Warum manche nicht in das Himmelreich kommen

„Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid rein gewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“
(1. Kor 6,9-11)

1) Diese Verse haben zuerst nichts damit zu tun, ob ein Christ verloren gehen kann oder nicht.
Immer wieder habe ich gehört, dass diese Verse herangezogen werden, um das sündige Verhalten von Christen zu maßregeln. „Pass auf, dass Du nicht weiter sündigst – sonst kommst Du nicht in das Reich Gottes!“
Mit diesem „Reich“ ist dann in der Regel die Errettung gemeint.
M.E. ist diese Auslegung völliger Käse.

2) Paulus schreibt ausdrücklich davon:
„Aber ihr seid rein gewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“
Und das schreibt er einer Gemeinde, die dafür bekannt war, zwar alle möglichen Geistesgaben zu praktizieren, die aber ansonsten ein liebloser und chaotischer Haufen gewesen waren. Auf diese Gemeinde würde mancher heutige Gemeindeverband gerne verzichten. Für Paulus aber sind diese Christen Geheiligte und Gerechtfertigte.
Sie waren Leute, die fern vom Reich Gottes gewesen waren. Jetzt aber gehören sie zu diesem Reich – trotz ihrer Sünden.
Es geht gar nicht darum, ob ein Christ das ewige Leben mit Gott verlieren kann. Es geht darum, dass hier Menschen sind, die schon im Reich Gottes sind und eben deshalb lernen sollen, anders zu leben als vorher.

3) Stattdessen kommen solche Leute nicht zum Reich Gottes:
„Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber…“
Wahrscheinlich könnte man die Liste fortsetzen.
Es geht um Menschen, die noch nicht das neue Leben durch Jesus Christus bekommen haben. Dieses neue Leben bekommt man nur durch einen Prozess, der wie eine Geburt ist (Joh 3,1 ff.).
Ihr Lebensstil ist fern von Gott. Das äußert sich dann in Verhaltensweisen wie Unzucht, Ehebruch, Lästerung, Geiz usw. Und zwar nicht als gelegentliche Panne, sondern als Dauerzustand, aus dem viele nicht alleine rauskommen und oft auch nicht rauswollen!
So gibt es zwei Hindernisse für solche Menschen, um in das Reich Gottes zu kommen:
a) Die Sünde.
b) Die fehlende „Geburt“ iSv. Joh 3,1 ff.

4) Wie aber kommt man in das Reich Gottes?
„…durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“
Das Reich Gottes lässt sich nicht erarbeiten. Es lässt sich nur kindhaft empfangen (Lk 18,16 f.).
D.h.:
Der Heilige Geist muss den Einzelnen davon überzeugen, dass dieser fern von Gott lebt und dass das eigentliche Leben in der Verbindung zu Jesus Christus besteht (Joh 16,8 ff.). Wie kommt der Heilige Geist dazu?
M.E. indem wir Gott um dieses Werk bitten und Sein Wort weitergeben (Kol 4,3).

Wenn Gott dann sozusagen an das Herz anklopft und man dieses Ziehen zu Jesus Christus hin erfährt, dann geht es um die Frage:
„Will ich diesem Gott öffnen?“
Wer das nicht tut, bleibt in der Gottesferne.
Wer diesem Gott aber „öffnet“, der kommt in das Reich Gottes.

Die Geburt des neuen Lebens geschieht.
Von nun an gehört man zu den Geheiligten und Gerechtfertigten. Eben zu denen, denen völlig vergeben ist, die Frieden mit Gott haben und trotzdem immer wieder mal sündigen können.
Nur: Wer diese „Neu-Geburt“ erlebt hat, will nicht mehr sündigen.
Ein Christ fängt an, unter der Sünde zu leiden.
Und das motiviert ihn, mehr mit Jesus Christus zu leben.

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3 Gedanken zu „Warum manche nicht in das Himmelreich kommen

  1. Sicher vergibt Gott den Ehebruch, so wie jede andere Sünde auch, wenn ein Mensch wiedergeboren wird, also zu Jesus kommt. – Aber muss dieser Mensch dann nicht zu seinem Ehepartner zurückkehren? Sonst würde er oder sie ja weiterhin im Ehebruch leben. Vergebung ja, aber irgendwann gibt Jesus einem dann doch die Kraft, nicht bewusst und willentlich immer weiter in der Sünde zu verharren? – Ist es denn nicht das Gleiche wie z.B. beim Diebstahl: Gott vergibt zwar, aber dann muss man auch irgendwann umkehren und das Diebesgut wieder zurückbringen?
    Bei einer Entjungferung (Blutbund Christi, Einfleischwerdung) wird die Ehe einmalig geschlossen. Dieser Prozess ist niemals mehr auslöschbar oder mit einem neuen Partner wiederholbar. – Paulus sagt allerdings, dass man (wohl in extremen Härtefällen) sich trennen darf, aber hernach allein bleiben muss. „Wäre sie aber schon geschieden, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Manne.“ (1. Kor. 7,11).
    Ich selbst bin als Frau in dieser Situation – ich war zwar nie offiziell verheiratet, bin aber keine Jungfrau mehr – und glaube, dass Gott in dieser Angelegenheit mehrfach auch persönlich zu mir gesprochen hat und meine Sichtweise bestätigt hat. Ich habe Frieden darüber und es geht mir gut – besser als meinen christlichen Freundinnen, die wie ich auch erst in ihren späten Zwanzigern, oder Dreißigern zu Jesus kamen, ebenfalls keine Jungfrauen mehr waren und dennoch dann als Christinnen noch geheiratet haben. Auf sämtlichen Ehen ruhte kein Segen, sie sind alle schon wieder geschieden oder sehr unglücklich geworden.

    • Hallo Schwester,
      jede Sünde wird dem Menschen vergeben,(ausser Lästerung gegen Heiligen Geist) solange er Reue verspürt. Es gibts so gewisse Geplante und gegen das eigene Gewissen Sünden, um da Vergebung zu bekommen ist ein Kampf im Gebet und Flehen, dass man Reue verspürt. Denn wenn ich liebe Unzucht zu treiben und dann um Vergebung bete, mir aber die Sünde sehr lecker erscheint, wie soll ich es dann bereuen? Bsp: Wenn ich mir mein Lieblingshemd anschaue das mir so gut steht, und ich es am liebsten täglich tragen würde, auch wenn es teuer gewesen war, wie kann ich dann sagen ich bereue es das ich es gekauft habe?

      Auf deine Frage, wegen nochmals heiraten, es kommt drauf an ob der Ehebruch geschehen ist bevor man Gläubig wurde und die Heilige Wassertaufe angenommen hat. Denn wenn ein Partner Ehebruch beganngen hat als ungläubiges Paar, und einer der beiden Bekehre sich, so ists möglich für den bekehrten eine neue Ehe schließung in Christus einzugehen, denn dann bist du eine neue Schöpfung, das alte ist vergangen. Jedoch muss vorher eine „Scheidung nach Menschlicher Weise geschehen“

      • Lieber Bruder, vielen Dank für Deinen Kommentar, den ich mir an besonderer Stelle abspeichern werde. Vielen Dank auch, dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Es war wichtig für mich, daran erinnert zu werden, dass man manchmal um Reue flehen muss…werde es gleich heute beherzigen! –
        Dennoch möchte ich sagen dürfen, dass ich einen Einwand in Bezug auf den zweiten Teil Deiner Antwort habe:
        Am wichtigsten für die Wiedergeburt ist die Geisttaufe. Mit der Geisttaufe entsteht deshalb eine neue Schöpfung, weil dann der Geist Christi und somit das Himmelreich inwendig in diesem Menschen Wohnung genommen haben. Jesus sagt aber über das Himmelreich, dass dort weder geheiratet noch verheiratet wird…also denke ich, dass man das geschenkte neue Leben nicht als Argument dafür gebrauchen darf, wieder zu heiraten? Weil es bereits ein Leben des Himmels und nicht der Erde ist?

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