Jesus tritt auf

„9 Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. 10 Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.1Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.12 Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste;13 und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.“
(Markus 1,9 ff.)

Das erste, sehr öffentliche Auftreten von Jesus war übernatürlich und natürlich zugleich (wenn man mal von seinem Tempelbeusch als 12-Jähriger absieht). Johannes, der Täufer, kündigt den Erlöser der Welt an und schürt damit die Erwartungen seiner Zuhörer. Viele Israeliten sehnten sich nach der Freiheit von der römischen Besatzungsmacht und danach, dass endlich der Erlöser kommen möge, der vollends Frieden und Gerechtigkeit bringt.
Und einige Zeit später taucht tatsächlich Jesus auf. Noch weiß keiner, dass Er der Retter der Welt sein soll. Im Neuen Testament wird nicht geschrieben, wie Er aussah. Irgendwie war das nicht wichtig. Wie konträr sind dazu unsere vielen Magazine und Berichte über das, was die aktuellsten Promis anziehen! Wie nebensächlich!

Jesus geht nun auf Johannes zu. Der merkt: „Der isses!“
Und als Jesus dann getauft war, ist eine Stimme vom Himmel zu hören: „Du bist mein geliebter Sohn!“
Es wird nicht erklärt, weshalb Jesus sich taufen ließ. Die Theologen der letzten Jahrtausende haben sich viel darum bemüht, das zu erklären.
Ich weiß nicht, ob das so wichtig ist. Ich kann mir vorstellen, dass es für Jesus selbst einfach stark war, die Stimme Gottes zu deutlich zu hören. Und bei diesem Reden Gottes geht es nicht um Pflichterfüllungen, sondern es geht um den Zuspruch Seiner Liebe: „Mein Sohn, ich liebe dich!“
Das ist einfach schön.

Schließlich wird Jesus in die Wüste geführt. Und zwar nicht vom Satan oder weil Jesus mal eben Lust dazu hatte, sondern der Heilige Geist führte Ihn dorthin. Und schon wieder gibt es keine Erklärung, weshalb das geschieht. Es passiert einfach.
Das, was Jesus dann in der Wüste durchmacht, ist ziemlich heftig: 40 Tage fasten!
Sowas ist tatsächlich möglich. In unserer Zeit würde man empfehlen, vorher einen Gesundheitscheck zu machen.
Wer schonmal gefastet hat, kennt die ersten Tage des Hungerns und die Träume von leckeren Mahlzeiten. Aber dann kommt es zur Phase, wo das Fasten kaum Mühe macht. Man fängt an, feinfühliger zu werden. Ich habe noch nie 40 Tage gefastet. Das Höchste waren sechs oder sieben Tage. Ich kann mir gut vorstellen, dass man auch ein stärkeres Empfinden für die Dimensionen bekommt, die wir im Alltag oft übergehen. Wir sind so sehr auf das Sehen, das Riechen, Tasten usw. konzentriert. Doch schon allein durch die Erforschung der Tierwelt wissen wir, dass es noch andere Wahrnehmungsmöglichkeiten gibt, es gibt andere Dimensionen. Wer weiß, was man nach 40 Tagen Sinnesschärfung wahrnimmt!

Jesus hatte eine krasse Begegnung mit dem Satan. Es ging nicht um eine körperliche Auseinandersetzung, sondern mehr um einen spirituellen Schlagabtausch, der damit endet, dass der Satan abhaut.

Viele wünschen sich deutliche Erklärungen, weshalb das alles passierte.
Aber vielleicht ist es so wie mit unserem eigenen Leben. Auch mir wird sehr selten erklärt, weshalb gerade etwas so ablaufen muss wie es abläuft. Es geschieht halt. Und manchmal sehe ich erst rückblickend, was es mit mir gemacht hat.
Natürlich haben auch wir einen aktiven Einfluss auf unsere Umwelt.
Aber oft genug sind wir einfach in Situationen gestellt, die wir nicht herbeigezaubert haben. Es ist eben wie es ist.

Und so erscheint auch Jesus an dieser Stelle: es geschieht mit Ihm.
Es geschieht Übernatürliches, ebenso auch Natürliches. Himmel und Erde berühren sich. Es gibt ein Nasswerden im Wasser. Und es gibt eine himmlische Stimme. Es gibt ein Hungergefühl. Und es gibt eine teuflische Stimme.
Und schließlich ist zu lesen, dass die Engel dem Jesus dienten.
Wieder wissen wir nicht, was genau sie taten. Es ist nur klar: Schließlich bekam Jesus Hilfe.
Und auch hier entsteht der Eindruck: es geschieht mit Jesus.

Das alles wirkt nicht heldenhaft. Da ist von Jesus‘ Tun her gar nichts Großartiges.
Das Großartige ist einfach das: Jesus lässt sich führen. Er ist offen für Gottes Wege.

Vielleicht hilft es uns, wenn wir wissen, dass es gar nicht darum geht, dass wir etwas Großartiges produzieren müssen. Wir müssen keine Heldentaten hinterlassen. Es geht nicht darum, dass wir mit tollen Taten und klugen Sprüchen glänzen.
Vielleicht geht es erstmal einfach nur darum, dass wir offen für Gottes Wege sind und uns von Ihm führen lassen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s