Love wins & Impulstage-Linxe

o Die Diskussionen über den Gott der Liebe und die Hölle, u.a. angestoßen von Rob Bell mit dem noch zu erscheinenden Buch „Love wins“, wurden z.T. hier (Schwerpunkt: Gott & Gewalt) oder auch hier geführt. Etwas Hintergrundbeleuchtung dazu gibt diese Rezension zum Buch (via theoblog).

o Die ersten drei Downloads von den Impulstagen für Gemeindegründung 2011, organisiert vom Bund der FeG, sind hier kostenlos erhältlich.

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5 Gedanken zu „Love wins & Impulstage-Linxe

  1. Nun, Bell hat in der Tat hohe Wellen geschlagen und an alle Ecken und Enden schreien die Blogs in USA „Heretic!“ Aber mal ganz ehrlich, woher nehmen die Leute das Recht ihn als Häretiker zu verurteilen? Ich mein, er übt sich ja in einer guten protestantischen Tradition, oder? Er kritisiert die vorherrschende Mehrheitsmeinung. Und an dem Hang zur Exklusivität vieler us-amerikanischer Prediger und „Kirchen“ lässt sich in der Tat einiges kritisieren und er trifft, denke ich, auch ziemlich den Nagel auf den Kopf. Das Lager, derer die ganz selbstverständlich ihre Denomination für die einzig wahre halten und ihre Mitglieder für die einzig Geretteten und wirklichen wiedergeborenen halten, ist unübersehbar. Die Kleinstadtgemeinde als neuzeitliche Arche. Die Auswirkung in Leben der Leute mit Fellowship-Regeln, oft gewaltbefürwortender Kindererziehung, strikter Rollentrennung und sektenartiger Abkapselung von der bösen Welt sind nicht zu übersehen. Das alles wird nur veranstaltet um ja nicht dem Teufel, der hinter jedem Busch hockt, in die Falle zu gehen und ganz sicher bei den Auserwählten zu sein. Sicher mag man in Europa eine Höllen-Neurose eher bei den Mitgliedern spanischer Büßer-Brudeschaften vermuten, kennen gelernt habe ich sie da nicht, allerdings sehr wohl in total erweckten us-amerikanischen Gemeinden. Wie weit das gehen kann, kann man bei http://ayoungmomsmusings.blogspot.com/ nachlesen, deren Blog wohl auch soviel Beachtung findet, weil sie sic quasi in Echtzeit aus genau diesem christlichen Ghetto herausarbeitet und ihre Leser an ihren Zweifeln, Ängsten und Zwängen teilnehmen lässt. Eine Zwanghaftigkeit die Bell, wenn auch in sehr viel abgeschwächterer Form, im Grunde bei der gesamten Kirche attestiert. So falsch liegt er dabei, wenigstens bei seinen Landsleuten nicht. Ich denke, dass bei Mars Hill solche und ähnliche Themen behandelt werden, macht auch den Erfolg dieser als Seeker-Church gelabelten Gemeinschaft aus, auch wenn viele der dort abgehaltenen „Teachings“ nicht gerade eine Ausfluss orthodoxer Frömmigkeit sind. (Also… wenigstens aus meiner Perspektive, was ihr Star-Pastor Marc Driscoll da über Katholiken und Maria erzählt, dass ist so ein Dummfug, das geht garnicht. Der will in einer katholischen Schule gewesen sein? Der kann ja noch nicht mal das Kreuzzeichen richtigrum machen. 😉 ) Bell’s Beobachtungen sind nicht so falsch, sein Entlasstungsversuch finde ich jedoch nicht wirklich sinnvoll. Jedoch kann man sich selbstverständlich mit seiner Fragestellung der Schrift nähern und zu seinem Ergebnis kommen. Allerdings stellt sich die Frage, wer hat eigentlich die Interpretationshoheit? Sind es die Gläubigen, die ja gerade in den letzten Jahrzehnten aus den konservativen Gemeinden ausbrechen? Sind es die Universitäten? Wenn ja welche? Jede große Denomination hat ihre eigenen Unis in USA. Sind es die Pastoren und Prediger? Wenn ja, hat der recht, der die meisten „Schäfchen“ in seiner Gemeinde hat, oder der, der die meisten Bücher verkauft? Mal ganz ketzerisch: Vllt. provoziert er ja nur so einen Aufschrei, weil er das letzte verbliebene gemeinsame Glaubensgut angetastet hat. In allen Bereichen des Glaubens und der Morallehre haben sich inzwischen signifikante Differenzen innerhalb des us-amer. Protestantismus etabliert, nur die Hölle, so scheint mir, da war man sich bisher einig, die gibt es und es sind nich „wir“ die dort landen werden. Dieses letzte Band durchtrennt Mr. Bell gerade.

    • Ich kenne das Buch ja nicht (dto. dasvon Sarrazin). Daher kann ich natürlich wenig dazu schreiben. Aber grundsätzlich finde ich es gut, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen.
      Trennend kann das dann werden, wenn ich an ein Hinterfragen stets die Frage nach der Rechtgläubigkeit knüpfe. Trennend kann es werden, wenn im Kern das Kreuzesgeschehen und die Auferstehung in Frage gestellt werden. Wahrscheinlich gibt es noch andere Gründe.
      Aber wenn es ein aufrichtiges Fragen ist, ohne die Absicht zu haben, die Leute auf einen bestimmten Kurs zu locken, dann finde ich das mitunter hilfreich.

      • Ach, Dirk, der Zug in Sachen Einheit ist doch schon längst abgefahren. Guck Dir einfach die theologischen Fakultäten an und da wird, gerade was die zentralen Punkte des Christentums angeht, ohne jede Scheu die Auferstehung als Märchen behandelt. Einen Sühnetod gibt es oft auch nicht mehr, weil man ja heute das Kreuzopfer niemandem mehr verkaufen kann, oder so ähnlich. Gerade Grundsätze der protestantischen Lehre sind schon längst aufgegeben worden. Die Schrift als Grundlage ist gerade in der hist.-krit. Exegese völlig aufgelöst worden. Ich hatte soeben das außerordentliche Vergnügen Gerd Lüdemanns Artikel in der FAZ zu lesen, der immernoch einen Lehrstuhl in Göttingen hat. Zwar als Sonderlehrstuhl, aber immerhin. Warum man gerade einen prot. Theologieprof zu Benedikts Buch befragt, ist mir schleierhaft, aber nun gut. USA ist da etwas konservativer und gerade die evangelikale Bewegung verstand sich ja lange als Gegenbewegung zur liberalen Theologie, doch ist sie im Grunde ziemlich hilflos gegen eben diese. Genau so wie sie völlig hilflos Sektierer ist wie z.B. Moony. Langsam kriechen auch dort neue Lehren in die Gemeinden oft gut als Lebenshilfe oder wiss. Erkenntnis getarnt, denn was nun rechtgläubig ist und was nicht, darüber wird mit den Füßen abgestimmt. Ein Magisterium hat hier ganz praktische Vorteile.

  2. @bee:
    Ich staune immer wieder, was Du alles weißt. Nicht ironisch gemeint. Was machst Du eigentlich beruflich?
    Aber zur Sache:
    – Was mich schon wundert, ist, dass Rob Bell zur Mars Hill gehört, von der ich durch Marc Driscoll bislang den Eindruck hatte, dass sie eher konservativ-reformatorisch ist.
    – Was „Einheit“ ist, ist eine wichtige Frage. Sicherlich gehört die Einmütigkeit in wesentlichen Lehrfragen dazu (was ist „wesentlich“ muss man dann als nächstes fragen).
    – Wie ich schrieb: Die Einheit wird u.a. dann aufgelöst, wenn ich anfange, den Kreuzestod Jesu und die Bedeutung des Geschehens zu relativieren oder zu negieren. Was Rob Bell zu schreiben scheint, geht ein Stück weit in diese Richtung, weil er anscheinend für einen lieben „Kuschel-Gott“ plädiert, der unmöglich die Sünde (und wohl manchmal den Sünder) hassen kann. Wenn er das so sehen sollte, dann würde er das Kreuzesgeschehen relativieren. Das wäre sehr bedenklich.

  3. Maybe I was mistaken Mars Hill von Driscoll ist wohl eine andere Location.
    Aber beide Prediger stehen in der Kritik wegen der recht breiten Auslegung von in evangelikalen Kreisen fundermentalen Lehren. Driscoll kriegt ständig eins auf die Moppe wegen seiner modernen Auslegung von Familie und Autorität, ab davon, dass er bei den Refomierten sich dadurch unbeliebt macht, dass er Doppelte-Prädestination und Limited Atonment ablehnt, damit ist er als Calvinist bei 2 von 5 Punkten im Dissens. Macht ihn nicht gerade orthodox für die Reformierten. Ich persönlich finde das recht sympathisch, aber ich bin ja auch katholisch.
    Es war übrigens auch die FR und nicht die FAZ also irgendwie nicht so mein Tag für Dinge mit Namensähnlichkeiten.
    Für mich fängt die Auflösung schon viel früher statt, denn Jesus-Only-Gemeinden haben genau kein Problem mit dem Kreuztod, sehr wohl aber eines mit den beiden Naturen Christi und der Dreifaltigkeit. Wie willst Du solche Häresien in die Schranken weisen ohne dich auf die Konzile zu berufen? Oder ist es unwichtig, wer Gott eigentlich ist? Das Problem, gerade in den Staaten ist, dass jede Häresie, die historisch schon mal verurteilt wurde, in ein modernes oder post-modernes Gewand gekleidet wird und erneut dem staunenen Publikum vorgestellt wird. Bell ist ja nicht alleine. Irgendwer hat letztens in Bezug auf das Memo der kath. Theologen gewitzelt, man könne ja mal bei den Potestanten nachschauen, was passiert, wenn das Purpur der Kardinäle gegen den schwarzen Rock des Gelehrten ausgetauscht werde und verdächtigte Luther dieser Änderung der Kleiderordnung. Nun, es war Friedrich Wilhelm III., der allen seinen Beamten incl. Pfarren den Talar verpasste, aber im Grunde stimmt es schon. Wer kontrolliert die Lehrer? Wer legt fest was unveräußerliches Glaubensgut ist? Bell wird sein Buch verkaufen und seine Gemeinderäume füllen, da bin ich mir sicher. Und in 15 Jahren wird seine Sichtweise fest in die evangelikalen Bewegung gehören und niemand wird sich mehr über seine Aussagen aufregen. Wer erinnert sich heute noch daran, dass dort bis in die 70iger Jahre Scheidung oder bis in die 60iger künstliche Geburtenkontrolle ein No-Go waren? Wie hat man sich über Pastoren aufgeregt, die die 2. Chance in der Ehe auch nur als Ausnahme für möglich hielten? Hat man Dir bei deinem Studium noch beigebracht, wie man gegen „die Pille“ auf der Basis der Bibel argumentiert, oder war das da schon so common, dass das überhaupt nicht mehr erwähnt wurde, dass man das mal für eine Sünde hielt?
    Times They Are A-Changin‘ ?
    Ich arbeite übrigens auf dem weiten Feld der Finanzdienstleistungen. Wenn’s um Kohle geht, lernt man Menschen richtig kennen.

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