Zweierlei

1) Mal wieder keine Ahnung, was ich davon zu halten habe:
„Auch ich, liebe Brüder, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten und hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“
(1. Korinther 2, 1ff.)

Heute morgen habe ich diesen Text gelesen und dachte sofort an die Tausenden von Predigten, die diese Woche weltweit in den Arbeitszimmern der Prediger vorbereitet werden (wie auch bei meiner einer). Was mache ich mir Gedanken über die Einleitung, den Schluss, die Bibelstellen, den roten Faden, die Schlagwörter…! Bringe ich womöglich zu viel menschliche Weisheit bzw. Rhetorik hinein? Oder ist dieses brütende Arbeiten schon Wirkstätte des Heiligen Geistes (und damit der Kraft Gottes)?
Wie haben Jesus, Paulus & Co ihre Predigten vorbereitet? Auch im Arbeitszimmer? Geschah das alles „spontan“? Aus dem Stehgreif, gefüttert durch das tägliche Gebet und Bibellesen? Oder hat Paulus auf seinen Wanderschaften über 20-Minuten-Predigten im 3-Punkt-Schema nachgedacht? Und was wirft das für ein Licht auf unsere herkömmlichen Predigten am Sonntag-Vormittag?

2) Zur Zeit schreibe ich eher weniger im Blog.
Grund 1: Es gibt eine Menge anderes zu tun, was prioritär ist.
Anfang des Jahres hatte ich im Gebet den Eindruck, dass unsere „Gemeinde in Gründung“ wie eine Rakete ist, die aber erst zum Jahresende gezündet wird. Tatsächlich geht zur Zeit viel ab, ohne dass es sich um Aktionismus handeln würde: Start eines Alpha-Kurses, einer neuen Kiez-Krabbelgruppe, Verhandlungen über ein Familienrestaurant im Kiez, Start der neuen Jugendgruppe, zwei Taufen, „Gottes Liebe-Aktionen“, eine aufkeimende Gemeindepartnerschaft, Suche nach größeren Räumlichkeiten, meine Bewerbung als „Pastor im Bund der FeG“…
Grund 2: Mehr und mehr taucht in mir der Wunsch auf, mit anderen Christen zusammen „einfach“ nur Jesus Christus zu begegnen. Mal keine Predigt vorbereiten, mal keine langen Fürbitt-Listen vor Gott bringen, mal keinen (geistgeleiteten?) Programmablauf planen… sondern „einfach“ gemeinsam vor Gott treten, still werden oder laut beten, lobsingen oder die Bibel lesen … wie auch immer. Spontan. Mal sehen, was passiert…
Denn es gibt nichts Höheres, als die Gemeinschaft mit Christus und der Gemeinde zu pflegen!

Bildquelle:
http://www.sxc.hu/photo/706719 von http://www.sxc.hu/profile/VinnyPrime – Seite aufgerufen am 11.11.2010

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26 Gedanken zu „Zweierlei

  1. Den Text habe ich auch diese Woche gelesen.
    Es muß ziemlich einfach zugegangen sein bei der Verkündigung des Apostels.
    Das lag meiner Meinung nach an den Menschen der damaligen Zeit die wenig abgelenkt wurden durch Medien etc.
    Heute spricht man schon davon im Marketingbereich das ein Mensch höchsten 10 Minuten einer Sache Aufmerksamkeit schenken kann.
    Natürlich gab es auch bei den Predigten von Paulus Menschen die einschliefen und vom Balkon gefallen sind. Aber dafür gab es keinen Tadel.
    Ich meine Du brauchst für die ganze Gemeindearbeit jemand der Dir zur Seite steht. Am besten ein ganzen Team. Sonst sehe ich die Gefahr des Ausbrennen bei Dir.
    Ich bete weiter für Dich und Deinen Dienst.
    Gottessegen
    Peter

  2. Das kann ich so gut nachvollziehen lieber Dirk, habe das ähnlich erlebt und hoffe auch auf Gemeinschaft mit den bro und sis.

  3. Dein Grund Nr. 2 macht es meiner Meinung nach – allerdings frage Dich nach dem „Wie“, wenn Du schreibst: „Mehr und mehr taucht in mir der Wunsch auf, mit anderen Christen zusammen “einfach” nur Jesus Christus zu begegnen.“

    Wie taucht bei Dir dieser Wunsch auf?
    Wie „schwer“ machts Du es Dir, etwas zusammen zu machen?
    Wie „einfach“ sollte es Deiner Meinung nach sein, wenn es darum geht, Jesus zu begegnen?

    Bist Du es oder es ist etwa nicht doch Jesus Christus, der sich Dir in den Weg stellt?

    Sofern Du mit den obigen Bibelversen 1. Korinther 2,4.5 gemeint haben solltest, so solltest Du hier zumindest auch den Bibelvers in 1. Korinther 2,7 im Blickfeld haben:

    „sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit.“ (1. Korinther 2,7)

    Dein Ach-wäre-es-doch-so-einfach siehst Du nun mit diesem Bibelvers schwinden, denn Du liest hier doch hoffentlich von einem Geheimnis – Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgen ist.

    Lasse das Wort reichlich in Dir wohnen – analog zu reichlich unter euch wohnen in Kolosser 3,16 – damit Du voll Heiligen Geistes wirst im Sinne von Epheser 5,18, um eine Begegnung mit Jesus Christus zu haben.

    Zudem möchtest Du ja Gemeinschaft mit anderen Christen haben – naja, dies lässt sich leicht ändern – mache doch einen (weiteren) Hauskreis auf und lese mit anderen Menschen gemeinsam die Bibel.

    Die Heiligungbewegung war ursprünglich als Bibellesebewegung gedacht – da, nimm und lies, die Bibel und zwar nicht allein und so hast Du auch Gemeinsachft mit dem Heiligen Geist.

    Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! ( 2. Korinther 13,13 ).

    Dein “einfach” ist Sünde, denn „gemeinsam vor Gott treten“ ist unmöglich.

    Bemerke in Römer 8,12.13:

    „So sind wir nun, Brüder, nicht dem Fleisch Schuldner, um nach dem Fleisch zu leben;
    denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“

    und nach Römer 8,17:

    „Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.“

    Dein “einfach” ist Sünde, wenn Du nicht eine „Leidensgemeinschaft“ suchst, sondern eine „Wohlfühlgruppe“.

    „Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat – ich wünschte aber, jetzt bei euch anwesend zu sein und meine Stimme zu wandeln, denn ich bin wegen euch im Zweifel. “ (Galater 4,19.20).

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

    • Hi Olly!

      Danke für Deine gutgemeinten Tipps. Bin schon mitten dabei!

      Es geht weder um ein Wellness-Christsein, noch um ein durchgestyltes Programm.
      Es geht darum, dass wir dem Geist Gottes Raum geben sollen, damit Jesus Christus verherrlicht wird.
      Nicht mehr und nicht weniger.
      Wenn Programme dabei helfen, super.
      Aber oft sehe ich in Programmen mehr Menschliches und nicht immer eine Hilfe zu Jesus Christus hin.

      Es geht – wie Du schreibst – um das Wort Gottes. Es geht um das Wirken Seines Geistes.
      Das kann m.E. vielfältig geschehen. In Liedern, im Bibellesen, im Gebet, im geistlichen Gespräch, im Abendmahl…
      Schön, wenn all das durch den Geist Gottes gelenkt ist und nicht allein durch uns Menschen.
      Jesus soll die Kontrolle haben!

      Ich meine, dass die Gemeinschaft mit Gott und anderen Christen anders aussieht, wenn Jesus regiert und nicht der Pastor oder wer auch immer.

      Der Zweck ist eben nicht die Predigt allein, sondern es geht um Jesus.
      Der Zweck ist nicht das Bibellesen, sondern Jesus.
      Dto. mit vielen anderen frommen Aktionen.

      Vielleicht verstehst Du das „einfach“ nun etwas besser.

      Gott segnet Dich!

  4. Hallo Dirk,

    der Zweck ist das Bibellesen und das Reden !!!

    „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst.“ (5. Mose 6,6.7).

    „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.“ (Josua 1,8).

    Du schreibst nun:

    „Es geht darum, dass wir dem Geist Gottes Raum geben sollen, damit Jesus Christus verherrlicht wird.“

    Hierzu meine Rückfrage:

    Bist Du es oder ist es nicht vielmehr der Geist Gottes, der sich selber Raum schafft und gibt in Dir, damit Jesus verherrlicht wird?

    Verherrlichst Du selbst Jesus Christus oder ist es nicht vielmehr der Heilige Geist?

    „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, nicht im Buchstaben. Sein Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ (Römer 2,28.29).

    Das Lob kommt also von Gott und er nimmt sich sein Lob von dem Gläubigen !!!

    „Sein Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

    • Lieber Olly!

      Die beiden AT-Zitate zum Wort Gottes sind gut (was auch sonst?). Nur: Auch sie sind ja kein Selbstzweck, sondern es geht um die Beziehung zu Gott und den Gehorsam Ihm gegenüber.
      Dazu dient eben das Lesen der Bibel.

      Zu Deinen Fragen „Jesus, Heliger Geist und ich…“:
      Ich gehe davon aus, dass der Heilige Geist der „Scheinwerfer“ auf Jesus Christus ist. Er ist dazu da, um uns in die Wahrheit zu führen und Jesus Christus zu verherrlichen.
      Wir werden aufgefordert, den Geist nicht zu dämpfen und vom Geist erfüllt zu werden.
      Andererseits ist es der Heilige Geist, der uns dazu auch motiviert – eben mit dem letztlichen Ziel, dass auch wir als Christen Jesus Christus verherrlichen.
      Insoweit sehe ich kein Entweder-Oder, sondern ein Gemeinsames.

      Gott segnet uns!

      • Lieber Dirk,

        anbei einige Bibelverse mit einer Frage am Schluss:

        „Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ (Johannes 15,8).

        „Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein – und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein -, und ich bin in ihnen verherrlicht. “ (Johannes 17,9.10).

        „Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.“ (Jesaja 50,4).

        „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum ewigen Leben verordnet waren.“ (Apostelgeschichte 13,48).

        „Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. “ (Römer 8,30).

        „Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ (Epheser 5,25-27).

        „Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung aber gebe euch, gleichgesinnt zu sein untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht.“ (Römer 15,5.6).

        „Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. “ (1. Petrus 4,11).

        „Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig erachte der Berufung und dass er alles Wohlgefallen an der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft vollende, damit der Name unseres Herrn Jesus in euch verherrlicht werde und ihr in ihm nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus.“ (2. Thessalonicher 1,11.12).

        „Übrigens, Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und verherrlicht werde wie auch bei euch, und dass wir gerettet werden von den schlechten und bösen Menschen! Denn die Treue ist nicht aller Menschen Sache.“ (2. Thessalonicher 3,1.2).

        Wer verherrlicht wen? Gott sich selbst oder die Menschen Gott ?

        Gnade und Frieden
        in Jesus

        Oliver

  5. Hi Dirk !

    Es geht natürlich immer um Jesus, aber nie um einem selbst, aber verstehen wir das auch immer so (bei unserer Geschäftigkeit)?

    Zu dem bisherigen Text von mir möchte ich weiterhin noch einfließen lassen:

    „Nicht weicht das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis dass der Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.“ (1. Mose 49,10).

    Jedes Bibelstudium und auch jedes fromme Gehabe endet in dem einen Satz, dass es Jesus ist, dem der Gehorsam der Menschen gehört, denn es steht geschrieben: „dem gehört der Gehorsam der Völker“.

    Was ist allerdings Gehorsam? Tja und hier scheiden sich die Geister !

    „Neigt euer Ohr und kommt zu mir! Hört, und eure Seele wird leben! Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen, getreu den unverbrüchlichen Gnadenerweisen an David.“ (Jesaja 55,3).

    Falls der Mensch überhaupt es aus sich heraus für seinen Glauben machen kann, dann ist es nur das Bibellesen, indem man seine Ohren ( im Herzen ! ) neigt.

    Wie geht das ?

    Lesen, lesen – nachdenken, nachdenken – reden, reden — über das Wort Gottes !!!

    Es geht bei der Gemeinschaft mit Gott um den Weg des Friedens !!!

    Diesen Weg zu finden ist der Menschen alleinige Aufgabe (Prediger1,13;3,10).

    Aber – wer findet nur diesen Weg?

    Bedenke ! Der Weg ist schmal, d.h. dieser Weg wird Dich bedrängen !

    „Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“ (Matthäus 7,14).

    Finde diesen Weg ? Welchen Weg ? Den Weg des Friedens !

    „Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, die Ehre der Könige aber, eine Sache zu erforschen.“ (Sprüche 25,2).

    Sei ein König im Namen des Herrn und dann erst ein Priester

    „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat;“ (1. Petrus 2,9).

    „Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und die des Herrn, indem ihr das Wort in viel Bedrängnis mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen habt,“ (1. Thessalonicher 1,6).

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  6. Hi Olly!

    Die Bibelverse, die Du angegeben hast, zeigen zum Teil passend zum Post-Titel zweierlei auf:
    – Gott initiiert und bewirkt
    – wir verherrlichen Ihn.

    Das ist das Geheimnis bei Gott, was u.a. auch beim Gebet besonders hervor tritt:
    Gott tut das Wesentliche – aber wir sollen aktiv beteiligt sein!

    Dto. bei der Verherrlichung:
    Er tut alles dafür, dass Er verherrlicht wird.
    Aber wir sind aufgerufen, uns in die Verherrlichung „einzuklinken“.

    Wir sind eben keine Marionetten, sondern als Ebenbild Gottes gedacht.

    Gott segnet!

    • Hi Dirk,

      Du schreibst: „Wir sind eben keine Marionetten“ Dies würde ich bezweifeln.
      Des Weiteren schreibst Du: Wir sind “ als Ebenbild Gottes gedacht“. Stimmt, aber was bedeutet dies? Gott bestimmt meines Erachtens alleine, was er als Ebenbild Gottes hält und nicht der Mensch. In diesem Komplex ersehe ich – anders als Du – dass der Mensch keinen freien Willen hat, was Gott angeht. Der Mensch ist nur Ebenbild Gottes, wenn das Göttliche in dem Menschen wohnt, d.h. der Heilige Geist, denn nur das Göttliche in uns macht es, dass wir Ebenbild Gottes sind.

      Gott initiiert und bewirkt und verherrlicht sich selber – also ein dreierlei !!!
      Gott tut alles und der Mensch wirkt passiv mit.

      Gnade und Frieden
      in Jesus

      Oliver

      • Hi Olly!

        Fürwahr – das sehe ich anders als Du!

        Aber vielleicht meinst Du letztlich das Gleiche, wenn Du schreibst „… der Mensch wirkt passiv mit…“, wobei das Mitwirken dann für mich durchaus einen aktiven Klang hat.

        Gott segnet uns!

      • „Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.“ (1. Korinther 15,49).

      • Hi Dirk,

        vielleicht habe ich mich da etwas missverständlich ausgedrückt, als ich geschrieben habe: „Gott tut alles und der Mensch wirkt passiv mit.“

        In diesem Zusammenhang meinte ich, dass der Mensch gar nichts tut, obwohl ich weiter oben Prediger 1,13; 3,10 zitiert habe. Wenn der Mensch wirkt, dann spricht Gott zu mir bzw. durch mich (vgl. 2. Samuel 23,2-4)

        Gott durch uns:

        „So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Korinther 5,20).

        Gute Nacht und Gottes Segen !

        Gnade und Frieden
        in Jesus

        Oliver

  7. Gute Nacht, Olly! 🙂

    Okay, dann vertrittst Du tatsächlich eine gänzlich andere Auffassung von Gott und Seinem Wirken hinsichtlich der „Teilnahme“ des Menschen als ich.

    Nun denn, unterschiedliche Erkenntnisse soll’s ja geben!
    Spätestens in Seiner absoluten Gegenwart werden wir die Wahrheit völlig erkennen.

    Gott segnet Dich!

    • Hallo Dirk,

      entgegen Deines Anspruches einer menschlichen „Teilnahme“ begnüge ich mich mit der gegebenen Möglichkeit an der göttlichen „Teihabe“ durch Jesus Christus in Bezug auf das „mit“ im folgenden Bibelvers, welches ich hier hervorgehoben habe:

      „Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und M i t – erben Christi, wenn wir wirklich m i t – leiden, damit wir auch m i t – verherrlicht werden.“ (Römer 8,17).

      Ich bin es nicht, der handelt, sondern Jesus allein !!!

      Gnade und Frieden
      in Jesus

      Oliver

  8. hallo berlinjc.
    Gute Gedanken.

    Du schreibst:
    Wie haben Jesus, Paulus & Co ihre Predigten vorbereitet? Auch im Arbeitszimmer? Geschah das alles “spontan”? Aus dem Stehgreif, gefüttert durch das tägliche Gebet und Bibellesen? Oder hat Paulus auf seinen Wanderschaften über 20-Minuten-Predigten im 3-Punkt-Schema nachgedacht? Und was wirft das für ein Licht auf unsere herkömmlichen Predigten am Sonntag-Vormittag?

    Aus dem Stegreif gefüttert dur tägliches Gebet, auf Gott hören, studium der Schrift, nachsinnen über die Schrift, Gott gehorchen wo er uns was sagt, Einzellnen Bibelferse zu vertonen und singen,

    Ob er über 20 Mintenpredigten nachgedacht hat weiß ich nicht, aber ich denke daß ein paarwöchiges experimentelles Fasten dieses Stieles nicht schaden würde.
    Wobei ich es gut finde jungen Christen zu helfen selber zu einem klaren 3.Punktedenken zu kommen um selber zu wissen was man glaubt. Ich hoffe es ist nicht zu verwirrend 🙂

    Helmut

  9. Hat Paulus seine Predigten vorbereitet? Meine (wahrscheinlich durch nichts belegbare) Behauptung: nein. Wie sonst ist zu erklären, dass er so lange predigte (oder war es eher eine Diskussion), dass abends die Leute aus dem Fenster fielen? Seine Predigt über den unbekannten Gott, initiiert vom entsprechenden Altar in Griechenland, wirkt recht spontan: er erkannte, was die Leute „brauchten“, und predigte darüber.
    Die Pfingstpredigt des Petrus: spontan, unvorbereitet, vom heiligen Geist geleitet.

    Notwendig:
    a) hinreichend Kenntnisse vom Wort, um es an sich selbst widerspruchsfrei auslegen zu können
    b) erkennen, „was dran ist“, was die Zuhörerschaft für ein Wort benötigt
    c) und sicherlich noch einiges mehr (z.B. Erfahrungen darin, wie ich das Wort im praktischen Leben umsetzen kann) …
    d) Raum lassen für den Heiligen Geist
    e) die Gabe dafür

    b) ist m.E. auch eine Gabe, entweder spontan aus der Situation, oder der Anmoderation im GoDi etc. das Eichtige zu entnehmen. Hier sehe ich aber auch insbesondere die Gemeindeältesten in der (Mit-)Verantwortung, durch geeignete Predigtreihen dem Verkündiger im Vorfeld eine Hilfestellung zu geben. Dann kann auch noch das Feedback der Hauskreisleiter oder etwaiger Kursleiter einfließen.
    a) Ich als Nichtprofi benötige meine Zeit für die Vorbereitung eines Hauskreisabends, bzw. zu den Zeiten, in denen ich auch noch Verkündigungsdienst hatte, entsprechende Vorbereitungszeit. Ich hatte weder das „Glück“, eine theologische Ausbildung zu erhalten noch kann ich ganze Passagen der Bibel auswendig. Ein paar gute Bibelkommentare, der Computer und anderes Material helfen in der „wissenstechnischen“ Vorbereitung des Dienstes. Allerdings habe ich jedesmal das Gefühl, von dieser „Vorbereitungsarbeit“ erheblich zu profitieren, mehr zu lernen, als reguläres Bibel- und Kommentarlesen es ermöglicht.
    d) und trotz aller guter Planungen, Skizzen, Notizen, (bei der Vorbereitungsarbeit spüre ich oft, dass ich _meinen_ Plan verlasse, weil sich auf einmal tolle Aspekte auftun): kein Dienst verläuft bei mir so, wie er vorbereitet war. Auf einmal ist es da, mitten im Vortrag oder der Verkündigung, eine Eingebung, eine Wendung zu machen. Manchmal ist auch keine bewußte Eingebung da, aber die Wendung kommt trotzdem. Und 5 Minuten später suche ich dann die Stelle, wo ich mein Manuskript verlassen habe, und stelle dann fest: beiseite legen, in freier Rede weitermachen 🙂

    Den Paulus kann ich gut verstehen. Auf der einen Seite will man mit einer guten Verkündigung Gott Ehre machen, will evangelistisch und begeisternd verkündigen, man hat also allen Grund, vor Gott und den Menschen Lampenfieber zu haben. Auf der anderen Seite weiß man: es liegt nicht in der eigenen Hand und im eigenen Können.

  10. Naja, auch Paulus hat nicht immer den Nerv seiner Zuhörer getroffen und ist ab und an ziemlich abgeschmiert. Ich mein, Paulus‘ Rede vor dem Areopag …. wo war die ein Erfolg?
    Die meisten Leute haben ihn ausgelacht. Tausende von Leuten in der Stadt, die versessen waren Neuigkeiten zu hören und nur eine handvoll Leute schlossen sich ihm an. He bombed miserably… wennse mich fragst.
    Also entspann dich.

  11. Das werte ich ganz anders – er traf auf eine Menge Leute, die Neugierig auf alles waren, und mehrere Leute schlossen sich ihm an.
    Sieh Dir die heute die Zahlen an, die bei einer Zelt-Missionierung, Pro-Christ o.ä. zustande kommen. Und da erscheinen die Leute positiv voreingenommen zur Veranstaltung, sind also schon mal ganz anders vordisponíert.

  12. Äh ja, es geht ja auch nicht darum, so viele wie möglich mitzunehmen, sondern darum, die Wahrheit des Evangeliums zu verkündigen und zu sehen, was Gott dann daraus macht. Oder seh ich das falsch?? Wenn es mir das Wichtigste wird, die Bude zu füllen (was an sich ja nicht man schlecht ist…), dann ist immer die Gefahr und die Versuchung da, inhaltliche Kompromisse einzugehen. Wenn ich aber das Evangelium weitergebe, dann muss ich damit rechnen, dass das dem einen oder anderen (oder eventuell vielen) am Allerwertesten vorbei geht.
    Natürlich ist es auch manchmal die Art der Verkündigung, die abstoßend sein kann. Aber das ist dann noch mal ein anderes Thema…

  13. Oh, Zeltmissionen oder ProChrist… also mal ganz ehrlich außerhalb des frommen Ghettos werden solche Veranstaltungen so gut wie nicht wahrgenommen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da immer nur dem Chor gepredigt wird. Ich mein, ich hör seit Jahrzehnten wie viel Zulauf solche Veranstaltungen und wie viele Leute sich da bekehren und…, aber ganz ehrlich, ich kenn nur Leute aus freikirchlichem Umfeld, die zu solchen Veranstaltungen gehen.
    Ich habe nie verstanden, warum man solche Veranstaltungen macht bzw. warum man sie für missionarisch hält. Neben der Tatsache, dass ich massive Probleme mit der Form habe, weil Gottesdienst einfach was anderes ist – wenigstens in meinem Universum. Gerade bei ProChrist schmückt man sich gerne mit Superlativen, von wegen größter Gottesdienst Europas… aber werden da nicht nur Leute mobilisiert, die eh schon irgendwie mit einer Gemeinde verbandelt sind? Ich mein, dass ist sowas wie die Ansprache des Papstes beim Angelus zu Hochfesten bei uns. Sie wird in jedes Land dieser Erde übertragen, die Leute wissen, dass es irgendwie wichtig ist, man hört sich das brav an, ist anschließend glücklich, weil der Herr uns seit langem mit Idioten auf dem Stuhl Petri verschont oder kantschig, weil der Papst immernoch katholisch ist… und das war’s. Wobei selbst diese Veranstaltung wahrscheinlich noch mehr Aussenwirkung hat, denn sollte der Tuppes am Balkon erwähnen, dass er Rosenkohl nicht mag, hast Du am nächsten Tag weltweit Schlagzeilen wie: Papst verurteilt Rosenkohl – Internationaler Kohlbauernverband fordert Konzil.
    Anyway.
    Ich finde es interessant, dass Freikirchler Paulus immer für einen antiken Billy Graham Verschnitt halten, der die Massen im Sturm erobert. Ich sehe eher das Modell eines Priesters und jemanden, der gerlernt hat es auszuhalten angreifbar zu sein, denn überall wo er hin gegangen ist, trug er ja nicht nur die Straße von Damaskus mit sich, sondern auch Jerusalem und das stelle ich mir extrem schwierig vor.

  14. @curioustraveller: Sehe ich genau so

    @bee: Wir sind uns aber schon darin einig, dass der (katholische) Gottesdienst in Deinem Universum vom Schott-Meßbuch bestimmt wird und nicht vom Heiligen Geist? Die einzigen Freiheitsgrade gibt es in den (zumeist) vorformulierten Fürbitten und in einer Predigt, zu der sich sonntäglich zwischen 2-10% der Kirchenzugehörigen einfinden.
    Ich habe in meiner Laufbahn als nebenamtlicher Organist (davon ca. 25 Jahre katholisch) bisher nur einen katholischen Pfarrer kennengelernt, der es als seine Berufung empfindet, Menschen zu Jesus zu führen (auf gut deutsch: katholisch sein reicht ihm nicht, denn man kann ja auch ein guter Katholik sein, ohne Christ zu sein), und seine Predigten bibeltreu und auf die Zuhörer und deren Situation hin hält. Der hat sogar Zulauf zu seinen Bibelstunden – und läßt die bis auf das letzte Komma vorformulierten Schottbücher zumindest dann teilweise weg, wenn es besser zum Gottesdienst und Verkündigung paßt.

    Paulus war kein Billy Graham und wird auch von keinem Freikirchler (soweit ich sie kenne) mit diesem verglichen – seinen Werdegang kann man ja gut in der Apostelgeschichte und den Briefen ablesen. Er war Missionar, Lehrer, Verkündiger, Seelsorger, Theologe, von Gott berufener Ältester, der – im Gegensatz zu den heutigen Amtskirchen – auch das Thema Gemeindezucht nicht scheute, Zeltmacher, … . Von „Massen im Sturm erobern“ war nie die Rede, der Erfolg bei den Griechen war trotzdem da (und nach heutigen Maßstäben überwältigend), und wiederum an anderen Stätten wie z.B. Ephesus war es nach 3 Monaten notwendig, dass er sich mit der Gemeinde von der Synagoge absonderte, weil nur ein Teil der Synagoge sich bekehrte. Von anderen Dingen wie Mordversuche an ihn usw. mal abgesehen …
    Und (wie bei ProChrist und anderen Veranstaltungen) traf er überwiegend auf eine Zuhörerschaft, die vordisponiert war, er ging üblicherweise zuerst in die Synagogen (bis auf die eine Geschichte bei den Griechen) oder ließ sich vom Heiligen Geist zu den Menschen führen, die von Gott vorbereitet waren.

  15. Also ich kenne auch eine Menge Leute, die es schaffen Jahrzente lang in der Kirche „aktives“ Mitglied zu sein, ohne auch nur ansatzweise verstanden zu haben worum es überhaupt geht und die keine Ahnung haben, was in der Messe passiert, allerdings halte ich das für eine große und schwierige Kunst.
    Ich weiß auch nicht, wie deine Begegungen mit Priestern ausgefallen sind. Ich kann mich da nicht beklagen. Ich hab letzte Woche erst wieder eine Menge junger sehr engagierte Priester getroffen, die eigentlich nur ein Thema hatten: Evangelisation. So… also ich weiß auch nie in welche Gemeinden Leute gehen, die leere Kirchen vorfinden. Ich bin in den letzten 20 Jahren 5 mal umgezogen und ich erwisch scheinbar immer Gemeinden die der Knaller schlecht hin sind.
    Allerdings bin ich ziemlich müde immer wieder von der angeblich bösen Amtskirche und den armen Laien zu hören. Diese ganze Wir sind Kirche Truppe mit ihrem selbstgebastelten Geist des 2. Vaticanums geht mit so auf den Senkel, das kann ich garnicht beschreiben.
    Auch dieses unterschwellige,“ naja, bibeltreu seit ihr ja nicht“- Geschmarre von Protestanten geht mir ganz gefährlich auf den Drops. Wer Anhänger einer Buchreligion sein möchte, wende sich doch bitte an den Islam. Der ist in der Tat eine Buchreligion. Und ich kann Dir garnicht sagen wie wichtig ich es finde, dass der Papst erst neulich gesagt hat, dass wir keine Buchreligion sind sondern die Religion des Wortes Gottes.
    Wo wir auch schon beim Geist und der Messe sind. Neben dem Verbum caro factum est, glaube ich – ganz bibeltreu auf John 6 bezogen: Verbum panis factum est! Das eine wie das andere wäre ohne den Heiligen Geist unmöglich. Ich denke, wer begriffen hat das genau das in der Messe passiert, der kann getrost auf kontemporären Selbstverwirklichungs- und Selbstausdrucks-Arien der Gemeinde verzichten… dem ist dann sogar bis zu einem gewissen Grad die Predigt wurscht. Von daher bin ich eher ein Freund von Say the Black and Do the Red.

  16. ohne die Zeit zu haben, alle vorigen Kommentare zu lesen möchte ich auf die Frage der Predigtvorbereitung von Paulus & Co eingehen:

    Ihre Predigten wurden im alltäglichen Leben vorbereitet. Sie haben das gepredigt, was sie selber erlebt haben. ich finde keine einzige 3-Punkte Predigt von Paulus oder Petrus im NT und sie halten sich auch nicht an die gängigen Exegeseregeln…

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  18. Am besten ´´gelingt´´ es mir sobald ich inniglich in der Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist bleib und das will geübt sein! IHN wo auch immr ich bin zu hören, zu sagen was er sagen will, zu tun was er getan haben will. Das ist so spannend, weil es Menschen anspricht. Ich darf dabei sein ER durch mich
    Meine Erfahrung ist, dass es während meiner Predigten, Hauskreisleitung Moderation…. oder im persönlichen Gespräch Menschen anspricht, weil nicht ich rede, sondern der Herr selbst: wer euch hört der hört mich. Wie entspannend. Ich bin sein Gefäß und wo auch immer ich bin wird ER selbst der Wirkende, Handelnde, Redende sein. Das wünschen wir uns doch Alle da sind wir uns doch einig.
    Menschen finden dadurch zu Jesus oder werden auf dem Weg ermutigt, inspiriert. Da lohnt sich das Einüben in der Gegenwart des Heiligen Geistes zu bleiben und das ,,Fleisch´´ jeden Tag sterben zu sehen. Menschen weinen und kehren um oder freuen sich oder gehen angepiekst weg und denken nach (so ging es mir zu Anfang) weil der Heilige Geist die Meschen da abholt wo sie sich gerade befinden. Unser HERR ist so klasse was ER da alles vorbereitet hat. Ich bin so dankbar für dieses neue Leben seit 1990. Und durch mein Leben mit IHM kann ich zeugnishaft seine Liebe rüber bringen.
    PRAISE TO YOU MY BELOVED LORD JESUS. Andrea

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