Das Abendmahl – Nur für Insider oder für alle?

Das von Jesus eingesetzte Abendmahl unterscheidet sich vom jüdischen Passahmahl, weil Jesus die Zutaten „Brot und Wein“ auf Seine Hingabe für die Menschen bezieht. Spätestens mit dem Offenbarwerden der Gemeinde in Jerusalem, war das Abendmahl fester Bestandteil der Treffen von Christen.
So feierten auch die Christen in Korinth das Abendmahl, wie aus 1.Korinther 11,17 ff. ersichtlich ist.

Paulus muss diese Christen allerdings ermahnen, denn:
Ich kann’s nicht loben, daß ihr nicht auf bessere Weise, sondern auf ärgere Weise zusammenkommt. Zum ersten, wenn ihr zusammenkommt in der Gemeinde, höre ich, es seien Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich’s.“
(1.Kor 11,17b-18)

Paulus formuliert manches aus:
Neben den Streitigkeiten untereinander, betranken sich manche zum Abendmahl, während andere hungrig ankamen und nichts mehr für sie übrig war.

Paulus nutzt diesen Anlass, um zu verdeutlichen, welche christlichen Aspekte das Abendmahl vermittelt:
a) Die Erinnerung an Jesus Christus.
b) Die Verkündigung von Jesu stellvertretendem Tod.
c) Das Erwarten Seiner Wiederkehr.
d) Die Gemeinschaft mit Gott.
e) Die Gemeinschaft untereinander durch Christus.

Die korinthischen Christen glänzten allerdings dadurch, dass sie offenkundig keinen dieser Aspekte in den Vordergrund stellten, sondern ihr Ego. Sie nahmen keine Rücksicht auf die anderen, insbesondere nicht auf die Ärmeren (wenn es um Ärmere und Schwächere geht, lässt Gott nicht mit sich spaßen!).

Der Apostel benennt dann die Folgen dieser Lieblosigkeit:
Schwachheit, Krankheit und frühzeitiger Tod.
Deutliche Folgen der Sünde.

Nun werden wir hierzulande wohl kaum eine solche Abendmahlsfeier der „Lieblosigkeit“ finden. Die typische Abendmahlsfeier ist ordentlich zurecht reduziert auf einen kleinen Bissen Brot und einen Schluck Traubensaft… und in den Treffen der RKK gibt es für den normalen Christen noch nicht mal den Tropfen der Traube. Die Verbindung mit einer gemeinsamen Mahlzeit – wie es unter den ersten Christen üblich war – findet nicht statt, was ich schade finde, aber ja auch keinem göttlichen Gebot entspricht.

Was wir aber finden, ist das:
Auch Andersgläubige empfangen das Abendmahl.
Vielleicht derjenige, der als Säugling getauft wurde, aber keinen weiteren Bezug zu Gott hat. Der vielleicht mehr aus einem Pflichtbewusstsein heraus handelt.
Oder diejenige, die sich nach Zugehörigkeit sehnt, den Sinn des Abendmahls nicht versteht, aber eben Teil der Gruppe sein will.
Oder der, dem es peinlich wäre, das Abendmahl abzulehnen, während alle anderen es nehmen.

Da kommen Fragen hoch:
Ist das Abendmahl nur für Christen? Nur für Insider?
Oder darf jeder teilnehmen?

Und was machen wir mit den Folgen der Schwachheit, Krankheit und Tod, die aus dem unwürdigen Umgang mit dem Mahl resultieren? Wenn wir diese Ermahnung von Paulus ernst nehmen, müssen wir uns dann fragen, ob wir die Andersgläubigen einer besonderen Gefahr aussetzen, wenn sie am Mahl teilnehmen? Nehmen sie das Mahl gar unwürdig zu sich? Oder sind es in solchen Fällen die Christen, die unwürdig handeln?

Mehr Gedanken dazu in späteren Beiträgen!

 

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2 Gedanken zu „Das Abendmahl – Nur für Insider oder für alle?

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