Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 1

Wir haben Gefühle. Von A wie „Angst“ bis Z wie „Zorn“ ist alles dabei.

Weil wir alle Sehnsucht nach innerem Frieden haben, kann uns alles aufregen, was uns diesen Frieden stiehlt oder erst gar nicht ermöglichen will. Wer z.B. meint, dass ein schöner Mittagsschlaf das beste Mittel sei, um entspannt ( = Frieden) zu sein, der kann sich enorm aufregen, wenn gerade in diesem Moment des Schlafenlegens die lärmenden Bauarbeiten auf der Straße beginnen.

Manche meinen, dass sie ihren Frieden durch bestimmte Maßnahmen erhalten. Durch Alkohol. Durch Sex. Durch intensiven Medienkonsum. Was auch immer. Und etliche merken dann: „Das war zwar nett, aber den gesuchten Frieden habe ich noch immer nicht.“

Der normale Mensch ist stark von seinen Gefühlen geprägt.
Gefühle der Freude, Lust, Trauer, des Zornes, der Wut…
Und mancher fühlt sich in solchen Empfindungen wie gefangen.

Da ist die Frau, die immer wieder Ängste hat. Ängste ohne ein reales Gegenüber. Angst vor der Krankheit – obwohl sie körperlich kerngesund ist. Angst vor schlimmen Unfällen – obwohl ihr Leben kaum besser sein könnte. Diese Ängste rauben ihr Lebensfreude – den Frieden -, aber sie kommt nicht gegen die Ängste an.

Ein Mann berichtet, wie er jeder Frau, die nicht bei Drei auf dem Baum ist, hinterherblicken muss, sich sogleich delikate Situationen vorstellt und sofort zum Flirten bereit ist. So viel Spaß ihm das auch schon gemacht hat, so sehr fühlt er sich aber auch getrieben. Manchmal würde er gerne aus diesem Kreislauf ausbrechen, aber er schafft es nicht.

Ein anderer wird ständig wütend und brüllt. Eine andere fängt beim leichtesten Kummer immer zu weinen an. Ein anderer spürt oft Neid auf den Erfolg anderer und macht gehässige Kommentare. Eine andere merkt den Stolz in sich, wirkt arrogant und schafft so eine große Distanz zu anderen Menschen.

Emotionen, die uns den Weg zum inneren Frieden verbauen und erschweren. Emotionen, die uns zu schlechten Taten motivieren. Emotionen, die uns steuern.

Es gibt einen Weg aus dem Emotions-Gefängnis.
Es gibt einen Weg, um diesen inneren Frieden zu erhalten und zu bewahren.

Mehr davon im nächsten Teil.

Bildquellen:
http://www.sxc.hu/photo/124637 von http://www.sxc.hu/profile/fadaguiga sowie
http://www.sxc.hu/photo/1141475 von http://www.sxc.hu/profile/bjearwicke

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9 Gedanken zu „Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 1

  1. Wuerde nicht ein Verweiss auf die Briefe des Seneca oder die Schriften des Epictet das Thema nicht schon voll umfaenglich erschoepfen?

  2. @Rheinlaender & Katja:
    Willkommen auf diesem Blog!

    @Rheinlaender:
    Da ich mich mit den Lehren Senecas und Epictets nur oberflächlich auskenne, kann ich zum aktuellen Stand nur unter Vorbehalt schreiben, dass ich etliche Parallelen zur biblischen Ethik entdecke und auch einige zum Umgang mit den Gefühlen. Wenn ich demnächst diesen Teil fortsetze, werden Sie diese Parallelen sicherlich an manchen Stellen entdecken.
    Mir würde aber insoweit ein bloßer Verweis nicht reichen, weil
    a) mir der Bezug zu Jesus Christus fehlen würde,
    b) es hilfreich sein kann, immer mal wieder einen neuen Aufguss zu bringen, um der heutigen Medienwelt, dem Sprachbegebrauch etc. etwas gerechter zu werden.

  3. Pingback: Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 2 « berlinjc

  4. Es handelt sich stoisische Philosophen, die fuer ein glueckliches Leben empfehlen sich von der Vernunft leiten zu lassen und emotionalen Aufwallungen keinen Platz zu geben:

    So nutzt Trauer weder dem Toten (ohnehin nicht mehr existent), noch dem Trauerenden. Empfindet man also Trauer, so soll man sich fragen, welchen Nutzen diese hat, und stellt man fest, dass diese keinen Nutzen hat (was offensichtlich ist), so trauert man eben nicht, sondern verrichtet seine Angelegenheiten weiter.

    Man kuemmert sich nicht um Dinge, die ausserhalb der eigenen Gewalt stehen: Kann z.B. keinen Toten wieder lebendig machen, so muss ich dies als neutralen Fakt hinnehmen und darf diesem Fakt nicht erlauben mein Inneres zu stoeren.

  5. Danke für die Erklärung!
    Liest sich ein bisschen wie „Kognitive Seelsorge“, die ebenfalls beim Erkennen und Denken (Vernunft) ansetzt.
    Ein Stoiker kann so wohl zum Gleichmut kommen.
    Finde ich gut, wenn das auch Gelassenheit ausdrückt.
    Wie steht’s bei Stoikern mit der Dankbarkeit und der Freude?

  6. Pingback: Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 4 « berlinjc

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