Wir müssen nicht belehrt werden!

„Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.“ (1. Johannes 2,27)

Johannes, der Autor des Briefes (Arg.: 1.Joh 1,1 ff (Augenzeuge Jesu) & Stil des Briefes…), geht davon aus, dass die Christen, denen er diesen Brief schreibt, tatsächlich rechtschaffen sind. Sie haben den Geist Christi. Im Gegensatz zu denen, die den antichristlichen Geist haben (1. Joh 2,18 ff.).
Darin besteht dann auch die „Salbung“:
Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, der völlig auf Jesus Christus ausgerichtet ist.

Ziemlich herausfordernd sind dann diese Worte:
„…ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehrt.“

Warum herausfordernd?
– Andere Bibelstellen reden von dem Dienst des Lehrens (z.B. Eph 4,11).
– Indem Johannes seinen Brief schreibt, lehrt er selber.

Was will Johannes dann mit der Unnötigkeit des Lehrens sagen?

Er will das ausdrücken:
Der eigentliche Lehrer ist derjenige, der die Salbung darstellt:
„…sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat…“

Sprich: Da die Salbung die Innewohnung des Heiligen Geistes ist, ist es der Heilige Geist, der die Gläubigen lehrt (Joh 16,13).
Dies kann er direkt von Geist (Gottes) zu Geist (des Menschen) tun. Aber in der Regel wird er dafür wohl den Leib Jesu in Gang setzen (1.Kor 12, 28 ff.). D.h.: Normalerweise bedient sich der Heilige Geist eines Christen, der die Lehre Gottes vermitteln soll.

Ferner:
Die obige Aussage des Johannes muss im Kontext von 1. Joh 2 gesehen werden. Johannes klärt darüber auf, was den Antichristen und seine Gefolgsleute ausmacht. Sie leugnen Jesus als den Christus.
In diesem Fall kann man zu den Christen durchaus sagen:
„Ihr habt es nicht nötig, euch solch einen Blödsinn anzutun! Ihr müsst darüber nicht belehrt werden! Denn ihr seid doch schon gelehrt worden: Jesus ist der Christus!“

Johannes spricht sich also nicht dafür aus, dass wir uns gegenseitig nicht mehr lehren sollten. Sondern er stellt die Lehre in das richtige Licht:
1) Der eigentliche Lehrer ist der Heilige Geist.
2) Seine Lehre als Jesus als den Christus im Zentrum.

Eine solche Lehre wird Frucht bringen (Galater 5,22 f.). Das ist keine tote und langweilige Lehre, sondern eine lebensbringende Lehre.

Bringen unsere Lehren (Predigten, Andachten, alltägliche Rede) dem anderen Christus nahe?
Oder verlieren wir uns zu sehr im Geschwätz, das weder Leben bewirkt noch sonstwie weiterhilft?
Und: Ist es tatsächlich nötig, täglich von Christus zu reden/lehren? Oder wird so etwas zur frommen Zwangsneurose?

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Ein Gedanke zu „Wir müssen nicht belehrt werden!

  1. Sehr guter Beitrag und gute Fragen sind das!!

    Damit das Predigen und Lehren eben kein Geschwätz wird, ist es wichtig, dass wir das (unverfälschte) Wort Gottes reden:

    Joh 3,34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist nicht nach Maß.

    Apg 4,31 Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.

    Apg 15,35 Paulus aber und Barnabas verweilten in Antiochia und lehrten und verkündigten mit noch vielen anderen das Wort des Herrn.

    Apg 18,11 Und er hielt sich ein Jahr und sechs Monate dort auf und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.

    Kol 3,16 Das Wort des Christus wohne reichlich in euch;

    Tit 1:9 anhangend dem zuverlässigen Worte nach der Lehre, auf daß er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen, als auch die Widersprechenden zu überführen.

    Tim 6,3 Wenn jemand anders lehrt und sich nicht zuwendet den gesunden Worten unseres Herrn Jesus Christus und der Lehre, die gemäß der Gottseligkeit ist,

    Hebr 13,7 Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach.

    Es scheint mir so zu sein, dass heute sehr viel die jeweilige Theologie gelehrt wird und die noch besonders schmackhaft serviert werden soll, als dass wir das Wort Gottes reden und hören. Das muss sich wirklich ändern, denn nur das Wort Gottes zeugt Leben:

    Joh 6,63 Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.

    Gruß und Segen

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