Ist der Islam die Lösung?

Herr Prantl von der SZ geht in Kurzform möglichen Methoden nach, wie die Radikalisierung von Moslems behandelt bzw. verhindert werden kann („Allahs irregeleitete Anhänger“ vom 11.10.2014). Schließlich schreibt er davon, dass es zwecks Prävention gelingen müsse, islamische Autoritäten zu gewinnen, die gleichermaßen gegen eine Radikalisierung vorgehen. Der Islam sei also nicht das Problem, sondern er sei Teil der Lösung.

Heute habe ich mich auch gefragt: Was kann man in Anbetracht von ISIS tun?
Wie kommt es, dass sich junge Menschen aufmachen, um in den Krieg gegen die Ungläubigen zu ziehen?
Was passiert da?

Es geht eben nicht um ein Geschehen, das weit weg von uns ist. Die Demos für eine militärische Unterstützung der Kurden fanden auf deutschem Boden statt. Und ebenso die Gewalttätigkeiten zwischen Kurden und der Polizei und den Salafisten und den Kurden. Das passiert in Deutschland. Es gibt junge Menschen, die von Deutschland aus in den Kampf ziehen. Es gibt Moscheen in Deutschland, in denen radikale Prediger Menschen gegen den Westen und die Ungläubigen aufwiegeln. Auch, wenn die Schlachten noch nicht die türkischen Urlaubsparadiese der Deutschen erreicht haben, so sind wir trotzdem schon betroffen.

Wir sind auch deswegen betroffen, weil viele Kenner meinen, dass der Islam in seinem Kern immer eine politische Dimension habe, nämlich die der Herrschaft über andere. Anders als im Christentum, wo grundsätzlich das „Seid dem Staate untertan“ gilt, wollte schon Mohammed auch mit Einsatz von Gewalt Erfolge erringen. Während Jesus von Feindesliebe predigte, tötete Mohammed einige seiner Gegner. Der Koran muss anders als die Bibel ausgelegt werden. In der Bibel muss schon die Textform differenziert werden: Handelt es sich um ein Gesetzbuch, um Poesie, um einen Brief…? Ist das Schreiben an „alle“ gerichtet oder nur an Juden oder nur an Christen? Spricht der Text in eine bestimmte Situation hinein oder wird ein allgemein gültiges Gebot formuliert. Im Koran hingegen begegnen uns die Worte des Propheten. Es sind die Worte, die grundsätzlich zu jeder Zeit und überall für alle Moslems gelten. Es entspricht dem Selbstverständnis des Koran, den Wortlaut auch wörtlich zu nehmen. Nicht umsonst werden z.B. die Aleviten von der Mehrzahl der Moslems nicht als Moslems wahrgenommen, weil sie den Koran rein geistlich verstehen wollen.

Doch wenn der Koran weitgehend wortwörtlich verstanden werden muss, dann sind wir mit zahlreichen Aussagen konfrontiert, die zur Gewalt gegenüber Andersgläubigen motivieren. Ob wirklich Gewalt eingesetzt werden muss, wird von jedem korangläubigen Moslem sicherlich unterschiedlich interpretiert. Aber DASS Gewalt im Namen des Islam eingesetzt werden kann, dürfte außer Frage stehen.
Es reicht der pragmatische Blick in die Staaten, in denen im Namen des Islam regiert wird. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird die Scharia angewendet. Steinigungen und Enthauptungen – wie sie zur Zeit beim Vormarsch des IS angeklagt werden – gehören dort zum normalen, islamischen Rechtswesen. Wollte jemand behaupten, dass etwa Saudi-Arabien nicht islamisch sei und die dortigen Moslems fehlgeleitet seien?

Daher finde ich es sehr schwer, davon auszugehen, dass der Islam Teil der Lösung sei. Abgesehen davon: Würden rechtgläubige Moslems die westlich infiltrierten „Autoritäten“ überhaupt ernst nehmen? Das ist zweifelhaft.

Tatsächlich reichen Wortlaut des Koran und gängige Praxis in den meisten islamischen Staaten dafür, um eine Verfassungsfeindlichkeit in Deutschland zu begründen. Sofort kommen wir damit in Spannung zur Religionsfreiheit und zu den vielen islamisch geprägten Deutschen, die vor Gewalt zurückschrecken und die damit kriminalisiert werden würden. Ehrlich gesagt, finde ich auch keine Lösung. Zumindest keine einfache und keine, die einen Lösungsautomatismus schaffen würde. Es kann natürlich nur um eine Vielzahl von Aspekten gehen: von der Prävention, auch im Dialog mit Moslems, bis hin zu harten Strafmaßnahmen. Doch aus meiner Sicht brauchen wir noch etwas: eine Hinwendung zu Jesus und seinen Lehren. Ich stehe lieber für die Versöhnung und den Frieden, der von Jesus ausging als für irgendetwas andere.

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