Wenn’s so einfach wäre…

jemanden zu heilen!

Das Neue Testament ist voll von Geschichten über wundersame Heilungen. Blinde, Taube, Lahme… werden geheilt (von Knochenbrüchen habe ich noch nichts gelesen) und sogar Tote werden wieder lebendig.
Es gibt im NT kein Beispiel dafür, dass Gott Krankheit beim Menschen will.
Im Gegenteil: Wenn sich Jesus aufmacht, dann werden Menschen geheilt.

So ist es nur folgerichtig, dass es viele Bücher zum Thema „Heilung“ gibt und sich auch immer wieder Diskussionen darüber ergeben.
Und manches dabei klingt dann ziemlich technisch:
– Wir haben durch Jesus die Vollmacht, Kranke zu heilen.
– Entsprechend sollen wir beten oder gar im Namen Jesu befehlen.
– Dann ist die Gesundung zu erwarten.
– Sollte die Gesundung nicht eintreten, dann fehlt möglicherweise der Glaube oder es gibt andere geistliche Hindernisse oder Dinge, die zuerst an das Licht gebracht werden müssen.
Sprich: Eigentlich ist da ein „Schaltplan“ und wir müssen nur die exakten Funktionen kennen und schon kann die Heilung fließen.

Wird das Technische deutlich?

Was mir dabei fehlt, ist der Schwerpunkt der Liebe von Gott durch den „Heiler“ für den „zu Heilenden“.
Und vielleicht ist die mangelnde Liebe manchmal der eigentliche Grund, weshalb manches Heilungsgebet nicht sogleich erfüllt wird….

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43 Gedanken zu „Wenn’s so einfach wäre…

  1. Moin Dirk,
    ein kleines Veto: Es gibt Menschen im NT, die – zumindest eine Zeit lang – krank bleiben:

    2. Timotheus 4, 2:“ Erastus blieb in Korinth, Trophimus ließ ich in Milet krank zurück.“ Konnte Paulus Trophimus nicht heilen? Wollte Gott seine Genesung noch nicht? Wa, wie einige meinen, die Heilungskraft am abnehmen? Ich weiß es nicht, ich habe auf diese Fragen keine Antwort.

    Oder 1. Timotheus 5, 23: „Trinke nicht mehr bloß Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen und wegen deiner häufigen Krankheiten.“ Timotheus war – häufig ?!! – krank? Warum heilt Paulus ihn nicht? Warum eine Empfehlung für Wein statt für Heilungsgebet?
    Ich weiß es nicht, ich habe auch auf diese Fragen keine Antwort.

    Was mir klar ist, ist dies: Ich habe Heilung nicht „in der Hand“ (das hat keiner, offensichtlich nicht mal Paulus), verfüge nicht darüber und es gibt keine Technik, kein magisches Sprüchlein (fromm verbrämt: funktionierendes Heilungsgebet), das 100 % Erfolg bringt. Ich muss mit jedem Leidenden die „zweite Meile“ (und wenn’s drauf ankommt auch die achte und die neunte) mitgehen, ihm/ihr beistehen. Ich werde weiter für Heilung beten, aber auch darum, dass Gott zeigt, was Sein Wille in der jeweiligen Situation ist.

    VG,
    JNj.

    • Moin, Moin!

      Ja, das sind Bibelstellen, die mich nüchtern machen. 🙂
      Allerdings wissen wir über die Dauer der jeweiligen Krankheit zu wenig.
      Wer meint, dass Gott immer heilen will – was ich erst einmal unterstützen würde – der fängt an zu überlegen, weshalb die beiden oben genannten Leute nicht so schnell geheilt wurden.

      Allerdings bin ich kein Verfechter der „Gott heilt immer und sofort – es sei denn, der Fehler liegt bei uns“-Thesen. Ich meine auch, dass es nicht immer um die Sünde des Kranken ginge (s.a. Jesus, Seine Jünger & der Blindgeborene… „wer hat gesündigt…?“). Ich meine ebenfalls, dass wir differenzieren müssen zwischen einem Heilungswunder (passiert jetzt und sofort) und einer Heilung (die ein langer Prozess sein kann und idR auf das Herz zielt… der Körper mag dann nachfolgen).

      Letztlich ist es so komplex und liegt schließlich in der Souveränität Gottes, so dass für mich immer ein Stück Mysterium bleibt. Bzw. der Reich Gottes-Gedanke: es ist schon, aber noch nicht vollkommen…..
      Damit kann man sich auch rausreden, bedeutet für mich aber, demütig mit eigenen oder fremden Krankheiten umzugehen. Der Fragende zu bleiben, der Bittende zu bleiben… gelegentlich mal der „Befehlende“ im Namen Jesu… und am liebsten in der Gnade und Barmherzigkeit Gottes zu stehen und den Kranken mit liebenden Augen zu betrachten….

      • „Allerdings bin ich kein Verfechter der „Gott heilt immer und sofort – es sei denn, der Fehler liegt bei uns“-Thesen. Ich meine auch, dass es nicht immer um die Sünde des Kranken ginge (s.a. Jesus, Seine Jünger & der Blindgeborene… „wer hat gesündigt…?“). Ich meine ebenfalls, dass wir differenzieren müssen zwischen einem Heilungswunder (passiert jetzt und sofort) und einer Heilung (die ein langer Prozess sein kann und idR auf das Herz zielt… der Körper mag dann nachfolgen).“

        Das ist gut, dass Du kein Verfechter dieser Thesen bist. Für mich kommt nämlich gerade in solchen Thesen der von Dir angesprochene „Technik-Glaube“ (Ich nenne das meist den ‚Methoden-Glauben‘) zum Ausdruck.
        Es gibt, was Heilung betrifft, einfach zu viele Fragen und m.E. sind diese von denen, die das Heilungsthema immer propgaieren, noch nie gründlich beantwortet worden, als da z. B. wären: Wir sind weder Jesus noch die Apostel – woher nehmen wir also den Gedanken, „unser Heilungsdienst“ müsse genauso „funktionieren“ wie der in den Evangelien bzw. der Apostelgeschichte? u.a.m.
        Schönen Sonntach,
        JNj.

  2. Interessanter Gedanke. Für mich stellt sich allerdings die Frage, warum Gott darauf angewiesen ist, dass der Heiler den Kranken liebt? Aus Sicht des Kranken ist das ja doppelt schlimm. Zum einen wird er nicht geliebt und dafür heilt Gott ihn dann auch einfach nicht…Ich finde, dass es so einfach nicht ist. Fehlende Heilung durch mangelnde Liebe oder mangelnden Glauben zu erklären kann vielleicht auch nach hinten losgehen…

    Gruß

    • Ja, das ist ein guter Gedanke, finde ich. Der Kranke würde doppelt „gestraft“ sein…. das widerspricht natürlich meinem Gerechtigkeitssinn. Da hast Du Recht.

      Allerdings mahnt Jesus Seine Jünger einmal, dass sie zu wenig Glauben gehabt hätten und deshalb sei eine Heilung/Befreiung nicht geschehen (mt 17,14 ff.)
      Was bedeutet das?
      Heißt das, dass der Helfende durchaus relevant ist im Heilungsprozess?

      Wenn wir auf Jesus schauen, dann fällt auf, dass Er Menschen mit einem Kleinstglauben geheilt hat oder sogar Tote, die wahrscheinlich keinen aktiven Part im Geschehen haben konnten. Wer war der Relevante? Jesus.
      Also, der Heiler/Helfende.

      Andererseits betont Jesus immer wieder den Glauben des Betroffenen. „Dein Glaube hat dir geholfen“ ist eine bedeutende Aussage. Wahrscheinlich der Glaube, sich nur an Jesus zu wenden und nirgends sonst die Hilfe zu suchen.
      Also kann auch der Kranke eine Rolle spielen. Abgesehen von Toten… 🙂

      Ein absolut festes Schema scheint es nicht zu geben, insoweit kann ich Deiner Kritik zustimmen, dass die Liebe nicht immer die einzig relevante Faktor ist. Und sicherlich ist es auch gut, dass wir kein festes Schema, sondern nur Anhaltspunkte haben… wahrscheinlich würden wir sonst christliche Zaubersprüche erfinden….

  3. Zwei Anmerkungen: In Mk 9 sollte man bei 19 nicht stehen bleiben, sondern weiterlesen bis 29. Da taucht bei einer einigermaßen vernünftigen Übersetzung das Fasten auf und es wird recht klar, dass es nicht um eine Krankenheilung, sondern um einen Exorzismus geht. Auch wenn aufgrund der Beschreibung immer direkt auf einen Epilepsie-Kranken geschlossen wird, der Evangelist besteht darauf, dass es sich um einen stummen Geist handelt. Ich glaube hier dem Evangelisten mehr als einer verspäteten Ferndiagnose.
    Auf die Frage wie lange Jesus noch bei mir Torfkopf bleiben muss, würde ich übrigens „für immer“ antworten. Allerdings sollte man die Szene mal genau betrachten, wer hier mit wem redet oder streitet z.B. Hätte Jesus seinen Jüngern schon zu Beginn gesagt, dass sie aufgrund ihres Unglaubens den Geist nicht hätten austreiben können, dann hätte sie nicht hinterher nochmals fragen müssen. Wer holt sich schon gerne für eine Sache zwei Rüffel? Auch wenn es schwer fällt, weil man es schon x-mal ausgelegt bekommen hat, man muss wirklich lesen was da steht, sonst sieht man Sachen, die gar nicht da sind.
    Das Verhältnis zum Leid sollte man wirklich mal überdenken. Christus hat die Welt nicht durch seine Wunder gerettet und niemand von uns ist in der Taufe auf die Heilungen oder Reden Christi getauft worden. Wenn wir wirklich sagen, dass wir Anteil haben wollen an Kreuz und Auferstehung Christi, dann kann Krankheit und Leid – Krankheit ist ja nur eine Form von Leid- nicht mehr sinnfrei für uns sein. Das heißt nicht, dass man sein Leid suchen muss. Das braucht’s nun wirklich nicht. Denn die Frage ist nicht, ob wir leiden werden, sondern nur wann. Altwerden ist nichts für Feiglinge. Die Frage ist – finde ich- wie verhält sich mein Leid zum Erlösungsleiden Christi. Kann ich wie Paulus sagen, dass ich mit meinem Leid ergänze was an den Leiden Christi fehlt? Und wenn ja, was genau meint das?
    Oh, vllt noch ein Drittes: John Piper zu den Auswüchsen einer Theologie, die Heilung und Wohlstand betont und den Sinn von Leid völlig verdrängt. http://www.youtube.com/watch?v=PTc_FoELt8s

    • Hi bee!

      Du hast Recht… es geht bei der erwähnten Stelle um eine Befreiung (bzw. Exorzismus). Es ist gut, hier zu differenzieren, weil ich in einem Exorzismus eher das Punktuelle sehe und in einer Krankenheilung mehr das Prozesshafte – tendentiell. Dennoch würde ich auch den Befreiungsdienst in die große Schublade „Heilung“ packen.

      Zum Leid:
      Jesus sagt, wir sollen uns wegen der Leiden freuen – wenn wir sie erleiden, weil wir uns zu Ihm bekennen. Paulus schreibt, dass wir lieber leiden sollen, weil wir Gutes getan haben als wegen unserer Sünde.
      Jesus litt ebenfalls, aber offenbar nicht, weil Er krank gewesen wäre, sondern weil Er unsere Sünden trug.
      Somit würde ich das Leid nicht sogleich verdammen. Es aber auch nicht in jedem Fall umarmen. Es hängt von der Situation ab.
      Krankheit würde ich grundsätzlich nicht „umarmen“ wollen.
      Wohl aber den Kranken.

      • Wie so nicht? Warum sollte man alles mögliche als „sein Kreuz“ akzeptieren können, nur Krankheit nicht? Ich finde man sollte vorsichtig damit sein Krankheit als einen Weg der Kreuznachfolge auszuschließen.

  4. @bee: Mich würde Deine Begründung interessieren, weshalb wir auch eine Krankheit als „Kreuz“ sehen können/sollten/müssten…. ich frage nach, weil ich mich damit schwer tue. Andererseits gibt es ja nun viele Kranke, die nicht einfach geheilt werden und die Trost suchen…

    • Das kann man von mehreren Seiten betrachten. Erstmal von Pauls Seite, der offensichtlich sein Leid als Teilhabe am Erlösungsleiden Christi um der Kirche willen annimmt. Diese Teilhabe ist für ihn nicht auf das Heilen der Kranken oder Verfolgung beschränkt.
      Eine andere Seite ist die das Priestertum aller Gläubigen. Priester -in allen Religionen- sind Menschen, die dazu ausgesucht sind den Göttern opfer darzubringen, um so für die Menschen eine Brücke zu der Anderswelt der Götter zu bauen und die Segnungen der Gottheiten für die Gemeinschaft zu erlangen.
      Als Christ ändert sich diese grundsätzliche Bestimmung des Priestertums nicht vollständig. Wenn die Kirche wirklich Leib Christi ist muss sie das eine reine Opfer nicht nur als Erinnerung und/oder Re-Präsentation feiern, sondern sich auch hier als Leib Christi mit-opfern. Da Jesus nun mal das Kreuz und nicht seine Predigten oder Heilungen als das eine Opfer als Ganzhingabe gewählt hat, ist es nur logisch wenn wir hier den Schritt mit gehen und Leid und Krankheit mittragen und aufopfern.
      Wenn man vom Standpunkt der Sinnhaftigkeit von Krankheit sich dem Thema nähert, ist Krankheit – wenn ich nicht etwas damit machen kann- völlig sinnfrei.
      Allerdings macht Jesus ziemlich klar, dass der Dienst an Kranken einer der Wege ist ihm zu dienen. Wenn Krankheit keinen anderen Sinn hätte, als eine Ikone Christi in der Gemeinde zu sein, wäre das schon ein Geschenk an uns, was man nicht unausgepackt in der Ecke liegen lassen sollte und es bringt dem Kranken eine Würde zurück, die er vielleicht gedacht hat gerade durch die Krankheit zu verlieren.
      Das sind jetzt nur Stickpunkte, Ich bin eigentlich auf den Sprung zur Messe. Literatur dazu gerne. Mail me.

  5. @JNj:
    Du schriebst zum Schluss „u.a.m.“… daraus entnehme ich, dass Du eher nicht eine große Erörterung einsteigen willst!? 🙂
    Zumindest schreibe ich sowas, wenn ich eigentlich zum Schluss kommen will…. kleiner Einschub… 🙂

    Du schriebst:
    „Es gibt, was Heilung betrifft, einfach zu viele Fragen und m.E. sind diese von denen, die das Heilungsthema immer propgaieren, noch nie gründlich beantwortet worden, als da z. B. wären: Wir sind weder Jesus noch die Apostel – woher nehmen wir also den Gedanken, „unser Heilungsdienst“ müsse genauso „funktionieren“ wie der in den Evangelien bzw. der Apostelgeschichte? u.a.m.“

    Wahrscheinlich kann man viele solcher Fragen/Einwände mit irgendwelchen Bibelversen beantworten… fraglich wird nur immer sein, ob die auch „passen“.
    Was dann zu weiteren Diskussionen führt… und plötzlich ist man beim Behandeln von „Geschlechtsregistern, Feiertagen, Fabeln…“ und tut nix Nützliches mehr.
    Andererseits: Behandeln wir diese Fragen nicht, dann verbleibt hier und dort eine große Unsicherheit.
    Abgesehen davon: möglicherweise gibt es auch einen großen Unterschied zwischen uns westlich-intellektuell Geprägten und Völkern, die eine übernatürliche Dimension für real halten und die sich meistens viel weniger schwer tun, mit Gottes Eingreifen zu rechnen.
    Vielleicht stellen wir uns an manchen Punkten auch selber ein Bein.

    Mich reizt es dennoch, kurz auf die Überlegung einzugehen, ob wir genauso wie bei Jesus und den Aposteln von Heilungswundern und -prozessen ausgehen dürfen.
    Man kann es schließen daraus, dass Jesus uns sendet, wie Er gesandt wurde.
    Dass Er Seine Jünger beauftragt, in die Welt zu gehen, und u.a. Kranke zu heilen.
    Diese Heilungen können wir als Bestandteil Seiner Lehre auffassen.
    Wenn wir in der Welt Jünger machen sollen, dann sollen wir sie auch im Sinne Jesu lehren. Wenn die Heilungen Bestandteil Seines Lebens und Seiner Lehre sind, dann sollen wir andere auch darin lehren. Die Lehre wiederum ist im hebräischen Sinn (m.E.) nicht rein kognitiv, sondern umfasst den ganzen Menschen. Es geht also nicht um bloße Wissensvermehrung, sondern um die Anregung, das Wissen in die Praxis umzusetzen.
    Kurzum: Davon auszugehen, dass wir grds. die Vollmacht Jesu haben, weil Sein Geist in uns ist, und wir deshalb auch Kranke heilen sollen, würde ich erklärbar finden.

    Schönen Sonntach zurück!

    • Oh, da juckt es mich in den Fingern. 🙂
      Also, ist ja nicht so, als würde ich nicht an Heilung glauben. Selbst wenn es nicht auch in meiner Umgebung passieren würde, dann gäb es ja noch Wallfahrtsorte, die mit Votivtäfelchen zugepflastert sind und die Heiligenviten. Also Heilung gibt es, auch wissenschaftlich unerklärliche Heilungen. Aber was heißt eigentlich Vollmacht haben. Das ist so ein typisches freikirchliches Wort, wo ich immer meine Probleme mit habe. Ich fände es merkwürdig, wenn man sich das so vorstellen würde wie eine Handelsvollmacht in der Wirtschaft. Sicher haben wir ein anderes Amtsverständnis, gehen also davon aus, dass Vollmacht in einer anderen Art und Weise gegeben wird, aber wozu die Vollmacht ist, darüber könnten wir uns denke ich einigen. Bei der Sendung der Apostel ging es in der Tat darum die selbe Auftrag zu erfüllen wie Jesus. “ So wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich Euch….“ Nun, der Vater hat den Sohn gesandt, um die Welt mit Ihm zu versöhnen. Krankenheilung kann ein Zeichen dieser Versöhnung sein, muss aber nicht, denn wir werden trotzdem alle alt und sterben. Krankenheilung ist also nur ein Aufschub des eigentlichen Problems, was wir haben. Krankheit ist nur ein Vorspiel des Todes und das ist unser eigentliches Problem. Nun, glauben wir ja, dass der Tod entmachtet worden ist und er nun nichts anderes mehr ist als eine Türe, die nach Hause führt. Dann kann man wohl auch von der Krankheit das selbe behaupten. Deshalb finde ich es immer etwas schwierig Krankenheilung als ein Muss anzusehen. Ich denke nicht, dass wir beten und dann sofort Heilung in der Form, in der wir uns das vorstellen, passiert muss. Markus 2, 3 ff. (was ja landläufig so die Stelle für Fürbitten ist) wären dann wohl so abgelaufen:
      Also die vier Leute decken das Dach ab und lassen den Gelähmten durch das Dach runter. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Darauf hin ruft jemand von Dach runter: „Ey! Was soll der Quatsch! Wir haben den doch nicht den ganzen Weg zu dir geschleppt, damit Du fromme Sprüche kloppst! Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist: Der Typ kann nicht laufen! Der is gelähmt. Mach was dagegen!“ Worauf hin dann die umstehende Menschenmenge anfing “ Heilung jetzt !“ zu skandieren und die Schriftgelehrten sich eins ins Fäustchen lachten.
      Nun, wir wissen alle, dass das nicht so gelaufen ist. Was drei Dinge klar stellt: a) In der Fürbitte – auch in der um Heilung – geht es nicht darum, dass das was wir für dringlich erachten passiert. Die vier Leute und vllt. sogar der Gelähmte selber dachen sie wüssten was das Problem ist – war ja offensichtlich – und lagen falsch.
      b) Es passiert immer was und zwar das Richtige, wenn wir jemanden im Gebet zu Jesus bringen. c) Heilung ist ein Zeichen, was andere erkennen lässt, dass Jesus wirklich Gott ist und daher die Zusage der Sündenvergebung quasi beglaubigt.

      • Mir gefällt besonders der Punkt, den Du bringst:
        „Es passiert immer was un zwar das Richtige, wenn wir jemanden im Gebet zu Jesus bringen.“
        Genau! Was bleibt uns letztlich anderes übrig!?

        Das Wort „Vollmacht“ benutze ich eigentlich selten (so hoffe ich bei kritischer Reflektion). Genau aus dem Grund, den Du ansprichst: Es wird in manchen Kreisen inflationär benutzt und ich frage mich auch, was Jesus denn damit gemeint haben soll bzw. ob sich das mit dem deckt, was wir denken.
        Die „Vollmacht“ würde ich auch nicht im technisch-magischen Sinn verstehen.
        Aber ich würde es auch nicht „wegerklären“ (machst Du ja nicht).
        Denn immerhin gibt es deutliche Aussagen dazu, dass in uns der Auferstehungsgeist wohnt als „dynamis“ Gottes – derselbe Geist, der in Jesus ist. Das kann schon ziemlich mächtig rüberkommen.
        Doch ebenso lesen wir von Jesus, dass Er das tat, was Er den Vater tun sah… völlige Nähe/Abhängigkeit zum himmlischen Vater. Deshalb schien Jesus auch zu wissen, wann es Zeit ist, einzelne Kranke oder Massen von Kranken zu heilen oder eben mal nix in der Hinsicht zu tun…

    • Moin Dirk,

      ich schrieb u.a.m., weil ich

      a) nicht eine ganze Latte Fragen in eine Kommentar „hineinhauen“ wollte,
      b) weil ich Sonntagsmorgens – aus Dir sicher verständlichen Gründen 😉 – wenig Zeit hatte und
      c) weil die von mir gestellte Fragen, mein Hauptanliegen ist.

      „u.a.m.“ bedeutet bei mir immer: Da gibt’s noch mehr, lass‘ uns aber zuerst mal die grundlegende Sache anschaun/klären.

      Zu Deiner Antwort:
      „Gesandt, wie Jesus“ – nun, Du wirst zugeben, dass es gravierende Unterschiede zwischen der Sendung Jesu und unserer Sendung gibt: Wir verkündigen den Erlösungstod/dieAuferstehung/Himmelfahrt müssen das aber nicht wiederholen. Ich schreibe das nicht aus Ironie, sondern um meinen Punkt zu verdeutlichen:
      Muss man/kann man schließe, dassweil jeder, den der Herr anrührte, geheilt wurde, auch jeder geheilt werden muss, für den wir beten?

      Im Gegensatz zum Missionsauftrag, den alle zu erfüllen haben, finde ich keinen Heilungsauftrag für alle. Ich lese in 1. Korinther 12,9, dass einige die Gabe der Heilungen haben. Heißt das, das Heilungen hauptsächlich bei diesen Christen stattfinden und andere besser nicht für Heilung beten, weil sie andere Gaben haben und dementsprechend auch nicht erwarten brauchen, dass bei ihnen Heilungen geschehen?

      Wieso sollten wir grundsätzlich die Vollmacht Jesu haben? Müsste das nicht auch bedeuten, dass wir dem Sturm gebieten, Brot vermehren, Tote auferstehen lassen können? Die Vollmacht, die die Gläubigen empfangen scheint mir doch eine andere zu sein, als die des Herrn. Und „grundsätzlich die Vollmacht jesu haben“ klingt auch ein bisschen technisch …

      Alles Fragen, die mich immer mal wieder beschäftigen. Ich bekomme regelmäßig irgendwelche E-Mails, in der mir Leute belegen wollen, dass Gott heute nicht mehr eingreift und Kranke heilt. Und ich bekomme E-Mails, in denen Leute behaupten, Gott „will alle heilen“. Für beide Positionen finde ich – bis jetzt – weder einen Beleg in der Bibel noch deckt sich das mit meinen Erfahrungen von 29 Jahren Christsein. Ich kenne Menschen, die ein sehr hingegebenes Leben führen und trotzdem schwer krank sind und das seit Jahren. Und ich kenne Menschen, die schwerst krank waren und durch Gottes Eingreifen vollkommen wiederhergestellt wurden. Alles ohne Show, ohne hypercharismatisches Tamtam. Wie ich mit meinen Fragen umgehe, das habe ich ja schon oben geschrieben.
      Dir eine gute Woche!

      • Danke für Deine Erklärung zum „u.a.m.“… 🙂

        Verstehe, dass das Wort „Vollmacht“ ein Reizwort sein kann.
        Ich sehe das auch nicht als einen Automatismus. Da teile ich Deine Erfahrungen.
        Die Vollmacht Jesu ist auch an Seine Demut/Seinen Gehorsam angebunden. Die Vollmacht ist nichts, was isoliert für sich existiert. Vollmacht besteht immer nur soweit, wie ich auch bevollmächtigt bin.
        Wir wissen von Jesus, dass Er manchmal alle geheilt hat, manchmal nur Einzelne und manchmal ging es gar nicht um Krankenheilung. Er tat das, was Er den Vater tun sah…. darin ist wohl Seine Vollmacht begründet. Unsere Vollmacht wird wahrscheinlich nicht unserer Willkür unterliegen, sondern dem Willen des Vaters.
        Und sicher: Er will, dass alle Menschen gerettet werden. Und, dass manche Menschen das Zeichen des heranbrechenden Reiches sehen: z.B. eine Krankenheilung.
        Vielleicht unterstellt Er den Wunsch nach Heilung dem Ziel der Rettung?!

        Wobei doch auch die Rettung nicht nur eine gedankliche Angelegenheit ist, sondern letztlich den ganzen Menschen umfasst. Vieleicht ist das schrittweise Heilwerden gotttypischer als die punktuelle Wunderheilung…

  6. Also, Ich will mich nicht zu sehr an der Diskussion beteiligen. Meinen Standpunkt mache ich ziemlich klar in meinem Blog.
    Ein Link zu einem Prediger aus der Gemeinschftsbewegung
    klick

    Hier noch ein guter Link zu einem katholischen Bibellehrer
    klick
    Dann ist noch die Frage: Was ist wenn Gott nicht heilt
    klick
    Helmut

  7. Hallo Dirk,
    altes Thema neu durchdacht ;-)…
    mal jenseits von aller Theorie und Schriftkenntnis, habe ich persönlich Heilung und Befreiung immer dann erlebt, wenn ich tatsächlich den Glauben dafür hatte! Machen wir uns doch nix vor, wir beten oft, haben aber nicht mehr als den Wunsch, dass eine Heilung stattfinden möge – das ist zu wenig! Wir müssen erst wirklich zum Glauben durchdringen und allen Zweifel hinter uns lassen, dann wird Gott sich verherrlichen! Das ist natürl. keine „Leistung“ unsererseits, sondern unser Glaube steht, keimt und wächst auf Seinem Wort und ist eine Gabe, die wir empfangen.

    Ich habe z.B. die Heilung meiner Ehe erlebt und habe nun einen ungebrochenen Glauben, dass Gottes Wille die Wiederherstellung zerrütteter Ehen ist. Seither erlebe ich da wunderbare Gebetserhörungen! Oder ich wache morgens auf und habe völlige Klarheit über einen dämonischen Angriff auf eine mir nahestehende Person und befehle den Dämonen in Jesu Namen und im vollen Glauben. 3 Tage später höre ich, dass genau zu der Zeit diese Sache zuende war!

    Ein befreundetes Ehepaar leitet ein Seniorenheim – sie haben vollen Glauben für die Wiederherstellung ihrer Bewohner und es passieren dort andauernd die „unglaublichsten“ Heilungen uswusw.

    Was ich damit sagen will: Wenn wir nicht den ungebrochenen Glauben für etwas haben, sollten wir nicht dafür beten – das wäre „halbherzig“ und bringt nix – trotz aller Schriftstellen und noch so überzeugender Glaubenstheologie! 😉

    Ein tolles Zeugnis habe ich z.B. am Sonntag in unserer Gemeinde von einer Schwester gehört:
    Als sie noch eine Ungläubige war, mit schwerstem Magenkrebs im KKH lag und am nächsten Tag die Total-OP bevorstand, hat sie in dieser Nacht das 1. Mal zu Jesus gebetet (das war eher ein verzweifellter Schrei nach dem Motto „wenn es dich gibt…“) – und sie war am nächsten Morgen völlig geheilt! Die Ärzte sind ausgeflippt uns haben noch 20 Untersuchungen gemacht, aber konnten NICHTS mehr finden – genial!
    Seither ist sie eine Gläubige!! 😀

    Gruß + Segen

    • Hi Bento!

      Danke für diese ermutigenden Berichte. Du schilderst das, was Jesus auch immer wieder betont: Dein Glaube hat Dir geholfen!
      Der hat eine wichtige Schlüsselrolle, wobei ich dann gleich denke: Herr, hilf meinem Unglauben!

      Dann haben wir aber auch das (ist ja kein Entweder-Oder):
      Glaube ohne Liebe ist nix wert, 1. Kor 13.
      Und doch so wichtig, dass schließlich steht:
      Es bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung…
      aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

      Am besten ist also der Mix:
      Aus Liebe zu Gott und dem liebenden Blick zum Kranken in Glauben die Krankheit vertreiben!

      Gott ist mit Dir!

      Dirk

  8. Hi Dirk,
    ja der Glaube hilft – und Gott hilft auch weiter, wenn es uns an Glauben mangelt! 🙂

    Das interessante an dem Bericht der Schwester finde ich ist, dass sie ja eigentlich noch gar keinen Glauben hatte, aber aus tiefstem Herzen um eine Selbstoffenbarung Jesu geschrieen hat – so hat Er sich an ihr verherrlicht!

    Sowas habe ich übrigens auch schon erlebt, als ich gar nicht um Heilung gebeten hatte, sondern nur aus tiefem Herzen darum bat „Vater verherrliche deinen Namen“, hat Er das sofort durch eine Spontanheilung getan…

    Um mal auf den von dir gewählten Titel hier anzusprechen:
    Ich denke für Jesus ist es einfach, aber es ist „zu einfach“ für unsere komplizierte Denkweise 😉 …

    Mat 8:2 Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, WENN DU WILLST, kannst du mich reinigen.
    Mat 8:3 Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: ICH WILL ; sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein.

    Hier haben wir ein Beispiel von bekennendem Glauben und Hingabe – und die klare Willenserklärung Jesu!
    …gibt es bei Gott etwa ein Ansehen der Person?

    Segen!

  9. Verengt das nicht auf „dein Glaube hat Dir geholfen“. Wissen wir irgendwas über den Glauben des Typens, den man zu Jesus durchs Dach runtergelassen hat? Weiß irgendwer was der Typ am Teich geglaubt hat? Besonders dankbar war er ja nicht gerade. Weiß man was über den Glauben, den der Diener des Centurio hatte?
    Therese von Lisieux ist mit 24 an Tuberkulose gestorben, zu wenig Glauben für eine Heilung? Schonmal was von ihr gelesen? Gabriel dell’Addolorata mit 23 an TBC gestorben. Nicht fromm genug? Franz von Assisi starb mit 45 nach langer Krankheit. Nicht offen genug für das Wirken des Heiligen Geistes? Karl Leisner starb mit 30, auch an TBC. Nicht standhaft genug im Glauben?
    Das kann man noch endlos weiter führen und ich denke, es ist nicht pietätlos hinterher zu schieben warum Gott uns Heilung schenken soll, während er seine Heiligen verrecken lässt, Denn an die oben aufgeführten kommt was Glauben, Gebet und Hingabe- kurz Heiligkeit – angeht mit Sicherheit keiner von uns rann.
    Man könnte fast meinen, dass Er bei manchem das Gericht aufschiebt damit er etwas mehr Zeit haben, umzukehren. Was wäre, wenn die meisten Heilungen kein „Weiter so!“, sondern ein „Nimm Dir noch was Zeit und ändere Dich!“ sind. Natürlich könnte man – wenn dies zutrifft – nicht mehr so wahnsinnig stolz auf seinen Glauben sein. Dann wäre es eben nicht sein eigenes Vertrauen auf Schrift und Geist, die eigene Offenheit, oder das eigene intakte Gebetsleben, sondern einfach nur das Mitleid eines sehr, sehr geduldigen Vater, der nicht will, dass jemand verloren geht. Dann könnte es sogar so sein, dass die Leute, die wir wegen ihrer Krankheit bebeten uns im Glauben meilenweit voraus sind und wir sie eigentlich um Gebet bitten müssten.

  10. ja bee – es gibt sogar die Ansicht, dass wenn jmd. geheilt worden ist, er darum bitten sollte wieder krank zu werden -´das ist kranke Theologie!

    Niemand verengt etwas oder ist hier stolz auf „seinen“ Glauben, denn es geht ja gar nicht um „meinen Glauben / deinen Glauben“ sondern um DEN Glauben des Sohnes Gottes – Er allein hat uns den Willen des Vaters offenbart. Der Typ vom Dach hatte zumindest eifrige „Fürbitter“, der am Teich hatte seine Hoffnung auf was Falsches gesetzt und wurde in der Begegnung mit Jesus korrigiert und ALLE wurden von Ihm geheilt, auch die Undankbaren, weil Gottes Barmherzigkeit keine Grenzen kennt.

    Wir sollten wissen was gemeint ist, wenn wir beten „DEIN Wille geschehe“.

    Jeder – auch die heiligsten Leute – kann ohne Glauben für etwas bestimmtes sein, meistens weil wir durch eine best. Theologie geprägt sind, z.B. dass es Gott wohlgefällig sei, dass wir krank sind…
    es geschieht unwiedersprochen nicht immer der Wille Gottes, doch es bleibt nunmal der Unglaube das Haupthindernis für die Wirksamkeit des Reiches Gottes auf der Erde – er hat sogar Jesus davon abgehalten in Nazareth zu heilen.

    Darum heißt es Jak 5:15 „Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken heilen, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.“
    es ist numal ein Fakt: Für Sündenvergebung mangelt es uns heute meist nicht an Glauben… Jesus stellt uns allen die Frage: „Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandle?“ (Mat 9:5)

  11. Ich habe nie gesagt, dass man darum bitten soll krank zu werden und Leute, die das tun sollten mal ihr Gehirn zur Inspektion bringen.
    Der Punkt ist, dass wenn jemand krank ist und der 60igste total gesalbte Tuppes über ihn gebetet hat, er auf dem x-Heilungsseminar war und man ihm alle Bibelstellen ins Poesiealbum geklebt hat, wo der Glaube zur Heilung hilft und Jesus alle geheilt hat und er zum zweihundertzwölfzigsten Male hört, dass im Leben eines Christen Krankheit eigentlich kein Ding sein sollte und es ihm immer noch nicht besser geht, das EINE physischen Problem- nämlich die Krankheit – unter dem Gebete und den Predigten sich locker in eine ganze handvoll weitere Probleme multipliziert hat. Das Problem einer Katzenhaarallergie, einer Krebserkrankung oder von was auch immer, ist dann nicht mehr eine Fehlfunktion des Körpers oder das Werk von Viren und Bakterien – was sicherlich einen allgemeinen Link zum Fall, aber in den wenigsten Fällen einen Link zur persönlichen Sünde hat – was wiederum Lebensqualität und -quantität einschränkt, sondern eine Fehlfunktion des gesamten und vorallem des geistlichen Menschens. Weil es an Gott ja nicht liegen kann, weil der heilt ja alle, liegt es am mangelnden Glauben, der Unversöhnlichkeit, dem mangelnden Vertrauen oder einer noch nicht gewonnenen Erkenntnis der Person, die sich mit einer mehr oder weniger gefährlichen Krankheit rumschlägt. Sahnehäubchen auf dieser psychologisch desaströsen Indoktrination ist dann, dass die Gemeinden solche Leute meist nur als etwas betrachten, was es so eigentlich nicht geben darf und sie eben nicht als Christi Ebenbild in schmerzlicher Gewandung wahrgenommen werden.
    Das geht so weit, das Krankheit eine Art Rätsel-Spiel Gottes wird. Nach dem Motto: Du bist krank, weil Du nicht ………, wenn Du ……, dann würdest Du Heilung erfahren. Setze die richtigen Worte in die Lücke, na los, dreimal darfst Du raten.
    Und sag, mir jetzt nicht, dass es in den Gemeinden, die Du kennst nicht passiert. Es passiert. Nicht immer so deutlich ausgesprochen. Aber es passiert. Was auf viele gläubige Menschen wirkt, wie eine H-Bombe auf eine Stadt. Äußerlich steht der Glaube noch, aber jedes Leben im Glauben wird ausgelöscht.
    Es wird den Kranken einfach nicht gesagt, dass in ihrer oder mit und durch ihre Krankheit sie zu einem Dienst berufen sind, der über den temporären Rahmen eines begrenzten Erdenlebens hinausgehen kann. Im Grunde handeln viele Gemeinden, ohne sich darüber ernsthaft Gedanken zu machen, so wie das jüdische Volk zur Zeit Jesu, dass nicht nur die Schuld für die Krankheit bei der Sünde des Kranken oder seiner Eltern suchte, sondern Kranke auch für kult-unfähig hielt. Mal darüber nachzudenken, welche Bedeutung es in diesem Zusammenhang hat, dass wir glauben, dass Jesus Krankheit und Tod bezwungen hat, wäre m.M. zielführender als ständig nach dem Mangel im Glauben der Kranken zu suchen.
    Fakt ist übrigens auch, dass egal wie gesund wir sein mögen, unsere Köper, -seine Organe und/ oder unsere Psyche- irgendwann aufhören wird zu funktionieren. Und Krankheit ist per Definition eine Funktionsstörung eines Organs, der Psyche oder des gesamt Organismus. Die ultimative Funktionsstörung ist der Tod, der somit der ultimative Climax aller denkbaren Krankheiten ist. Selbst alle durch Christus geheilten Leute sind bisher gestorben. Oder ist jemand von Euch einer der geheilten Lebrakranken in letzter Zeit beim Einkaufen begegnet? Daher glaube ich, dass der Boom in Sachen Heilungsseminare ect. eben nicht genuin der Fürsorge für die kranken und leidenden Glieder Christi entspringt, sondern ein sehr moderner Versuch ist, den Tod aus der Lebenswirklichkeit zu verdrängen indem man schon seine Vorboten versucht weg zu proklamieren und weg zu beten. Für mich ist das eine christlich verkleidete Realitätsflucht auf Kosten der Kranken, der selbst in einer säkularen Gesellschaft – die meisterhaft Realitätsflucht auf allen Ebenen betreibt – unangenehm auffällt.
    Ein Memento Morti zu sprechen würde den Glauben, finde ich, sehr viel glaubwürdiger machen, als die Predigten einer christlich angehauchten Heilungsszene, die von den Esotheren-Clubs und den von Fit-for-Fun-Gurus sich nur im Wording unterscheidet nicht im Mehtoden und Ziel.
    Ich habe noch dreitrillionen Argumente dagegen Heilung nur aus einer – wie ich finde sehr engen- Perspektive zu betrachten. Eine noch zu Schluss. Jeden Tag sterben 2.000 Menschen an Malaria. Die Behandlung kostet pro Person zwischen 3,50 Euro und 8 Euro ist – Dank großartiger Medis – fast immer erfolgreich. Hier könnte man den Heilungsdienst Christi fortsetzten in dem man von seinem Überfluss in die richtigen Kanäle leitet. Lukas 16,20 fordert den Reichen nicht wirklich zum Heilungsgebet auf und in Mt. 25,43 ff. wird niemand wegen fehlendem Glauben an Heilung zurückgewiesen.

  12. ..auch ich habe nicht gesagt, dass du gesagt hättest…
    ich habe lediglich diesen extremFall mal angeführt, der mir erst kürzlich zu Ohren gekommen ist, und der gar nicht mehr soooo weit entfernt ist, wenn man einmal anfängt Krankheit als ein Wirken Gottes zu verstehen. Selbstverständl. kann Gott IN der Krankheit wirken, doch das ist etwas völlig anderes.

    Das du nun hier ausgiebigst sämtl. Fehlentwicklungen der „christl. Heilungszene“ breittritts und mir um die Ohren hauen möchtest, bringt uns der Wahrheit nicht einen einzigen Schritt näher.
    Ich habe nirgends die „Schuldfrage“ angesprochen und auch meine Klarstellung, dass es eben NICHT um “meinen oder deinen Glauben“ geht, scheinst du geflissentlich übersehen zu haben.

    Du gehst – wie so oft in unsern früheren fruchtlosen Konversationen – nicht auf meine Erwiederungen zu deinen vorherigen Argumenten ein, sondern stellst nun ganz offen alles dem Wirken der Esoterikszene gleich – also jenen in Finsternis gebundenen Menschen, die nichts vom Heiligen Geist empfangen können, sondern mit den unreinen und bösen Geistern umgehen – Mt.12,24 lässt grüßen.

    tja, wenn das so ist, dann bleibt uns wohl wirklich nur noch der Gang in die Apotheke …

    • Spannend.

      Ist es nicht so, dass beides passiert? Da gibt es Kai, ein Jugendmitarbeiter, der bei einem Autounfall schwer verletzt auf die Intensivstation kam. Die Ältesten beteten für ihn in einer fordernden Gewissheit der Heilung, die mir fragwürdig schien (übrigens geschah das in einer Brüdergemeinde…). Kai wurde wundersam geheilt, die Ärzte konnten es nicht fassen. Oder Christoph, der sich beim Sport mehrere Wirbel brach, sich nicht bewegen konnte und die Ärzte ihm zwei Tage später entlassen konnten, weil auf den Röntgenbildern nichts mehr zu sehen war. Diese Dinge passieren, weil Gott groß und gut ist. Aber dann ist da auch Markus, der ebenfalls eine offene Jugendarbeit ins Leben gerufen hat, die kurz davor war, richtig abzugehen. Dann die Diagnose: MS. Und keine Heilung. Das Jugendhaus in der Stadt musste schließen, Markus konnte nicht mehr arbeiten und wurde im Prinzip depressiv (Monatelang kein Schlaf…).

      Für mich stellen sich zwei Herausforderungen:

      1) Ich bin geneigt, Enttäuschungen vorzubauen. Die wenigsten werden wohl Wunderheilungen kategorisch ablehnen. Ich kenne aber diesen „frommen Unglauben“, wir rechnen nicht mehr wirklich mit Gott, weil wir wissen, dass es Geschichten wie bei Markus gibt. Und ein Leben, dass nicht mehr fest mit Gott rechnet, ist ein Leben, dem der Lebenssaft ausgesaugt wurde. Daher ist die Herausforderung mit mehr als der Apotheke zu rechnen und verletzlich und enttäuschter zu bleiben. Es gibt ja in der Bibel auch die Gnadengabe der Heilung, das möchte ich nicht relativieren wollen.

      2) Die anderen Herausforderung ist es, mit offenen Fragen zu leben. Oder besser: Spannungen nicht aufzulösen. Vielleicht ist es näher an der Wahrheit, wenn wir sagen, wir wissen nicht genau, warum Gott Kai geheilt hat und Markus immer noch nicht schlafen kann. Das Mysterium Gottes. Die Versuche, diese Spannung aufzulösen sind meiner Meinung nach Teil des Problems. Für mich wird dem Kranken eine untragbare Bürde aufgelegt, wenn ihm die „Schuld“ an seiner Krankheit mit mangelndem Glauben, (unbewusster) Sünde, Stolz-Bremse (Wie bei Paulus in 2.Kor12) oder sonst etwas SCHEMATISCH angehängt wird. Oft wissen wir es nicht.

      Ich würde außerdem sagen, dass die Malariageschichte wirklich zum Nachdenken anregen sollte, Klasse auf den Punkt gebracht von bee:

      „Jeden Tag sterben 2.000 Menschen an Malaria. Die Behandlung kostet pro Person zwischen 3,50 Euro und 8 Euro ist – Dank großartiger Medis – fast immer erfolgreich. Hier könnte man den Heilungsdienst Christi fortsetzten in dem man von seinem Überfluss in die richtigen Kanäle leitet.“
      ora et labora…

      • Nochmals zu Gebet und Arbeit. Sant’Egidio ist eigentlich eine Gebetsgemeinschaft, die sich vor 43 Jahren in gleichnamiger Kirche in Rom gegründet hat und sie versteht sich bis heute in erster Linie als eine „Werkstatt“ des Gebetes und Schule des Friedens. Matthäus 25 war und ist der Ausgangspunkt für diese Gemeinschaft, die Anfangs mit Nachbarschaftshilfe und Nachhilfestunden für Kinder aus dem „Cinodromo“ einem sozialen Brennpunkt in Rom begann. Als in den 80iger der HIV-Virus entdeckt wurde und die ersten Berichte über die epidemieartige Ausbreitung in Afrika Schlagzeilen machten, hatte man in Sant’Egidio einen Traum: Die Seuche einfach stoppen. Damals gab es noch keine Medikamente, die dazu geeignet waren. Heute gibt es nicht nur Anti-Virale Medis, sondern auch 33-Dream-Zentren der Gemeinschaft in Afrika. 160.000 Patienten in Mosambik, Malawi, Tansania, Kenia, Republik Guinea, Guinea Bissau, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Angola und Nigeria werden aktuell behandelt. Überwiegend Frauen und Kinder. Sant’Egidio hat eine Behandlungsmethode mitentwickelt, die die Übertragung von HIV von Mütter auf ihre Kinder während der Schwangerschaft und Stillzeit verhindert. 99% der Babys , deren Mütter während der Schwangerschaft von Dream betreut werden, werden ohne den Virus geboren. 20 Labore wurden eingerichtet und 4.000 afrikanische Fachkräfte wurden bisher ausgebildet. Die Behandlung während und nach der Schwangerschaft sind für die Patienten völlig kostenfrei. Viele der Patienten werde zu Aktivisten ausgebildet, Sie informieren nicht nur über den HIV-Virus, sondern sprechen auch über viele andere Aspekte des Lebens, etwa Ernährung, wobei ein besonderer Augenmerk auf dem Abstillen der Säuglinge liegt, Haus- und Körperhygiene, Prävention von Infektionskrankheiten, etwa mit wie man Moskitonetze so benutzt, dass sie gegen Malaria schützen und wie man Wasser aufbereitet, um Ansteckungen mit Durchfallerkrankungen zu verhindern.
        und vieles anderes mehr.
        Manchmal muss man Labore einrichten und sich mit Wissenschaftlern zusammenschließen. Manchmal reicht eine Gespräch im Pub und ein LKW. Magnus Mc Farlane-Barrow und sein Bruder fassten 1992 in einer Kneipe den Entschluss den Bürgerkriegsflüchtlingen in Ex-Jugoslawien zu helfen. Es sollte eine einmalige Geschichte sein und es wurde eine einmahlige Geschichte. Heute versorgt Mary’s Meals fast eine halbe Million Schulkinder mit einer warmen Mahlzeit am Tag. Wenn man Mc Farlane-Barrow fragt, wo das eigentlich begann, verweist er auf Jugoslawien, nicht auf den Bürgerkrieg, sondern auf seine Pilgerfahrt nach Medjugorje als er 14 war.

  13. Natürlich weißt Du Schuld zu, wenn das einzige was dir zu Leuten, die keine Heilung erfahren, einfällt, dass es an Glauben mangelt oder sie sich aufgrund irgendeiner theologischen Prägung für Heilungswunder disqualifizieren. Meiner Meinung nach wäre es das Richtigere zu sagen, dass man keinen blassen Schimmer hat, warum der Eine oder die Andere nicht geheilt wird und wieder andere Leute eben doch. Und den Kranken nicht mit Mutmaßungen über ihren Glauben oder ihre Prägung auf den Senkel zu gehen und ihnen so noch x andere Probleme zu stricken.
    „Even though I walk through the valley of the shadow of death, I fear no evil, for You are with me;
    Your rod and Your staff, they comfort me“ oder wie Freund Paul es auch fasste: „Und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ oder auch „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“
    Gerade weil Leute seltents in – wenn es um Heilung geht – genau das hören: Du bist nicht verlassen, Gottes Gnade ist genug und er kann was mit deiner Gebrechlichkeit anfangen und sie in stärke verwandeln ohne den Stachel aus dem Fleisch zu ziehen und in dem Du erträgst, was Du gerade durchmachst kannst Du zum Heil der Kirche beitragen.
    Dass das Kranken eben häufig nicht gesagt wird, hat in der Tat mit den vielen Fehlentwicklungen einer christlichen Heilungsszene zu tun, in der ein Gang zur Apotheke oft das ist was bleibt, wenn man ein ungläubiger Sack ist. Wenn Du meinst, dass meine Kritik an dem Umgang mit Krankheit – und auch mit Tod- unfruchtbar ist, dann brauchst Du nicht weiter darüber nachzudenken.
    Ich für meinen Teil werde weiterhin versuchen in den Leuten, die krank sind, Christus zu sehen wie Freund Paul ihn predigt, nämlich gekreuzigt. Und ich werde weiterhin versuchen den Leuten einen Weg zur den Apotheken zu ermöglichen, die bisher ohne Behandlung sind.

  14. „Natürlich weißt Du Schuld zu, wenn das einzige was dir zu Leuten, die keine Heilung erfahren, einfällt, dass es an Glauben mangelt oder sie sich aufgrund irgendeiner theologischen Prägung für Heilungswunder disqualifizieren.“

    ..ich könnte genauso gut chinesisch reden – du willst mir offensichtl. unbedingt diese ungesunde Geisteshaltung unterstellen, die ich hier mit keinem Wort unterstütze – ich sage es ein letztes Mal:
    Es geht bei allem was vom Reich Gottes auf der Erde sichtbar wird um DEN GLAUBEN DES SOHNES GOTTES – Senfkorn davon genügt!
    Gal 2:20 I am crucified with Christ: nevertheless I live; yet not I, but Christ liveth in me: and the life which I now live in the flesh I live by the faith of the Son of God, who loved me, and gave himself for me.
    Luther übersetzt hier korrekt „im Glauben des Sohnes Gottes“…

    Dass ich durch meine theologische Prägung über Jahrzehnte von den allem übernatürlichen Gaben abgeschnitten war, Sein Eingreifen nicht erkennen konnte und sogar verhindert habe, ist nunmal ein Erfahrungswert, den ich hier mitgeteilt habe und der schwer zu wiederlegen sein dürfte.

    Der „Stachel im Fleisch“ ist übrigens mitnichten eine Krankheit, sondern Verachtung, Verfolgung usw., wie man nicht nur leicht erkennen kann, wenn man diese Stelle weiterliest (2.Kor.12,10) sondern auch die Bedeutung des Wortes im AT kennt, auf die der Schriftkundige Paulus hier Bezug nimmt:
    Hes 28:24 „Es soll hinfort für das Haus Israel kein stechender Dorn und kein schmerzender Stachel mehr verbleiben von seiten derer, die rings um sie her liegen und sie verachten; und so sollen sie erfahren, daß ich Gott, der HERR, bin.“

    Die Leiden Christi waren niemals Krankheiten! – das ist Teil einer Irrlehre mit der Leidenden falscher Trost gespendet wird – vielmehr hat ER UNSERE Krankheit genauso ans Kreuz getragen wie unsere Schuld!

  15. „Dass ich durch meine theologische Prägung über Jahrzehnte von den allem übernatürlichen Gaben abgeschnitten war, Sein Eingreifen nicht erkennen konnte und sogar verhindert habe, ist nunmal ein Erfahrungswert, den ich hier mitgeteilt habe und der schwer zu wiederlegen sein dürfte.“ Ich könnte jetzt sagen: That’s what you get, when you walk away from Peter.
    Denn einem Extrem ins andere Fallen zu fallen, ist genau das was passiert. Du arbeitest mit einer falschen Dichotomie und kommst deshalb auf völlig verquere Schlüsse. Es geht nicht darum, dass wenn entweder Heilung immer passiert oder Heilung nie passiert. Solche Gegensätze zu denken ist Unsinn. Leuten, die nicht geheilt werden irgendeine falsche Denke oder einen Mangel an Glauben unter zu schieben ist doofer esotheren Kram und seine eigene Meinung aus in die Bibel zu lesen, immer noch ist Häresie. Wenn also Irrglaube Gott am Handeln hindern würde, dann dürfte es keine einzige Heilung in protestantischen Gemeinschaften geben. Denn die haben alle die Irrlehre Luthers oder/und Calvins gefressen und wenn es nur das Sola Scriptura ist. Eine Irrlehre reicht, finde ich, völlig. Für mich ist es witzig, wenn man unter dieser Voraussetzung gegen Irrlehren ins Feld ziehen will. Aber selbst wenn man davon ausginge das Luther und/oder Calvin den wahren Glauben gehabt hätten, dann wird es ziemlich schwere die übernatürlichen Heilungen nach Anrufung von Heiligen – schließlich sind diese Wunder meist der Ausschlaggeber bei den Heilig- und Seligsprechungen – und/oder der Gottesmutter – daher rennen ja alle möglichen Leute nach Lourdes oder Fatima – den Tonnen von Heilungen und Wundern im Zuammenhang mit der Eucharistie zu erklären.
    Aus Leiden auseinander zu dividieren ist eine Idee auf die man nur in einem Industrieland kommen kann, wenn man mich fragt.
    Aber Du darfst selbstverständlich deine Meinung behalten. Mich kannste eh nicht überzeugen.

  16. Möchte noch einmal einen Link setzen, in dem Fragen sehr gut beantwortet werden.

    Ich möcjte noch eines sagen:
    Ich bin sehr froh, wenn ich im Himmel bin, und alles unvollkommene weg ist Kreb, Aids, Lungenentzündungen Gehässigkeiten Geschwätz Lieblosigkeit, Mangelnde Whrtsätzung, unreine Gedanken Klugscheßerrei, usw.
    Jesus hat uns am Kreuz davon erlöst,

    Daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen wir geheilt worden sind.

    Der Link

    Helmut

  17. „Du arbeitest mit einer falschen Dichotomie und kommst deshalb auf völlig verquere Schlüsse.“
    dito – so seh ich das auch!
    „Es geht nicht darum, dass wenn entweder Heilung immer passiert oder Heilung nie passiert. Solche Gegensätze zu denken ist Unsinn.“
    Genau! Unsinn – und überhaupt nicht der Inhalt meiner Aussagen!..

    ..aber du kannst offensichtl. nicht nachvollziehen, wovon ich überhaupt rede und zeigst hier selber sehr deutlich, wie sehr eine theologische Brille – bzw. eine bestimmte „Argumentationslinie“ – blind machen kann für die dargelegte Sichtweise des Anderen und darüber hinaus für die Aussagen der Schrift…

    ein Beispiel:
    „Verengt das nicht auf „dein Glaube hat Dir geholfen“. Wissen wir irgendwas über den Glauben des Typens, den man zu Jesus durchs Dach runtergelassen hat?“

    Ja – wir wissen etwas darüber, was letztlich zur Erlösung von Seele und Leib dieses Menschen geführt hat:
    Die Gegenwart Jesu und..
    „ALS ER IHREN GLAUBEN SAH, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.“ Luk 5:20

    ..in der Folge lesen wir dann noch, wie Glaube zur sichtbaren Gewissheit werden kann und wie eng Sündenvergebung und körperliche Wiederherstellung zusammengehören.
    Aber das alles bringt die Schriftgelehrten aller Zeiten schon immer auf die Palme…

    • Bento und Du bekommst mich offensichtlich nicht mit. Was ich sage ist, dass die endlosen Spekulationen, warum und wieso und wann Gott heilt oder eben auch nicht, niemandem – wirklich niemandem- weiterhilft, außer demjenigen, der diese Spekulationen anstellt. Und btw meist eine ganz billige Art ist sich vor der Verantwortung und Hilfe für Kranke zu drücken. Und wenn es auch nicht auf dich oder deine ganz besondere Gemeinschaft zutrifft, ist es einfach oft so. Heerscharen von Krankenpflegeorden haben diese Spekulationen über Krankheit und Heilung irgendwie noch nicht ins Leben gerufen. Warum ist das wohl so?
      Zum Anderen belastet das Leute, die eh schon genug belastet sind. Man hat ein Problem, nämlich die Krankheit, und bekommt Zweifel über sich und seinen Glauben noch zusätzlich aufgeschwatzt. Das führt eben nicht zur Hoffnung, sondern höchstens in Depressionen.
      Aber das, kann ja auch ein falscher Schluss sein, leider bestätigt er sich in meinem Lebensumfeld ständig. Es ist einfach Fakt, dass es gerade die Leute sind, die das was Du sagst in ihren Gemeinden immer wieder hören, die – wenn sie ernsthaft erkranken und eben nicht geheilt werden – Glaubenszusammenbrüche erleben. Der Glaube, der da dann zusammenbricht, mag dann nicht der richtige hyper-biblische und heilende Glaube gewesen sein, vielleicht haben sie ja wirklich was nicht richtig verstanden oder waren zu naiv oder was auch immer, aber der Glaube ist erstmal futsch und kommt nicht so schnell wieder.

      • ..wo habe ich mich denn an Spekulationen beteiligt? – ich habe hier Beispiele gebracht und auf deine Einwände geantwortet.

        Ja, es gibt eine Menge negativer Erscheinungen – so what?
        Es ist leider ebenso ein Fakt, dass viele Christen mehr Tränen über den Tod ihres Dackels vergießen, als sie je über den Tod Jesu vergossen haben und ihre Hoffnung bei einer Erkrankung in Wahrheit (genau wie die Welt es tut) doch auf die Kunst der Ärzte und des Pflegepersonals setzten…

        Jesus fragt jeden der zu ihm kommt: Was willst du von mir?
        Ich ermutige dazu, mehr als nur Almosen von Ihm zu erwarten!

        Segen

  18. Ja Helmut,
    das wird bestimmt supi im Jenseits! 🙂
    „Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze!“ (Luk 18:8a)
    …das ist aber eben nur eine Seite der Medallie.

    Die interesannte Frage Jesu in diesem Zusammenhang ist doch:
    „… wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden AUF DER ERDE?“ Luk 18:8b

  19. Zum Abschluß noch ein in weiteres großartiges Zeugnis aus unserer heutigen Versammlung:

    Ein junger Mann aus Afrika (Ginea-Bissau), der seit 3 Jahren zu unserer Gemeinde gehört, ging zu den Ärzten wegen der schrecklichen Schmerzen. Der Arzt nahm eine Röntgenaufnahme und fand einen schlimmen Leistenbruch. Er sollte bald möglichst operiert werden. Er ging nach hause und sagte zu Gott: Ich möchte nicht von den Ärzten operiert werden, sondern von DIR!

    Als er ein paar Tage später ins Krankenhaus kam, fand man keinen Leistenbruch mehr!!
    .. er konnte es aber selber nicht glauben, denn die Schmerzen waren noch da. Er hatte bisher nur wegen der OP gebeten… also bat er Gott ebenfalls die Schmerzen zu nehmen und seither ist er vollkommen gesund und munter 🙂 …

    Gott ist anders!! 😀 😀
    DANKE JESUS – HALLELUJA!!!

    ps – …er fuchtelte die ganze Zeit mit den beiden(!) Röntgenaufnahmen herum – ihr hättet sein Gesicht sehen sollen, während er das erzählte!! *LOL*

    • See, genau so? Paar Wochen erst her da stand ich an dem Bett von einem Mann, der kaum älter war als ich. Der Typ roechelte durch einen Tubus, jeder Atemzug ein Kampf. 20 Jahre hat er gekaempft, um seinen Arbeitsplatz, seine Freundschaften, die Faehigkeit zu gehen, sich selber waschen und anziehen zu können, zu essen, zu sprechen. Alle kämpfe verloren. Nur den Glauben nicht verloren,dass das alles irgendwie alles Sinn macht im großen Plan, den Gott hat und die Zuversicht, dass er nicht alleine ist und bald hören wird, komm zu mir mein guter und treuer Diener. Und dann bin ich ganz froh,dass da ein Priester wegen der krankensalbung kam und nicht ein Bento, der zum Gesundbeten vorbei schnippt. Warum wohl ?

      • ..vermutlich weil du Katholikin bist und für diesen Bericht von Gottes wunderbarem Wirken an Seinen Kindern nichtmal ein Lob, sondern wiedermal nur „ein Gegenargument“ und schnippischen Spott übrig hast.

        over&out

      • ..vermutlich weil du Katholikin bist und für alles von der RKK abgefallene Volk nur – nennen wir es mal „Skepsis“ übrig hast.
        Deshalb hast du für diesen Bericht von Gottes wunderbarem Wirken an Seinen Kindern auch nichtmal ein Lob, sondern wiedermal nur „ein Gegenargument“ und schnippischen Spott mir gegenüber übrig…

        over&out

      • Ja. Over and out… Ich frag mich, was Du dem Typen hättest sagen oder geben können. 20 jahrelang hatte Gott Zeit den Mann zu heilen, bevor der Job weg war, bevor die Beine unter ihm einknickten…. die ganze Zeit und nichts ist passiert. Meine größte Befürchtung ist, dass da eben nur over and out rauskommt. Das ist nämlich meine Erfahrung, dass nachdem alle Power-Prayer-Time nicht zieht, dann schiebt man die Leute schnell ab, denn so ein unheilbarer Fall passt einem ja nicht ins Konzept, der stört ja nur.

      • ohh mann beeee,
        over&out bezieht sich darauf, diese Endlosdisskussion zu beenden, weil keine neuen Argumente mehr zu werwarten sind, wie du ja auch bestätigst! – weiter denjenigen zu diskreditieren, der anders herangeht, ist alles was dir offensichtl. dazu einfällt… dazu taugt dir sogar mein over&out – großartig!! 😀

        die Grundlagen zu dem Themenkreis den Dirk hier anspricht, sind sehr eindeutig aus der Bibel zu entnehmen – die Frage was im Einzelfall zu tun ist, kann nicht grundsätzl. und in „Ferndiagnose“ entschieden werden – Jesus ist selber niemals nach Schema F vorgegangen, sondern tat dem individuellem Fall gemäß „“was Er den Vater tun sah“ – es war jedenfalls kein einziger „unheilbarer“ Fall dabei und wo Jesus sagen musste – sorry, aber bei dir kann ich leider nix mehr machen…

        Jesus tat bekanntl. immer, was der Wille des Vaters ist, – und wodurch im Reich Gottes auf Erden der Vater verherrlicht wird. Anders die Jünger, sie mussten bisweilen wegen ihres Unglaubens (Zweifels) gescholten werden – aber dafür sind sie (wir) ja Jünger (Schüler), damit wir dazulernen und unser Denken unter den Gehorsam des Christus stellen…

    • Ich hatte das schon verstanden. Und genau das war es ja was ich demonstrieren wollte. Im Grunde hast Du keine Antwort darauf, warum ein liebender und allmächtiger Gott Leid gerade auch bei denen zulässt, die unschuldig und/oder fromm sind. Ich finde es erschreckend, wenn jemand auf einer der ältesten Fragen der Menschheit keine Antwort aus seinem Glauben heraus formulieren kann, die Sinn macht. Man kann 1000 Leute sehen, wie sie ihre Krücken wegschmeißen, das sind ohne Frage aufbauende Erlebnisse, aber das eine Kind was nach Wochen jämmerlich verreckt, formuliert halt die Theodizee-Frage. Wer sich damit nicht auseinander setzt erlebt irgendwann Schiffbruch mit seinem Glauben.

      • bee – ich fürchte, das kann hier noch bis in alle Ewigkeit so weitergehen 😉 ..

        ok nochmal zum mitschreiben:
        Ich habe längst die Antwort gegeben!
        ..und auch wenn sie dir nicht schmeckt und du hier noch hundert Mal behauptest es würde keinen Sinn machen, so bleibt es doch die Antwort Jesu:

        Mar 9:22 Von Kindheit an; und oftmals hat er ihn sogar ins Feuer geworfen und ins Wasser, auf daß er ihn umbrächte; aber wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
        Mar 9:23 Jesus aber sprach zu ihm: Das „wenn du kannst“ ist, wenn du glauben kannst – dem Glaubenden ist alles möglich!

        Die Frage ist also nicht, was Jesus oder der liebende Vater tun kann oder will (das hat Jesus uns in aller Deutlichkeit offenbart!), sondern was WIR davon glauben können oder wollen. Jesus sagt hier (und an unzähligen anderen Stellen!) sehr eindeutig, dass die Verantwortung beim Glaubenden liegt.

        ..wer DAS nicht glauben kann oder will, und anstatt auf das göttliche Wort zu bauen, lieber mit allem argumentiert was sich vor Augen abspielt und uns „die Erfahrung lehrt“, hat der nicht längst Schriffbruch erlitten und vertröstet in Wahrheit die Hoffnung auf Heil(ung) auf das Jenseits?!

        Was ist daran nur so schwer zu verstehen, dass diese Welt nicht im Segen lebt und es überall von Krankheit wimmelt, weil wir nicht Gott dienen und weil selbst die, die meinen es zu tun, voller Zweifel über Sein Wort sind und diesen Zweifel von Generation zu Generation weiter aussäen:

        Exo 23:25 Und ihr sollt Jahwe, eurem Gott, dienen: so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich werde Krankheit aus deiner Mitte entfernen.

  20. ..weil´s so schön ist, noch ein in weiteres großartiges Zeugnis aus unserer heutigen Versammlung 🙂

    Ein junger Mann aus Afrika (Ginea-Bissau), der seit 3 Jahren zu unserer Gemeinde gehört, ging zu den Ärzten wegen der schrecklichen Schmerzen. Der Arzt nahm eine Röntgenaufnahme und fand einen schlimmen Leistenbruch. Er sollte bald möglichst operiert werden. Er ging nach hause und sagte zu Gott: Ich möchte nicht von den Ärzten operiert werden, sondern von DIR!

    Als er ein paar Tage später ins Krankenhaus kam, fand man keinen Leistenbruch mehr!!
    .. er konnte es aber selber nicht glauben, denn die Schmerzen waren noch da. Er hatte bisher nur wegen der OP gebeten… also bat er Gott ebenfalls die Schmerzen zu nehmen und seither ist er vollkommen gesund und munter 🙂 …

    Gott ist anders!! 😀 😀
    DANKE JESUS – HALLELUJA!!!

    ps – …er fuchtelte die ganze Zeit mit den beiden(!) Röntgenaufnahmen herum – ihr hättet sein Gesicht sehen sollen, während er das erzählte!! 😀

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