Zungenrede und Sprachengesang

Hier einige Gedankensplitter zum Text aus 1.Korinther 14.
Es geht um das Thema der sogenannten „Zungenrede“ bzw. des „Sprachengesangs“.

Die Kurzversion meiner aktuellen Erkenntnis aus 1.Korinther 14:

Paulus geht gegen einen extremen Zustand in der korinthischen Gemeinde an.
So wie es dort Streit, Lieblosigkeit und Stolz gab, so gab es dort auch ein Durcheinander bei den Gottesdienstfeiern und ein Überbetonen angeblich spektakulärer Gottesgaben.

In 1.Korinther 14 schafft er Klarheit für die Handhabung der Zungenrede / des Sprachengesangs.

Das Höchste ist und bleibt die Liebe Gottes und die Liebe untereinander.
Alles soll dem Miteinander und somit dem Frieden dienen.
Eine gewisse Ordnung bei den Gottesdienstfeiern hilft dazu.

Paulus macht klar:
Es geht nicht darum, dass möglichst alle zeitgleich in Zungen beten und dass das auch noch Hauptbestandteil der Versammlungen ist. Paulus wendet sich gegen die Ausschließlichkeit der Praxis der Zungenrede.
Denn davon hat niemand was: die meisten Christen verstehen die Zungenrede ohne Auslegung nicht. Und die Nichtchristen würden denken: „Was reden die alle? Die müssen bekloppt sein!“

Deshalb will Paulus eine Ordnung zur Handhabung der Zungenrede einführen:
2-3 sollen nacheinander in Zungen zur Gemeinde reden.
Dann soll nach einem Ausleger gesucht werden.
Findet sich keiner, soll die direkte Zungenrede zur Gemeinde hin für diese Gottesdienstfeier gestoppt werden.

Wenn direkt zur Gemeinde gesprochen wird, dann hat das verständliche Wort den Vorrang, wiewohl auch das geprüft werden muss.

Dennoch bleibt Paulus für die Ausübung der Zungenrede.
Er selber betet und singt sehr viel in Zungen („im Geist“). Es dient der persönlichen Gottesbeziehung.
Er wünscht den Christen zu allermeist, dass sie die Gabe der Prophetie haben – aber auch die Gabe der Zungenrede ist erstrebenswert.
Dem Wirken des Geistes soll nicht gewehrt werden und wir sollen uns nach allen geistlichen Gaben ausstrecken.

Damit lässt Paulus auch eine Spannung zurück:
Darf bei Gottesdiensten zur persönlichen Erbauung in Zungen gebetet werden?
Darf es eine Zeit geben, in der einige für sich den Sprachengesang praktizieren?
Alles vor dem Hintergrund, dass es keinen Ausleger gibt.

M.E. beantwortet Paulus diese Fragen nicht direkt, weil er gegen die Ausschließlichkeit der Zungenrede vorgeht und nicht gegen die Zungenrede an sich.
In 1.Korinther 14 betont er immer wieder, dass die Zungenrede ihren Platz hat. Aber eben nicht so, wie es die Korinther praktiziert haben.

Um die Fragen zu beantworten, hilft mir dieser Gedankengang:
Paulus geht es um die Liebe von Gott, zu Gott und untereinander.
Der Frieden soll gewahrt bleiben. Die verständlichen Worte müssen den Schwerpunkt darstellen, damit alle etwas davon haben.
Doch damit stellt er sich nicht gegen die Zungenrede.
Er stellt sich auch nicht dagegen, dass es in der Gottesdienstfeier eine Zeit geben kann, in der man persönlich für sich in Zungen betet oder singt.
Sofern das nicht den Schwerpunkt darstellt und sofern diese Vorgehensweise erklärt wird, kann eine solche Praxis möglich sein.

Hier das Paper zum kostenlosen Runterladen:
Zungenrede – Gedanken zu 1.Korinther 14.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s