Erweckung

„Erweckung“ ist ein theologischer Begriff, keiner, der so in der Bibel auftauchen würde. Aber das haben theologische Begriffe öfter an sich.

Ich verstehe unter „Erweckung“ das:
Zuerst werden die Christen „wach“, d.h.: sie stellen sich verstärkt unter die erlösende Herrschaft Jesu Christi.
Dann werden mehr und mehr Nichtchristen zu Jesus Christus finden. Und zwar nicht 2 pro Jahr, sondern eher 2 pro Stunde oder Tag….

Auf Deutsch:
Die Christen gehen voll ab für Gott und in Sachen „Nächstenliebe“ und das steckt die Nichtchristen so an, dass sie sich ebenso für ein Leben der Hingabe an Jesus Christus entscheiden. Und es werden viele sein!
Das rührt mich an: Ehen werden wieder heil, Kinder bekommen endlich die liebevolle Wertschätzung, statt Zoff gibt es auch mal ein Kompliment, Süchtige werden frei und Familien werden gestärkt, diverse Nationen kommen miteinander klar und der Jubel für Gott ist stark.

Ich bin kein Experte zum Thema. Aber das ist mein Eindruck:
Wenn überhaupt, dann hat Erweckung was mit Gebet zu tun.
Mit Umkehr zu einem Leben mit Jesus Christus – und damit auch die Erkenntnis: „Ohne diesen Gott bin ich nichts….“

Das ist unser Auftrag als Christen in Berlin:
Zusammenzurücken, um Jesus zu ehren und Gott Raum zu geben.
Er soll leiten – durch uns.
Wie geht das?
Durch die Betrachtung des Wortes Gottes und durch Gebet.
Der Rest kann sich dann „von alleine“ entwickeln…

Ich will dabei sein, wenn die Erweckung kommt.
M.E. werden wir ein Zeitfenster haben, das wir nutzen sollten.

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10 Gedanken zu „Erweckung

  1. Ich weiß, ich hör mich jetzt nach Spaßbremse an, aber die Awakenings haben auch ihre Schattenseiten. Im Gefolge der Emo-Rushs der Great Awakenigs traten auch Leute auf, die wussten wie man schnelles Geld macht und gerade in den Staaten produzierten sie auch recht merkwürdige Dogmen, nicht zuletzt sind die Mormonen, die ZJ und STA in und um diese Erweckungsereignisse gewachsen. Und auch bei den jüngeren Awakenings gibt es für mich recht gefährliche Entwicklungen wie z. B. die Jesus Only Bewegung.
    Zudem bewirkten die Awakenings genau das Gegenteil von dem was sie eigentlich erreichen wollten. Statt eine größere Einheit herzustellen, haben sie mehr Spaltungen gebracht. Gerade weil man die Ereignisse anders und teilweise gegensätzlich deutete. Sie waren in ihren Evangelisationserfolgen wenig nachhaltig. Gerade die Zahl der Bekehrungen wird häufig als Messlatte bei diesen Bewegungen genommen, wenn man jedoch die Zahlen anguckt, kann da was nicht stimmen, denn obwohl massenhaft „Erweckungen“ attestiert wird, wächst gleichzeitig die Zahl der Leute, die unchurched sind. Keine dieser Bewegungen konnte auch nur ansatzweise die fortschreitende Sekularisierung aufhalten.
    Nicht, dass ich was gegen ein neues Pfingsten hätte, aber man muss Wunsch und Fakten auseinander halten. Das was bisher unter dem Label „Erweckung“ läuft, mag in Einzelfällen positiv sein, ich melde jedoch Zweifel an.
    Zudem ist mir die These, dass Gnade quasi in Wellenbewegungen durch die Geschichte läuft, suspekt. Woher kommt diese Annahme? Warum beginnen diese Wellen erst im 18.Jhrd.? Ich habe bisher dafür noch keine für mich einleuchtende Erklärung gefunden. Das einzige was für mich einigermaßen Sinn macht, ist das diese Bewegungen im Grunde Gegenbewegungen zu gesellschaftlichen Veränderungen und der zunehmend liberaleren protest. Theologie sind.

    • Ich habe wenig Ahnung von Erweckung… klingt auch erst einmal so romantisch… 🙂
      Erweckung macht, wenn ich so schreiben darf, auch nur Sinn, wenn es die proklamierte Nachhaltigkeit gibt. Was nutzt ein Mega-Event, wenn dann doch alles beim Alten bleibt?

      Doch trotz aller bestätigten oder vermuteten Nachteile und Risiken:
      Wenn Erweckung bedeutet, dass eine nennenswerte Zahl von Leuten unter die erlösende Herrschaft Jesu kommt, dann will ich dabei sein!

  2. Hm, es geht bei Erweckung rein kirchengeschichtlich gesehen nicht immer nur um Bekehrung. Das ist meistens eine Folge davon. Bee hat recht, wenn sie darauf hinweist, dass gerade in den USA mit dem Gefasel vom „Revival“ viel Mist gebaut und Kohle gemacht wird. Aber es gibt in der Kirchengeschichte (auch der außerkatholischen) andere Beispiele. Ich denke da z.B. an die Herrnhuter, die „Mährischen Brüder“. Das waren Flüchtlinge, die im Zuge der Gegenreformation aus Mähren ins evangelische Sachsen flüchteten. Die gründeten dort die Siedlung „Herrnhut“. Und in dieser Siedlung ging es zu, wie es in manchen modernen Freikrichen zugehen kann: Mächtige Familienclans, die sich nicht grün waren, Streit um Einfluss, Gestaltung des gemeinsamen Lebens und um die „rechte“ Art des Glaubens und so weiter. Bis zum August 1727, in dem sich nach einigen Gebetsversammlungen und einer bewegenden Abendmahlsfeier alles änderte und Gott auf ganz andere Weise in der Gemeinde präsent war. Das war der Start zu einer Missionsbewegung, die heute noch im deutschen Protestantismus ihresgleichen sucht.

    Weitere Beispiele wären die Erweckungsbewegungen im 19. Jh., denen gerade im freikirchlichen Umfeld viele Gemeindegründungen folgten. (Stark betroffen waren z.B. das Ruhrgebiet und von da aus das Bergische Land, Sauerland, Siegerland usw … Schau dir mal an, wo bis vor kurzem noch das Gros der FeGs existiert hat…). Das waren Bewegungen, die ausgelöst wurden durch Menschen, die sich auf Jesus ausrichteten und von ihm begeistert wurden. Die einen Halt in den Umbrüchen der damaligen Zeit bieten konnten.

    Erst im späten 20. Jahrhundert hat „Erweckung“ zu einer Art Eventcharakter bekommen, bei denen i.d.R. immer dieselben „erweckt“ werden. Inklusive des Geldbeutels des Verkündigers.

    Wichtig scheint mir: Eine Erweckung kommt von Gott. Sie wird bewirkt durch den Heiligen Geist – wir können sie nicht „machen“. Am Anfang der Erweckungen stand selten irgenwelche spektakulären Geistes- oder Kraftwirkungen, sondern meistens die Buße – die bedingungslose Hinwendung zu Gott, das Loslassen des eigenen Lebens. Das hat Menschen verändert, die ihrerseits wiederum anfingen, Menschen mit der Botschaft von Jesus zu verändern.

    • Das scheint mir der Beginn zu sein, wie Du es geschrieben hast:
      Gott berührt ein Herz, es findet Umkehr zu Gott statt, ein Mensch stellt sich unter die erlösende Herrschaft Gottes und behält ein waches Interesse daran, dass diese Herrschaft in alle Lebensbereiche hineinwächst und andere Menschen erreicht.
      So wird ein Mensch „lebend“ und mancher Christ, der sich wieder neu an Got wendet, weil Gott ihn angesprochen hat, der erlebt ein „Wachwerden“.
      Und ab 7 solcher Personen pro Stunde spricht man von „Erweckung“. 🙂

      Ob 7 oder nicht… es geht um viele Menschen!
      Und das will ich fördern und will dabei sein.

  3. @alle
    In meinen Kreisen wird viel über Erweckung geredet.
    Es gab eine Zeit, da reagierte ich sehr allergisch gegen das Wort.
    Ich könne auch heute noch sagen, daß ich nicht an Erweckung glaube, sondern an ein normales Christenleben.

    [Joh 15,1] Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
    [Joh 15,2] Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht bringe.
    [Joh 15,3] {Ihr} seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
    [Joh 15,4] Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch {ihr} nicht, ihr bleibt denn in mir.
    [Joh 15,5] {Ich} bin der Weinstock, {ihr} seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
    [Joh 15,6] Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
    [Joh 15,7] Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.
    [Joh 15,8] Hierin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.

    [Joh 15,7] Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.
    Das hört sich für mich an, wie das, was manche als Erwekcung bezeichnen.

    Und dann benehmen wir uns wie die Galater.
    Fangen im Geist an, und wollen im Fleisch weitermachen.
    Wir bleiben nicht in Jesus.
    Hier haben wir die sogenannte Wellenbewegung.

    Ein sehr guter Vortrag über das, was manch Erweckung nennen von Johannes Hartl

    klick

    Noch ein Wort über die Zeitfenster für unser Handeln.
    Meiner Meinung nach sieht das Leben mit Gott fogendermasen aus.

    Wir sähen das Wort.
    Das Wort wächst heran, und irgendwann kommt der Zeitpunkt der Ernte.
    Dann ist der Zeitpunkt wo wir in die vorbereiten Werke hineingehen sollen.

    [Eph 2,10] Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.

    Ich glaube an ein normales Christenleben

    Jetzt muß ich aber auch sagen

    [Phil 3,12] Nicht, daß ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin. [Phil 3,13] Brüder, ich denke von mir selbst nicht, ergriffen zu haben; {eines} aber : Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, [Phil 3,14] und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.
    😉

    Liebe Grüße und Gottes Segen euch

    Helmut

    • Schau, Helmut, ich denke, dass es eigentlich nicht wirklich eine Erwechung gibt, weil nie wirklich was eingeschlafen ist. Es gibt monastische Bewegungen von den Wüstenvätern und -müttern bis zu den neuen Orden wie z.B. die Gemeinschaft von Jerusalem oder Franciscan Friars and Sisters of the Immaculate. Samt der um die Orden entstehenden Laienvereine bzw. dritten Orden. Gerade im angeblich so düsteren Mittelalter blühen Laienbruderschaften auf, die neben Krankenpflege auch verschiedene Devotionen populär machen. Pilgerbruderschaften, Marianische Bruderschaften oder Bußbruderschaften.
      So sehr einem manchmal die Ortsgemeinde auf den Senkel gehen kann, wenn man über seinen Tellerrand hinausschaut, kann man ganz großartige Bewegungen sehen. Leider werden die meist nicht wirklich in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dass irgendein Hill-Billy die Welt gestern hat untergehen lassen, hast du in jeder Zeitung, dass tausende von Jugendliche über Pfingsten ne Wallfahrt von Paris-Chartres laufen, findest Du höchstens auf Gloria.tv.
      So hingucken und drüber nachdenken, wo man sich einklinken will ist vllt. eher angesagt, wie darauf warten das was passiert, den es passiert schon- schon immer.

      • Oh, ich denke schon, dass so mancher eingeschlafen ist. Doch völlig richtig zeigst Du darauf, dass manch erweckliche Bewegungen existieren, aber nicht oder kaum darüber berichtet wird.
        Zumindest auf den Zustand der Christen in meiner Stadt behaupte ich, dass viele dösen, schlafen oder zu oft in Ohnmacht fallen. Ich bete dafür, dass eine erweckliche Bewegung hier startet, in welcher Form auch immer. Klar ist für mich das:
        – Gebet
        – Buße
        – Gottes souveränes Wirken
        – Christen zusammen in einer Stadt
        – Diakonie
        – …

        Segen!

    • @helmut:

      An Erweckung glaube ich auch nicht – ich glaube an Jesus Christus! 🙂
      Manchmal ist es Zeit, solch einen Satz in die Öffentlichkeit zu hauen! 🙂

      Sicherlich: Das von Gott gedachte Leben ist ein Leben in der steten Verbindung zu Gott und im Gehorsam Ihm gegenüber.
      Zumindest in meinem Umfeld und in meiner Stadt ist dieses Leben aber eine Rarität. Selbst unter Christen, die ein normales Christenleben führen sollten, gibt es viel Schläfrigkeit, Bequemlichkeit, Mammon-Verehrung… nicht, dass ich davon völlig frei wäre in meinem Denken und Handeln… aber das normale Christenleben wird eher selten gelebt. Und wer es lebt, kann schnell als „übetrieben/radikal“ angesehen werden – zumeist von den Frommen selbst kritisiert oder zumindest von denen, die meinen, fromm zu sein…

      Ob man das dann nun „Erweckung“ oder wie auch immer nennt…. ist wahrscheinlich zweitrangig.

      Segen!

  4. Was es bisher an Erweckung gab, mag durchaus ein Vorgeschmack gewesen sein und sehr vieles, was aktuell als „revival“ verkauft wird, ist wirklich nur ein blanker Hohn, doch für die bevorstehende Erweckung hat uns Jesus selber ein sehr deutliches Gleichnis gegeben:

    Mat 25:1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
    Mat 25:2 Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug.
    Mat 25:3 Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich.
    Mat 25:4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
    Mat 25:5 Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
    Mat 25:6 Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Gehet aus, ihm entgegen!
    Mat 25:7 Da erwachten alle jene Jungfrauen und rüsteten ihre Lampen.
    Mat 25:8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl; denn unsre Lampen erlöschen!
    Mat 25:9 Aber die klugen antworteten und sprachen: Niemals! Es würde nicht reichen für uns und für euch! Gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst!
    Mat 25:10 Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen.
    Mat 25:11 Hernach kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tue uns auf!
    Mat 25:12 Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!

    Man kann daraus sehr viel über die bevorstehende Erweckung lernen und worauf es dabei ankommt. Die Lampe ist der Glaube, das Oel ist bekanntl. der Heilige Geist, damit Christus – das Licht – in unseren Lampen scheinen kann. Es gibt offensichtl. „Jungfrauen“, die töricht genung sind zu meinen, es genüge eine Lampe zu haben…
    Interresant ist auch: ALLE werden einschlafen.

    Erweckung geschieht „um Mitternacht“!

    Die Törichten gehen aber in die falsche Richtung – Jesus kennt sie nicht!
    Die Klugen gehen in dieser Finsternis mit hell leuchtenden Lampen dem Herrn entgegen, um mit Ihm eins zu werden.

    …also klug sein und jetzt reichlich Augensalbe und Oel besorgen! 😉

  5. Wenn ich sage, daß ich an ein normales Christenleben glaube heißt das noch nicht, daß ich es lebe.
    Gal. 2,20 beschreibt für mich, das normale Christenleben.
    Hier habe ich etwas von Franz von Sales, was wir evangelikale wahrscheinlich als „erwecktes Leben bezeichnen würden.

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