Weihnachten 1

„Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist.“
(Matthäus 1,18)

Josef:
So ein Pech!
Gerade verlobt -und schon kommt der Verdacht auf, dass die Holde fremd gegangen ist. Seine Zukunft hatte sich Josef sicher anders vorgestellt.

Aber selbst das Fremdgehen hatte er sich bestimmt anders vorgestellt.
Dass da irgendwo ein besser Aussehender, ein Reicherer oder ein Charmanterer der Maria den Hof gemacht hatte und Maria schwach geworden war und eben dann das Unvermeidliche geschehen war, wenn Same und Eizelle zueinander finden.
Das wäre ja noch nachvollziehbar gewesen.

Aber der Heilige … wer?
Ein Geist?

Erzähl‘ das dem Schrank!
Willst Du mich verarschen, Puppe?

Maria:
Maria hatte sich das sicher auch anders vorgestellt.
Nun gut – aufklärerische Schriften kannte sie nicht.
Es war schon etwas Geheimnisvolles, was da zwischen Mann und Frau geschah. Man ahnte was, aber im Endeffekt war der Schleier des Unbekannten über die Vereinigung von Mann und Frau gelegt.
Vor allem mag es Maria gewundert haben, dass für eine Schwangerschaft mitunter die Botschaft eines Engels vorbereitend sein kann:
„Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten;…“ hatte der Engel gesagt (Lk 1,35).
Unfassbar – aber wenn Gott meint…

Würden die anderen sie für verrückt erklären?
Würde Josef ihr glauben?
Gut, dass Elisabeth, ihre Verwandte, vor kurzem selbst auf wundersame Weise das Eingreifen Gottes erlebt hatte (Lukas 1). Die würde der Maria glauben.

Gott:
Gott handelt souverän.
Wieso Maria? Wieso Josef? Wieso dieses Paar und nicht ein anderes?
Wir wissen es nicht.
Weder Maria noch Josef schienen Gott um diesen Wunder-Eingriff gebeten zu haben. Auf so etwas kommt kein normal denkender Mensch.
Gott hat souverän gehandelt und auserwählt.
Zumindest die wesentlichen Punkte in der Heilsgeschichte lenkt Er auch ohne unsere Einwilligung.

Gott scheint das „Merkwürdige“ zu lieben.
Eine Jungfrauengeburt. Josef und Maria an die Grenze des Beziehungsbruchs bringen. Maria dem Verdacht aussetzen, sie hätte betrogen. Eine Schwangerschaft in der Verlobungszeit und nicht erst mit der Hochzeit. Nicht als Herrscher erscheinend, sondern als Baby einer normal sterblichen Frau. Nicht im Zeitalter der Massenmedien, sondern in einem Winzig-Land, in einem Winzig-Kaff, in einer Winzig-Familie.
Gott pfeift auf unser Image-Denken.
Er zeigt sich gerne dort, wo es kaum einer erwartet hätte.

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Ein Gedanke zu „Weihnachten 1

  1. Pingback: Weihnachtserkenntnisse « berlinjc

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