Mit Gebeten helfen

Wer kennt das nicht?
Man betet… und betet vielleicht noch einmal… aber es scheint nichts zu passieren.

Viele Stoßgebete funktionieren so. Ein kurzes Gebet in Richtung Himmel senden, hoffen, dass das irgendwie hilft und dann schnell wieder in den Alltagstrott gehen.

Fraglos sollen und dürfen wir so beten. Nicht umsonst heißt es in der Bibel: „Betet allezeit!“

Doch wenn wir Menschen mit Gebet helfen wollen, dann können diese Stoßgebete nur ein Anfang sein.

Nach der Gottesdienstfeier darf ich manchmal für andere Menschen beten.
Zuerst habe ich mir angehört, was den Menschen bewegt.
Und dann oft habe ich Stoßgebete formuliert.
Ein Gebet, ein „Amen“ und dann „Tschüss“.
Ich weiß nicht, ob das den Menschen geholfen hat.

Doch in letzter Zeit versuche ich, anders zu beten.
Natürlich will ich erst einmal wissen, wie es dem Menschen geht.
Ich achte darauf, dass daraus keine Seelsorge-Sitzung wird. Schließlich soll es zuerst um das Gebet gehen. Seelsorge passt oft besser, wenn man sich abseits des Trubels mehr Zeit nehmen kann. Unter Umständen biete ich das an: „Ist es okay, wenn wir uns darüber ein anderes Mal unterhalten? Wann hättest Du denn Zeit?“
Wenn ich genügend weiß, fange ich an, für den anderen zu beten und bitte um die Leitung durch den Heiligen Geist. Schließlich will ich nicht „Plappern“ im Gebet, sondern Gott soll durch diese Zeit führen.
Zwischendurch unterbreche ich und frage nach, wie es der Person geht. Kamen bestimmte Gedanken oder Gefühle auf?
Anschließend bete ich weiter, unter Berücksichtigung der genannten Dinge. Zugleich frage ich Gott, wie ich beten soll. Oder gibt es etwas, was ich dieser Person sagen soll?
Auf diese Weise kann es weitergehen. Vielleicht mal drei Minuten, vielleicht auch mal 15 Minuten.

Diese Art von Fürbitte erfahre ich als sehr hilfreich.
So wurden einige Menschen in letzter Zeit von Lasten befreit. Eine Person wurde von Rückenschmerzen geheilt. Wieder jemand anders kam ebenfalls mit Schmerzen und zugleich bedrückt… und ging nach dem Gebet mit weniger Schmerzen und einem erlösten Lächeln im Gesicht.
Es ist großartig, mitzuerleben, wie Menschen befreiter, heiler und froher werden.

Um das klarzustellen: Bei alledem weiß ich, dass ich das nicht hervorbringen kann. Es ist allein Gott, der das tut. Ich bin sowas von unperfekt, habe Mängel und Ecken und Kanten. Ich lebe von Gottes Gnade und brauche sie genauso wie mein Gegenüber. Es ist Gott, der das im Namen Jesu Christi wirkt.

Es ist also nicht nur eine Frage der Gebetstechnik (Fragen, beten, fragen, beten…).
Im Grunde geht es um die Frage der Liebe. Liebe gibt Raum. Liebe hat Zeit.
Wie oft beklagen sich Leute, wenn sie beim Arzt innerhalb von fünf Minuten abgefertigt werden!
Bei Gott ist das anders:
Gott hat Zeit für uns. Denn Er liebt uns!
Und ich vermute, dass das ein wesentlicher Aspekt beim Gebet ist: der Liebe Gottes Raum zu geben. Deshalb ist es gut, nicht nur ein Stoßgebet zu formulieren. Deshalb ist es gut, weiter zu beten… bis zu merken ist, dass Gott wirklich hilft.

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