Mit Jesus geht die Post ab!

21 Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.22 Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten.23 Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie:24 Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!2Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!26 Und der unreine Geist riss ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm.27 Und sie entsetzten sich alle, sodass sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern und sie gehorchen ihm!28 Und die Kunde von ihm erscholl alsbald überall im ganzen galiläischen Land.“
(Markus 1,21 ff.)

Jesus und seine Leute gingen nach Kapernaum, ein Grenzort mit Synagoge, was darauf hindeutet, dass es kein Mini-Mini-Dorf war. Es ist Sabbat, also Ruhetag. Wie üblich treffen sich die Frommen am Sabbat in der Synagoge. Jesus geht da auch hin. Er ist nicht gegen diese Frömmigkeitsstruktur, sondern nutzt sie. Allerdings kann man damit auch nicht belegen, dass Jesus diese Struktur besonders gut gefunden hätte. Schließlich hat Jesus „überall“ gelehrt und Menschen getroffen. An keiner Stelle der Bibel empfiehlt Jesus, dass man sich in der Synagoge zu treffen hätte, aber er lehnt es auch nicht ab. Jesus ist halt ein Beweger, der sich bewegt. Der Ort ist sekundär. Es geht um die Menschen, denen er begegnen will. Für mich heißt das, dass es okay ist, sich als Nachfolger Jesu in Kirchengebäuden zu treffen. Aber es heißt auch: das Kirchengebäude ist nicht das Zentrum meines Lebens! Das ist ein Aspekt, den wir als Christen und Gemeinde beachten sollten: Ziel ist es nicht, dass wir uns alle möglichst oft im Kirchengebäude treffen! Unser Ziel ist es, da zu sein, wo die Menschen sind!
Beachtlich ist auch, dass Jesus die Gottgläubigen aufsucht. In anderen Jesus-Geschichten lesen wir davon, dass Jesus durchaus Kontakt mit Heiden hatte. Aber die Gottgläubigen stehen bei ihm zunächst höher im Kurs. Wenn wir die gesamte Bibelstory anschauen, dann wissen wir, dass es damit zusammenhängt, dass Israel das Volk Gottes ist. Kein Wunder, wenn der Sohn Gottes zuerst zu seinem Volk geht, um mit ihnen zu reden. Wir wissen aber auch, dass Jesus schließlich möchte, dass alle Menschen von Gott erfahren (s.a. Matthäus 28,18 ff.).

Und dann lehrt Jesus!
Das Lehren geschah damals nicht nur als Monolog, sondern bestand oft aus einem Dialog. Der Lehrer sagte etwas, andere fragten nach oder wiederholten das Gesagte und der Lehrer erklärte daraufhin. Das Lehren war also ein recht dynamischer Prozess. Doch das, was und wie Jesus lehrte, war so heftig, dass die Leute entsetzt waren. So hatte noch nie jemand gelehrt!
Wow, das ist etwas, was wir Prediger uns gerne wünschen… so zu lehren, dass die Leute von den Socken sind! Es gibt tatsächlich einige wenige Prediger, die so begabt und kraftvoll sind. Ich bin sicher, dass viele eine ordentliche Predigt abliefern können (s.a. mein entsprechendes Ebook dazu), aber so zu predigen, dass die Zuhörer im Herzen getroffen sind…!? Das ist Gottes Werk. Gott begabt, Gott gibt Chancen, Gott wirkt – das entzieht sich unserem menschlichen Machertum. Aber wenn wir uns die Verse durchlesen, die uns von Jesus in der Bibel überliefert sind, dann gewinnen wir einen kleinen Einblick in seine Redeweise. Er redet oft sehr bildhaft, benutzt Geschichten, ist sehr pointiert, nimmt Bezug auf die Lebenswelt der Menschen… das ist das Gegenteil von theoretisierenden Predigten, die abstrakte Formeln aufstellen wollen und mit meinem Alltag nichts zu tun haben. Ich stelle mir vor, wie Jesus da in der Synagoge spricht. Am Anfang gehts den Zuhörern so wie so oft: „Den kennen wir noch nicht. Na, mal sehen, ob das interessant wird…“
Aber gleich nach den ersten Sätzen hängen die Menschen Jesus an den Lippen. Seine Sätze berühren, fordern heraus. Manche fühlen sich ertappt. Andere spüren die Liebe und den Trost in Jesu Worten. Die Herzen pumpen schneller. Alle spüren: „Das sind Worte des Lebens! Ich brauche mehr davon! Bitte höre nicht auf, zu reden!“
Ich weiß: Als Prediger kann man das nicht einfach mal so produzieren. Dennoch würde ich empfehlen, auf diese Perspektive immer zu achten: es müssen Worte des Lebens sein, die auf unsere Herzen zielen.

Allerdings gefällt die Lehre Jesu nicht allen, nämlich den Dämonen. Böse Geister manifestieren sich und missbrauchen einen Menschen, um sich zu äußern. Aber hallo, was geht denn da ab!? Böse Geister? Für manch aufgeklärte Zeitgenossen unter uns ist das Humbug, im „besten“ Fall handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Jesus aber geht damit ganz selbstverständlich um. Es ist so: wenn wir Jesus glauben und ihm nachfolgen wollen, dann geht es eben auch um das, was Jesus für real hielt. Und Dämonen hält Jesus für echt. Viel besser aber ist das: Jesus befreit den Menschen von den bösen Geistern! Er entwirft keine große Theologie mit dicken Wälzern für dieses Thema, sondern Jesus macht kurzen Prozess mit den Dämonen. Denn sein Ziel ist es, die Menschen zu befreien. Das Leben in Freiheit, geliebt von Gott, verbunden mit Christus, ein Leben voller Gnade und Wahrheit… das ist der Fokus von Jesus. Und was auch immer dabei im Weg steht, soll beseitigt werden.
Mir hilft das, mich immer wieder auf das Wesentliche auszurichten: keine langen theologischen Streitgespräche führen; nicht um des Recht-Haben-Wollens kämpfen; sondern dafür einzutreten, dass Menschen in die Freiheit mit Gott kommen.
Ich durfte vereinzelt für Menschen beten, die von bösen Geistern beeinflusst waren. Bisher haben alle berichtet, dass es ihnen danach besser ging. Weil ich mir da selber nichts vormachen will und mir Gedanken um die Betroffenen mache, frage ich meistens einige Tage und Wochen später nochmal nach: „Wie geht es dir jetzt? Hat es was gebracht?“ Es sind immer nur punktuelle Verbesserungen. Es platzt nicht das endgültige Paradies in das Leben hinein. Aber ein kleiner Teil davon wird spürbar. Das ist gut.
Meines Erachtens sollten wir als Christen daran denken, dass es eben auch dämonische Beeinflussungen bei Menschen geben kann. Gerade dann, wenn Medizin nicht geholfen hat, wenn sogar auch psychologische Behandlungen nicht geholfen haben, dann sollten wir eine dämonische Beeinflussung als Möglichkeit in Betracht ziehen. Immer mit dem Fokus „Es gibt ein Leben, das freier von Depressionen, Ängsten, Schuldgefühlen und Sorgen ist!“

Was diese Jesus-Geschichte ebenfalls zeigt, ist das:
Bei Jesus gehen Wort und Tat miteinander!
Nach der Predigt und dem „Amen“ ist nicht Schluss. Sondern die Lehre fließt in das Leben rein. Die Lehre Jesu hat Gotteskraft und deshalb wird es immer Reaktionen im geistlichen Bereich geben, die der Befreiung der Menschen dienen.

Die Leute sind noch mehr durcheinander. Das haben sie so noch nie erlebt! Es wird zum Gesprächsthema Nummer 1!

Doch an keiner Stelle ist etwas davon zu merken, dass Jesus den Ruhm sucht. Er fragt hier nicht nach Anerkennung, Geld oder Macht. Er will einfach nur Gottes Liebe und Kraft vermitteln, weil er die Menschen liebt.

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