Es geht doch nur um Macht… deutsche Außenpolitik!

Der Emir von Katar war zu Gast in Deutschland und hatte ein Treffen mit unserer Kanzlerin (s.a. www.sz.de). Sein Land gilt nicht als demokratisch und steht im Verdacht, mit Terroristen zusammen zu arbeiten. Das wird seitens des Emirs bestritten: „Katar hat und wird niemals terroristische Gruppen unterstützen.“ (www.dw.de). Im besten Fall bedeutet das, dass Katar tatsächlich keine militanten Moslems unterstützt. Im schlechtesten Fall heißt das, dass solche islamischen Gruppierungen für den Emir keine Terroristen sind. Naja, und wenn es sich aus seiner Sicht nicht um Terroristen handeln würde, dann würde er per Definition auch keine terroristischen Gruppen unterstützen. Diese Bedenken sind angebracht, schließlich gilt Katar als einer der Hauptunterstützer der Hamas (www.rp.de) und die Hamas wird von der EU als Terrororganisation eingestuft (wikipedia). Kurzum: Katar hat eine andere Interpretation von terroristischen Vereinigungen! Aber unsere Kanzlerin hält den Mann für glaubwürdig?
Allerdings hat er viel, viel Geld in Deutschland investiert und kauft auch gerne Panzer aus Deutschland.

Wäre hier ein mehr ethisches Handeln seitens Deutschland sinnvoll?
Herr Schuster, Chefkommentator der Welt Online, plädiert für weniger Moral in der deutschen Außenpolitik (www.welt.de).
Ob er damit Recht hat, würde ich mal in Frage stellen. Doch er verdeutlicht damit nur das, was sowieso vorhanden ist: Außenpolitik ist kein Streichelzoo, sondern es geht einfach nur um Macht.
Wenn deutsche Soldaten im Meer vor Somalia auf den Kriegsschiffen Wache schieben, dann hat das nur den Zweck, deutsche Wirtschaftsinteressen zu schützen und durchzusetzen… gegen die somalischen Piraten, die mitunter deswegen zu Piraten geworden sind, weil wir Westler den afrikanischen Kontinent für unsere Interessen ausnutzen.
Wenn deutsche Soldaten in Afghanistan gekämpft und getötet haben und auch selber getötet wurden, dann hatte das wenig damit zu tun, Afghanistan Frieden zu bringen. Es ging darum, dem „Partner“ USA zu folgen und militärischen, politischen und wirtschaftlichen Einfluss in Asien zu sichern.
Wenn Gelder sowohl nach Palästina als auch nach Israel fließen, dann hat das nichts mit Barmherzigkeit zu tun, sondern sich das Wohlwollen beider Kontrahenten zu sichern… man weiß ja nie, wer zum Schluss gewinnt.
Und wenn man sich nun auf Russland und Putin einschießt, dann handelt man nicht aus Gutmenschentum und der Freude an der Demokratie. Wenn das der Fall wäre, dann hätte man nicht – trotz gegenteiliger Zusagen – die NATO-Osterweiterung angestrebt, die Revolution in der Ukraine unterstützt und dann würde man nicht mit einer ukrainischen Regierung zusammen arbeiten, die offenkundig von rechtsgerichteten Politikern (um nicht zu sagen: Faschisten) mitgeführt wird (www.rp.de).

Lasst es uns doch sagen wie es ist:
Es geht einfach nur um Macht!
Und jegliche Benutzung von moralisch eingefärbten Argumenten in der Außenpolitik ist Augenwischerei, Heuchelei und dient nur dazu, die eigene Macht zu entwickeln.

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2 Gedanken zu „Es geht doch nur um Macht… deutsche Außenpolitik!

  1. Na ja, bisserl naiv und Krachledern. Die zentrale These passt natürlich ins Schema, stützt sich aber nur auf persönliche Schlüsse und Bewertungen. Ganz unterhaltsam, es fehlt aber noch die Verschwörungstheorie. Ist mir zu dünn und vordergründig.

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