Jesus Christus provoziert

„Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie lauerten darauf, ob er auch am Sabbat ihn heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Tritt hervor! Und er sprach zu ihnen: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten? Sie aber schwiegen still.  Und er sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde gesund.Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.“
(Markus-Evangelium 3,1 ff.)

Gesellschaftliche Trends können völlig unterschiedliche Hintergründe haben. Manchmal geht es gegen Religion, manchmal geht es für Religion. Und immer wieder geht es dann auch gegen „die anderen“. Entweder gegen die, die viel Wert auf eine religiös begründete Ethik legen. Oder gegen die, die sich gegen die religiösen Vorstellungen stellen.

In der Zeit Jesu war die Stimmung religiös geprägt. Hunderte von Geboten und womöglich Tausende von unterbewussten Regeln hatten sich etabliert. Wer sich nicht zumindest an den Schein des Religiösen hielt, galt als Außenseiter oder gar als „Sünder“. Also, als jemand, der völlig fern von Gott lebt und daran auch noch Gefallen hat.

Eine Regel war die: Halte den Ruhetag ein! Den Sabbat.
Arbeiten war verboten. Zig Regeln wurden erfunden, um ja nicht in den Verdacht des Arbeitens zu kommen.
Wer dennoch arbeitete, offenbarte damit seine antigöttliche Lebensform.

Jesus stellt sich hier gegen diesen gesellschaftlichen Trend.
Er nimmt es in Kauf, von der religiösen Elite und möglicherweise der Mehrheit der Bevölkerung als „antigöttlich“ gebrandmarkt zu werden. Jesus provoziert. Nicht um der Provokation willen.
Es geht Ihm vielmehr darum:
Leben zu retten und Menschen zu heilen, damit Gottes Liebe und Kraft offenbar werden.

Seine Gegner empfinden dabei so viel Wut und Ärger, dass Gedanken des Mordes in ihnen geboren werden.
Für sie ist Jesus nicht einer von vielen Wanderpredigern oder Religion-Clowns.
Er ist derjenige, der ihre Schwächen an’s Licht bringt.
Der ihr religiöses Gesellschaftssystem in’s Wanken bringt.
Der den Finger auf die Wunde legt und ihren Stolz, ihren Egoismus, ihre Lieblosigkeit berührt.
Im Grunde ist Jesus Christus der, der ihre „Antigöttlichkeit“ offenbart.

Und in diesem Moment kommt das bei ihnen zum Vorschein, was tatsächlich im Herzen steckt:
das Böse.

Jesus ist derjenige, der Licht auf unser Innerstes wirft.
Was dann zum Vorschein kommt, kann abstoßend sein.
Die Frage ist dann die:
Ärgern wir uns und folgen dem Destruktiven in uns?
Oder tun wir das, was der Kranke tat?

Er hörte Jesus, er gehorchte Jesus und wurde gesund.

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