Schnell Taufen!

Die Tauftheologie hat in vielen Denominationen ihre Basis in der Bibel…
und in der Tradition.
Die Kirchengeschichte bietet dazu eine Fülle von zum Teil recht brutalem Anschauungsmaterial.

Was nicht schon wegen der „richtigen“ Taufe gestritten, gekämpft und gemordet wurde!

Da versteh‘ einer uns Christen!

Dabei finde ich das Anschauungsmaterial der Bibel ziemlich einfach zu verstehen.

Denn die Linie ist offenbar immer dieselbe:
Jemand kommt zum Glauben an Jesus Christus, bekennt Ihn als seinen Herrn und Erlöser und weiß um die Vergebung der Schuldvergebung… und siehe da: es findet eine Taufe statt.
(Wer wegen dieser meiner Auslegung kritisch ist, möge z.B. bei www.bibleserver.com das Stichwort „Taufe“ eingeben und die entsprechenden Bibelverse lesen)

Stets entsteht der Eindruck, dass die Taufe alsbald nach der Hinwendung zu Gott geschah. Es mag sein, dass mal ein paar Tage dazwischen lagen.
Aber regelmäßig wurde im engen zeitlichen Zusammenhang die Taufe vollzogen.

Der Grund ist ebenso einfach zu verstehen:
So wie die Taufe die „Zusage“ Gottes für den Täufling ist,
so ist die Taufe auch das „Bekenntnis“ des Täuflings zu Gott.
Für mich kommt in der Taufe somit auch das zum Ausdruck:
Der Täufling hat sein Bekenntnis nicht einfach mal aus Lust und Laune dahingefaselt. Durch die Taufe demonstriert er seine Ernsthaftigkeit.

Nach Römer 6 kommt ebenfalls zum Ausdruck, dass der „alte Mensch“ mit der Taufe stirbt und der „neue Mensch in Christus“ mit der Taufe aufersteht.

Wer das nur als ein Symbol sieht, der würde die Taufe tatsächlich auch erst nach Jahren der Hinwendung zu Jesus praktizieren können.

Wer aber in der Taufe ein Sakrament sieht, d.h. ein tatsächliches Wirken Gottes an dem Täufling, der wird auch möglichst zügig versuchen, die Taufhandlung zu vollziehen.
Denn wie soll ein Nachfolger Jesu in der Kraft Gottes leben können, wenn nicht Gott durch die Taufe an ihm gehandelt hat?

Selbstverständlich können Einwände hochkommen:
„Ja, woher weiß ich denn, ob der/die andere es wirklich ernst mit Jesus meint?
Was ist, wenn er/sie nach ein paar Wochen wieder ganz anders lebt?
Was ist, wenn das alles nur ein kurzfristiges Hochgefühl des Täuflings ist und er/sie dann wieder von der Bildfläche verschwindet?“

Das habe ich mich auch gefragt, da ich solche Gläubigen schon erlebt habe.
Da kommt man in’s Grübeln!

Allerdings stoßen mir dabei zwei Dinge auf:
1. Woher weiß ich, dass ich selbst in zwei Jahren noch bewusst mit Christus lebe?
Ich kann selbst für mich nicht garantieren. Klar, mein heutiges Bekenntnis steht und ich habe nicht die geringste Absicht, daran etwas zu ändern.
Und doch: Wenn Gott mich nicht hält, dann werde ich haltlos.
Das Gleiche gilt, wenn ich die „reifen, weisen, gestandenen“ Christen betrachte. Woher weiß ich, wer es gerade wirklich ernst mit Jesus meint?
Zudem habe ich schon oft das beobachtet:
Wenn jemand sein Leben erstmal an Christus ausgeliefert hat, dann wird Gott immer nachgehen! Er wird Sein verlorenes Schaf suchen!
Wir mögen schwach sein – aber Gott ist stärker und treuer!

2. Wie sollte den ein „Glaubenstest“ aussehen, der mir die Gewissheit der Ernsthaftigkeit des anderen deutlich macht?
Ich meine: Im Zweifel habe ich immer nur das Bekenntnis des anderen, das ich höre und erste Anzeichen der persönlichen Jesus-Hinwendung.
Ich muss den Worten des anderen vertrauen können, sofern ich keine eindeutigen Hinweise für das Gegenteil habe.
Die Alternative zum Vertrauen ist der Zweifel. Und der Zweifel wird mich zu manchem „Glaubenstest“ führen: Geht der andere denn regelmäßig zur Gottesdienstfeier? Lebt er wirklich ein reines Leben? Liest er voller Sehnsucht nach Gott täglich in der Bibel und betet ebenso?
Und dann geschieht es: Es können Jahre vergehen, bevor sich der andere in meinen Augen bewährt hat!
Und so wird aus einer – wie ein Bekannter mal gesagt hat – „Bekehrungstaufe“ eine „Bewährungstaufe“!
Und spätestens dann haben wir die biblischen Taufberichte in ihr Gegenteil verkehrt.
Aus Gottes Liebe wird Religion.
Aus Gottes Machterweis wird unsere Selbstdarstellung.
Aus Gnade wird die Werksgerechtigkeit.

So bleibt für mich das:
Wer Jesus Christus als seinen Herrn und Erlöser bekennt,
bereit ist, sich Seiner Herrschaft zu unterstellen
und die Vergebung durch Jesus Tod und Auferstehung angenommen hat,
(es geht also um das Bekenntnis der wesentlichsten Glaubensinhalte)
der/die sollte schleunigst getauft werden.

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