Das Christentum gehört zu Deutschland

„Der Islam gehört zu Deutschland!“
Ein Spruch, der seit Monaten immer wieder durch die Medien schwirrt. Und wenn dieser Satz geäußert wird, treffen verschiedenste Meinungen aufeinander: Gegen den Islam, für die Moslem – gegen Islam und gegen Moslems – für den Islam und für Moslems…
Aus christlicher Perspektive ist die Sache klar: Wir sind für die Menschen!
Ob Moslem, Atheist, Christ, Buddhist oder Otto Normalverbraucher. Menschen sind gottgewollt und tragen Sein Ebenbild in sich – auch, wenn das oft sehr verzerrt ist.

Und noch etwas ist klar aus christlicher Sicht:
Wir führen keinen gewaltsamen Kampf!
Selbst, wenn wir gegen etwas sind, dann sind wir
1. nie gegen den Menschen
2. höchstens gegen etwas, was den Menschen schadet und Gott verunehrt
3. und damit für den Menschen, für die Schöpfung, für Gott.

Und wie reagieren wir, wenn jemand gegen Menschen oder Gott handelt?
Wir segnen, wir beten, wir suchen das Gespräch, wir suchen nach Lösungen.

Deshalb ist es ja auch so einfach (und billig), über Jesus, die Bibel und die Christen zu lästern. Wir gehen ja kaum auf die Straße. Und wenn, dann, um für das ungeborene Leben einzutreten. Wir wetzen keine Schwerter und drohen nicht mit Tod und Vergeltung (leider gibt es immer wieder irrige Außenseiter, die dann ihre Ansichten rachedürstig verbreiten und dabei verkennen, dass sie sich damit nicht auf Jesus Christus berufen können). Es ist so einfältig, über die herzuziehen, die lieber das Verständnis und die Feindesliebe suchen als mit gleichen Parolen und Schlimmeren zurückzukämpfen.

Es ist schade, traurig und möglicherweise eine versäumte Chance, wenn unser Land aus lauter Verblendung nicht den Schatz des Christentums neu entdecken will. Es ist fast eine Schande, wenn unser Land sich über das lustig macht und sich von dem distanziert, was für so viele gute Errungenschaften gesorgt hat, die zwar in sich selbst längst nicht immer perfekt sind, aber die dennoch niemand missen will: kirchliche Kindergärten, kirchliche Schulen, Seelsorge in Krisensituationen, Hospize, Seniorenwohnhäuser, die Feiertage über Weihnachten, Krankenhäuser, Suppenküchen, die „Tafeln“, Kleiderbörsen… bis hin zu den einzelnen Christen, die dann doch lieber nochmal vergeben, lieber nochmal verstehen wollen, lieber nochmal die Wahrheit suchen , lieber nochmal für das Recht des Schwächeren eintreten. Wohl dem, der solche Kollegen hat, Nachbarn hat, Freunde hat!

Wir leben zunehmend wieder in einer Krisenzeit:
die Währung ist nicht sicher, die Lebensversicherungen erst recht nicht – die Rente erscheint eher wie eine Verhöhnung. Militärische Konfliktzonen rücken näher (und die deutsche Regierung scheint bereit zu sein, eine „Speerspitze“ zu bilden, tut aber kaum etwas, um gegen die Kinderarmut im eigenen Land vorzugehen), Spaltungen zwischen Pegida-Anhängern und dem Establishement treten zutage und ein diffuses Nicht-Verstandenseinempfinden seiten vieler Bürger wird offenbar.
Jetzt haben wir die Chance, über wirklich Helfendes nachzudenken.
Über Werte wie Frieden, Wahrheit, Vergebung, Nächstenliebe, Gerechtigkeit… Werte, die wir letztlich in Vollkommenheit bei Jesus Christus entdecken. Damit hätten wir die Chance, eine neue Stabilität zu finden und gute, hilfreiche Richtungen einzuschlagen.
Oder wir diskutieren einfach weiter darüber, ob der Islam nun zu Deutschland gehört oder nicht… sticheln und hauen immer mal wieder auf dem christlichen Erbe herum.
Die Entscheidung liegt bei uns.
Die nimmt uns kein Gott ab.
Und auch die Folgen wird uns kein Gott abnehmen. Dafür werden wir gerade stehen müssen.

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5 Gedanken zu „Das Christentum gehört zu Deutschland

  1. Naja.
    Um vielleicht mal die Perspektive eines evangelikalen Atheisten unterzubringen: Aus meiner Sicht bewirkt das Christentum eben auch viele ungute Dinge, und bietet bei den guten Dingen, die es bewirkt, keine rationale Grundlage, sondern eine irrige, und stellt damit auf tönerne Füße, was so sicher stehen könnte.
    Für Krankenhäuser, das Recht des Schwächeren, für den Wunsch nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden braucht man keinen Gott und keine Religion, sondern nur den Gedanken die Folgen.
    Und da steht jeder Gott meines Erachtens nur im Weg, weil er unweigerlich zwischen die Menschen stellt und vor die eigentlichen Gründe, aus denen all diese schönen Dinge wünschenswert sind.
    Dass Christen das anders sehen, ist mir klar, und diese Differenz werden wir hier gewiss nicht aufgelöst bekommen. Aber ich hielt den Hinweis für lohnend, dass es Atheisten in der Regel keineswegs nur ums Sticheln oder Lästern geht, sondern ebenfalls um eine bessere Welt.

    • Ja, die Gottes-Differenz kriegen wir hier nicht aufgelöst. 🙂
      Ich vermute, dass es zwischen (atheistischen) Humanisten und Christen mehr Ähnlichkeiten gibt als zwischen Christen und Moslems. Geschichtlich gab es fraglos viel Ungutes bei den Christen – auch heute noch. Dasselbe trifft auf die bewusst atheistische Bewegung zu, die mitunter militant und aggressiv gegen Gottgläubige vorgegangen ist. Atheistische Regimes sowie angeblich christliche Regierungen haben oft dazu beigetragen, dass Menschen getötet und gefoltert werden. Das ist sicherlich ein Punkt, den keiner von uns beiden richtig findet. Andererseits haben Christen auch oft die Anfänge gemacht, wenn es darum ging, Krankenhäuser, Waisenheime, Hospize, Schulen, Buchentwicklung usw. aufzubauen. Und das aus einer klaren christlichen Gesinnung heraus. Andersgläubige haben dann schnell den Sinn davon erkannt und es weiterentwickelt, haben mitgemacht oder eigene Werke aufgebaut. Daher ist aus meiner Beurteilung der Geschichte heraus der heutige deutsche Sozialstaat ohne diese starken christlichen Einflüsse nicht denkbar bzw würde es sich um eine Verkennung von Tatsachen handeln, wenn man meinen würde, dass das alles auch ohne das Christentum geschehen wäre. Eine wichtige Motivation dabei war die Gottgläubigkeit, daher sehe ich diesen Punkt nicht als hinderlich, sondern als grundlegend an. Um es verkürzt darzustellen: Weil ich weiß, dass es diesen Gott gibt, der diese Welt will, macht es auch Sinn, nach den Regeln dieser Welt zu fragen. Weil ich weiß, dass es einen Gott gibt, der uns liebt, bin ich nicht mehr so abhängig von der Liebe anderer. Das macht mich freier und fähig, andere Menschen zu lieben, ohne etwas zurück zu erwarten. Viele meine Entscheidungen wie die zur Vergebung, zum Aussprechen von Wahrheit, zu Segnen meiner Feinde, zur praktischen Hilfe für andere entspringen alleine dem: dass ich von Gott geliebt bin und dass Er will, dass wir andere lieben.

      • Und genau das ist aus meiner Sicht halt das Problem.
        Aber ich denke, es lohnt sich nicht, daraus jetzt eine lange Diskussion zu machen. Ich wollte gesagt haben, was in meinem ersten Kommentar stand und lasse das jetzt mal so stehen, auf das sich jeder seine Meinung bilde.
        Einen Hinweis hätte ich: Die Parallele zwischen christlichen und atheistischen Regimen geht in meinen Augen insofern fehl, als Christentum ein System aus Werten und Überzeugungen beschreibt, das tatsächlich Menschen zu Handlungen veranlassen kann. Atheismus ist hingegen nur die Abwesenheit einer bestimmten Kategorie von Werten und Überzeugungen.

  2. Ach, ich finde es immer schwer, wenn erstmal eine kleine Diskussion begonnen hat, dan zu stoppen. Du hast völlig Recht: die Gottesfrage werden wir beide auf diese Weise hier nicht auflösen. Da lassen wir uns halt so stehen.

    Hinsichtlich der Regimes: ich bin da nun kein Vollbluthistoriker oder Philosoph, daher ist es gut möglich, dass ich da was falsch einschätze. Aus meiner Sicht sind Pauschalitäten natürlich immer doof, denn man müsste sich fragen, ob es denn überhaupt christliche Regierungen geben kann. Das im Kern Christliche ist ja der Bezug auf Jesus Christus als Herrn und Erlöser. Und so ein Regierungsprogramm habe ich noch nicht gesehen! 🙂

    Was es natürlich gibt, sind Politiker, die christlich, atheistisch oder sonstwie geprägt sind und sich von diesen Glaubensgrundsätzen leiten lassen. Ob das dann aber auch jeweils zu christlichen, atheistischen Ergebnissen führt, würde ich bezweifeln. Wie will man das auch ermessen, wenn es nicht wirklich absolut eindeutig ist (eindeutig wäre es z.B., wenn jemand meint, andere Menschen töten zu müssen, weil Jesus es so wollte… das wäre ganz klar kein christliches Ergebnis).

    Ich halte eine atheistische Auffassung durchaus für ein Denksystem, das auch zu bestimmten Werten führen kann. Wer Atheist ist, ist ausdrücklich gegen Gott. Das ist keine Enthaltung, sondern eine Positionierung. Das ist auch kein offenes Suchen nach einem höheren Wesen, sondern eben ein Dagegensein. Aus meiner Sicht ist das auch eine Wertefrage, denn in diesem Fall setzt man den diese Ansicht höher als die eines Gottgläubigen. Man hält die eigene Ansicht für richtig und wahr und die der Gottgläubigen für falsch. „Richtig“ und „wahr“ sind für mich Wertebegriffe. Klar, Gottgläubige machen das genauso, nur andersherum. Es ist daher m.E. kein Zufall, dass es in der Geschichte immer wieder auch die ausdrücklich atheistischen Regierungen waren, die Gottgläubige und Andersdenkende verfolgt haben. Wer atheistisch gesonnen ist, wird es letztlich nicht wollen, dass es Religionsunterricht an Schulen gibt, dass es einen Gottesbezug in Verfassungen gibt, dass jemand eines Kreuzkette trägt, dass Kirchengebäude gebaut werden oderwenn Krankenschwestern für einen Patienten beten… weil all das ja aus der Sicht von Atheisten falsch sein muss. Relativiert wird der Atheismus m.E. durch den Humanismus, der korrigierend einwirkt und Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Nächstenliebe vertritt. Das ist die Schnittfläche zwischen Christentum und Humanismus, das, abgesehen vom Gottglauben, die gleichen oder doch ähnliche Werte vertreten werden.

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