Jeder, wie er will oder „Hau‘ drauf“?

Unsere Gesellschaft wurde in den letzten Jahren stark von dem Motto geprägt:
„Mach‘, was Du willst – aber belästige mich nicht damit.“
Es sei denn, es macht super viel Spaß…

Diese Denke hat auch in unsere Gemeinden Einzug gehalten.
Wie sträuben wir uns, das Verhalten anderer zu verurteilen!
Schließlich verletzt uns der andere ja nicht. Und wenn’s doch glücklich macht?!

Natürlich:
Es geht nicht um den moralischen Zeigefinger.
Es geht nicht um das Verurteilen anderer. Jesus legte uns dazu den Holzbalken und den Splitter nahe…

Und auch Paulus schrieb im Römer-Brief 14,4:
„Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten.“

Lass‘ dem anderen seinen Lebensstil!
Nimm‘ Rücksicht.
Sei lieb.

Öffnet Paulus damit einer egoistischen Willkür die Tür?

Wenn wir uns den Galaterbrief durchlesen oder an 1.Korinther 5 denken, dann erkennen wir, dass es nicht um Willkür geht.
Es geht darum, dass die Gemeinde Jesu in der Liebe zu Gott und zueinander und zur Welt hin wächst.
Aber alles, was gegen diese Mission gerichtet ist, ist einfach nur schlecht.

So eifert Paulus im Galaterbrief gegen diejenigen, die sagen, dass die Errettung durch Gott nur völlig wirksam wird, wenn wir bestimmte Feiertage beachten oder andere Gesetze erfüllen. Gegen diese Sichtweise kämpft Paulus, denn die Errettung geschieht allein durch die Leistung Jesu, sprich: durch Gnade. Müssten wir unsere Leistungen hinzunehmen, wäre es keine Gnade mehr. Und damit wäre es keine pure Liebe Gottes mehr, sondern ein Wettbewerb, den wir Menschen durchführen müssten.
Also:
Dem Evangelium etwas neben der göttlichen Gnade hinzuzufügen, verstößt gegen die Liebe, die Gott zu uns hat.

Paulus erkennt noch eine weitere Grenze des „Lieb-Seins“:
die Sünde.
Ja, sündigen tut jeder mal (lies: 1.Johannes).
Deshalb rühmt Paulus umso mehr die göttliche Treue. Selbst, wenn wir untreu sind – Gott ist treu! Selbst, wenn wir schuldig werden – wer Buße tut, dem wird vergeben!
Doch es ist gibt ein Festhalten an Sünde. Ein Gutheißen von Sünde.
Letztlich ist es das:
Ein Festhalten und Gutheißen von dem, was Jesus Christus den Tod gebracht hat.
So ein Beispiel ist im 1.Korinther-Brief 5 zu finden.
Hier empfiehlt Paulus den Ausschluss des Sünders aus der Gemeinde.
Warum so hart?
Weil das die letzte Chance sein könnte, den Sünder wachzurütteln, damit Er wieder zur Liebe Gottes findet.

Nun, das scheint der Grundsatz zu sein:
Lebe als Christ frei, fröhlich und tue, was Du magst –
aber verändere nicht das Evangelium und sündige nicht.
Sondern lerne, Gott, die Gemeinde und die Welt zu lieben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s