Bist du ein Springer oder Spaziergänger?

Es gibt Glaubensspringer und Glaubensspaziergänger. Klar, ist jetzt Schwarz-Weiß gedacht, aber es geht ja darum, den Punkt deutlich zu machen.
Glaubensspringer sagen: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!“ Und entsprechend versuchen sie, oft zu springen. Petrus war so ein Typ: „Jesus, ist es okay, wenn ich jetzt mal über das Wasser gehe?“ Er ist bereit, „Sprünge“ zu machen.
Glaubensspaziergänger sagen: „Gemach, gemach! Wir prüfen das erstmal vor Gott!“ Sie vertrauen ihrem Gott auch, aber das Schneckentempo mit den Mini-Baby-Schritten ist ihnen angenehmer. Der Apostel Thomas war so ein Typ: „Ja, ich glaube an Gott. Aber meinen Verstand lasse ich nicht an der Garderobe zurück!“

Als das Volk Israel die Stadt Jericho umrundet hat (Buch Josua, Kapitel 6), waren sie Glaubensspaziergänger. Wiewohl die göttliche Methode, um die Stadt einzunehmen, gegen jegliche Logik und menschliche Erfahrung verstoßen hat: Stadteroberung durch Spaziergänge!?
Mit diesen Spaziergängen bewiesen sie daher großes Vertrauen in Gott. Und dennoch war auch das klar: Es geht um einen Prozess. Nicht um menschliche Klugheit, Kraft oder Geschwindigkeit, sondern eher um das Schneckentempo.
Dann aber kam es zu dem Moment des Glaubenssprunges: Das Spazierengehen war vorbei, die Mauern von Jericho fielen und jetzt sollte es in die Stadt rein gehen. JETZT ist der Moment da! Nix mehr mit Spazierengehen!

Im Leben mit Gott gibt es Zeit für beide Arten des Glaubens:
Oft brauchen wir die Geduld eines Bauern. Er hat den Weizensamen ausgesät und dann kann er im Grunde nur noch abwarten, aber das Wachstum selbst kann er kaum beschleunigen. Das ist wie ein langsames Spazierengehen. Dinge brauchen ihre Zeit und viele Gebet brauchen ihre Zeit. Gott hört das Gebet, aber bis die Erfüllung eintritt, kann einige Zeit vergehen.
Doch schließlich kommt es zu den „Kairos-Momenten“ („kairos“ – altgr. im Sinne von: „Jetzt ist der Zeitpunkt da!“). Entweder man greift jetzt zu oder man lässt es! Wie beim Volk Israel, als es das erste Mal die Chance hatte, um in das verheißene Land zu kommen: Sie hatten JETZT die Chance und diese Chance würde nicht so schnell wiederkommen! In solchen Glaubenssituationen spürt man die Dringlichkeit und kann die offene Tür sehen, die Gott gibt.

Doch wann ist es die Zeit da, um „Glaubensspringer“ oder „Glaubensspaziergänger“ zu sein?
Die Antwort muss pauschal sein, weil unsere Lebenschancen und Herausforderungen zu unterschiedlich sind. So kann nur gesagt werden: Bitte Gott um Weisheit! Er wird diese Weisheit geben und du wirst unterscheiden können, ob gerade eine bäuerliche Geduld nötig ist oder die Risikobereitschaft eines Petrus.

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