Sei ein Flexi-Veganer!

Jesus sagte mal zu seinen Leuten: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“
Bei Veganern und Vegetariern schrillen sofort alle Alarmglocken, wenn sie das Wort „Fleisch“ hören. War bei mir auch so (wobei Jesus hier natürlich nichts über Massentierhaltung gesagt hat).

Vor etwa 2-3 Jahren (ick weeß ditt echt nicht mehr) beschloss ich, vegetarisch zu essen. Mich haben die Videos von der Massentierhaltung angeekelt und die Tiere haben mir leid getan. Selbst Tiere, die liebevoll biologisch tot gestreichelt werden, möchte ich nicht essen. Klar, Grillfleisch riecht lecker und bevor ich verhungere, würde ich auch kiloweise totes Tier essen. Aber Tatsache ist: ich habe keinen Gefallen mehr an Fleisch und ich habe nicht den Eindruck, auf etwas verzichten zu müssen.

Dann beschäftigte ich mich mit Themen wie „Milchproduktion“, „Eierproduktion“, „Käseproduktion“ und so weiter. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Fleischproduktion: Tiere leiden ohne Ende, werden gefangen gehalten, chronisch gequält und diverse Tiere müssen dabei sterben. Das qualvolle Sterben ist dabei nicht ein Zufallsresultat, sondern es ist Teil des Programms. Anders geht es nicht. Die Schlussfolgerung war für mich schnell deutlich: Wenn ich kein Fleisch esse, weil die Massentierhaltung so bösartig ist, dann muss ich auch auf Käse, Milch und Eier verzichten. Denn diese Produktion ist nicht weniger böse. Deshalb beschloss ich vor 1,5 Jahren vegan zu essen.

Ich habe kein Problem damit, auf Schokolade zu verzichten, auf Milch, auf Eierkuchen oder ähnliches. Das hat mich echt gewundert, weil es vorher so normal war. Mittlerweile hat mein Körper eher Appetit auf frisches Obst, Gemüse und Nüsse. Ganz komisch, aber scheinbar spürt mein Körper sehr wohl, was wirklich gut ist. Dieser Verzicht ist keine Spur anstrengend. Vegan zu essen ist echt einfach und durch ein bisschen Sport und diese Essweise habe ich innerhalb von 1,5 Jahren nun 8 Kilo abgenommen.

Ich habe nur damit ein Problem: es ist so schwer, auf Käse zu verzichten!
Käse ist so toll!
Und so kam es zum ersten Dammbruch: in einem Urlaub mit anderen wollte ich niemanden meinen veganen Ess-Stil aufzwingen und hatte auch keine Muße, um mir das Extra-Süppchen zu kochen. Ich machte eine Ausnahme für ein paar Tage.
Und seitdem bin ich Flexi-Veganer. Man könnte auch sagen: ich bin inkonsequent („Der Geist ist willig, doch mein Fleisch verlangt nach Käse!“), aber Flexi-Veganer hört sich interessanter an.
So habe ich nun meine veganen Ess-Phasen. Doch hin und wieder esse ich dann doch ein Käsebrot und zerbreche nicht vor Weltschmerz, wenn ich auf einer Geburtstagsfeier ein Stück Kuchen mit dem Bestandteil Ei zu mir genommen habe.

Mir gefällt’s so.
Für meine Zeitgenossen doziere ich nicht in Militäruniform darüber, wie schlimm deren Essverhalten ist, sondern freue mich am Zusammensein. Ich genieße hin und wieder meinen Käse und weiß: durch dieses eine Stück geht nicht die Welt unter. Und die Welt rette ich durch mein Essverhalten ohnehin nicht. Bildlich gesagt füge ich ein Sandkörnchen ein, das statistisch ein paar Tiere vor dem Tod bewahrt. Zumindest theoretisch.
Und so kann ich in meinem Bewusstsein locker switchen:
Mal habe ich ein reines Gewissen, weil ich ja so vegan lebe!
Und dann fühle ich mich mal wieder total locker und cool, weil ich kein Prinzipienreiter bin, sondern gerade das Stück Käse im Mund kaue. 🙂
Flexi-Veganer zu sein, ist wirklich schön…

Ein Hinweis in eigener Sache:
Für mich geht es auch um die Frage, ob und wie wir die Welt ein bisschen besser machen können. Die Ernährung und unser Konsumverhalten sind ein beachtlicher Teil der Antwort. Aber nicht nur. Ich denke, dass unsere Gesellschaft in eine Richtung abdreht, die gar nicht gut ist. Da hilft dann auch vegane-vegetarische Ernährung nicht.
In den Romanen zur „Tribes-Reihe“ ringe ich um Wege und Antworten. Wie werden wir in zwanzig oder dreißig Jahren leben? Was ist dann mit denen, die friedlich Öko-Dörfer gebaut haben? Die ein bisschen autark leben wollten?
Vielleicht sind die Geschichten zu düster. Vielleicht auch realistisch. Vielleicht können wir Antworten finden.
Die Geschichten sind recht preiswert als Ebook bei Thalia, Amazon und anderen erhältlich.

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6 Gedanken zu „Sei ein Flexi-Veganer!

  1. So sehr ich mich auch bemühe, letztlich bleibt bei mir der Eindruck, dass Vegetarismus und Veganertum nur in eine unglaubliche Unfreiheit führt und den Menschen bindet. Was soll daran, gerade für mich als Christ, gut sein? Ich kann es nicht erkennen.

    • Immerhin bemühst du dich! 🙂
      Ob es in Unfreiheit führt, ist letztlich eine Frage an die einzelne Person. Fast alles kann in die Unfreiheit führen, sogar der Glaube an Jesus, wenn wir ihn falsch verstehen. Daher hat das Vegane/Vegetarische für mich auch keine militante Form, sondern es ist in erster Linie aus dem mangelnden Appetit am Fleisch und mancn tierischen Produkten geboren. Eine ganz persönliche Sache, wobei ich den Fleischverzicht oder Gelatineverzicht im Grunde nicht als Verzicht erfahre. Ich find’s einfach nicht schön und es stößt mich eher ab und bin „froh“, es nicht essen zu müssen.

  2. Beim Lesen dieser Zeilen musste ich schmunzeln. 🙂 Nun ist mir klar: ich bin auch eine Flexi-Veganerin. Und ja, es fühlt sich wirklich gut an. Es geht mir auch so, dass ich inzwischen durch die vielen veganen Tage, wohl einige Tierprodukte gar nicht mehr vertrage. Man könnte sagen, mein Körper wehrt sich dagegen. Beispiel Milch: erst stieg ich von Vollmilch auf Drink-Milch um und nun gibt’s halt meine Morgen-Ovomaltine mit Pflanzenmilch. In Kaffee gebe ich jedoch nach wie vor Kaffee-Sahne. Und wenn ich Lust auf eine Magnum-Glacé oder feine Schokolade habe, gönne ich mir das. Vor Gelatine ekle ich mich regelrecht, weil ich inzwischen weiss, wie sie hergestellt wird.
    Da ich aufgrund meiner Pollenallergie und daraus resultierenden Kreuzallergien kein Steinobst, keine Rohkost (ausser Blattsalate) und keine Sojaprodukte geniessen kann, wird es manchmal etwas schwierig. Doch es gibt ja noch genug anderes, das mir keine Beschwerden macht. Besonders liebe ich die Mittelmeerküche. Das viele Gemüse, gewürzt mit frischen Kräutern und Olivenöl, ist einfach soooo lecker. 🙂
    Ich habe auch Mühe mit den fanatischen Veganern, die alle Andersdenkenden und -lebenden anprangern. Für viele von ihnen ist der Veganismus eine Ersatzreligion und das ist es nicht, was Jesus will. Aber Jesus will auch keine Massentierhaltung und deren Auswirkungen auf vieles auf der Erde sind leider nicht zu leugnen.

  3. Hallo 🙂
    Ich bin zufällig dank Google hier gelandet, weil ich auf der Suche nach einem passenden Begriff für „meinen Ernährungsstil“ war. Ich möchte dir gerne einen Tipp ans Herz legen, was den Käse angeht. Ich dachte auch lange „oh Gott ohne Käse geht nicht“- geht doch, wenn man den richtigen Ersatz findet: http://vekoop.de/Wilmersburger-Scheiben-Wuerzig-Kaese-Aufschnitt-vegan
    Das Zeug schmeckt original wie ne echte Scheibe Käse. Ich bin total begeistert. Probiers mal aus 😉

  4. Ich danke dir für diesen tollen Beitrag! Genau so geht es mir auch und mein Fleisch wird bei Käse auch schwach!
    Bei allem anderen hab ich kein Problem drauf zu verzichten!
    Liebe Grüße aus Bayern
    Sandra

  5. Flexi-Vegan ist doch toll ! Wie flexibel man es handhabt ist jedem selbst überlassen. Jeder hat seine eigene Ansichten. Warum immer diese Zwänge. Mehr Toleranz und Respekt anderen gegenüber und gut ist es. Ich selbst habe einige Zeit vegan gelebt und leider wieder in alte Gewohnheiten verfallen. Dann habe ich einen neuen Weg gesucht und bin auf den Begriff Flextarier oder semi-Vegetarier gestoßen. Dachte warum nicht Vegan als Basis nehmen und da etwas abweichen = Flexi-Vegan. Habe selbst Morbus Crohn und habe am eigenen Laib erfahren das Vegane Ernährung für die Gesundheit sehr gesund ist. Arbeite derzeit an meiner Website http://www.morbus-crohn-hilfe.com und hoffe vielen Menschen damit weiter helfen zu können. Auch arbeite ich an einem Online Kurs http://www.flexi-vegan.com Es ist gut für die Umwelt und für die eigene Gesundheit sich überwiegen von pflanzlicher Kost zu ernähren. D.h. nicht das man nicht hin und wieder bevorzugt aus artgerechter Haltung auch mal ein wenig Tierisches Eiweiß zu sich nehmen kann/darf. Extrem ist in jeder Hinsicht nicht der richtige Weg. Ob Ernährung, Religion oder sonst was. Es wird noch einige zeit dauern, bis meine Websites fertig sind, doch ich arbeite hart daran.
    Also allen noch eine schöne Zeit und genießt Euer Leben !

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