Im Fluß sein…

kann bedeuten, dass man die Orientierung verliert und gleich untergeht oder dass man im Strom schwimmt und an das Ziel kommt.

Dieser Gedanke passt zur Zeit gut in meine Situation.
Auf der einen Seite gibt es so viele Optionen. Es gibt eine Freiheit, vieles anzupacken, zu experimentieren und Schritte zu wagen.
Auf der anderen Seite droht die „Verzettelung“, das Beliebige und das Nicht-Konsequente.

So hat sich mein Bild von Gemeinde mehr und mehr gewandelt. Weg von der Organisation, hin zum Organismus. Weg von der Institution, hin zur Bewegung. „Erfolgreiches“ Gemeindeleben besteht für mich weniger darin, dass sich möglichst viele Christen an einem Ort treffen (wiewohl ich das noch immer toll finde). Es besteht mehr darin, dass sich Gemeinde multipliziert. Egal, wo. In den Wohnzimmern, in Mieträumen, in Kneipen… wo auch immer. Zu 3. oder zu 50.
Das wird meine Gemeindearbeit stärker prägen.

Dann die wiederholte Erfahrung: Ohne Gebet geht’s nicht.
Gebet heißt, in aktiv-empfangender Beziehung zu Jesus Christus zu sein.
Alles andere wird zum bloßen Aktionismus führen.
Doch mit Gebet wird es zu lebensverändernden Momenten kommen.

Schließlich geht es um den Mut, für Jesus und den Nächsten den Mund aufzumachen.
Demütig und doch deutlich. Wie sonst sollen Menschen Gottes Liebe entdecken?
Worte finden, Geschichten kennen… und wach sein, wenn es darum geht, den Menschen diese Gnade näher zu bringen.

Unter anderem mit diesen „Pfeilern des geistlichen Lebens“ ergeben sich für mich spannende Wege: betend durch den Kiez ziehen, dabei Menschen treffen und für Menschen beten. Nicht immer passiert Dramatisches. Doch manchmal kullern Tränen bei denen, für die gebetet wird. Letztens war ich in einem Kiez-Wohnzimmer und wurde gleich in das nächste eingeladen. Wird dort eine „Wohnzimmer-Gemeinde“ entstehen?

Das eigene Gebetsleben ist nicht immer gleich intensiv, aber ich achte mehr darauf. Ob es das persönliche, erbauende Gebet ist oder die Fürbitte. Mit Gebet in den Tag zu starten, zwischendurch im Heiligen Geist beten und Gedanken zu Gebeten machen… das hält mich mehr bei Gott und lässt Versuchungen verblassen.

Und dann immer wieder die Begegnungen zwischen Menschen: dort eine Christin, die ihren Beruf aufgeben will, um nach Berlin zu ziehen und den Menschen Jesus verständlich machen will… hier die Christen aus Uganda, die hohe Opfer auf sich nehmen, um mit Berliner Christen beten zu können… dort der Mann, der locker 60 Jahre alt ist und zum ersten Mal in seinem Leben Gebet empfängt… hier die Frau, die nach einigen seelsorgerlichen Gesprächen wieder Fröhlichkeit ausstrahlt…

Es freut mich: Gott baut Sein Reich!
Mitunter unscheinbar, aber dann so deutlich.
Ich darf dabei sein, wie viele andere Christen auch.
Das erfüllt mich mit Sinn, lässt mich manchmal gespannt zittern, ungeduldig zappeln und dankbar auf das Geschehen blicken.

Im Fluß sein heißt für mich zur Zeit das:
Mit Jesus dem Ziel entgegen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s