Eine bestehende Gemeinde dynamischer machen – Teil 1

Der Titel klingt vielleicht merkwürdig.
Vielleicht aber auch verheißungsvoll.

Um das klar zu machen:
Wir können NICHTS bewegen, wenn nicht Gott bewegt!

Deshalb muss das immer die Grundlage sein:
Das Reden mit Gott und das Hören auf Gott.
Ohne Seine Leitung werden menschliche Programme zum Krampf.

Dann will ich einen zweiten Punkt hinzufügen:
Wiewohl ich nun auch ca. 20 Jahre Gemeindeerfahrung auf dem Buckel habe und seit mehreren Jahren als Prediger, Leiter, Pastor tätig bin, fühle ich mich immer noch als Lernender. Ich habe kein Erfolgsprogramm.
Aber ich sehe Prinzipien, die wichtig sind.
Und je mehr ich diese erkenne, desto mehr möchte ich sie umsetzen.

Nun zum Eigentlichen:
Wie kann es gelingen, eine bestehende Gemeinde dynamischer zu machen?
Und was heißt „dynamischer“?

Eine Doktorarbeit will ich aus diesem Artikel nicht machen, aber ich will ein paar Gedankenfetzen teilen:

Was ist eine dynamische Gemeinde?
Eine dynamische Gemeinde ist für mich eine Gemeinde,
– die dem Gebet viel Raum und Zeit gibt
– die nicht zuerst auf Aktionen aus ist, sondern zuerst Gottes Gegenwart sucht
– die das Wort Gottes ernst nimmt und befolgen will
– die immer wieder neu überlegt, wie sie eine Hilfe für die Nachbarschaft und die Stadt sein kann
– die fähig ist, andere Menschen zur Selbsthilfe anzuleiten
– die bereit ist, Traditionen aufzugeben
– … (noch viele andere unbekannte Faktoren).

Mit dieser – unvollständigen – Beschreibung sind auch schon einige wichtige Prinzipien benannt. Und das sind die:

– Gebet:
Es ist mir nicht zu schade, das Gebet immer wieder zu betonen.
Denn das ist einer der direktesten Kontaktmöglichkeiten mit Gott.
Dem Gebet Raum und Zeit zu geben, heißt für mich: Gott Raum und Zeit geben!
Und das muss konkret werden:
Wo und wie geschieht das im Leben der Gemeinde?
Wie selbstverständlich ist es, das Gebet umzusetzen?
Gibt es bei den Gottesdienstfeiern genügend Zeit für das gemeinsame Gebet?
Wie oft beten die Leiter der Gemeinde zusammen?
Gibt es zusätzliche Gebetstreffen?
Ist das Gebet Bestandteil jeder Kleingruppe?
Ist das Gebet Bestandteil jeder Seelsorge?
Befehlen wir Gott nur unsere Anliegen an oder nehmen wir uns auch Zeit für die Stille?
Wird über Gebet gelehrt und gepredigt?
Wird man ermutigt, sich am Gebet zu beteiligen?

– Gottes Wort:
Ist die gesamte Bibel Gottes Wort oder enthält sie Gottes Wort?
Was ist rein kontextbezogen und was gilt uns hier und heute?
Über solche Fragen können wir vortrefflich streiten. Aber selten führt das zu etwas Gutem. Meistens entsteht dadurch eine neue Denomination.
Wichtiger finde ich das:
Nehmen wir die Bibel – zunächst ohne jegliche Vorentscheidung – als Grundlage unseres Lebens?
– Wird über die Texte der Bibel gelehrt oder lehren wir unsere Philosophien?
– Lesen wir unsere Ideen in die Bibel hinein oder legen wir den Bibeltext aus?
– Darf nur der Pastor lehren oder wird jeder dazu ermutigt, Erkenntnisse vom Wort Gottes weiterzugeben?
– Suchen wir bei Entscheidungsfindungen den Rat in der Bibel?
– Befolgen wir das, was wir als Willen Gottes erkannt haben?
– Wird das Wort Gottes gesungen oder transportieren wir unsere Fantasie in den musikalischen Lobpreis?

– Allgemeines Priestertum aller Gläubigen:
In der Bibel gibt es nur eine Herrschaftsbeziehung. Und das ist die zu Jesus Christus hin. Jede menschliche Herrschaft in der Gemeinde ist untersagt. Die Leiter der Gemeinde sollen dienen. Und das muss gelebt werden.
– Ist die Gottesdienstfeier eine One-Man-Show des Pastors oder geht es um die Beteiligung der Gemeinde?
– Darf jedes Gemeindemitglied taufen und das Abendmahl austeilen oder darf das nur die Gemeindeleitung?
– Wird immer wieder geschaut, wie die Gaben der Einzelnen entdeckt werden und wenn sie entdeckt worden sind, wie sie eingesetzt werden können?
– Wird die Gemeinde in wichtigen Belangen um eine Entscheidung gebeten oder entscheidet nur die Gemeindeleitung?
– Gibt es überhaupt ein Forum zum Austausch von Gedanken und Ideen?
– Ist es gewollt, dass jeder Christ ein Bote Jesu ist und entsprechend neue Gruppen starten darf?

– Training:
Einhergehend mit dem allgemeinen Priestertum alle Gläubigen ist das entsprechende Training der Gläubigen. Wer das Ziel des Christseins darin sieht, jeden Sonntag bei einer Gottesdienstfeier zu sein, der hat das Ziel verfehlt! Vielmehr geht es darum, dass jeder lernt, andere Menschen in ihrem Leben mit Jesus zu begleiten, so dass diese wiederum andere begleiten können.
Multiplikation ist von Jesus Christus gewollt!
– Wie wird die Gemeinde befähigt, um andere um Glauben begleiten zu können?
– Wird schon vorher aussortiert, wer als Lehrer/Trainer in Frage kommt oder wird das dem Wirken des Heiligen Geistes überlassen?
– Gibt es Kurse oder Treffen, wo wichtige Glaubensbasics vermittelt werden?
– Und wenn es diese gibt: sind sie so aufgebaut, dass die Teilnehmer danach fähig sind, diese Basics weiterzugeben?
– Ist es gewollt, dass möglichst viele Gemeindemitglieder neue Hauskreise, Trainingsgruppen, 1-zu-1-Gruppen usw. starten?
– Wird über diese Jüngerschaft gepredigt?
– Will man neue Gemeinden gründen?
– Ist man bereit, viele Stile von Gemeinden zu bejahen oder wird nur immer das gleiche Modell verfolgt?
– Wird mehr zu Gemeindetreffen eingeladen oder wird mehr ausgesandt?

Ich möchte diese Punkte in einem zweiten Teil ergänzen.

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2 Gedanken zu „Eine bestehende Gemeinde dynamischer machen – Teil 1

  1. Pingback: Was macht Gemeinde? Von Jesus her denken! | berlinjc

  2. Pingback: Was macht Gemeinde? Apostelgeschichte 2,42-47 | berlinjc

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