Wie Gott im Gebet spricht – Erlebnisse im Kiez

Seit Jahren treffe ich mich mit anderen Christen, fast jede Woche einmal. Wir spazieren durch den Kiez und beten laut oder leise. Laut in der Öffentlichkeit zu beten, kann Überwindungssache sein. Aber im Zeitalter der Handys mit Ohrstöpseln reden ja sowieso alle vor sich hin. Das laute Beten fällt also kaum auf.
Wir beten für die Schule, die Kirchen, die Verantwortungsträger im Kiez wie den Gemeinwesenverein oder das Quartiersmanagement. Und natürlich für die Menschen im Kiez. Immer wieder segnen wir im Gebet die Menschen aus verschiedenen Ländern.
Alle paar Monate passierte es, dass wir auch ganz direkt für Menschen gebetet haben. Einmal hatte uns ein Mann sogar von sich aus angesprochen: „Habt Ihr gerade gebetet?“
„Ja.“
„Seid Ihr Christen?“
„Ja. Können wir auch was für dich beten?“
Und dann lud er uns in seine Wohnung ein und erzählte von seinem Leben.
Das fand ich immer spannend, wenn es Begegnungen wie diese gab.

Nun sind wir zum zweiten Mal anders vorgegangen.
Wir treffen uns zuerst im Gemeinderaum und beten dort für den Kiez. Außerdem bitten wir Gott um Eindrücke bzw. für Menschen, für die wir beten sollen.
Letzte Woche kam mir das Bild einer älteren Frau mit Renter-Sulky, die in einer bestimmten Straße entlang lief. Ein anderer Beter hatte den Gedanken an roten Stoff oder ein rotes Tuch.
Dann sind wir raus gegangen und sind wie oben beschrieben durch den Kiez gegangen.
Als wir an der besagten Straße waren, sahen wir tatsächlich eine alte Frau mit dem Sulky. Ich hatte keine Probleme, auf sie zuzugehen, denn sie gehört zu unserer Gemeinde. Wir haben kurz für sie gebetet und sind weitergegangen.
Als wir wieder kurz vor dem Ausgangspunkt waren – und bis dahin kein roter Stoff in Sicht gewesen waren – blickten wir in Richtung Straßenecke. Dort stand ein Mann aus der Nachbarschaft, der gelegentlich zu unseren Gottesdienstfeiern kommt. Er war im Gespräch mit einem anderen Mann. Und beide trugen knallrote T-Shirts. Wir quatschten ein bisschen mit beiden und gingen dann unsere Wege.

Heute beteten wir wieder im Gemeinderaum. Die Eindrücke waren diese:
– Ein Handwerker mit blauen Overall, der an einer bestimmten Ecke vom Kiez steht. Vielleicht hat er Rückenschmerzen oder ist traurig?
– Das Bild von einer speziellen Straße.
– Der Gedanke an einen Mann mit angeleintem Schäferhund.
Dann sind wir losgegangen.
Als erstes trafen wir genau an der besagten Ecke den Handwerker mit blauen Anziehsachen. Ich dachte: „Kann doch nicht wahr sein!?“ Aber wenn’s von Gott ist, dann sollte ich ihn ansprechen. Kostet Überwindung. Wir kamen in ein kurzes, freundliches und offenes Gespräch. Rückenschmerzen und Trauer hatte er nicht. Er ist Hausmeister und durchaus an Wahrheitsfragen interessiert. Ich durfte kurz für ihn beten, obwohl er Atheist ist. War eine nette Begegnung.
An der speziellen Straße wussten wir nicht genau, was dort sein sollte. Es passierte nichts Besonderes, aber wir beteten unter anderem dafür, dass an dieser Stelle das Spielcasino verschwindet, weil es viele Menschen weiter in die Sucht treibt.
Und tatsächlich trafen wir dann noch den Mann mit angeleintem Schäferhund. Gebet wollte er nicht haben, aber im Stillen haben wir dann doch noch für ihn gebetet.

Gott spricht im Gebet… super spannend!

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