Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 2

Es klingt wie eine Binsenweisheit. Fast mag man sich zu schade zu sein, um diesen einen Aspekt hervorzuheben. Und doch erscheint er mir grundlegend für den Umgang mit Gefühlen.
Let’s go:

„Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.“ (1. Mose 2,25)

Gott hatte den Menschen zum Ebenbild geschaffen.
Und die erste indirekte Benennung einer Emotion des Menschen steht bei 1. Mose 2,25: „und schämten sich nicht“.
Nun könnte man daraus schlussfolgern, dass wir es hier mit Robotern zu tun haben, die keinerlei Gefühlsregungen haben – deswegen schämen sie sich auch nicht.
Wesentlich näherliegend ist, dass der Verfasser klar machen wollte:
Die ersten Menschen fühlten sich „frei“. Keine Spur von Beklemmungen. Keine Scham. Weil es auch noch keine Schuld mit den entsprechenden Gefühlen gab (das gab es dann erst ab 1. Mose 3,7).

Nun ist aber nicht das Schuldgefühl das Grundlegende, sondern, dass der Mensch mit Emotionen geschaffen worden ist.
Gott betitelte den Gesamtvorgang der Schöpfung und damit eben auch die Erschaffung des Menschen mit all seinen emotionalen Möglichkeiten so:
„… und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31 b)
Gott wollte, dass wir empfinden können.

Wer dann die Bibel durchliest, wird das bemerken:
An keiner Stelle verurteilt Gott einen Menschen wegen seiner Gefühle.
So betet der Psalmist:
„Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget?“ (Psalm 42,10)
Oder:
„Ich hasse die Versammlung der Boshaften…“ (Psalm 26,5)
Gefühle der Einsamkeit, der Trauer, des Hasses … sie gehören zum Leben.
Und Gott verbietet sie nicht.
Ja, Er empfiehlt an vielen Stellen einen bestimmten Umgang mit unseren Emotionen.
Aber das Aufkommen eines Gefühls an sich, wird von Gott nirgends untersagt.

Was auch immer für Gefühle Du hast:
Du darfst so fühlen.
Es ist „sehr gut“, dass Du fühlen kannst.
Gott hat Dich so geschaffen.

Natürlich ist das nur ein winzig kleiner Erkenntnisschritt.
Und doch ist er für manche Menschen riesig groß.

Da brodelt es in einem, man kocht vor Wut – und schon fühlt sich mancher schuldig. Als dürfe man nicht wütend sein. Die Wahrheit ist: Natürlich darfst Du Wut empfinden!

Oder etwas Sommertypisches:
Am Strand sieht man einige wohlgeformte Menschen. Attraktiv. Reizvoll. Und bei manchen stellt sich ein Empfinden des Begehrens ein.
„Nein – ich darf so nicht fühlen!“ denken einige und fühlen sich schuldig, weil sie doch so fühlen.
Die Wahrheit ist aber:
Du darfst Empfindungen der Lust haben.

Dasselbe gilt für alle Varianten der Gefühlswelt:
Du darfst so fühlen.
Das ist nicht schlimm, nicht verboten, sondern Gott hat Dich so geschaffen, dass Du fühlen kannst.
Es ist sehr gut, dass Du Emotionen hast.

Danke Gott für Dein Gefühlsleben!

Diese Erkenntnis ist ein erster Schritt.
Und dieser erste Schritt wäre auf unangenehme Weise unvollkommen, würde nicht demnächst ein zweiter Schritt folgen … Teil 3 wird kommen.

Umgang mit Gefühlen – Teil 1

Bildquellen:
http://www.sxc.hu/photo/922636 von http://www.sxc.hu/profile/asterisc21
sowie
http://www.sxc.hu/photo/187333 von http://www.sxc.hu/profile/brokenarts

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2 Gedanken zu „Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 2

  1. Pingback: Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 3 « berlinjc

  2. Pingback: Wie mit Gefühlen umgehen? – Teil 4 « berlinjc

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