Hilfe für Kinder und Gemeinde

Seit Beginn der Gemeindegründung in Berlin-Spandau hat mich eine Vorstellung begleitet: irgendwie soll den Kindern im Kiez geholfen werden.
Es gibt viele Sozialpädagogen, Erzieher, Lehrer und Ehrenamtliche, die sich bereits für diese Kinder einsetzen. Es gibt bereits Vereine und Institutionen, die sich für Kinder einsetzen. Und fachlich gesehen machen sie sicherlich oft genauso gute oder gar bessere Arbeit als Gemeinden und Kirchen.

Und trotzdem hat Gott mich in den letzten Jahren immer wieder daran erinnert: Es geht um die Kinder im Kiez.
Wenn man sich den Kiez Heerstraße Nord anschaut, dann ist das trotz der bereits geleisteten Hilfe auch nötig. Der Kiez ist wirtschaftlich und sozial weiterhin auf einem absteigenden Ast. Hier gibt es mit die größte Kinderarmut Berlins. Der Anteil der Arbeitslosen und der Migranten ist ebenfalls sehr hoch. Keine Frage: hier ist jeder Mitarbeiter wichtig!

Eine Frage, die mich ebenfalls bewegte, ist die:
Muss sich nun eine ganze Gemeinde auf die Kinder einstellen?
Oder abstrakter gefragt:
Muss sich eine ganze Gemeinde einem bestimmten Dienst verpflichtet sehen?
Eine nicht unberechtigte Frage, da es ja durchaus Gemeinden gibt, die z.B. die Berliner Singles als Zielgruppe haben. Oder es gibt Gemeinden, die sich nur den Russen verpflichtet sehen oder den Jugendlichen oder den Bildungseliten.

Klar wurde mir das:
– Die Gemeinde als Gemeinschaft der Christen untersteht dem Doppelgebot der Liebe. Wir sollen Gott lieben und den Nächsten wie uns selbst – bis hin zur Feindesliebe. Grundlage ist Gottes Liebe zu uns.

– Die Gemeinde untersteht dem Hauptauftrag: Geht hin zu allen Völkern und macht sie zu Nachfolgern Jesu…
Es geht darum, dass jeder Mensch die Chance haben soll, in die rettende Gemeinschaft mit Gott zu kommen, darin zu bleiben und befähigt zu werden, andere auf diesem Weg zu begleiten.

– Das genannte Doppelgebot und den Hauptauftrag nenne ich einfach mal „die Essentials„.

Es gibt aber keine biblische Weisung, wonach eine Gemeinde nur einer bestimmten Zielgruppe dienen soll. Es wird auch nicht verboten, aber zentral bleiben immer die Essentials.

Abgeleitet aus den Essentials wird deutlich, dass eine Gemeinde stets für „Jedermann“ offen sein muss. Es ist biblisch nicht denkbar, dass sich eine Gemeinde nur auf Kinder konzentriert und alle anderen ausgrenzt. Dies widerspräche den Essentials. Was wäre das sonst für eine Nächstenliebe? Was bliebe vom Hauptauftrag, zu „allen Völkern“ zu gehen?

Allerdings halte ich es biblisch für denkbar, dass einzelne Christen eine persönliche Beauftragung von Gott haben, sich um eine bestimmte Gruppe von Menschen zu kümmern. So war Jesus zuerst den Juden verpflichtet. Der Apostel Paulus war zuerst als „Heidenapostel“ berufen. Allerdings half Jesus auch einzelnen Heiden und Paulus war noch immer mit dem jüdischen Volk verbunden. D.h. selbst die Beauftragung für eine bestimmte Menschengruppe kann und darf vor dem Hintergrund der Essentials nie andere ausschließen. Es geht somit nur um eine Frage des Dienstschwerpunktes.

– Wenn einzelne Christen eine solche persönliche Beauftragung haben, dann sind sie nach wie vor Teil der Gemeinde. Sie tauchen in der Gemeinde auf, empfangen und geben. Aber ihr Dienstschwerpunkt liegt in ihrer persönlichen Beauftragung. Dafür sollte die Gemeinde diese Mitarbeiter „freistellen“, d.h. möglichst nicht mit anderen Aufgaben beladen, sondern ihnen vielmehr helfen, die persönliche Beauftragung umzusetzen.

Kurzum:
M.E. kann und darf sich eine Gemeinde nie nur einem bestimmten Dienst verpflichtet sehen. Gemeinde ist bunter und vielfältiger. Und eben diese Vielfalt sollte entdeckt und bejaht werden, damit den Menschen im Namen Gottes geholfen werden kann.

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