Jesu Traurigkeit

Im Neuen Testament werden hier und da Gefühlsregungen Jesu beschrieben.
Eine Frage ist dabei: War Jesus traurig?

Es gibt eine Bibelstelle, die zeigt, dass Jesus tieftraurig war:
„Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hier, solange ich dorthin gehe und bete.Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir“ (Matthäus 26,36 ff.)

Nach der Nestle-Aland-Ausgabe des NT* steht in Vers 37:
„…begann er betrübt zu sein und in Angst zu sein.“
Und für Vers 38 wird übersetzt:
Tiefbetrübt ist meine Seele bis zum Tod;“

In dieser Szene ging es nicht um den Verlust des Kuscheltiers oder der Niederlage von Hertha BSC.
Für Jesus ging es um die Frage, ob Er weiterleben kann oder qualvoll sterben muss. Auch, wenn Seine Traurigkeit nicht detailliert erläutert wird, so deutet einiges darauf hin, dass Jesus Angst hatte, die innere Gemeinschaft mit Gott zu verlieren.

Von Jesus wird dann im Hebräerbrief das geschrieben:
„So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.’Wie er auch an anderer Stelle spricht: ‚Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.’Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“ (Hebräer 5,5 ff.)

Ob diese Tränen auch für Traurigkeit per se stehen, ist schwer zu sagen. Auf jeden sind es offenkundig keine Freudentränen. Diese Tränen zeigen eine starke Betroffenheit Jesu.

Jesu Traurigkeit erweitert sich auch auf das Volk Gottes. So weint Er über die Gottlosigkeit Jerusalems, der Hauptstadt des göttlichen Volkes Israel, und ihre düstere Zukunft (Lukas 19,41 ff.).

Diese Fundstellen schließen nicht aus, dass Jesus nicht auch zu anderen Zeiten und Anlässen geweint hat. Wir wissen es schlichtweg nicht.
Das Einzige, was wir aus dem NT ziehen können, ist das:

Jesus ist traurig, bestürzt und weint,
– als es um Sein Leben und Seinen Tod ging
– Seine Gottesbeziehung ging
– um die Gottesbeziehung von Israel ging.

Nachträgliche Ergänzung (s.a. Kommentar von Charly):
„Johannes 11:35 Jesus weinte. (Rev.Elb.)
Kontext? Angst um sein eigens Leben? Nein. Ging es um seine Gottesbeziehung? Nein. Ging es um die Gottesbezeihung Israels? Nein. Worum ging es? Sein Freund Lazarus ist gestorben.
Bemerkenswert der Blick in den Grundtext: Dort wird sprachlich scharf unterschieden zwischen den professionellen Klagen der Klageweiber und der tiefen Trauer Jesu.“
Zitat von Charlys Kommentar

* Nestle-Aland, Novum Testamentum Graece, 26.Auflage, 4.rev. Ausgabe, übersetzt von Ernst Dietzfelbinger, Stuttgart – Deutsche Bibelstiftung 1981

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2 Gedanken zu „Jesu Traurigkeit

  1. Ich glaube, du hast da etwas übersehen.
    Kennst du den kürzesten Bibelvers?
    Johannes 11:35 Jesus weinte. (Rev.Elb.)
    Kontext? Angst um sein eigens Leben? Nein. Ging es um seine Gottesbeziehung? Nein. Ging es um die Gottesbezeihung Israels? Nein. Worum ging es? Sein Freund Lazarus ist gestorben.
    Bemerkenswert der Blick in den Grundtext: Dort wird sprachlich scharf unterschieden zwischen den professionellen Klagen der Klageweiber und der tiefen Trauer Jesu.

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