Vegan leben und Christsein

Mittlerweile bin ich seit ungefähr drei Monaten dabei, mich vegan zu ernähren. Zuvor habe ich mich 2,5 Jahre als Vegetarier ernährt und ich entdeckte für mich, dass das inkonsequent war. Mein Hauptmotiv für die vegetarische Ernährungsweise war das Leid der Tiere in der Massentierhaltung.
Schließlich sah ich ein, dass auch bei der Milch, die ich trinke, die Butter, die ich esse und bei den Eierkuchen, die ich zu mir nehme, die Massentierhaltung steckt. Das heißt: Tausende von Tieren, die unter übelsten Bedingungen dahinvegetieren und Tausende von toten Tieren – eben, weil ich billige Milch trinke, Butter und Eier esse.
Deshalb empfand ich meine vegetarische Ernährungsweise als inkonsequent.
Konsequenter ist für mich die vegane Ernährungsweise.

Nun war mein Hauptanliegen nicht per se christlich. Ursprünglich empfand ich einfach Ekel beim Essen von Fleisch.

Doch nach und nach sah ich ein, dass die Bibel zu dem Thema einiges zu sagen hat. So wird z.B. die Gottesfurcht eines Menschen daran festgemacht, wie er mit seinen Tieren umgeht. Und die Schöpfung samt Tieren wird uns als erlösungsbedürftig präsentiert: auch die Tiere haben Sehnsucht nach Frieden.

Wenn in 1.Mose steht, dass sich die Menschen die Welt untertan machen sollen, dann konnte das nie als mörderische Ausnutzung von Tieren gemeint sein. Schließlich sollten sich die ersten Menschen nach dem Willen Gottes auf jeden Fall vegetarisch ernähren, vielleicht sogar vegan.

Damit will ich nicht sagen, dass ein Christ vegan leben muss.
Aber es gibt gute Gründe dafür.
Ich würde es nicht als klaren Willen Gottes verkündigen.
Aber ich würde schon anfragen, ob denn die Massentierhaltung mehr dem Willen Gottes entspricht als die Enthaltung davon.

Um es nochmal persönlicher zu machen:
Ich bin nach wie vor kein militanter „Vegan-Christ“.
Heute z.B. wurde mir versehentlich Milch in den Kaffee (Fairtrade natürlich) gegeben. Sollte ich den Kaffee samt Milch nun weggießen, um bloß keine Milch zu mir zu nehmen?
Ich habe den Milch-Kaffee getrunken. Vom Wegkippen hätte ich auch kein Tier gerettet.

Ich weiß, dass ich nichts perfekt tun kann, außer das:

Ich kann perfekt unperfekt sein.

So halte ich nach wie vor dafür:
Die vegane Ernährungsweise ist für mich ohne Alternative.
Aber mein Lebenssinn ist ein anderer: Christus zu folgen.

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Ein Gedanke zu „Vegan leben und Christsein

  1. Danke für Deinen Beitrag. Es ist zwar schon eine Weile her, das Du ihn geschrieben hast, aber ich finde ihn sehr ermutigend. Ich bin erst ein paar Monate Vegetarierin und auf dem Weg vegan zu werden. Da ich als Köchin arbeite, mache ich gelegentlich Kompromisse und von daher fand ich Deinen Satz:
    „Die vegane Ernährungsweise ist für mich ohne Alternative.
    Aber mein Lebenssinn ist ein anderer: Christus zu folgen.“
    super!
    In meiner Gemeinde bin ich mit dem Thema „vegan“ auch nicht gerade auf offene Ohren gestoßen. Aber das liegt vieleicht auch an mir. Ich muß erst lernen mein Anliegen auf entpannte Art zu vermitteln. Da treffe ich dann als Mensch auf Menschen und bin perfekt unperfekt.
    Liebe Grüße nach Berlin,
    Antje

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