Gemeinsames Gebet

Wir sind ja skeptisch, wenn nach „amerikanischer“ Weise das Patentrezept verkündet wird, die 3 goldenen Erfolgsregeln angepriesen werden oder die 10 Schritte zum Glück verkauft werden.

Mir kommt nur der Verdacht auf, dass Gott manches wirklich so einfach gestrickt hat. Doch um jeden Kritiker zu beruhigen: Ich will hier keinen Automatismus statuieren. Aber ich will auf eine Besonderheit hinweisen.

Und diese ist das gemeinsame Gebet!

„Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.“ (Apostelgeschichte 4,31)
Die Gemeinde in Jerusalem betete vor fast 2000 Jahren. Es geschahen Zeichen und Wunder, Menschen wurden geheilt und Tausende kamen zum Glauben an Jesus Christus, die Gemeinde wuchs.

Oder denken wir an das heutige Indien. Alexander Garth war im Jahre 2002 vor Ort, besuchte diverse Gemeinden und er schrieb:
“ Tief beeindruckt war ich darüber, wie die Gemeinden und Christen in Indien beten. Es wird mit großer Hingabe, Kraft, Häufigkeit und Dauer gebetet…
Die Jugendabende sind nicht Fun-Veranstaltungen mit christlichem Touch wie häufig bei uns in Deutschland, sondern eigentlich Gebetsabende. Einmal nahm ich an einer Gebetsnacht der Jugend teil. Sie beteten mit Leidenschaft von 22 h bis 2 h. Zwischendurch gab’s Tee gegen die Müdigkeit und mitreißende Anbetungslieder, die von Trommeln begleitet wurden.“
Die Zahl der Christen wuchs in den letzten 20 Jahren von ungefähr 2% bis ca. 16% von der Gesamtbevölkerung Indiens.

Vielen ist die größte Gemeinde der Welt bekannt, die Yoido Full Gospel Church in Südkorea. Ende der 50’er Jahre des letzten Jahrhunderts mit 6 Menschen begonnen und im Jahr 2007 mit ca. einer Million Mitglieder.
Auch hier lesen wir von einem Berliner Christen, der die Gemeinde im Jahr 2007 besucht hat:
Alles fängt klein an! Der erste GoDi der Church im Jahr 1958 hat mit 6 Leuten stattgefunden. Was mir aufgefallen ist, dass hier unwahrscheinlich viel gebetet wird. Viele Leute bleiben nach dem GoDi noch sitzen und beten. Andere sitzen vor dem Eingang und beten. Mitarbeiter stehen in den Gängen und beten und bereiten sich auf den Dienst vor. Während des GoDis gibt es immer zwei spezielle Gebetszeiten, in denen für bestimmte Themen gebetet wird: z.B. persönliche Buße, Erweckung im Nahen Osten, Erweckung in Korea, die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen etc. Aber es wird „koreanisch“ gebetet. Das heißt, alle beten laut und gleichzeitig – sehr kraftvoll und leidenschaftlich! Sehr beeindruckend und ergreifend zu sehen. GEBET – vielleicht ein Grund für die Erweckung in Korea? – Defintiv DER Grund!!!“

Ich durfte vor ein paar Wochen Christen aus Knoxville, USA, kennenlernen. Ein Gebetsteam, das speziell für Deutschland betet.
Ihre Gemeinde, die Two Rivers Church, entstand im Jahr 1997 durch Gebet. Im Jahr 1998 kamen ca. 140 Menschen zusammen, die diese Gemeinde aufbauen wollten. Im Jahr 2010 besteht die Gemeinde mittlerweile aus ca. 1600 Gottesdienstteilnehmern.
Sie haben diverse Gebetsgruppen. Sie beten vor, während und nach den Gottesdienstfeiern mit bestimmten Teams. Die Gemeinde lebt durch Gebet. Deshalb senden sie nicht einfach Geld nach Deutschland, sondern Beter.

Anbei noch ein Bericht von Dr. Kurt Koch über seine Erfahrungen mit koreanischen Betern: hier.

Möglicherweise sollten wir es riskieren und alles daran setzen, unsere Gemeinden zu betenden Gemeinden zu machen.

Bildquelle:
http://www.sxc.hu/photo/838283 von http://www.sxc.hu/profile/Mart1n – Seite aufgerufen am 13.10.2010

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7 Gedanken zu „Gemeinsames Gebet

  1. Spannend – danke für die inspirierenden Anstöße!!! Aber wie macht man Menschen zu begeisterten Betern? Allzu oft erschöpft sich das Gebet im Abarbeiten von Anliegen… ohne ein sehnsüchtiges und entflammtes Herz ist es schwierig… Gebet ist Mangel in Deutschland, aber wie ändern? Wir machen mit 24/7 gute Erfahrungen, aber es wäre so schön, Gebet als Hintergrundrauschen in der Gemeinde zu finden. Tipps? Nicht nur Dirk – alle?

    • Zunächst keine Ahnung.
      Auch, wenn es sich merkwürdig anhört, aber ich könnte mir vorstellen, das zu machen:
      1. Beten für weitere Beter! Möge Gott Fürbitter berufen und sie in mein Gesichtsfeld stellen.
      2. Betend überlegen, wer aus der Gemeinde/dem Umfeld als persönlicher Fürbitter in Betracht kommen könnte. Ein Fürbitter-Team auf die Beine stellen, die speziell für mich/die Leitung beten. Täglich. Zunächst für drei Monate mit jeweiliger Verlängerung oder Beendigung. Hier sollten wöchentlich Infos fließen.
      3. Über Gebet predigen und es vorleben. Es gibt krass viele Situationen, in denen wir mit anderen und für andere beten können.
      4. Ein Gebetsteam etablieren, das während der Godis betet.
      5. Ein Gebetsteam für die persönliche Fürbitte nach den Godis.
      6. Einladen zum gemeinsamen Gebet vor dem Godi.
      7. Organisieren von oder weiterleiten an entsprechende Seminare in der Umgebung.
      8. Den Büchertisch, falls vorhanden, entsprechend bestücken lassen.
      9. Alle weiteren Kanäle nutzen, um Gebet zum Thema zu machen (Gemeindeblatt, Internet…).
      10. Gebetszellen initiieren. Die Leiter ausfindig machen, einsetzen und dann Gruppen zu je 3-5 Leuten bilden, die nach 7-9 Monaten auch wechseln können. Diese Gruppen mit Infos füttern.
      11. Raum schaffen, um den Betern das Feedback zu ermöglichen. Zeugnis-Teil bei Godis und anderen gemeinsamen Treffen.

      So weit erst einmal…

  2. Zu Apostelgeschichte 4,31 passt durchaus :

    „Dreimal im Jahr soll alles bei dir, was männlich ist, vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die er erwählen wird: am Fest der ungesäuerten Brote und am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. (…)“ (5.Mose 16,16).

    „Und als der siebte Monat herankam, dass die Söhne Israel in den Städten wohnten, da versammelte sich das Volk wie ein Mann nach Jerusalem.“ (Esra 3,1).

    „da versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz, der vor dem Wassertor war. Und sie sagten zu Esra, dem Schriftgelehrten, er solle das Buch mit dem Gesetz des Mose herbeibringen, das der HERR dem Volk Israel geboten hatte.“ (Nehemia 8,1).

    „Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion.“ (Psalm 84,8).

    „Jerusalem, die du aufgebaut bist als eine fest in sich geschlossene Stadt,
    wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme Jahs, ein Mahnzeichen für Israel, um den Namen des HERRN zu preisen.“ (Psalm 122,3.4).

    „Schau Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sorgenfreie Wohnstätte, ein Zelt, das nicht wandern wird, dessen Pflöcke man ewig nicht herauszieht und von dessen Stricken keiner je zerreißen wird.“ (Jesaja 33,20).

    „Wie Opferschafe, wie die Schafe von Jerusalem zu seinen Festzeiten, so werden die verödeten Städte voller Menschenherden sein. Und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.“ (Hesekiel 36,38).

    „Und wenn das Volk des Landes zu den Festzeiten vor den HERRN kommt: wer durch das Nordtor hineingeht, um anzubeten, soll durch das Südtor hinausgehen; und wer durch das Südtor hineingeht, soll durch das Nordtor hinausgehen; er soll nicht durch das Tor zurückkehren, durch das er hineingegangen ist, sondern geradeaus soll er hinausgehen.“ (Hesekiel 46,9).

    „Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes.“ (Römer 7,22).

    „Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.“ (2. Korinther 4,16).

    „Er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen;“ (Epheser 3,16).

    „und den neuen [Menschen] angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!“ (Kolosser 3,10).

    „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag, dem alleinigen Gott, unserem Retter durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Gewalt und Macht vor aller Zeit24 und jetzt und in alle Ewigkeiten! Amen.“ (Judas 24.25).

    Gebete sind Festzeiten bei Gott während der Festversammelungen des Gebets im Wohnort Gottes (- dem Zion -) , wenn die Gläubigen e i n s im Heiligen Geist sind (Johannes 17,11) und dem Herrn Jesus anhängen (1. Korinther6,17), auf dass wir e i n Geist und e i n Leib sind (1.Korinther 12,13; Epheser 4,4). „Denn durch ihn haben wir beide durch einen Geist den Zugang zum Vater.“ (Epheser 2,18).

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  3. Zur Frage über das Gebet.
    Wie bekommen wir Menschen zum Gebet? Zuerst mal will ich keine fertige Antwort geben. Ich möchte nur auf einen anderen Ansatzpunkt hinweisen. Ist Gebet die Folge einer intakten Beziehung zu Jesus, oder ist es die Voraussetzung?
    Die theologisch richtige, schön ausgeglichene, Lehrmäßig unangreifbare,aber auch langweilige und kraftlose Antwort währe die, daß es beides ist. Im gewissen Sinn versteh ich diese Antwort auch.
    Aber ich will mal auf diesen Gedankengang die darauf folgende Frage stellen.
    An was müssen wir bei den Gläubigen besonders arbeiten, an Ihrer intakten Beziehung zu Jesus, oder an Ihrem Gebetsleben?

    Wenn unsere Beziehung zu Gott in Ordnung ist, wenn wir uns von Ihm geliebt wissen, wenn wir uns als mitgekreuzig und mitauferstanden mit Jesus sehen, wenn wir gerne in seine Gegenwart gehen. nicht aus einem reiligiösen Pflichtgefühl heraus, sondern weil wir Ihn lieben, dann müßen wir bei den „Geliebten Gottes“ nur sanfte Richtungskorrekturen vornehmen.
    Wenn ein Hirte sich wie ein Sklaventreiber sieht, der seine Schafe immer mit der Peitsche in Bewegung halten muß, könnte es vielleicht daran liegen, daß Gesetzlichkeit im Lager ist.

    [Gal 3,5] Der euch nun den Geist darreicht und Wunderwerke unter euch wirkt, aus Gesetzeswerken oder aus der Kunde des Glaubens?
    [Gal 4,22] Denn es steht geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien;
    [Gal 4,23] aber der von der Magd war nach dem Fleisch geboren, der von der Freien jedoch durch die Verheißung.
    [Gal 4,24] Dies hat einen bildlichen Sinn; denn diese bedeuten zwei Bündnisse: eines vom Berg Sinai, das in die Sklaverei hinein gebiert, das ist Hagar.
    [Gal 4,25] Denn Hagar ist der Berg Sinai in Arabien, entspricht aber dem jetzigen Jerusalem, denn es ist mit seinen Kindern in Sklaverei.

    Bei einem Kind des neuen Bundes ist ein tiefes Verlangen da mit Gott Gemeinschaft zu haben und die Frage des Herzens ist

    Herr lehre uns beten1

    Ich weiß, daß ich das ganze ein bisschen vereinfacht habe, aber ich wollte eine Sache die mir wichtig ist herausstellen.:-)

    Ich möchte euch heute mal segnen mit einem Bibelvers aus dem Hebräerbrief.

    [Hebr 13,20] Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, [Hebr 13,21] vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

    Helmut

  4. Pingback: Christenheit – wohin? (5) und Gebet « berlinjc

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