Wie vernünftig ist der Glaube an Gott?

So ähnlich fragt man beim Tagesspiegel.
Die nahezu einhellige Meinung der ausgesuchten Befragten: Natürlich sei der Glaube nicht vernünftig.

Besser gefallen mir da Differenzierungen:
Was ist denn vernünftig?

Und:
Hängt unser Denken von Vernunft letztlich nicht auch an von uns bestimmten Werten, die wiederum in ihrer Vernünftigkeit nicht bewiesen werden können?

Ein weites Feld!

Irrungen und Wirrungen gibt es hier und dort.
Bis zur völligen Erleuchtung ( 🙂 ) danke ich Gott für den Verstand, den Er mir gegeben hat und ich danke Ihm, dass Er mich mitunter ganz unvernünftig durch das Leben führt.

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7 Gedanken zu „Wie vernünftig ist der Glaube an Gott?

  1. „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Hebr. 11, 1) Der einzige Unterschied zwischen Wissenschaft und Glaube ist der, dass sich der Glaube nicht nur mit den Tatachen befasst, die man sieht, sondern auch mit denen, die man nicht sieht. In diesem Sinn ist der Glaube der Wissenschaft schon lange einen Schritt voraus 😉 So, wie der Glaube natürlich immer der Zeit einen Schritt voraus ist 😉

  2. Wohl wahr! Der Glaube ist vernünftig. Nur gibt es so etwas wie „neutrale Vernunft“ nicht. Wenn ich einen Nichtchristen auffordere, auf der Grundlage seiner selbstgewählten Prämissen die Vernünftigkeit des Evangeliums zu beurteilen, fordere ich ihn damit auf, es abzulehnen.
    Die gesamte Schöpfung, alle Fakten des Universums, sowie unser eigenes Bewusstsein und Gewissen offenbaren laut Römer 1,19-23 den Schöpfer, und diese Offenbarung ist so klar und deutlich, dass sie von allen verstanden werden könnte und sollte. Doch der „natürliche Mensch“ liebt die Finsternis mehr als das Licht und „leugnet die Wahrheit in Ungerechtigkeit“. Daher beurteilt er letztlich alle Dinge (auch die natürlichen) falsch, weil er sie nicht in dem Zusammenhang sieht, in den Gott sie zu sich selbst und zueinander gestellt hat.

    • Ja, ich denke, dass die „selbstgewählten“ Prämissen das Eigentliche sind, worüber wir in Diskussionen sprechen sollten… wenn wir überhaupt in Diskussionen gehen wollen.
      Ich stelle das immer wieder fest: Egal, worüber ich mit anderen rede… jeder definiert anders, jeder trägt eine andere Brille. Es gibt hier und da einen gewissen Konsens, aber auch viele Unterschiede.
      Klärung kommt – neben dem Wirken des Geistes – erst hinein, wenn wir die Prämissen klären.
      Und eine Prämisse wäre eben die Frage, ob es denn möglich sei, dass ein Gott existiert. Wer das von vornherein ausschließt, hat sich auch dem weiteren Nachdenken über Jesus verschlossen. In solchen Fällen macht ein Gespräch wirklich wenig Sinn.

  3. Der „point of contact“ zwischen Christen und Nichtchristen ist also nicht eine vermeintlich neutrale Vernunft, sondern die gemeinsame Gottesebenbildlichkeit. Rebellion gegen Gott kann immer nur gegen den Gott sein, den man (in gewisser Weise) kennt.
    Unser apologetischer Ansatz kann daher so aussehen, dass wir deutlich machen, dass unser ganzes Dasein, die Geschichte, und auch die wissenschaftliche Forschung, sinn- und zusammenhanglos ist, wenn wir nicht den dreieinen Schöpfergott als Bezugspunkt unseres Denkens voraussetzen.

  4. Ich erinnere mich gerade, dass ich im Herbst 1972 als 19-jahriger Jungbekehrter eine Zeitlang mit amerikanischen Jesus People in Volkhard Spitzers One Way Haus in Berlin-Lichterfelde wohnte. Wir missionierten auf den Straßen und in einer Teestube, die auch „One Way“ hieß. Es war eine sehr interessante Zeit mit großartigen Erinnerungen. Nach dem Berliner Kiez gings dann weiter auf den Londoner Kiez, wo wir 3 ein halb Jahre als „youth missionaries“ tätig waren, und dann zog ich zurück nach Hamburg, wo ich viele Jahre freier Mitarbeiter (und Zivi) im „Jesus Center“ war. Manchmal vermisse ich das alles.

      • Die Leute waren eine Zeitlang sehr offen für den Glauben. Das Thema Gott war irgendwie in aller Munde. Wir waren sehr spontan und hatten große Erwartungen.
        Heute ist mein Glaube fundierter, aber vielleicht weniger spontan. Ich erwarte immer noch Großes, aber nicht mehr so schnell.

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