Ordne dich unter!

Epheser-Brief 5,21:
„Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.“

Vor einigen Tagen war ich in den USA. In der dortigen Gemeinde mit ca. 1700 Gottesdienstbesuchern war das Thema „Autorität“ wichtig. Es wurde erwartet, dass man sich den Autoritäten unterordnet. Damit waren, bezogen auf die Gemeinde, u.a. die Ältesten der Gemeinde gemeint.
Da wurde mir bewusst, wie sehr viele Deutsche mit solchen Begriffen Schwierigkeiten haben.

Die Gründe liegen m.E. in der „preußischen Erziehung“ ohne viel Emotionen, mit wenig Lob und viel Kritik… im Grunde eine lieblose Autorität durch die Eltern.
Dann die Hitler-Epoche. Ein Missbrauch und eine Perversion von Autorität.
Kein Wunder, dass viele Deutsche ein Problem mit Autoritäten haben.
Sei es, dass sie solche ablehnen, ihnen grundsätzlich misstrauisch entgegen treten oder ihnen völlig verfallen.

Im Epheser-Brief 5,21 ff. wird Jesus Christus als das Paradebeispiel für Autorität gesetzt. Er ist das Haupt der Gemeinde und kann Gehorsam verlangen.
Aber dabei ist Jesus kein Despot.
Er ist es, der Seinen Jüngern die Füße wäscht, ihnen ein Frühstück macht, für sie ohne Ende betet und schließlich Sein Leben opfert und in den Tod geht, um die Liebe Gottes zu offenbaren.
In diesem Sinne spricht Jesus auch (sinngemäß): „Wenn Du Autorität haben willst, fange an, anderen zu dienen.“
Sprich: Habe Mut zum Dienen = Demut.
Oder von der Begriffsbedeutung auch: Krieche für andere im Staub!
Wenn du das tust, dann wird Gott Dir Autorität geben.

Andererseits hat Gott uns in bestimmte Autoritäten gesteckt.
So ist ein Ehemann das Haupt seiner Ehefrau („Haupt“ = altgriech. „kephale“ = Ursprung, Macht, Autorität…).
Das bedeutet nicht zuerst ein bestimmte Befugnis des Ehemannes.
Das bedeutet zuerst eine Verantwortung: „Sei du derjenige, der zuerst dient! Der zuerst liebt! Der zuerst vergibt! Der zuerst… so wie es Jesus auch tat!“

Solche Männer brauchen wir!
Männer, die sich völlig Gott unterordnen und deshalb ihren Frauen dienen – und selbst wenn es bedeutet, durch den Staub zu kriechen und das eigene Leben zu opfern!

Solche Frauen brauchen wir:
Frauen, die sich völlig Gott unterordnen und deshalb alles versuchen, um ihrem Mann eine Stütze und Hilfe zu sein, statt eine Nörglerin und Verleumderin. Frauen, in euren Ehen geht es nicht zuerst um euch oder um euren Mann, sondern es geht zuerst um euren Gehorsam gegenüber Jesus!

Einander unterzuordnen macht nur von Jesus her Sinn:
Dann werden Autoritätem wieder heilsam sein.
Dann kann unsere Gesellschaft eine Umkehr erfahren.

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6 Gedanken zu „Ordne dich unter!

  1. Man koennte noch erwaehnen, dass die Frankfurter Schule in BRD sehr viel Einfluss gewann nach dem Ende 2. Weltkrieges. Horkheimer / Adorno / Marcuse etc. kritisierten die „Autoritaet“ aus einer neomarxistischen Perspektive. (Und damit aus einer materialistischen Perspektive).

    Autoritaet wurde per se als schlecht angesehen. (Eine Analyse, die man als Christ ja nicht teilt).

    Wikipedia schreibt dazu:

    Das heutige Verständnis der autoritären Persönlichkeit wurde hauptsächlich durch die 1950 von Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson und R. Nevitt Sanford veröffentlichte Studie The Authoritarian Personality geprägt. Die Studie war Teil eines großen Forschungsprojektes an der University of California, Berkeley über die psychologischen Grundlagen von Vorurteilen, insbesondere solchen antisemitischer Art.

    Vorausgegangen war Wilhelm Reichs psychoanalytisch-gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus. Er behauptete einen fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Die autoritär verfasste Familie sei die Keimzelle des autoritären Staates. „

    Hier wurde mal wieder das Kind mit dem Bade ausgeschuettet.

    Als „Gegengift“ empfehle ich Guenter Rohrmoser’s Buch „Der Ernstfall. Die Krise unserer Liberalen Republik“ (erhaeltlich gebraucht bei Amazon) oder „Kulturrevolution in Deutschland. Philosophische Interpretationen der geistigen Situation unserer Zeit“, auch von Guenter Rohrmoser (Z.B. 55-90 mit den Kapiteln „Autoritaet und Familie“, „Das Ende der buergerlichen Familie“, „Autoritaet und Freiheit oder: die Dialektik zwischen wahrer und falscher Autoritaet“, und S. 222-231: „Die Folgen der Kulturrevolution: Erosion und Vakuum“).

  2. Du kannst dir sicher sein, dass auch die Amerikaner echte Probleme mit manch geforderter Unterordnung haben. Z.B kommen die meisten Bücher über Machtmissbrauch in Gemeinden aus Amerika. Ich kann nicht mehr wirklich bei uns eine besondere Empfindlichkeit mit dem Thema Unterordnung sehen.

    Wenn wir solche Menschen haben, die wirklich Leitung nach Gottes Vorstellung leben, werden solche es nicht nötig haben über Unterordnung zu reden oder gar solche zu fordern.
    Ohne dass ich dich damit meine, aber ich werde nach reichlicher Erfahrung immer hellhörig, wenn chr. Leiter anfangen gehäuft über Unterordnung laut nachzudenken. Nicht dass ich es falsch würde darüber nachzudenken – das nun wirklich nicht. Aber ich habe sehr oft erlebt, dass das Thema gerne dann bei Leitern auftaucht, wenn sie Probleme in ihrem Stand als Leiter haben.
    Wenn tatsächlich Liebe die Grundlage einer Beziehung ist, dann ist das gegenseitige Unterordnen idR auch kein Problemthema.

    • Völlige Zustimmung. Zu Amerika noch ein Hinweis. Ich bin heute gerade mit der Lektüre von S. David Moore: „The Shepherding Movement – Controversy and Charismatic Ecclesiology“ fertig geworden. das Buch gibt einen guten Einblick in die Entstehung, Entwicklung und das Auseinanderbrechen der Bewegung, deren hauptsächliches Thema ja genau das war: neu die Unterordnung unter geistliche Leiter zu betonen. Die Bewegung hat von Beginn der 70ger Jahre bis Ende der 80ger Jahre große Teile der charismatischen Bewegung in USA beeinflusst und entsprechende Spuren bei den Gläubigen hinterlassen.
      Noch ein Hinweis zu dem „Warum“ der Unterordnung. In den Versen davor spricht Paulus über die großen Unterschiede zwischen der Welt und den Gläubigen. Ein Kennzeichen der Welt ist m.E. auch, dass man dort herrschen will, besser sein will, höher stehen will, eben sich nicht unterordnen will. Demenstprechend ist es ein Kennzeichen der neuen Natur in Christus, die die Gläubigen empfangen haben, dass sie sich unterordnen können und dies auch tun. Diese Unterordnung passiert dann nicht aus Zwang, sondern aus Liebe und Respekt. Nicht Unterordnung um der Unterordnung an sich willen, das wäre nur ein neues Gesetz, sondern um des christlichen Zeugenisses willen (vgl. Epheser 3, 10).

  3. Told ya so!
    Allerdings muss ich Charly recht geben, dass gerade dort auch ziemlich viel mit Druck in den Gemeinden gearbeitet wird.
    Du kannst dir ja mal diesen Blog durchlesen: http://ayoungmomsmusings.blogspot.com
    Auch wenn dir das wie ne Horror-Geschichte vorkommt, dass was sie übers Kinder vertrimmen und die Isolation gerade von Frauen schreibt, ist zwar nicht Mainstream, aber auch keine Seltenheit. Alleine die Tatsache, dass sie meint sich vor anderen rechtfertigen zu müssen, weil sie ihre Kinder nicht schlagen will, spricht Bände.

  4. klasse Dirk – Amen!
    erst wenn wir Unterordnung nicht mehr „systematisch“ einfordern, sondern sie gerne, freiwillig und aus Liebe tun, dann ist es die Unter-Ordnung, die Gott gefällig ist und die Er segnet.

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