zwischen Katholik und Protestant verstehen. Seine Sehnsucht nach Gott sollte geachtet, aufrechterhalten und gefördert werden… Möchte er die Kommunion empfangen, dann sollte ihm dazu verholfen werden. Möchte er sie in beiden Kirchen empfangen…, dann sollte ihm das ermöglicht werden…”*
Ich frage mich, ob dann der “normale” Mensch unserer Zeit nicht auch als behindert gelten muss. Oder kennen und verstehen unsere Mitmenschen den Unterschied zwischen den christlichen Bekenntnissen?

Wie dem auch sei -
meine Fragen sind dabei:
Wieso führen unterschiedliche Erkenntnisse so oft zu Trennungen zwischen den Christen?
Bei uns im Kiez führt es dazu, dass wir zwar zusammen ökumenische Gottesdienstfeiern abhalten, aber als Freikirche dürfen wir nicht dauerhaft einen Raum der Landeskirche mieten. Sind wir nicht ein Leib?
Wieso schaffen wir es so selten, uns auf eine biblische Basis zu einigen, mit der wir wieder mehr als “ein Leib Jesu” auftreten?


*S. 75, Herausfordernde Gemeinschaft, Jean Vanier (Hrsg), Otto Müller Verlag Salzburg, 1985

Watt mutt, datt mutt…

Ich bin eigentlich kein großer Fan der ganzen “Losungsgeschichten“. Es ist ja eh nur ein Teil der Verse wirklich gelost worden und das auch nur aus schon vorher festgesetzten Bibelversen. Spannend wären doch mal Verse wie dieser hier:
“… und du sollst den goldenen Räucheraltar vor die Lade mit dem Gesetz stellen und die Decke in der Tür der Wohnung aufhängen.” (2. Mo 40,5)

Dennoch – ähnlich wie eine festgesetzte Liturgie, die für alle RK-Kirchen weltweit gilt – ist auch die Nutzung der Losungen eine Art stillschweigender Konsens unter den Evangelischen.
Zu Jahresbeginn NICHT über über die Jahreslosung zu predigen, wäre schon extrem freikirchlich. Und da ich gerne das Gemeinsame und Verbindende finde, gibt es hier nun ein paar Gedanken zur Jahreslosung 2012:
Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne.” (2.Kor 12,9)



1) Großartige Gotterlebnisse
Paulus, der Verfasser dieser Verse, beschreibt zu Beginn des Kapitels großartige geistliche Erlebnisse mit Gott. Da war jemand (wohl meint Paulus sich selbst), der bis in den dritten Himmel entrückt war und dort Unaussprechliches erfahren hat.

Ich stehe der charismatischen Bewegung nahe. Es gibt dort eine Sehnsucht, Gottes wundersames Eingreifen zu erleben: sei es die Erweckung, die plötzlich über ganz Deutschland kommen soll; sei es die plötzliche Krankenheilung, die Totenauferweckung (Woody Allen soll mal etwas wie das hier gesagt haben: “Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert.”) oder doch zumindest das befreiende Lachen im Heiligen Geist zu erfahren.
Ich finde, dass das eine gute Sehnsucht ist.
Auch in der Apostelgeschichte betete die Gemeinde, dass Gott seine rechte Hand ausstrecken möge, damit Wunder und Zeichen passieren. Und schließlich hat Jesus Christus selber mit solchen Dingen vorgelegt und sprach dann sinngemäß: “Folgt mir nach und lehrt das!”
Aber was wir gerne bei dieser Erwartung von spektakulären Gotteshandlungen vergessen, ist das, was Paulus dann beschreibt:

2) Der Pfahl im Fleisch
Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe.”
Paulus kann das nicht anders gemeint haben als so:
“Ich habe Starkes mit Gott erfahren. Aber damit ich nicht meine, ich sei nun der geistliche Überflieger, hält Gott mich an der kurzen Leine.”
Es klingt so, als gäbe es einen Preis für großartige Erlebnisse mit Gott.

Ausleger rätseln immer wieder, was der “Pfahl im Fleisch” sein soll. Eine Krankheit?
Wir wissen es nicht wirklich. Es spricht aber einiges dafür, dass es keine Krankheit war.
(Exkurs:
a) Wie soll ein stark Kranker (es war ein “PFAHL” im Fleisch und nicht ein kleiner Mückenstich!) Tausende von Kilometern reisen können, oft zu Fuß, Steinigungen überleben, Verfolgungen und psychischen Stress?
Um all das zu verkraften, benötigt man schon eine gewisse Gesundheit.
b) Das altgriechische Wort, das hier steht, kann im Sinne von “Krankheit” verstanden werden und wird oft so verwendet. Es kann aber auch ganz andere Bedeutungen haben, die nichts mit einer Krankheit zu tun haben, wie z.B. “Schwachheit”.
c) Paulus listet wenige Verse später das auf:
Darum bin ich gutes Muts in Schwachheiten, in Mißhandlungen, in Nöten, in Verfolgungen, in Ängsten,…”
Krankheiten werden nicht aufgezählt, sondern äußere und innere Lasten.
Doch gerade hier wäre doch der Platz gewesen, um zu sagen: “Ich bin guten Muts, auch, wenn ich Fieber habe und mein rechtes Bein zu kurz ist!”
Das Fehlen von “Krankheit” im eigentlichen Sinn, deutet darauf hin, dass Paulus mit dem Pfahl keine Krankheit gemeint hat.
d) Vielleicht sollten wir Paulus wörtlich verstehen, als er schrieb:
nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage…”.
Was wäre, wenn der Pfahl im Fleisch darin bestanden hätte, dass Paulus satanische Angriffe erfahren hatte – ähnlich wie bei Hiob oder bei Jesus – mit dem Ziel, dass er sich deswegen umso mehr an Gott hält!?
Exkurs Ende)

Hat Jesus Christus Großartiges mit Gott erlebt?
Klar! Wer, wenn nicht Er!?
Wasser in Wein verwandelt, über die See gelaufen, einen Sturm gestillt, Tausende gesättigt, Kranke geheilt und Tote auferweckt… schließlich vom Tod auferstanden!
Das kann man nicht toppen!
Aber es hatte seinen Preis!
Angriffe des Satans; Kritiker ohne Ende und falsche Freunde; Verwandte, die sich zeitweilig distanzieren; mitunter ohne ein Dach über dem Kopf; schließlich die Folter und der Tod am Kreuz.
Das sind wirklich Lasten.

Ich will nicht sagen, dass wir erst einmal leiden müssen, bevor wir Großartiges mit Gott erleben können. Gott ist souverän und gnädig. Er kann Wundersames bewirken, ob wir gläubig sind oder nicht.
Aber womöglich besteht ein Unterschied zwischen einem Leben, in dem Gott punktuell gnädig eingreift und einem Leben, das überfließt von Kraft und Gnade Gottes.
Der Schlüssel zu diesem zweiten Leben könnte darin liegen:
Die Hingabe an Gott.
Die Loslösung vom eigenen Leben, den eigenen Wünschen und Plänen…
nach dem Reich Gottes wirklich immer und zuerst streben.

Paulus verzichtete auf eine akademische Karriere und nahm Strapazen auf sich, um das Evangelium zu verkünden.
Hiob hielt an Gott fest, auch als sein ganzes Leben im Mülleimer verschwand.
Jesus Christus verließ den himmlischen Reichtum, um uns Menschen durch Seinen Tod und die Auferstehung die Erlösung zu bringen.

Der rote Faden ist ein gotterfülltes Leben mit vielen großartigen Erlebnissen. Aber es gibt einen Preis dafür zu bezahlen. Vielleicht deswegen: “Damit ich mich nicht erhebe.”

3) Die Erkenntnis
Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne.”
Es klingt fast paradox, welche Erkenntnis Paulus dann beschreibt:
Wenn er schwach ist, ist er stark!

Es gibt manchmal so ein Jammern über unsere Schwachheit: “Och, ich krieg das nicht gebacken!” – “Wenn ich doch fleißiger wäre!” – “Ich schaffe das mit dem Abnehmen nicht!” – “Ich falle immer wieder in die gleiche Sündenfalle!” – “Wir sind ja so klein und sündig!” … ein großer Jammerchor, der nur mit Hilfe von Antidepressiva singen kann:
“Ach, was sind wir doch schwach!”

Aber das ist keine Schwachheit im Sinne Gottes.
Schwachheit heißt bei Ihm:
Es geht nicht um meine Pläne, um mein Ego, um mein Image, um meine Wünsche…
es geht um Gottes Pläne, um Seine Ehre, um Seine Wünsche!

Der Täufer Johannes sagte das ähnlich, als er von Jesus sprach:
“Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.” (Joh 3,30)

Es ist ein Entweder-Oder:
Entweder wir dienen uns selbst oder wir dienen Jesus Christus.
Wir können nicht zwei Herren dienen.
Irgendwann wird es einen Konflikt geben und spätestens dann müssen wir uns entscheiden:
“Ich oder Jesus?”

Je mehr es von mir gibt, desto weniger gibt es von Jesus in meinem Leben.
Je mehr es von Jesus gibt, desto weniger Ego gibt in meinem Leben.
Wer hat mehr Einfluss?

Diesen Weg hat Jesus angekündigt:
“Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben.” (Joh 12,25)

Jesus verheißt:
Gerade in der Selbstaufgabe zu Gunsten von Gottes Reich liegt die Erfüllung.
Er fordert nicht zum Selbstmordattentat auf (das würde ja gegen das Doppelgebot der Liebe verstoßen). Aber Er fordert auf:
“Mache eine Zäsur! Mache jetzt einen Schnitt in Deinem Leben. Und wähle: Entweder Du gibst mir all Deine Pläne und Ideen, Wünsche und Ambitionen oder Du hältst sie in Deiner Hand fest. Entweder wirst Du wirklich Erfüllung finden und ein Leben, das sich lohnt, oder Du wirst mit Deiner Egoshow verarmen.”

Alles für Jesus oder alles für mich?

Paulus hat das erkannt:
Gut, wenn ich schwach bin!
Gut, wenn es Lasten gibt in meinem Leben!
Gut, weil ich so Gottes Kraft und Gnade viel voller erfahre!
Ich bezahle diesen Preis, weil es keinen höheren Gewinn gibt!


 







Du wirst gefressen oder die Frage nach der Moral

Tim Keller erörtert in seinem Buch “Reasons for God” Argumente für und wider den christlichen Glauben (z.B. so).

Ein Punkt ist dabei der Aspekt der Moral.
Woher wissen wir, was gut und böse, falsch und richtig ist?

Keller verweist darauf, dass wir das nur wissen können, wenn wir einen absoluten Maßstab ansetzen, der außerhalb des Menschen liegt. Sprich: Gott.
Ansonsten, so schreibt er, wäre Moral völlig beliebig und es gäbe im Kern keinen Maßstab für Gut und Böse.
Dann aber wäre es egal, ob Menschen ermordet oder die Natur zerstört wird.
Du wirst von anderen gefressen? Egal – es gibt schließlich weder Recht noch Unrecht!

Manche würden darauf entgegnen, dass doch die Mehrheit einer Gesellschaft die Moral festlegen dürfe. Dies sei demokratisch und damit hätte man einen Maßstab.

Dies sei aber zu kurz gedacht.
Menschen in anderen Kulturen hätten andere Vorstellungen von Gut und Böse.
In manchen Ländern sei es gerecht, eine Ehebrecherin zu steinigen – bei uns sei es brutal und frauenfeindlich, geradzu “unmenschlich”.
Wer hat nun Recht?

Aber auch aus anderer Sicht sei die Vorstellung der letztlich beliebigen Moral bedenklich:
Man würde nämlich automatisch das Recht des Stärkeren statuieren.
Wenn die Mehrheit einer Gesellschaft beschließen würde, dass es gut sei, eine Minderheit auszurotten, dann wäre das nach dieser These nicht zu kritisieren. Schließlich dürfe das die Mehrheit der Gesellschaft ja festlegen.

Die meisten Menschen aus unserer Kultur würden das nun kritisieren: “Natürlich darf die Mehrheit so etwas nicht beschließen. Die Minderheit hat das Recht, sich zu wehren!”

Doch wer so argumentiert, behauptet indirekt, dass es doch einen absoluten Maßstab gäbe, der außerhalb von uns Menschen liegt.

Es gibt nur diese zwei Schienen:
a) Entweder es gibt keinen absoluten Maßstab für Moral.
Dann kann keine Handlung wirklich als gut oder böse tituliert werden.
Dann herrscht das Recht des Stärkeren.
Es dürfte kaum Menschen geben, die das wirklich wollen.

b) Oder es gibt einen absoluten Maßstab für Moral.
Dann gibt es es eine Art Definition von Gut und Böse.
Dann ist aber auch klar: Dieser Maßstab muss außerhalb von uns Menschen liegen und eine universale und ewige Geltung haben – im Grunde muss das ein göttlicher Maßstab sein, denn anders kann man so einen Maßstab nicht begründen.

Keller verweist darauf, dass viele Menschen intuitiv nach diesem zweiten Maßstab handeln, selbst, wenn sie meinen, Atheisten zu sein.

Jesus-Baby vs Herakles-Baby

Die Weihnachtsgeschichte von und mit Jesus Christus ist Insidern wohl bekannt, wiewohl die Anzahl derer wächst, die nicht mehr wissen, was der eigentliche Grund von Weihnachten ist und eher an die Geschenke oder im besten Fall an das “Fest der Liebe” denken (für diese: bitte in der Bibel lesen => Neues Testament – Lukas-Evangelium im Kapitel 1 oder Matthäus-Evangelium im Kapitel 1).

Die Geschichte, dass Gott Seinen Sohn als Baby in diese Welt schickt, um die Retterfunktion zu übernehmen, war damals vor ca. 2000 Jahren auch nicht sonderlich bekannt. Sie musste erst noch bekannt werden.

Doch es gab Stolpersteine:
Für die Juden war diese Jesus-Baby-Story höchst provokativ und im Kern eine Gotteslästerung. Ebenso wie die Moslems bekennen sie den EINEN Gott, der unmöglich einen Sohn haben kann. Und schon gar nicht einen, der schließlich am Kreuz stirbt. Wir können uns die Provokation dieser Geschichte kaum ausmalen. Vielleicht wäre es so, wie wenn bekannt würde, dass ein hochrangiger Pfarrer eine Liebesbeziehung zu einer Minderjährigen hat und dies nun als besonderes Vorbild gepriesen werden würde. Das würde mindestens ein intensives Kopfschütteln hervorrufen und sicherlich Tausende Rufe nach einem Ausschluss des Pfarrers aus der Kirche produzieren.

Aber auch für die alten Griechen war die Jesus-Geschichte nicht wirklich angesagt.
Die Griechen hatten zig Geschichten über ihre Götter und Helden. Einer von ihnen war Herakles – göttlich-menschlicher Natur. Im zarten Alter von 8 Monaten soll er zwei Schlangen erwürgt haben. Als er an der Brust seiner Mutter gestillt wurde, saugte er so stark, dass die Milch schließlich empor spritzte und so die Milchstraße entstanden sein soll. Ein unheimliches Baby. Aber so musste eine Helden- und Retterstory klingen, um bei den Griechen anzukommen.
Und das Jesus-Baby, das keine maximale Saugkraft hatte und noch niemanden im Babyalter erwürgt hatte?
Laaaaaangweilig!
Zumindest aus der Kreuzigungsgeschichte hätte man ein Drama machen können.
Aber glänzen konnte man damals bei den Griechen mit dieser Jesus-Geschichte nicht.

Kurzum:
Weder bei den Juden noch bei den Griechen war diese Jesus-Baby-Geschichte als Top-Seller programmiert. Eigentlich ein Rohrkrepierer.

Wer denkt sich also so eine Geschichte aus?

Das war kein Mensch.

Die eher unglücklichen Rahmenbedingungen für die Verbreitung der Weihnachtsgeschichte sprechen letztlich als ein Indiz dafür:
Diese Geschichte mit Jesus ist tatsächlich passiert und der Verfasser heißt Gott.

Warum sich die Evolutionsbiologie hier ein Bein stellt…

Wenn zwischendurch mal Zeit ist, z.B. parallel zum Frühstück, lese ich im Buch von Timothy Keller – “Reasons for God”. Ich habe schon manche Bücher auf dem Gebiet der Apologetik gelesen und einige Argumente tauchen immer wieder auf. Timothy Keller geht insgesamt einen Touch philosophischer an das Geschehen, was mir durchaus liegt.

Einen Gedankengang fand ich besonders reizvoll. Das ist der zum “Welterklärungsansatz” der Evolutionsbiologie.
Timothy Keller kann durchaus mit der Evolutionstheorie leben, sofern sie bemüht ist, die Entwicklung des irdischen Lebens nachzuvollziehen.
Sobald aber versucht wird, mit Hilfe der Evolutionstheorie auf die Ebene der Metaphysik zu gelangen, kommt er zu diesen Folgerungen:

Einige Evolutionstheoretiker würden meinen, dass mit der Evolutionstheorie auch der Glaube an Gott erklärt werden könne.
Denn möglicherweise habe der Gottesglaube geholfen, zu überleben.
Deshalb sei er noch nicht wahr bzw. richtig. Aber da der Gottesglaube über Jahrtausende andauert, könnte er evolutionstechnisch einen Sinn haben.

Keller entgegnet darauf:
a) Gerade dann deute die Existenz des Gottesglaubens darauf hin, dass es einen Gott gibt.
Unsere Überlebenstechniken bezögen sich doch grundsätzlich auf Dinge, die existieren. So verspüren wir Hunger – und siehe da: es gibt Nahrung.
Wir empfinden Lust – und siehe da: es gibt Fortpflanzungspartner.
Wenn also eine Sehnsucht nach Gott vorhanden ist und diese Sehnsucht im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht selektiert wurde, dann deute dies darauf hin, dass auch die Gottessehnsucht eine Entsprechung habe. Es gibt Sehnsucht nach Gott – also gibt es Gott.
Beachte: Keller versteht auch dies nicht als DEN schlagenden Beweis. Aber sehr wohl als ein Indiz, das im Zusammenklang mit vielen anderen Indizien ziemlich stark für die Existenz Gottes spricht.

b) Einige Evolutionstheoretiker würden nun einwenden: “Ja, aber nur weil der Gottglaube möglicherweise zum Überleben beiträgt, muss er noch längst nicht wahr sein!”
Keller nutzt diesen Einwand, um den Ball zurück zu werfen:
Dann müsse die Möglichkeit der Unwahrheit auch für die Evolutionstheorie selbst gelten.
Eben so gedacht:
Es könnte sein, dass der Gottglaube nur vorübergehend relevant ist und irgendwann selektiert wird. Noch diene er also zum Überleben. Da er sich aber nicht auf ein reales Objekt/Subjekt bezieht, müsse er irgendwann irrelevant werden.
Das Gleiche kann man dann von der Evolutionstheorie sagen:
Momentan erfüllt sie vielleicht einen Zweck. Aber sie könnte sich ebenso auf Vorgänge beziehen, die es so nicht gibt, weshalb sie irgendwann irrelevant werden kann.
Keller drückt es so aus:
“… wenn unser Verstand uns nicht die Wahrheit über Gott sagt, warum sollte er uns dann über irgendwas anderes, einschließlich der Evolutionswissenschaft, die Wahrheit sagen?”*

Die Schlussfolgerung von Keller ist die:
Entweder, wir können uns weitgehend auf das verlassen, was uns unser Gehirn über Gott sagt. Weil es etliche Indizien für die Existenz Gottes gibt, ist es also naheliegend, dass es wirklich einen Gott gibt.
Oder, wir können uns weitgehend nicht auf unseren Verstand verlassen. Dann muss auch die Evolutionstheorie grundsätzlich angezweifelt werden.

Schließlich zitiert Keller den Philosophen Plantinga:
“Menschen wie Dawkins behaupten, dass es einen Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion gibt… doch in Wirklichkeit besteht der Konflikt zwischen Wissenschaft und Naturalismus… Wenn wir von einer ungesteuerten Evolution ausgehen, ist es ebenso wahrscheinlich, dass wir in einer Art Traumwelt leben, wie dass wir etwas über uns und unsere Welt wissen.”**

—-
*S.171, Timothy Keller, “Warum Gott?”, Brunnen-Verlag,  2010 Gießen
** S.172

Der Weihnachtsmann

Manchmal habe ich die Gabe der Spitzfindigkeit. Total nervig, aber kann damit gut umgehen, wenn mir andere ihre Meinung sagen.

Meine Frage ist die:
Ist es aus christlich-ethischer Sicht in Ordnung, bei einer öffentlichen Feier in einem Weihnachtsmann-Kostüm aufzutreten?

Bin gespannt auf Antworten!

Das Team will ICH nicht, aber…

Wie soll das gehen?

In einem Team sind komische Charaktere.
Das würde ja noch okay sein.
Aber die Mehrzahl dieser Leute ist schlichtweg begriffsstutzig.
Sie versprechen viel und halten wenig.
Und bei manchen ahnst Du: “Der wird mich im Stich lassen!”

Wie gehst Du mit diesem Team um?

Jesus tut das:
1) Zuerst sagt Er (sinngemäß): “Ich liebe Euch – liebt Ihr Euch auch untereinander!
Ich tue Euch Gutes – tut Ihr Euch gegenseitig Gutes!
Ich stehe für Euch ein – steht Ihr untereinander für Euch ein!”
(Joh 13,34 f.)
Das ist Zuspruch und Aufforderung in einem.
Wer in Beziehung zu Jesus steht, der kommt an diesen Punkt:
“Ich bin geliebt – aber liebe ich auch?”

2) Dann konzentriert Er die Erwartungen auf die Realität.
So tut Er das zumindest bei Petrus. Auf dessen Treueschwur, entgegnet Jesus:
“Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast!” (Joh 13,36 ff.)
Bitterkeit, Ärger oder ähnliches schwingen hier nicht mit.
Ist es vielleicht mehr die indirekte Aufforderung zur Ehrlichkeit?
Und ist diese Ehrlichkeit entscheidend für liebevolle Beziehungen?

3) Jesus sorgt dafür, dass Sein Team eine Heimat hat und auch in Ewigkeit mit Ihm zusammen sein wird (Joh 14,1 ff.).
Das ist der Aspekt, der mich am meisten verwundert.
Jesus will diese unreife, neidische, beschränkte Bande von jungen Männern FÜR IMMER bei sich haben???
Ehrlich: Ich bin froh, wenn ich mal Distanz zu anderen habe. Ich brauche die Zeit für mich.  Erst recht, wenn die anderen tendentiell nerven.
Aber Jesus will eine Gemeinschaft FÜR IMMER!
Mit Nervbolzen, mit Unfertigen, mit Stümpern, mit Versagern, mit … (ergänze selbst!).

Was ist das für eine Einstellung?!
Was ist das für eine Liebe?!

Das ist das Wesen Jesu.
Wer mit Jesus lebt, der wird von Jesus nicht aufgegeben.
Selbst, wenn man offenbaren Mist baut.
Jesus sagt sogar: “Ich will Dich für immer bei mir haben!”

Wir sagen dann:
“Aber Jesus, ich bin doch so ein Anfänger! So beschränkt! Ich bin schuldig geworden! Das habe ich nicht verdient!”

Jesus sagt dann:
“Schön, dass Du Dich realistisch einschätzt. Doch meine Gnade und Barmherzigkeit sind nicht davon abhängig, was Du drauf hast. Dir gilt meine Liebe deshalb, weil ich barmherzig und liebend bin. Ich bin die Basis für unsere Beziehung – nicht Du und Deine Fähigkeiten.”

Wer das – immer wieder – erkannt hat, der sollte dahinschmelzen.
Einfach so geliebt – weil Jesus Jesus ist!