Frauen als Älteste einer Gemeinde?

Dürfen Frauenlaut Bibel Älteste einer Gemeinde sein?

Das ist tatsächlich eine Frage für manche Christen.
Ich habe darüber viel, viel nachgedacht. Seit Jahren.
Und wenn es dann an die Wahl einer Gemeindeleitung geht, kommt diese Frage bei Einzelnen wieder hoch.
Ein Dauerthema.

Interessanterweise wird diese Frage von Frauen selten so gestellt. Es sind eher die Männer, die das umtreibt.
Ihnen geht es oft darum, dass sie die biblischen Texte ernst nehmen wollen.
Was hat Gott über Gemeinde und Gemeindeleitung gesagt?
Was denkt Gott über das Ältestenamt?
Die Grundlage für weitere Überlegungen ist die Bibel als das schriftliche Fundament des christlichen Glaubens.

Und – das kann vorweg genommen werden – die Erkenntnisse zu diesem Thema sind unterschiedlich.
Allein diese Tatsache, dass verschiedene Christen sich ernsthaft und gottgläubig darum bemühen, eine Erkenntnis zu gewinnen, dann aber zu unterschiedlichen Meinungen kommen, lässt mich innehalten:
Dann sollte so ein Thema keine Hauptfrage sein. Sie kann nicht den gleichen Rang haben wie die Frage nach der Erlösung. Sie muss als „Nebenfrage“ behandelt werden, mit dem Respekt vor unterschiedlichen Erkenntnissen und trotzdem dem Mut, die eigene Ansicht zu vertreten.

Ich bin auch in diesem Blog schon öfter auf die „Frauen-Frage“ eingegangen, deshalb will ich hier nichts vertiefen.
Ich bringe nur in Stichwörtern meine Erkenntnis rüber:

– Frauen hatten auch im NT verantwortliche Leitungsfunktionen:
Junia als Apostel, Phöbe als Diakonin, Priscilla als Lehrerin (zusammen mit ihrem Mann).

– Es gibt kein Verbot, dass Frauen Älteste/Gemeindeleiter sind.
Deshalb dürfte es schwer sein, in diesem theologischen Bereich von „Sünde“ zu sprechen.

– Sinn der Aussage in 1.Tim 3,2b ist, dass ein verheirateter Ältester seiner Frau treu sein soll (Monogamie).
Es geht nicht um die Formulierung eines Verbotes des Ältestenamtes für Frauen.

– Die gleiche Aussage gibt es für Diakone, 1.Tim 3,12: auch ein Diakon soll Mann einer einzigen Frau sein.
Nach Röm 16,1 haben wir es mit „einem weiblichen Diakon“ zu tun.
Wenn wir davon ausgehen wollen, dass sich biblische Aussagen nicht widersprechen, sondern ergänzen, dann kann daraus nur das geschlussfolgert werden: Es gab weibliche Diakone und 1.Tim 3,12 will nicht Frauen ausschließen, sondern die Situation in Ephesus behandeln und die eheliche Treue betonen.
Das unterstreicht die Auslegung, wonach auch in 1.Tim 3,2b kein „Frauen-Verbot“ statuiert wird.

– Eine wortwörtliche Auslegung von 1.Tim 3,2b (=nur Männer dürfen Älteste sein) würde uns in viele Schwierigkeiten bringen (dann müssten Älteste stets verheiratet sein, mit nur einer Frau und müssten mehrere Kinder haben; Witwer oder Männer mit verstorbenen Kindern oder Männer mit nur einem Kind würden als Älteste ausscheiden).

– Zudem ist es ebenfalls bedenklich aus einer positiven Weisung („Mann einer einzigen Frau“) ein Verbot zu konstruieren („Dann dürfen Frauen keine Älteste sein!“). Das wäre ein Umkehrschluss. Dieser kann legitim sein, wenn sich entsrechende Verbote in der Bibel finden (z.B. das Gebot ehelich treu zu sein UND das Verbot der Ehescheidung). Wenn sich solche Verbote aber nicht finden, dann sind solche Umkehrschlüsse bedenklich (z.B. nach 1.Tim 2 sollen Männer an allen Orten beten, indem sie ihre Hände heben. Das ist die positive Weisung. Der Umkehrschluss wäre: „Es ist verboten, das Gebet zu unterlassen. Es ist verboten, beim Beten die Hände unten zu lassen!“). Da sich ein ausdrückliches Verbot für Frauen im Ältestenamt nicht finden lässt, muss von einem solchen Umkehrschluss Abstand genommen werden.

– Gesellschaftliche Wandlungen mit Auswirkungen auf das Gemeindeleben können legitim sein.
So haben wir heute keine legale Sklaverei mehr in Deutschland. Als Christen befürworten wir das und stehen dahinter. Doch nach Aussagen des NT war es damals anders: Auch Christen hatten Haus-Sklaven. Dieser Umstand hat sich gesellschaftlich geändert. Es wäre absolut grotesk und falsch, wenn Christen anhand des biblischen Wortlautes meinen würden, dass wir wieder die Sklaverei einführen müssten. Ebenso kann sich also die Position anderer Menschen in deiner Gesellschaft ändern. Es ist doch sehr gut, dass Frauen nicht mehr als Sache gehandelt werden, sondern als gleichwertige Menschen erkannt werden! Und natürlich muss das Auswirkungen auf das Gemeindeleben haben.

Den Vertretern der anderen Erkenntnis (Nur Männer sollen Älteste sein) muss ich zugute halten, dass es kein biblisches Beispiel für eine Frau im Ältestenamt gibt. Es ist, wenn dann, nur von Männern die Rede.
Woran das liegt, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.
Es mag kulturell bedingt sein.
Es mag damit zusammenhängen, dass Gott den Mann als Hauptverantwortlichen für seine Frau sieht.
Es mag mit dem damaligen Bildungsniveau zusammenhängen.

Doch auch, wenn wir kein „Frauen-Älteste-Beispiel“ haben, so haben wir es dennoch nicht mit einem Verbot zu tun.
Daher ist das mein Plädoyer:
Eine Gemeinde, eine Gemeindeleitung oder die Gründer einer Gemeinde müssen zu diesem Thema eine Entscheidung treffen und diese muss dann von den Folge-Generationen respektiert werden. Alles andere würde eine Gemeinde nur in endlose und zumeist unfruchtbare Diskussionen stürzen.

Das Ältestenamt in der Bibel – 1.Timotheus 3

Das Ältestenamt / der Ältestendienst ist eine Aufgabe, die es in der Gemeinde zu erfüllen gilt. Dazu werden viele Bücher geschrieben. Es gibt verschiedene Betonungen dieser Aufgabe als „Gemeindeleiter“. Aber die biblischen Texte bleiben natürlich die zentrale Grundlage für das Ältestenamt.
Was sind die Qualifikationen, die ein Ältester erfüllen sollte?
Ein wichtiger Text ist der aus dem 1.Timotheus-Brief, Kapitel 3.
Dazu dieses Video:

Und weil der Satz „Mann einer einzigen Frau“ in 1.Timotheus 3,2b oft für Diskussionen sorgt, empfehle ich die Lektüre dieses kleinen, spontan zusammengehämmerten Papers: Frauen als Älteste? (pdf)

Der Arzt und die Abtreibung

Hier und da hat das Thema hohe Wellen geschlagen:
Ein Chefarzt einer deutschen Klinik verweigert aus Gewissensgründen Abtreibungen (z.B. ist hier mehr zum Thema zu finden).

Auf manchen Medienplattformen erhitzen sich die Gemüter.

Ich finde es hilfreich, sich die Sach- und Ethiklage genauer anzuschauen:

– Abtreibung ist grundsätzlich gesetzlich verboten. Es ist ein Straftatbestand.
Und zwar nicht, um Frauen zu gängeln, sondern weil der Gesetzgeber das ungeborene Wesen als Lebewesen ansieht. Und menschliche Lebewesen hat man nicht zu töten.

– In gewissen Ausnahmefällen wird Abtreibung aber nicht bestraft.
So z.B. bei Gefährdung der Mutter oder in Fällen der Vergewaltigung.
So schlimm es ist, das ungeborene Leben zu töten… aber es kann Situationen geben, in denen andere schlimme Wirkungen drohen. Natürlich darf keine Frau zu einer Geburt gezwungen werden, wenn sie dabei selbst schweren Schaden oder gar den Tod erleiden könnte. Und auch der Fall einer Vergewaltigung ist seelisch so grausam, dass es schwer nachvollziehbar ist, wieso man eine Frau zwingen sollte, diese Schwangerschaft zu erleben. Extrem tapfer, wenn manche Frauen sich dennoch für das Kind entscheiden.

– Die Klinik wird auch künftig Abtreibungen durchführen, wenn sie medizinisch nötig sind. Ob der betroffene Arzt das auch tun würde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das sind die Fakten und die dürften hoffentlich unstrittig sein.

Was mich aber emotional anspricht, sind manche Argumente von Abtreibungsbefürwortern.
Deshalb hier einige ethische Überlegungen:

Ein Argument, das oft gebracht wird, ist dieses:
Frauen dürfen über ihren Körper bestimmen.
Sehe ich genauso.
Ich beziehe das sogar auf alle Menschen. Kein Mensch sollte über den Körper des anderen bestimmen dürfen.
Es ist nur konsequent, diese Sichtweise dann auch auf das ungeborene Leben zu beziehen. Denn – wenn auch absolut klein – es ist ein eigener Körper. Kein Mensch sollte über diesen kleinen Körper bestimmen dürfen.

Natürlich ist dieses Mini-Lebewesen abhängig vom Körper der Mutter.
Entsteht daraus das Recht der Mutter, über das andere Leben entscheiden zu dürfen?
Wenn wir konsequent die Körper anderer Menschen achten wollen, müssen wir auch den des kleinen Lebewesens achten. Die Mutter dürfte nicht einfach über den anderen Körper verfügen.
Wenn wir meinen würden, dass die Mutter über den Körper des Kindes entscheiden darf, dann entsteht diese Frage:
Was ist die Begründung dafür?

Dass es sich beim Embryo nicht um ein Lebewesen handelt?
Das wäre biologisch falsch. Es handelt sich um ein Lebewesen.

Dass der Körper nicht voll ausgebildet ist?
Das ist im Kern auch falsch, weil genetisch alles vorhanden ist, damit sich dieser Körper weiter entfaltet. Er braucht nur Zeit und Schutz.

Dass der Körper ohne die Mutter nicht lebensfähig ist?
Das stimmt natürlich. Doch mit dieser Sichtweise dürfte eine Mutter auch die schon geborenen Kinder töten, weil diese in den ersten Monaten/Jahren noch immer sehr abhängig von der Mutter sind. Aber ich behaupte mal, dass das niemand wirklich meint und will.
Wenn doch, dann könnten wir daraus auch ableiten, dass jeder Mensch, der ohne einen anderen Menschen nicht lebensfähig ist, getötet werden darf. Brutal gesagt: Willkommen im Nazi-Reich!

Kurzum:
Außer den Gründen der medizinischen Notwendigkeit (Schaden/Tod der Mutter) und ggf. im Fall einer Vergewaltigung kann ich mir keinen Grund vorstellen, weshalb jemand das Recht haben sollte, das ungeborene Leben zu töten.

Deshalb sind angebliche Äußerungen wie diese mehr als irritierend (Zitat vom NDR):
Es könne nicht angehen, dass ein „ganz wesentliches Recht, für das Jahrzehnte lang gestritten wurde“, aus religiösen Gründen beschnitten werde, heißt von Seiten der FDP-Landtagsfraktion.

Abtreibung als Recht?
Nein.
Das ist die Verkennung der rechtlichen Lage in Deutschland.
Es handelt sich nicht um ein Recht, sondern um eine absolute Ausnahme vom Tötungsverbot!

Oder diese Bemerkung (ebenfalls NDR – s.o.):
„Rechtlich nicht zu beanstanden, aber bedauerlich“, nannte Thomas Schremmer von der Grünen-Landtagsfraktion die Entscheidung der Dannenberger Klinik.

Bedauerlich?
Die nicht-durchgeführte Tötung menschlichen Lebens ist „bedauerlich“?

Oder im Bezug auf die Zusammenlegung von Kliniken in der Region schreibt NDR selbst (Zitat – s.o. der Link):
… gab es eine für die betroffenen Frauen erfreuliche Entwicklung: Im neuen kommunalen Klinikum bestimmt die katholische Kirche nun nicht mehr über die Richtlinien. Laut Gesetz dürfen dort seit Ende 2014 nun auch Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.

Erfreuliche Entwicklung?
Endlich dürfen Abtreibungen vorgenommen werden?

Nein, ich will hier nicht gegen notleidende Frauen schreiben.
Und will mir auch nicht anmaßen, was die einzelne Frau persönlich als Leid empfinden darf oder was nicht.

Aber der Fakt bleibt doch:
Der Embryo ist ein menschliches Lebewesen in Kleinstform, mit allen nötigen genetischen Mittteln ausgestattet, um dann auch als geborener Mensch leben zu können.
Dieses Leben zu beenden ist und bleibt ein sehr harter Einschnitt. Deshalb hat der Gesetzgeber das in den Rahmen der Tötungsdelikte einsortiert.
Wie kann man da von „erfreulichen Entwicklungen“ schreiben, wenn endlich noch mehr Abtreibungsmöglichkeiten möglich sind?
Eine Abtreibung ist ein Drama. Oft für alle Beteiligten.

Schließlich habe der Konzern darauf verwiesen weltanschaulich neutral zu sein (Zitat NDR):
Bei Capio hieß es bereits kurz nach der Ankündigung der Chefarztes: Man sei ein politisch und weltanschaulich neutraler Konzern.

Mal ganz philosophisch habe ich da meine Zweifel.
Keiner kann neutral sein.
Wir treffen immer Entscheidungen. Und diese Entscheidungen sind immer an bewusste oder unbewusste Wertvorstellungen geknüpft.
Wer sich dafür entscheidet, abzutreiben, trifft auch eine Werteentscheidung. Sei es, dass es wertvoller sei, die Mutter statt des Kindes am Leben zu halten. Sei es, dass es wertvoll sei, dass es Eltern nicht zugemutet werden könne, Kinder mit einem Down-Syndrom zu haben.
Was ist das, wenn nicht eine Werteentscheidung?
Wenn es aber eine Werteentscheidung ist, dann besteht keine Neutralität!
Es gibt keine Neutralität, bei der jeder machen darf, was er will.
Es gibt auch keine Neutralität, bei der alle und immer gleich behandelt werden können.
(Hier könnte man einen Exkurs hinsichtlich weiterer Werteentscheidungen öffentlicher Einrichtungen betreiben, die meinen würden, „neutral“ zu handeln, was sie faktisch gar nicht tun können, weil sie alleine mit einer solchen Aussage eine Werteentscheidung treffen und damit andere Werte als weniger wichtig ansehen.)

Traurig, dass es so einen breiten Konsens über die legitime Tötung von ungeborenen Lebewesen gibt.

Alltags-Tipps: Nasenspülsalz, Henry, No-Poo und anderer Öko-Kram

Nasenspülsalz

Die Nase zu spülen ist nicht jedermanns Sache. Manchmal ist es aus medizinischen Gründen aber naheliegend das zu tun. In manchen Supermärkten, aber vor allem in Drogerien und Apotheken gibt es dafür abgepacktes, fein proportioniertes Nasenspülsalz zu kaufen. Winzige Tütchen mit ca. 2,25 g Füllgewicht.
Eine Packung mit ca. 40-60 Tütchen (je nach Hersteller) kann zwischen ca. 5,-€ bis 7,-€ kosten.
Aktuell haben wir noch eine solche Packung zuhause. Insgesamt bietet diese Packung 90 Gramm Salz an, für ca. 5,-€.
Das ist teuer.
„Tausendmal“ preiswerter ist es, das Pharmasalz (Natriumchlorid) als Großpackung, also nicht in Tütchenform, zu kaufen. Klar, man muss die Portionen dann mit einem Löffel zusammenschaufeln, ist aber verkraftbar, wenn man sich das Preisverhältnis anguckt:
Ein Kilo Natriumchlorid für ca. 5,-€
Erinnere: Bisher 90 Gramm für ca. 5,-€. Jetzt 1000 Gramm für ca. 5,-€!
Daher meine Empfehlung: Kauft die Großpackungen, wenn ihr auf Nasenspülsalz steht!

Henry

So nenne ich einen grauen Sack. Nee, ist nicht mein Nachbar!
Ist wirklich ein Sack, gefüllt mit Granulat, in das Auto gelegt, nahe der Frontscheibe.
Wirkung: Das Granulat saugt die Feuchtigkeit im Auto auf.
Gerade bei Regenwetter oder viel Atemluft im Auto beschlägt unsere Scheibe oft.
Das Gebläse muss dann auf Hochtouren laufen, damit wieder freie Sicht ist.
„Henry“, der Sack, bewirkt, dass wir das Hochtouren-Gebläse nicht mehr nötig haben.
So einen Sack kann man kaufen. Kann man sich aber auch selber, z.B. mit Katzenstreu, basteln.
Frage aber nicht nach „Henry, dem Sack“! Keine Ahnung, wie das Ding im Geschäft heißt. Ich habe ihn einfach „Henry“ genannt. Nenne du ihn/sie, wie du magst!
Wichtig: Alle paar Wochen/Monate muss das Ding auf die Heizung gelegt werden, damit die gesammelte Feuchtigkeit entzogen werden kann. Danach ist er wieder einsatzbereit.

No-Poo

Für manche genauso eklig wie Nasenspülsalz.
„No-Poo“ heißt: die Haare werden nicht mehr mit herkömmlichen Shampoos gewaschen.
Einer der „Natur-Trends“ in der westlichen Gesellschaft. Sicherlich ein Trend, der nie die breite Masse erwischen wird.
Die Idee: Wir nehmen eh schon so viel Chemie-Zeugs in uns auf, dass es Sinn macht, es hier und da zu reduzieren. Eventuell geht es ja sogar darum, bestimmte Krankheiten der Moderne nicht zu bekommen. Deshalb also kein Shampoo benutzen.
Wie dem auch sei:
Mir persönlich gefällt der Gedanke dahinter. Tatsächlich befinden sich in einem normalen Shampoo viele Dinge, die ziemlich künstlich, chemisch und fragwürdig klingen. Ein Chemiker wüsste hier mehr zu berichten, als das, was es bei mir erzeugt: ein komisches Bauchgefühl.
Also, habe ich es probiert. Wie ist es, kein herkömmliches Shampoo mehr zu benutzen und trotzdem gepflegte Haare zu haben?
Meine Erfahrung nach paar Monaten: Es geht.
Die Haare wasche ich noch immer regelmäßig. Jetzt allerdings mit einer Mischung aus warmen Wasser, Roggenmehl, einen Schuss Zitronensaft und ein paar Tropfen Minzöl oder japanisches „Heilpflanzenöl“ (heilt das wirklich?). Alle paar Wochen mal etwas Olivenöl benutzen. Das war’s.
Preislich macht das wahrscheinlich keinen großen Unterschied zu normalen Shampoos. Vielleicht produziere ich einen Mini-Tick weniger Plastik-Müll.
Aber definitiv ist jetzt weniger Chemie auf’m Kopf. Ob das was bringt? Keine Ahnung. Die Kopfsache ist nur ein Bauchgefühl. 🙂

Anderes Öko-Zeugs

Ich bin kein Umwelt-Aktivist und habe auch keine Lust, anderen Menschen Vorträge über den „richtigen“ Lebensstil zu halten. Doch bedingt durch meinen christlichen Glauben ist das Thema „Gottes Schöpfung“ etwas mehr in den Vordergrund gerückt. Wie gehen wir mit Gottes Schöpfung um? Vom Alten Testament her gibt es einige Anweisungen Gottes, dass wir fürsorglich mit Tier & Pflanzenwelt umgehen sollen. Deshalb muss man nicht Vegetarier, Veganer oder Öko-Dorfbewohner werden. Aber mehr Achtung vor dem zu haben, was Gott mit Liebe und Kreativität erschaffen ist, ist fraglos gut. Einer der Gründe, weshalb ich mich hauptsächlich vegetarisch ernähre. Massentierhaltung ist doof und das Fleisch direkt beim Bio-Bauern zu kaufen, ist mir zu umständlich oder zu teuer.
Das sind u.a. weitere Maßnahmen, die ich ökomäßig für mich selbst bedenke:
– Das Benutzen einer Zahncreme, die möglichst wenig Chemiezeugs inne hat.
– Die Verwendung von Holzzahnbürsten. Plastik im Mund finde ich doof.
– Die Heizung muss nicht immer auf höchster Leistung laufen. Man kann sich auch wärmer anziehen.
– Weniger Flüssigseife im Plastikbehälter kaufen, sondern mehr Handseife in der Kartonverpackung.
– Viele Strecken mache ich mit dem Fahrrad statt mit dem Auto.
– Es müssen auch nicht „überall und immer alle“ Lampen im Haushalt eingeschaltet sein. Nur die anschalten, die wirklich gebraucht werden.
– Wie so viele es tun (auch, wenn die Industrie dahinter fragwürdig ist): das Trennen von Müll.
– Manchmal tut es auch der Handfeger mit Müllschippe statt der Staubsauger.
– Handtuch und Putzlappen statt Einweg-Küchentuch.
– Wenn Kaffee kaufen, dann idR Fairtrade-Kaffee. Gleiches gilt oft auch für Schokolade.
– Wenn Eier gekauft werden, dann natürlich nur die, die die Null als Kennziffer haben.

Ich weiß, dass das alles keine Allheilmittel sind.
Und manches lässt sich auch nicht für alle Menschen denken (Was wäre, wenn alle nur noch Zahnbürsten aus Bambusholz benutzen würden? Wäre das nicht auch schädlich für die Umwelt?). Nichts davon ist revolutionär. Und wahrscheinlich werden wir Menschen immer irgendwie schädlich für die Natur sein.
Aber ich bin überzeugt, dass jeder step by step sein Leben so umgestalten kann, dass es weniger schädlich für die Schöpfung Gottes ist. Hast du noch mehr Tipps?

Versus Trump

Jetzt will ich aber auch mal meinen Senf dazu geben. Weniger, weil ich Politik-Profi wäre. Aber weil mich die aktuelle Art der Berichterstattung nervt.

Nee, ich bin echt kein Trump-Fan. Obama fand ich sympathischer. So mal ganz menschlich geschrieben.
Und wahrlich: Die auf „Clinton oder Trump“ zugespitzte US-Wahl erschien von Beginn an wie die Wahl zwischen einem der geringeren Übel. Keine beneidenswerte Wahl für die US-Bürger.

Trump hat in diesem Wahlkampf viel gekeift und Äußerungen von sich gegeben, die – gelinde gesagt – alles andere als diplomatisch und einheitsfördernd waren.
Clinton hat sich da gewiss geschickter ausgedrückt. Politisch erfahrener. Aber gemessen an ihren bisherigen politischen Taten waren da auch kaum Ruhmestaten aufzuweisen.

Nun, denn. Trump ist Präsident der USA.
Seine Tonart ist im Vergleich zum Wahlkampf vielleicht einen Hauch sanfter geworden. Aber er bleibt provokant, kantig und nicht wirklich harmonisch.

Was mir aber ebenso nicht gefällt, ist, wie die Mehrheit unserer Medienvertreter einseitig berichten.
Eine gewisse Einseitigkeit ist ja normal. Kein Mensch kann alles wissen und alles stets ausgewogen darstellen. Geschenkt!
Aber es ist überdeutlich: Der offizielle Mehrheitsjournalismus mag Trump nicht und macht das überaus deutlich.

Wenn ich die Berichterstattungen mit denen über Obama vergleiche, dann fällt mir nur ein Urteil dazu ein:
Ich muss beim Lesen vom Spiegel, Focus, der Welt, der SZ u.a. damit rechnen, weniger eine sachliche Berichterstattung zu bekommen, sondern mit Meinungen von Journalisten und Redakteuren konfrontiert zu werden.

Ein Beispiel:
Trumps „MuslimBan“.
Was durch eine Vielzahl von Medien transportiert wird, ist das:
Trump ist gegen Moslems und Moslems dürfen nicht mehr in die USA einreisen. Also ist Trump ein Rassist.
Proteste weltweit.
Facebook-Anzeigen von mitleidenden Menschen, die eine weinende Freiheitsstatue zeigen.
Deutsche Politiker, die in den USA Allianzen gegen Trump schmieden wollen.

Was passiert da?
Trump will sein Land gegen Terroristen aus dem Ausland schützen.
Das ist seine Pflicht als Präsident.
Dafür hat er bestimmt, dass Menschen aus gewissen Ländern für einige Monate nicht einreisen dürfen. Es sei denn, sie haben eine Berechtigung. Innerhalb dieser Monate sollen die Behörden prüfen, wie sie die Sicherheitschecks verbessern können, damit eben keine Terroristen in das Land gelangen.

Obama hatte Ähnliches gemacht.
Im Jahr 2011 durften Menschen aus dem Irak nicht in die USA einreisen. Für sechs Monate nicht.
Gab es Proteste? Nicht, dass ich wüsste.
Unter Obama wurden jahrelang kaum mehr als 50.000 Geflüchtete pro Jahr in das Land gelassen. Nur 2016 war eine Ausnahme. Aus Syrien gelangten bis Ende 2015 noch nicht mal 2000 syrische Flüchtlinge in die USA. Und das, obwohl die USA in Syrien federführend im Kriegsgeschehen mitwirkte.
Gab es Proteste? Nicht, dass ich wüsste.
Obama beschloss das Programm namens „Visa Waiver Program Improvement and Terrorist Travel Prevention Act of 2015„. Es gab Einreisebeschränkungen für Menschen aus den Staaten, für die Trump aktuell einen Einreisestopp beschlossen hat.
Gab es Proteste bei Obama? Nicht, dass ich wüsste.

Obama führte während seiner gesamten Amtszeit Kriege.
Es gab die bislang höchste Zahl an Drohnenangriffen (erinnere: Tötungen ohne ein demokratisches Gerichtsverfahren) unter seiner Regierung.
Immer wieder gab es sogenannte „Kollateralschäden“, d.h.: Zivilisten wurden von US-Streitkräften vernichtet.
Unter Obama wurden die sogenannten „islamischen Rebellen“ unterstützt, wobei man mehr und mehr herausfand, dass es sich um verschiedene islamistische Gruppen handelte, die sich oft nur im Grausamkeits-Level unterscheiden.
Guantanamo wurde nicht geschlossen.
Gab es Proteste? Nicht, dass ich wüsste.

Wie geschrieben:
Nicht, dass ich für Trump mit all seinen Entscheidungen bin.
Aber ich bin für eine ausgewogene Berichterstattung.
Die Meinung will ich mir dann selbst bilden wollen.

Und meine Bitte an alle denkenden Bürger:
Informiert Euch querbeet!
Nicht alles, was in herkömmlichen Medien berichtet wird, ist ausgewogen.
Lest hier und da! Recherchiert auch mal!
Und wer will, kann ja dann noch immer weinende Freiheitsstatuen auf Facebook zeigen.