Das Abendmahl – nur für Insider oder für alle? Was für „Insider“ spricht!

Erster Artikel dazu hier!

Die Fragen sind:
Ist die Abendmahlsfeier nur für Christen oder ist sie grundsätzlich für alle offen?
Und was fangen wir mit den bedrohlichen Folgen an, die in 1.Korinther 11,29 f. genannt sind?

Was dafür spricht, dass die Abendmahlsfeier nur für Christen ist:
– Jesus lud zum Abendmahl nur den engsten Kreis Seiner Nachfolger ein, die zwölf Apostel (Mt 26,20).
Es waren Seine Nachfolger und nicht „Hinz und Kunz“.
– Paulus schrieb die ermahnenden Worte in 1.Kor 11 an die Christen in Korinth und nicht an die Korinther/Menschen insgesamt.
– Das Abendmahl ist ein Gemeinschaftsmahl mit Gott und untereinander. Ein Nichtchrist hat ohne Christus keine Gemeinschaft mit Gott und damit auch nicht eine bleibende Gemeinschaft mit Christen. Er nimmt u.U. an einer Feier teil, die er im Kern gar nicht mittragen kann.
– Es ist ein Verkündigungsmahl über Jesu Leben und Tod. Ein Nichtchrist hat nicht die Absicht, Jesu Leben und Tod (vor allem die Bedeutung davon) zu verkündigen.

Also, weder das Vorbild Jesu, noch die von Paulus angesprochene Zielgruppe, noch die Bedeutung des Abendmahls bezieht sich direkt auf Nichtchristen. Könnte es also sein, dass sie, wenn sie am Mahl teilnehmen, dieses dann „unwürdig“ nehmen und somit die Folgen aus 1.Kor 11,29 f. (Schwachheit, Krankheit, Tod) befürchten müssen?

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3 Gedanken zu „Das Abendmahl – nur für Insider oder für alle? Was für „Insider“ spricht!

  1. Pingback: Ist das Abendmahl nur für Insider oder für alle? Was für „alle“ spricht! | berlinjc

  2. Moin Dirk,
    Du hast sehr viele Belegstellen/Hinweise angeführt, die dafür sprechen, dass die Teilnahme an diesem Mahl ausschließlich solchen offen steht, die von neuem geboren, durch den Heiligen Geist mit Christus verbunden, Kinder Gottes / Christen sind. Ich sehe das ebenso:

    In 1. Kor. 11,29 wird darauf hingewiesen, dass das unwürdige Essen damit zusammenhängt, dass der / die Betreffende „den Leib nicht unterscheidet“. Ich will jetzt nicht darauf eingehen, was Paulus genau damit meint. Das würde zu weit vom eigentlichen Thema wegführen. Wir müssen uns allerdings die Frage stellen: Haben Menschen, die nicht von neuem geboren sind, die Fähigkeit zu dieser Art von Unterscheidung?
    1. Korinther 2, 14 – 15 sagt:

    „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.“ (Luther ’84)

    Also lautet die Antwort auf diese Frage: Nein. Dementsprechend gilt 1. Kor 11, 29 nach meinem Verständnis den Gläubigen, die aufgrund des in ihnen lebenden Heiligen Geistes in der Lage sind, zu unterscheiden.

    Heißt das, dass Menschen, die nicht von neuem geboren sind, aber dennoch an diesem Mahl teilnehmen, mit den in 1. Kor. 11, 29, angeführten Konsequenzen zu rechnen haben.
    Da die Schrift m.E. darüber keine Auskunft gibt, glaube ich nicht, dass wir diese Frage abschleißend mit Ja oder nein beantworten können, sondern Gott überlassen müssen. Ich könnte mir eine „göttliche Verfahrensweise“ wie in Römer 2, 13 – 16 vorstellen.

    Es bliebe noch hinzuzufügen, dass neben 1. Kor. 11, 29 (nicht Unterscheiden des Leibes), noch zwei „Dinge“ gibt, die die Gemeinschaft selbst mit solchen, die Christen sind, unmöglich machen (Unmoral, vgl. 1. Kor 5; Irrlehren, vgl. 2. Johannes 9 -11).

    Viel wichtiger als die Beantworung der Frage, wie Gott mit Menschen umgeht, die an diesem Mahl teilnehmen, ohne von neuem geboren zu sein, erscheint mir in diesem Zusammenhang jedoch Frage nach der Verantwortung, die die christliche Gemeinschaft trägt: Lässt sie – in Mißachtung der biblischen Belege und damit im Grunde genommen entgegen dem Willen des Tischherren – wahllos Menschen zu diesem Mahl zu oder feiert sie es bewusst als Mahl am „Tisch des Herrn“, über den ihr kein Verfügungsrecht zusteht?

    Das könnte u.U. zu Konflikten mit Menschen führen, die (noch) nicht von neuem geboren sind, aber dennoch (aus welchen Gründen auch immer) an diesem Mahl teilnehmen wollen. Hier ist es m.E. nach wichtig, in behutsam seelsorgerischer Weise auf den / die Betreffende(n) einzugehen und ihm deutlich zu machen, dass die Teilnahme an diesem Mahl weder das geistliche „Gütesiegel“ einer geistlichen Elite (alle Teilnehmenden sind nichts anderes als begnadigte Sünder) darstellt, noch davon irgendein Segen ausgeht, der ihm / ihr vorenthalten werden soll (manche glauben ja fälschlicherweise, dass durch die Teilnahme am Mahl die Sünden vergeben werden würden). Auch ist dieses Mahl kein Punkt auf der Checkliste der persönlichen „Christlichkeit“, die es abzuhaken gilt. Ich würde einem solchen Menschen vielmehr deutlich machen, dass er / sie die Fülle der geistlichen Erfahrung, die mit diesem Mahl zusammenhängt, gar nicht erfahren kann, weil ihm / ihr dazu etwas Entscheidendes fehlt: Die Beziehung zum Tischherrn. Zugleich würde ich darauf hinweisen, dass diese Beziehung jedem Menschen jederzeit offen steht und als Folge davon – vorausgesetzt 1. Kor 5/2 Joh 9-11 entfallen – auch die Teilnahme an diesem Mahl. .

    Just my two cents 😉 God bless.

    • vielen dank für dein mitdenken! nach meiner erkenntnis ist das abendmahl definitiv ein mahl der nachfolger jesu. es ist ein mahl, das diesbezüglich exklusiv ist. allerdings verstehe ich die christliche gemeinschaft insgesamt auch immer als inklusiv, als offen und von christus her der welt zugewandt. d.h.: das mahl ist auch ein zeichen in dieser welt und damit nicht versteckt und heimlich. das erzeugt spannung: dann passiert es nämlich, dass nichtchristen am mahl teilnehmen. selbst bei entsprechender erklärung vor dem mahl, nehmen immer mal wieder nichtchristen am mahl teil. was heißt das dann? wenn sie dann mit den folgen der schwachheit, krankheit und tod rechnen müssen, schaden sie sich noch mehr in ihrer gottesferne, aber ohne das zu verstehen. oder trägt die gemeinde die verantwortung – was ich eher meine – und muss u.U. mit diesen folgen rechnen? ich für mich habe also mehr eine frage an die angemessene praktische handhabung.

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