Katastrophen in Japan eine Strafe Gottes?

Richard Williamson ist der Auffassung, dass es sich beim Leiden in Japan um eine Strafe Gottes handelt. Glenn Beck (Glenn wer?) findet das auch. Um diesem Gott erst gar nicht in die Quere zu kommen, fordern manche Atheisten, Spendengelder auf jeden Fall nicht christlichen Organisationen in die Hände zu geben. Davon würden eh nur Bibeln gekauft.

Letztlich stecken wieder die Fragen dahinter:
Wie kann Gott solches Leid zulassen?
Oder will Er es sogar?

Bei der Überlegung tauchen mindestens drei Aspekte auf:
1) Für die tatsächlich Leidenden sind das sicher nicht die brennendsten Fragen. Für sie geht es um Trost, Kraft, Gesundheit und ganz praktische Hilfe. Ob von christlichen oder rein humanistischen Hilfsorganisationen. Das dürfte den Hilfsempfängern egal sein. Selbst, wenn eine Bibel als Beilage verschenkt wird. Hauptsache, man überlebt. Und vielleicht entdeckt mancher tatsächlich Zuversicht durch die Bibel. Welche Zuversicht geben atheistische Organisationen?

2) Jesus Christus nimmt zum Thema „Gott und Leid“ kaum Stellung.
Zum einen nennt er den Menschen selbst als Urheber des Leidens (u.a. Markus 7,20 ff.). Zum weiteren benutzt Er das aktuelle Leiden als einen Aufruf zur Umkehr zu Gott hin (Lukas 13,1 ff.). Dabei erklärt Er das Leiden nicht und verwehrt sich sogar dagegen, dass die Leidenden größere Sünder seien als andere. Seine Rede klingt eher danach: „Solange Du lebst, nutze Deine Chance und suche Gott! Ändere Dein Leben, damit Du mit Gott leben kannst!“

3) Die Frage nach dem „Warum Gott?“ ist seit Jahrtausenden eine müßige Frage. Um sie wirklich beantworten zu können, müsste man Gott sein. Wir kennen zig Faktoren nicht, kennen zig Abläufe in der Natur nicht, wissen kaum, wie sich die menschliche Art und Weise auf Naturgeschehen auswirkt. Daher halte ich es für vermessen, das Leiden in Japan Gott in die Schuhe zu schieben – ob in Seiner Funktion als strafender Gott oder ohnmächtiger Gott oder gleichgültiger Gott oder als…
Klar ist nur das (aus der Distanz und tendentiell abstrakt gedacht):
Japan ist seit altersher ein Vulkan- und Erdbebengebiet.
Die Japaner leben dort mehr oder weniger freiwillig. Sie haben sich bis zu einem gewissen Grad mit den Katastrophen arrangiert. Und doch zwingt sie theoretisch keiner, auf der Insel zu bleiben.
In dieses Gebiet haben sie Atomreaktoren gebaut, die offensichtlich älteren Datums sind, einer Erdbebenstärke von knapp über 8 trotzen sollten (aber nicht einer Stärke von 9) und die möglicherweise ohnehin störungsanfällig waren.
War es nur eine Frage der Zeit, bis eine solche Katastrophe hereinbricht?
Wie können es Menschen wagen, in solche Risikogebiete Anlagen zu bauen, die das Leben von Millionen von Menschen gefährden können?

Wie dem auch sei:
Aus dieser Katastrophe ein Argument gegen Gott oder für die Strafe Gottes zu formen, ist zu kurz gedacht. Unsere Aufgabe ist es nicht, danach zu fragen, wer mehr Schuld hat.
Unsere Aufgabe ist es jetzt, zu beten,
wer kann, praktisch zu helfen
und wer Bekannte in Japan hat, ihnen beizustehen.

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6 Gedanken zu „Katastrophen in Japan eine Strafe Gottes?

  1. Ob die Katastrophe eine Strafe Gottes ist oder nicht, können wir nicht wissen. Und wenn es nicht Strafe ist, dann bestimmt eine Erinnerung. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Menschen doch nicht alles können. Im Hinblick auf solche Katastrophen ist die Macht der Menschen begrenzt, was sie oft vergessen.

  2. Ein Bekannter von mir hatte den Eindruck, dass Gott ihm eine Bibelstelle dazu genannt hat: Jesaja 23, wo von den stolzen Kuestenbewonern gesprochen wird (die dann gedemuetigt worden sind).

    Das ist natuerlich noch kein Argument und soll diese schwierige Frage nicht entscheiden.

    Trotzdem ist das auch meine persoenliche Meinung. Ich wuerde es aber eher so sagen: nicht unbedingt „Strafe“, aber doch „Gericht“ Gottes; aber nicht NUR Gericht Gottes. Sondern auch Ruf zur Umkehr.
    Japan war und ist ein sehr stolzes Volk. Japaner haben lange und viel auf sich selbst vertraut. (Japan war mit ca. 2.5 Billionen US$ die zweitgroesste Wirtschaft nach den USA). Das Christentum hat dort noch nie richtig Fuss fassen koennen. (D.h. auch, dass andere Maechte dort noch die Vorherrschaft haben).
    Ich kann mir gut vorstellen, dass Gott hier „Gericht“ und „Ruf zur Busse“ verbunden hat, und mit so einem Erdbeben den Boden bereiten will, dass Japaner offener werden fuer das Evangelium. Wenn das erreicht werden koennte, dann waere das letztlich sogar eine Tat der Liebe. (Wenn auch nicht im verweichlicht-humanistischen Sinne). Gottes Liebe ist manchmal sehr hart. Das wird auch schon jeder ernsthafte Christ erfahren haben. Und DASS es Gerichte Gottes gibt, davon ist das Alte Testament ja sehr voll. Es ist auch immer noch der selbe Gott.

    Trotzdem als Fazit: im Moment hilft „reden“ und „theologisieren“ vermutlich weniger… man sollte ganz konkret fuer Japan BETEN. Zunaechst dafuer, dass viele Japaner Christus annehmen, dass eine Umkehr geschieht (Abkehr vom Shintoismus, Buddhismus und Vertrauen auf sich selbst), dass Menschen offen werden fuer das Evangelium, und dass Gottes Ziele mit Japan erreicht werden; und natuerlich auch fuer ein erfolgreiches Bekaempfen der Katastrphe, kein Ausbreiten der Radioaktivitaet, sondern Eindaemmung, etc. (Und dass dies nicht zum weltweiten Abschalten aller Atomkraftwerke fuehrt, bzw. nur dann wenn es Gottes Wille ist… Energieknappheit kann auch zu einer weltweiten Rezession fuehren, bei unserer ohnehin schon extrem angeschlagenen Weltwirtschaft… aber das ist ein anderes Thema – und nicht zu schmal… :-))

    Gruss und Gottes Segen.

  3. Ich denke mal der „Ruf zur Umkehr“ ist insofern berechtigt, dass uns solche Ereignisse zeigen, wie wenig Einfluss wir trotz allen technologischen Fortschrittes letzten Endes auf das Leben haben. Wenn man dran denkt, dass in Japan Existenzen von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht wurden und eines der fortschrittlichsten Länder der Welt auf die unmittelbaren Notwendigkeiten des Lebens zurückgeworfen ist, dann sollte einem das zu denken geben.
    Beim „Boxing day Tsunami“ 2006 antwortete der damalige EDK-Vorsitzende Huber auf die Frage von SPIEGEL online, wo Gott denn in alledem sei, dass Ereignisse dieser Art nicht die Macht Gottes in Frage stellen, sondern uns eher die Ohnmacht des Menschen vor Augen führen. Und die Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens.

    Ob es eine Strafe war – warum? Genau genommen müsste Gott jeden Menschen bestrafen, und viele derer, die ihn verachten oder lästern leben von den äußeren Umständen her ganz gut. Von daher nehme ich immer Abstand, wenn bei einer solchen Katastrophe irgend ein Fundi sofort „Gottesgericht“ schreit.

  4. Nun ja, wenn ich das AT lese, ist dort sehr viel vom Gericht Gottes die Rede. Siehe auch Jesaja 26,9: Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte ueber die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.

    D.h. es geht Gott nicht nur darum, die Menschen zu bestrafen – sondern das Ziel ist immer die Umkehr zu Ihm. Dass wir „Gerechtigkeit“ lernen.

    Das ganze ist natuerlich schwierig greifbar. Wie Du sagst, geht es vielen ziemlich oder sehr Gottlosen erstaunlich gut. Aber – ist das nicht das groesste Gericht, dass Gott die Gottlosen einfach gewaehren laesst, und diese nicht mehr „zuechtigt“? Roemer 1, Verse 24.26.28 heisst es, dass Gott manche Menschen „dahingegeben hat in die Nichtigkeit ihres Sinnes“, d.h. das Gericht besteht daraus, dass die Menschen nicht mehr umkehren zu dem lebendigen Gott, um die Vergebung ihrer Suenden anzunehmen.

    In dem Sinne ist ein „Gericht“, das zur Gerechtigkeit bringen will, doch viel besser. Siehe auch Hebr. 12,5.6: Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr liebhat, den zuechtigt er, und er schlaegt jeden Sohn, den er annimmt.
    … (Vers 8): Seid ihr aber ohne Zuechtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestossene und nicht Kinder“.

    Nun gut, es ist ein weites Feld. 🙂

  5. Die Menschen sind der Meinung die Macht unter fünf Köpfen zu teilen. *denkfehler.
    Die Natur holt sich alles zurück Gott der Allmächtige der Allwissende hat seine Gründe.
    Wer soviel Co2 in die Atmosphäre zulässt, wer soviele Katastrophen dieser art in der realität darüber hinwegschauen kann, kann auch Gott der Allmächtige über Leid hinwegschauen.

    Japan lernt aus Gotteszorn und schon bald wird es nicht nur Japan so ergehen.
    Die USA tötet Menschen in der Demokratie.
    Die Welt ist schon perfekt gemacht nur die Menschen müssen noch mit Natur und Tier Harmonieren.

    Doch die Medien rauben uns den Verstand wir sollen götzen dienen denen wir nicht einmal in unserem Leben begegnet sind.

    Die Zukunft ist am Abrgund und der beste Abgang ist die Augen zu schliessen und zu beten.

    Möge Allah euch auf den rechten Weg leiten.

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