Kuscheln oder Action?

Ich finde, das ist eine Spannung:
Einerseits sagt Jesus, dass alle Nationen zu Jüngern Jesu „gemacht“ werden sollen.
Entsprechend ging Jesus von Ort zu Ort.
Entsprechend sandte Er Seine Leute aus und sagte, um klar verstanden zu werden:
„So wie ich gesandt wurde, so sende ich Euch!“
Das klingt dynamisch.
Das klingt nach einer Bewegung.

Andererseits lesen wir die Briefe von Paulus.
Die Gemeinde ist eines seiner Hauptthemen.
Als hätte Jesus nur gesagt: „An der Liebe zueinander soll man meine Leute erkennen!“
Das klingt wie „Kuschelclub“.
Das klingt nach Schutz, Heimat und „Wir-Gefühl“.

Schließen sich „Kuschelclub“ und „dynamische Bewegung“ aus?

Ich denke gerade an „Facebook“.
Nun – Jesus und Facebook… das sind ganz andere Welten!
Aber bei Facebook tauchen auch diese Elemente auf:
Einerseits hat man bei Facebook seine Freunde (die zwar selten wirklich Freunde sind, aber bleiben wir mal beim Prinzip). Es soll das Empfinden von „Wir“ bzw. vom „Kuschelclub“ vermittelt werden.
Andererseits ist Facebook eine Bewegung: Innerhalb kürzester Zeit wurden Millionen von Anhängern gewonnen. Weltweit.
Kuschelclub und Bewegung: das muss sich nicht ausschließen.

Das Problem entsteht nur, wenn der Kuschelclub betont wird.
Als Menschen haben wir die Tendenz, in den Status der Nabelschau zu verfallen und dort zu bleiben. Es scheint uns wesentlich schwerer zu fallen, ständig „neues Land“ zu erobern. Unser Problem ist nicht, dass wir zu dynamisch wären.

Viele unserer Gemeinden haben sich eingerichtet.
Unsere Themen sind oft „nabelschaugeprägt“: unser Gebäude, unsere Struktur, unsere Mitarbeiter. Wie kann unsere Gemeinde größer, schöner und besser werden?

Der Fokus von Jesus ist ein anderer: Wie können die Völker für Jesus Christus gewonnen werden? Wie können möglichst viele Menschen in die heilsame Gemeinschaft mit Gott finden?
Wieviel Wert Jesus auf schöne Gebäude und andere Äußerlichkeiten gelegt hat, sehen wir an Seinem Leben.

Gemeinde muss als die Versammlung der Ausgesandten Jesu verstanden werden.
Die Jünger Jesu kommen zusammen, um sich gegenseitig zu ermutigen, zu helfen, zu korrigieren und gemeinsam von Gott Kraft zu tanken. Sie überlegen gemeinsam, wie sie die Völker für Jesus gewinnen können. Dafür beten sie gemeinsam.
So gibt es drei Gründe für ihre Zusammenkünfte:
1. Gemeinsam Gott begegnen, weil wir ohne Ihn nicht können.
2. Einander helfen, weil wir die Ergänzung durch andere brauchen.
3. Gestärkt in die Welt gehen, um andere zu Jüngern Jesu zu machen.

Es ist egal, wo das geschieht: es ist egal, ob das im Wohnzimmer, in der Kneipe, in der Aula… überall.
Es ist egal, wann das passiert: Montags, Sonntags, Abends, Morgens… jederzeit.

Wichtig ist das:
Die Organisation und Struktur der Gemeinde muss dem „Jüngermachen“ dienen.
Nur so haben wir tatsächlich das:
Den dynamischen „Kuschelclub“.

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