Schon wieder: Wozu Predigten?

Das Thema lässt mich nicht los. Ja, es gibt wichtigere Themen.
Und natürlich: Wie es im Römerbrief steht… der Glaube kommt aus der Verkündigung (nur diese kann auch aus einem Lied oder aus einem Gespräch bestehen).

In letzter Zeit habe ich einige wenige Personen gefragt, wie sie zur „Predigtkultur“ in unserem frommen Dunstkreis stehen. Erstaunlicherweise waren etliche darunter, die wollen, dass es eine Predigt bei der Gottesdienstfeier gibt. Den meisten scheint das lieber zu sein, als keine Predigt zu hören bzw. als ein Predigt-Dialog zwischen Redner und Zuhörer.
Nun – das ist jetzt keine wissenschaftlich und statistisch auswertbare Vorgehensweise gewesen. Trotzdem hat es mich in meinem Zweifel vom Sinn der Predigten beschwichtigt.

Heute bin ich auf einen Vers im ersten Brief von Paulus an Timotheus gestoßen:
„Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben.“ (1.Tim.1,5)

Es gibt einen Sinn von Bibelgesprächstreffen, von Predigten, von Andachten, von Theologie!
Und dieser Sinn besteht nicht darin, noch mehr Wissen anzuhäufen.
Es geht nicht darum, in jedem Moment den richtigen Bibelspruch drauf zu haben.

Es geht darum:
Die Predigt soll dazu führen, dass wir lieben.
Gott lieben und den Nächsten ebenso wie uns selbst.

Eine Liebe, die aus einem reinen Herzen und einem guten Gewissen geboren ist.
Eine Liebe, die den Glauben an Jesus Christus zur Quelle hat.

Jede Predigt, die diese Liebe entfacht, bewahrt und fördert, ist gut.
Jede Predigt, die nur das Wissen erweitert oder sogar zum Hass auf andere führt, ist schlecht.

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27 Gedanken zu „Schon wieder: Wozu Predigten?

  1. Hallo, bist du schon auf den Gedanken gekommen, dass die meisten deshalb in einem Gottesdienst lieber eine Predigt hören wollen als z.B. einen Predigtdialog, weil es schlicht und einfach ihr Konsumverhalten unterstützt und sie bei einer Predigt besser an andere Dinge denken, träumen oder sich schlicht nicht so konzentrieren müssen?
    Was bestätigt der Check unmittelbar nach dem GD mit bitterer Regelmäßigkeit? 5-10 Min nach dem GD weiß über 50% der Besucher nicht mehr, worüber gepredigt wurde.

    • Genau, deshalb hab ich die Sonntagspredigt aus dem Sonntagsgottesdienst gehauen und mit einem sonntäglichen über einen fortlaufenden Text begonnen. Das bringts und die Geschwister sind begierig nach mehr. Muß allerdigns dazu sagen, dass wir keine Vielschwätzer und eitle Rechthaber dabei haben, Sosnt wärs schwieriger…

      • Wollte sagen: Genau, deshalb hab ich die Sonntagspredigt aus dem Sonntagsgottesdienst gehauen und mit einem sonntäglichen Austausch….

      • Nö stimmt, es reicht ja schon, wenn wir „Vielschwätzer und eitle Rechthaber“ auf der Kanzel haben, gelle 😉
        Wer andere derart herabqualifiziert, zeigt lediglich seine eigene Qualifikation.

  2. @Charly:
    Stimmt – könnte sein, dass es manche echt angenehmer finden, sich zurückzulehnen und die Predigt auf sich wirken zu lassen… oder was auch immer… besonders schüchterne Menschen oder ruhige Charaktere haben keinen Drang, sich an öffentlichen Reden zu beteiligen. Das muss noch nicht mal was mit einem schändlichen Konsumverhalten zu tun haben. Es ist manchmal einfach nur der Persönlichkeitstyp. Mir fällt gerade jemand ein, der ziemlich still ist und keine Freude daran hat, öffentlich aufzutreten. Aber er denkt viel mit und entwickelt viele tiefe Gedanken, die er aber idR nur unter 4-6 Augen weitergibt. Bei so einem kann man sich als Prediger verrenken – der wird bei einer Gottesdienstfeier nix sagen, aber sehr wohl mitdenken.

    Das Konsumverhalten an sich ja nicht schlimm. Wir alle sollen konsumieren! Gottes Wort, Essen, Licht…
    Aber ich denke, Du meinst das, woran ich auch denke: Ein überzogenes Konsumverhalten, das zur Passivität führt und nicht zur Aktion/Frucht.
    D.h.: Soll eine Gottesdienstfeier (samt Andacht/Predigt/Dialog) das Ziel haben, nicht mehr zu konsumieren? Oder danach aktiv zu werden? Und ist die Aktion an sich schon ein Wert?

    Die Merkfähigkeit bei Predigten ist wirklich dünn. Manchmal gibt es Leute, die können dennoch sagen, was vor 2 Wochen gepredigt wurde. Das liegt idR. daran, dass sie bei Predigten mitdenken oder was mitschreiben oder zu Hause nochmal darüber beten.
    Das ist eben die andere Seite der Medaille:
    Selbst, wenn ich eine Dialog-Predigt von 15 Minuten durchführen würde, mit schönen Bildern und einem Ausdruckstanz (kleiner Scherz), dann wird es dennoch Leute geben, die dabei abschalten und wieder andere, die schon mit der Einstellung kommen: „Ich will mehr von Jesus!“.

  3. Ich glaube, dass die Aufmerksamkeitsspanne keine Frage der Gottesdienst- oder Gemeindeform ist. Schon Paulus redete so lange, dass Leute eingepennt sind (Apg 20,9). Da sind vermutlich viele Aspekte maßgeblich: Z.B. die Tatsache, dass jeder Mensch heute so mit Information zugeballert wird, dass er selbst kaum noch entscheiden kann, was wichtig ist und was nicht. Und – klar – es liegt auch an Predigten, die mit vielen Worten nichts sagen. Gar keine Frage. Andererseits habe ich festgestellt, dass eine Predigt, in der Herzblut sicht- und hörbar wird (und das waren bei mir interessanterweise immer die am wenigsten strukturell vorbereiteten), unglaubliche Aufmerksamkeit in der Gemeinde erzeugen. Neben der Qualität der Predigt an sich ist die Auffassungskapazität des Hörers eben auch ein Aspekt – und die ist halt nicht an allen Tagen und bei allen Leuten gleich.

    • Ach, das noch als kleine Anekdote: Vor drei Jahren bin ich mal ganz kurzfristig am Sonntagmorgen ausgefallen, weil ich mit einer unserer Töchter ins Kinderkrankenhaus musste und es traute sich niemand, so spontan in die Bresche zu springen. Da habe ich einfach eine Predigt ausgedruckt, die ich 4 Jahre zuvor mal gehalten hatte und gab sie dem Gottesdienstleiter mit der Bemerkung: „Die ist 4 Jahre alt, da erinnert sich kein Mensch mehr dran“. Hinterher kamen doch einige aus der Gemeinde, die mir gegenüber bemerkten, dass das eine „Konserve“ war – die hatten nach 4 Jahren Wiedererkennungswert …

      • Ich finde es schade, dass Sie es nach so vielen Jahren noch nicht geschaftt haben, dass es Brüder in der Gemeinde gibt, die sich zutrauen zu predigen. Meiner Meinung nach ist das einer der Hauptaufgaben des Pastors, dass er anderen das Erarbeiten eines Textes und des Erstellens von Predigten beibringt…

      • Oh, es gibt in der Gemeinde Brüder (und Schwestern), die predigen. Aber die tun das gerne mit mehr als einer halben Stunde Vorbereitung …

    • Da die Aussage, für die meine Antwort gilt ( 29. August 2011 um 21:11) nicht merh vorhanden ist sollte meine Antwort auch gelöscht werden…

      • Müsstest Du mal weiter nach oben schauen, ob da die passende Aussage vorhanden ist. Gelöscht habe ich nichts, also müsste der Bezug noch da sein. Prüf‘ mal nach, bitte….

  4. Also, ich weiß, ich bin von der ganz falschen Fakultät, aber Dialog mit Leuten kann ich überall haben. Im jedem Kreis in der Gemeinde, mit Kollegen, im Auto, in der Kneipe… Jemand der in den Gottesdienst geht um einen Dialog mit seinen Mitmenschen zu haben, sollte mal dringend darüber nachdenken, was er im Alltag versäumt. Gottesdienst als Reden über Gott bleibt in den Startlöchern stecken, meine Meinung. Der Gottesdienst ist DAS GEBET der Gemeinde in deren Mitte sich Gott auf verschiedener Weise dem Einzelnen und der Gemeinschaft offenbart. Selbst wenn man nur einen Wortgottesdienst feiert, wo Gott in erster Linie durch sein Wort in der Heiligen Schrift spricht und wir antworten, sollte man sich dieser Kommunikation nicht zu sehr in den Weg stellen. Dabei muss man sich vllt. nicht an der Abfolge AT, Ps, Ep, Ev. festbeißen, aber geschadet hat das noch niemandem. Es ist nicht schlecht wenn ein Prediger eine Meinung darüber hat, was da jetzt genau steht und er kann gerne mal erzählen was ihm so – passend dazu- passiert ist, welche Fragen er sich bei dem Text stellt oder wie er meint das im Alltag anwenden zu müssen, aber eine Predigt die nur aus Meinung besteht, finde größten Teils sturz langweilig. Dann geh ich nach Hause und habe eine Meinung mehr gehört, der ich zustimmen oder die ich ablehnen kann. Dafür brauch in nicht aufstehen und irgendwo hingehen. Ich finde, die große Kunst der Predigt ist, den Text so zu bearbeiten, dass die Zuhörer merken, dass Gott zu ihnen JETZT gerade gesprochen hat und mögliche Zugänge aufzuzeigen. Vllt. ist das auch ein kultureller Unterschied, ich erwarte nicht so wahnsinnig viel Lehre in einer Predigt. Es ist schön, wenn der Prediger die Predigt dazu nutz noch mal ein paar Glaubenswahrheiten in Erinnerung zu rufen, aber wenn ich mich mit einem bestimmten Thema in Länge und Breite auseinander setzten will, gibt es eben Katechesen, Bücher etc. Wenn ich wissen will wie man zu einer Aussage über Gott kommt, kann ich mir die Experten auch selber raussuchen. Seit 2000 Jahren wird der Glaube begründet und ergründet und ich kann mich zwischen den Stapeln von Büchern niederlassen und kann mir das von Tertullian über Thomas von Aquin bis Guardini oder meinen Zeitgenossen alles anlesen. Günstigerweise, gibt es sogar Bücher die versuchen alle Aussagen über ein Thema sammeln.Das kann keiner Prediger in angemessener Zeit so aufbereiten, dass alle was davon haben. Von daher von meiner Seit – wie immer- weniger ist mehr.

    • Ich kann Deinen Gedanken gut folgen, allerdings unter der Voraussetzung, dass man eine Predigt überhaupt für relevant erachtet.
      Vom biblischen Text her scheint viel drin gewesen zu sein… die Christen versammelten sich… vielleicht wurde auch mal gelehrt, aber es wurde auch prophezeit, es wurde gebetet, gesungen, es wurde wahrscheinlich vor allem vorgelesen, es wurde Fürbitte getan usw.
      Möglicherweise ist das eine der Spannungen:
      Es gibt kein biblisches Muster, wie die Versammlung stattzufinden hat. D.h.: Da ist Freiheit in der Art und Weise – dennoch aber auch Fokussierung, da Jesus Christus der Gradmesser ist.
      Die Versammlungen schienen gemeinschaftlich geprägt zu sein… die Gaben sollten eingesetzt werden….aber geredet wurde immer… im besten Fall mit der Prüfung des Gesagten…
      Aber weil es eben auch Freiheit in der Art und Weise gibt, ist auch eine Gottesdienstfeier mit dem Schwerpunkt auf die Predigt in Ordnung….???!!!

      • Das mit dem nicht-vorhandenen biblischen Muster würde ich immer bestreiten. Ich finde schon, dass es sehr früh ein einheitliches Schma gab, dass so allgemein bekannt war, dass Johannes seine Visionen damit verweben konnte. Selbst wenn man seine Offenbarung weit ins 2.Jhrd schiebt, bleibt das erstaunlich. Hier nur in die Briefe zu gucken, ist m.M. nach nicht besonders günstig, weil ja dort gerade die Missstände und nicht die Norm dargestellt werden. Alles was gut lief und allgemein bekannt war, braucht nicht lange diskutiert zu werden.
        Dass vor allem das Gebet, die Eucharistie im Mittelpunkt standen, zeigen sowohl die ersten ausserbiblischen Berichte, wie z.B. bei Ignatius von Antiochien, Justin dem Märtyrer, Tertullian…Allerdings wäre die Suche nach einem gemeinsamen Kanon völlig überflüssig gewesen, wenn man nicht die Heilige Schrift nicht vorgelesen hätte. Erhalten geblieben sind auch große Reden, die gerade zur Taufe in der Osternacht gehalten wurden. Auch kann man, denke ich, davon ausgehen, dass viele Briefe Resultate oder Zusammenfassungen von Predigten sind. Nicht Zuletzt wissen wir, dass sich Antonius wegen der Predigten des Ambrosius hat taufen lassen, also müssen Predigten wenigstens einen prominenten Platz im Gottesdienst und damit Gemeindeleben gehabt haben.
        Die Predigt als Mitte des Gottesdienstes ist dann wohl wirklich erst mit der protestantischen Reformation gekommen. Erst in ihrem Verlauf wurden Kirchenbänke flächendeckend eingeführt.Erst hier wurde es wohl notwendig den Leuten Gelegenheit zu geben sich hinzusetzen, um längeren Predigten konzentriert zuhören zu können. In den orthodoxen Kirchen sind sie bis heute weitgehend unbekannt, man hat da einfach keine Verwendung dafür. Sitzgelegenheiten gibt es dort nur am Rand des Kirchenraums für Alte und Kranke, für den Rest der Gemeinde wären sie nur hinderlich.
        Sicher kann man aus der Predigt auch einen Schwerpunkt machen, jedoch ist die Frage, ob das unbedingt der Sonntagsgottesdienst sein muss. Ist Predigt und damit verbunden die Lehre oder – wenn sie im Dialog geschieht – der Austausch über bestimmte Lehren wirklich das, was Gottesdienst definiert und wenn ja, was unterscheidet ihn von einer Vorlesung an einer Uni oder einer Unterrichtsstunde?
        Sicherlich bin ich da wirklich von der anderen Seite des Tiberstrandes, aber die Frage ist, denke ich, überall erlaubt, warum man zum Gottesdienst geht. Ich bin mir ziemlich sicher ich habe da andere Beweggründe als deine Leute, denn nur zu einem weiteren geselligem Beisamen sein mit Musik und Austausch oder Lehre über christliches, würde ich ziemlich sicher nicht sonntags meinen Hintern aus dem Bett hieven. Nicht, dass ich solche Veranstaltungen grundsätzlich meiden würde, aber nur für Gemeinschaft und gute Gespräche am Sonntag meinen Schönheitsschlaf unterbrechen? Nee, ich glaub, das würde bei mir nix.

      • Gottesdienstfeier mit dem Schwerpunkt auf die Predigt in Ordnung…

        Natürlcih iust das in Ordnung. Das Wort Gottes ist auf jeden Fall das zentrale Elemnt einer Versammlung, wenn das fehlt: warum kommen wir dann zusammen? Dann sidn wir nicht mehr von einem Hasenzüchterverein oder Garetnbaudignsbums zu unterscheiden. Das Wort Gottes ist Gott (Joh1,1). Wennd as Wort in Gottes in unseren Zusammenkünften fehlt, dann fehlt Gott. Das Herunterleiern von Psalmen oder Worten der Schrift reicht nicht aus: das Wort will betrachtet werden. Wir sollen uns drauf konzentrieren in unsrem Leben anwenden (Täter des Wortes sein), das können wir aber nur, wenn wir uns gemeinsam aufs Wort konzentrieren und uns darüber austauschen. Meienr Meinung stand definitv der Austausch über das Wort im Vordergrund und nicht die Predigt. Auf der anderen Seite, wenn wir uns so einige unserer Brüdergemeinden anschauen, dann wolln wa vielleicht doch lieber wiederzur Predigt wechseln 😦 Aber es muß ja nicht so laufen 🙂 Vielleicht gibts ja auch ein Zwischending zwischen brüdergemeindlichem Stehaufmännchen-Diskurs und Austausch…

        1. Korinther 14,26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles laßt zur Erbauung geschehen!
        Sprachenrede brauchen wir heute aber nicht mehr, da wir nun jadie Bibel in vollendetem Zustand vorliegen haben.

        Apg2, 42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

        Ich denke schon, dass wenn hier die Lehre der Apostel angesprochen wird, dass es da um einen Austausch darüber geht.

  5. Zum Thema Gottesdienst, wie Paulus es sieht:
    Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

    Gottesdienst findet also 24/7 statt!
    Das hören auf das Wort Gottes kann im Austausch und als Predigthören geschehen. Wir haben uns in unserer Gemeinde auf den offenen* Austausch geeinigt und fahren fast schon fantastisch gut damit.
    *Mit offener Austausch meine ich, es gibt keine Fragen à la: welche Farbe hatten die grünen Hosen des Oberpriesters? Sondern wir tauschen uns ganz einfach offen darüber aus, was uns anspricht und was uns abstößt am Text. Ich bin begeistert.

  6. @bee:
    Weshalb zur Gottesdienstfeier gehen?
    Wegen der Predigt?
    Wenn ich es mir recht überlege… eher selten deswegen.
    Es ist das Ganze: Das Gebet, der Lobpreis, die Predigt, die Gespräche… letztlich: Gott zu begegnen und dem Nächsten, resultierend aus dem höchsten Gebot.
    Es ist wohl die Vielfalt, wobei dann die Frage auftaucht, ob auf die Predigt so ein Schwerpunkt gelegt werden muss. Sicherlich kann die Predigt hilfreich sein. Aber als festes 30-Minuten-Muster an jedem Sonntag? Das sehe ich zunehmend flexibler…

  7. Hmmm….. ich weiß nicht. Ich finde, die Frage bleibt. Was ist eigentlich Gottesdienst? Was ist daran so wichtig, dass ein ganzes Volk einst die Sachen packte und auszog? Ich mein, Gebet, Lobpreis, Predigt, gute Gespräche…. hätte man auch im Hinterhof der Ziegelfabrik haben können und ist ohne weiteres hierzulande auf der Porch oder im Wohnzimmer zu haben.

    • @bee:
      Genau meine Linie! 🙂
      „Gottesdienst“ sehe ich zum einen als die tägliche Übung – unser Leben soll ein Gottesdienst sein… egal, wo ich bin…
      „Gottesdienstfeier“ als Begriff benutze ich gerne, um die Versammlung der Gemeinde zu bezeichnen… die kann tatsächlich (fast) überall sein…

      • Ich halte das für ein schwieriges Konzept. Sicher sind gerade Leute, die in Freikirchen sind, sehr viel mehr mit der Gemeinde verbunden, wenn es um den Freundeskreis geht. Oft ist Gemeinde- und Freundeskreis fast deckungsgleich. Das macht es einfach eine Einladung zum Brunch oder BBQ zu einer gottesdienstähnlichen Veranstaltung zu machen. Auch wenn man da vllt. ein bisschen aufpassen muss, dass soetwas nicht den Charakter einer Selbsthilfegruppe bekommt, wo es in erster Linie um die Probleme geht, die man mit dem Glauben hat.
        In dem Moment wo man den sehr geschützten – um nicht abgeschottet zu sagen- Raum der freikirchlichen Zirkel verlässt, kann diese Art Gottesdienst nur als Dienst an einer säkularen Gesellschaft und meist nur als Zeugnis gegen den säkularen Lebensstil gelebt werden. Ich denke, wenn man nur alltäglichen Gottesdienst als einzige Option hat, wird es schwer ihn durchzuhalten. Vertrete mal spaßeshalber in einer Kneipenrunde moralische Grundsätze, wie, dass Scheidung seltenst eine Lösung, Wiederverheiratung Ehebruch ist, künstliche Verhütung schädlich für eine Partnerschaft oder Abtreibung – egal in welchem Stadium des Embryos- Mord ist und schau was passiert. Selbst wenn Du die große Kunst beherrschst, das alles in Euphemismen zu kleiden, entspannte Gespräche über den Glauben sind was anderes.
        Dadurch entsteht einfach eine Versuchung in frommen Kreisen sich auszuklinken und nur unter sich zu bleiben und wenn man sich denn den „Anderen“ nähert, dass man in der Überzahl oder im Hausrecht ist. Es ist schon sehr merkwürdig, dass ich fromme T-Shirts nur auf frommen Veranstaltungen sehe.
        Wie gesagt, nichts gegen christliche Kuschelrunden, wo man entspannt Themen bereden kann usw., aber die Fragestellung für den eigentlichen Gottesdienst lautet für mich eher: Wie rüstet man die Heiligen aus, damit sie im Alltag den guten Kampf kämpfen, ihren Mann oder ihre Frau stehen und nicht bei jeder Kleinigkeit einknicken. Und das unter der Voraussetzung, dass man genau 60min in der Woche dafür Zeit hat.

  8. Liebe Bee, eine Eucharistie gibt es nicht! Wo findest Du in der Bibel ein Eucharistie?
    Ansonsten sahen die Zusammenkünfte folgendmaßen aus:
    1. Korinther 14,26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles laßt zur Erbauung geschehen!
    Sprachenrede brauchen wir heute aber nicht mehr, da wir nun die die Bibel in vollendetem zustand vorleigen haben.

  9. Lieber Albrecht, so wie Du den ersten Satz formulierst, hört es sich an, als wolltest Du einen Streit vom Zaun brechen. Ein solcher Satz ist eigentlich völlig dialogunfähig, nicht nur wenn man einen Katholiken anspricht. Orthodoxe, viele Lutheraner und Anglikaner würden da auch ein „Ready to rumble?“ raushören oder dir wenigstens ein Neues Testament schenken. Daher nur zu deiner Information: Eucharistie griechisch ευχαριστειν also „Dank sagen“ finden wir in jeder Bibel bezogen auf unser Thema besonders bei den Einsetzungsberichten der Synoptiker und bei unser aller Freund Paul in seinem ersten Brief an die Korinther.Wenn Du sie in deiner Bibelübersetzung nicht identifizieren kannst, schmeiß sie weg und besorg dir eine ordentliche Übersetzung. Ich mag ja King James, die ich nicht nur für sehr genau halte, sondern an deren ollen English ich auch meinen Spaß habe. Für nur 7.90 € kann man sie bei Amazon erstehen.
    Wenn deine Wortwahl eher unglücklich war und Du auf die Wandlung ansprechen wolltest, so kann ich wunderschöne Bibelarbeiten z.B. zu Johannes 6 empfehlen, aus denen ziemlich klar wird, was und warum „Das ist mein Leib…“ genau so gemeint war, wie es vom Herrn gesagt wurde.
    Dass die Reformation von dem Konzept der Wandlung abdriftete, hatte wohl weniger seinen Grund in der Bibel als in der von den Reformatoren vertretenen Philosophie. Auf der anderen Seite wurde der Begriff „Transsubstantiation“ bekanntlicherweise auch auf dem Hintergrund ganz genau definierter philosophischer Aussagen über die Materie erarbeitet.
    Diesen philosophische Gedanken kann man folgen oder auch nicht.
    Vielleicht ist die Orthodoxie hier schlauer gewesen, da sie zwar die Tatsache der Wandlung immer bekannt hat, sich aber bis heute auf keine Diskussion darüber einlässt, wie man sich das nun genau vorstellen und in Worte fassen kann.
    In jedem Fall, denke ich, wird man feststellen, dass hier durch die zwinglischen Zweig der Reformation eine neue Sichtweise vertreten wurde, die gegen das Zeugnis der gesamten Patristik steht.Zwar haben auch Kirchenväter über das Messopfer als heiliges Zeichen gesprochen, aber eben auch sehr deutlich die Wandlung vertreten. Da kann man mich eine Traditionalistin schimpfen, für mich gilt, eine Lehre, die weder in der Heiligen Schrift noch in der Tradition der Väter zu finden ist, ist eine bedenkliche Abweichung. Leute, die sich mit dem Adjektiv „bibeltreu“ schmücken, nennen das häufig eine von Menschen gemachte Lehre.
    Dein Verweis auf den Korinther verweist für mich auf eine riesige Wissenslücke in Sachen Liturgie. Diese Lücke lässt sich füllen durch den Besuch eines liturgisch geordneten Gottesdienstes, das muss kein katholischer sein, High Church Anglican gerade, wenn sie Sarum Use sind oder orthodoxe Gottesdienste sind auch sehr ausdrucksvoll. In Berlin soll es auch Lutheraner geben, die deutsche Messen feiern. In jedem Fall empfehle ich einen Blick in ein entsprechendes liturgisches Buch, denn die Bibelstellen werden nur für die täglich wechselnden Lesungen angesagt, bei allem anderen geht man stumpf davon aus, dass sie gewusst werden.
    Noch ein Hinweis: Direkt zu behaupten irgendwas stände nicht in der Bibel oder wäre unbiblisch im Sinne von“ gegen die wahre Lehre Christi gerichtet“, geht mir und vielen anderen nur mittelschwer auf die Eier, andere glauben, dass da einfach jemand spricht der biblisch und geschichtlich ungebildet ist, jedoch gibt es auch ganz grob eine dritte Fraktion, die das einfach als Beleidigung auffasst und dem entsprechend harsch reagiert. Guck, dass du denen aus dem Weg gehtst, der Ruf von Freikirchlern – die es wahrscheinlich immer nur gut meinen – ist in dieser Beziehung schon schlecht genug.

  10. In der Sache mit der Eucharistie stimme ich Bee zu: Erst einmal wurde von frühesten Zeiten an der Begriff verwendet (und zeigt uns Freikirchlern da auch einen ganz neuen Aspekt in der Bedeutung des Abendmahls, auch wenn die meisten Freikirchen zumindest den Gedanken der Realpräsenz und des Messopfers nicht mit der kath. Kirche teilen). Deine Frage, Albrecht, war peinlich. Für dich.
    Und warum das Sprachengebet aufgehört haben soll, weil uns die komplette Version der Bibel vorliegt (auch das wäre wieder ein schönes Diskussionsthema, weil man das durchaus unterschiedlich sehen kann), ist mir von der Logik her völlig schleierhaft. Und bevor Du 1.Kor 13,8 aus der Tasche ziehen willst, sage ich: Gewöhn Dir an, Bibeltexte in ihrem Zusammenhang zu lesen.

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