„Problemjugendliche“ sind

oft ein Produkt ihrer Eltern. Vielleicht müsste man dann auch von „Problemeltern“ sprechen (die wiederum selbst solche Eltern hatten, womit wir dann irgendwann bei Adam und Eva landen).

Bei der gestrigen Stadtteilkonferenz wurde es bei einigen Anwesenden plötzlich lebendiger, als es um die Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen ging. Die Zahl der „schwierigen“ Kinder würde langsam steigen. Einzelne Kinder würden einen reduzierten Stundenplan haben, weil man die Klassen und Lehrer schützen müsse. Manche Jugendliche würden dann auf der Straße abhängen und sich „organisieren“.

Mein Empfinden war das:
Unser System kommt hier nicht weiter.
Wenn sich Kinder und Jugendliche verweigern, weil sie selber die emotionale Verweigerung der Eltern erfahren haben, dann kann sie kein Lehrer, kein Erzieher, kein Mensch bewegen und ändern.

Vielleicht geht es bei der Suche nach Lösungen um ein Sammelsurium von Maßnahmen.
So werden „Camps“ angeboten, auf die ganze Schulklassen fahren. Dort sollen sie mit den „Problemkindern“ reflektieren lernen und eine bessere Art und Weise im Umgang untereinander angehen.
Oder die „Familienräte“: Mit Hilfe von Außenstehenden und mit dem Willen der betroffenen Familie sollen Familien lernen, ihre eigenen Konflikte zu lösen.
Oder…

Viele Sozialpädagogen, Lehrer und Erzieher wollen wirklich was ändern. Sie setzen sich voll ein. Aber bei den „unbeschulbaren“ Kindern stoßen sie oft auf eine Mauer. Und das erschreckt dann, wenn man beobachtet, dass die Zahl dieser Kinder zunimmt.

Leider habe ich bei der Internet-Recherche kaum Zahlenmaterial gefunden. Hier eine Zahl aus dem Jahr 2006, was die Stadt Berlin betrifft.

Was jeder weiß:
Man müsste gleichermaßen mit den Eltern der Kinder arbeiten (s.o.), die meistens nur schnell und willig sind, wenn es darum geht, Anzeigen gegen Lehrer zu stellen.
Ganze Familien bräuchten helfende Begleitung.

Das sind die Fragen:
Kann der Staat das leisten?
Oder nimmt dann der Trend zu, dass unser Staat zum „Big Brother“ wird?
Hat der Staat überhaupt die Antworten und Hilfen, die solche Familien brauchen?

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