Selber schuld

Richtet Gott die Menschen?
Und wenn ja, wie sieht dieses Gericht Gottes aus?

Im Johannes-Evangelium (Kap.3, 17 ff.) stehen interessante Verse. Ein paar Auszüge in Stichpunkten:

1. Jesus Christus kam in diese Welt, um zu retten.
(Gedanke: Auch wir als Nachfolger Jesu sind nicht hier, um andere zu verurteilen, sondern um zu retten…)

2. Wie werde ich gerettet? Indem ich Jesus Christus vertraue.

3. Wie werde ich verurteilt? Indem ich nicht an Jesus Christus vertraue.

4. Wie sieht diese Verurteilung („Gericht“) aus?
„Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.“ (V.19)

Könnte es sein, dass das Gericht Gottes über die Menschen (u.a.) darin besteht, dass sich die Menschen selbst überlassen bleiben und das Schlechte, das sie tun, gemeinsam ausbaden müssen, ohne dass Gott helfend eingreift?

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5 Gedanken zu „Selber schuld

  1. Moin Dirk,
    schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen 😉
    Zwei Gründe bewegen mich, Deine Frage mit „Ja“ zu beantworten. Zum einen ist dies genau die Schlußfolgerung, die Paulus in Römer 1, 18 ff trifft, zum anderen ist diese Entwicklung in jeder neuen, von Gott begonnenen Heilszeit erkennbar.
    Gottes Segen Dir/Euch,
    JNj. 😉

  2. Kann man sich einen Gott vorstellen, der im einen Moment noch alles tut um zu helfen, und dann auf einmal sagt, jetzt ist es mir egal – macht doch was ihr wollt? Selbst schuld? Kann so eine Art von Gericht das letzte Wort sein?
    Gruß Jason

    • Gute Fragen! Wie ist das Wesen Gottes?
      Ich denke, darum geht es sehr viel beim Lesen der Bibel. Was für ein Gottesbild kommt rüber? M.E. hilft es nur, die Bibel immer wieder von Vorne bis Hinten zu lesen. Es ist Puzzlestückarbeit. Kein Vers der Bibel gibt das gesamte Wesen Gottes perfekt rüber. Es ist mehr das Sammelsurium der Verse, die nach und nach das Bild abrunden. Und trotzdem: für mich bleibt vieles verborgen, auch, wenn sich manches klärt.

      Um es kurz zu machen:
      Ich denke, dass Gott nicht von Jetzt auf Gleich einen Schalter umlegt und dann sagt: „Ist mir doch egal.“
      Von dem, was ich erkannt habe, halte ich das fest:
      Gottes Wesen ist Liebe. Nicht unsere menschliche, sondern durchaus eine andere.
      Er gibt Chancen über Chancen. Er schenkt Gutes an gute und schlechte Menschen. Er ist lange, lange, lange barmherzig und dabei wahrscheinlich viel geduldiger als wir Menschen es sind.
      Bis Gott zu dem Punkt kommt, an dem Er sagt: „Jetzt ernte, was Du gesät hast – Du willst mich nicht – dann sieh‘ zu, wie es ohne mich geht!“ muss schon viel passiert sein.
      Und selbst dann verstehe ich Sein Zurückziehen noch immer als eine Erziehungsmaßnahme. Ich stelle mir vor, wie Er selbst beim Rückzug nur darauf wartet, dass das Menschlein Ihm einen Fingerzeig gibt… und schon ist Gott wieder dabei und hilft….Ihm geht es dabei um die Beziehung und Gemeinschaft…. deshalb ist der Rückzug Gottes und damit das Gericht Gottes wohl oft nur der letzte Schritt, weil alles andere nicht geklappt hat. An Gott liegt es dann nicht – Er ist bereit – aber der Mensch muss wissen, was er will…

      • Ich möchte in diesem Zusammenhang noch auf 2. Petrus 3, 9 verweisen, wo Petrus klar macht, dass es Gottes Wille ist, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und deswegen viel Zeit zur Umkehr lässt. Gott nimmt – so Petrus – sogar in Kauf, dass andere sagen, es gäbe ihn gar nicht, weil er nicht sofort Gericht hält. Die von mir angesprochene Stelle Römer 1, 18 ff. beschreibt – nach meinem Verständnis – auch einen Prozess, ebenso, wie die Entwicklung in den Heilszeitaltern.

  3. Die Bibel lehrt doch beides: Dass der Mensch nur errettet wird, wenn er umkehrt und Christus vertraut, und dass er das von sich aus gar nicht kann, sondern dass diese Umkehr nur durch Gottes Eingreifen bewirkt wird. Gott kann, durch seinen Geist, in die innere Entscheidungszentrale des menschlichen Willens eingreifen und ihn „willens machen am Tage seiner Macht“. Wäre das nicht der Fall, dann hätte der Mensch durch eine Art absolute Autonomie die Macht, Gottes Willen und erklärte Absicht auszuhebeln. In dem Falle wäre Gott nicht Herr der Geschichte, sondern selbst von Zufallselementen abhängig. Dann könnte er auch nicht die Erlösung des Menschen „möglich machen“, weil er gar nicht Ursache der Möglichkeiten wäre. Gnade wäre dann nicht Gnade, weil der, der sie austeilen muss, selbst vom Menschen abhängig ist, und menschliche Freiheit wäre keine Freiheit, weil die Umgebung, in der sie gedeiht, nämlich der Plan Gottes, keine absolute Gültigkeit hat.

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