Führungslektion – Kommuniziere, schweige und kommuniziere!

Das ist eine der Lektionen, die wohl nie zu Ende gelernt ist, denn Kommunikation geschieht ständig, ob nonverbal oder verbal, ob durch Unterlassen oder durch Tun.
Mit Führungsverantwortung ist die Kommunikation aber noch wichtiger als ohnehin schon.

Die Kommunikation findet in diverse Richtungen statt:
Als Pastor pflegt man die Kommunikation zu Gott hin. Das ist die Basis.
Dann gibt es die Kommunikation zu den Mitgliedern der Gemeindeleitung.
Die Kommunikation innerhalb der eigenen Familie.
Die Kommunikation zur Gemeinde hin.
In der Gemeinde muss differenziert werden: Was geht nur die Mitglieder an? Was betrifft alle? Was die einzelnen Mitarbeiter?
Und herausfordernd: Mit manchen Gemeindemitgliedern ist man befreundet. Was wird da kommuniziert?

Das vorab:
Man kann es nicht allen recht machen.

Geht nicht.
Manche verstehen das, was sie verstehen wollen.
Da hilft auch jedes Erklären und Werben nichts.
Manche wünschen sich eine totale Offenlegung und andere sind getresst, wenn sie schon wieder eine Email bekommen.

Und dennoch bleibt es unerlässlich, zumindest den Versuch der bewussten Kommunikation zu unternehmen.
Denn Kommunikation ist das Bindeglied zwischen uns. Ohne funktioniert das Zusammenleben und Miteinander-Arbeiten nicht. Deshalb muss jede Gemeinde daran arbeiten, einen Kommunikationsstil miteinander zu finden, der hilfreich ist, sprich: der das Miteinander bewahrt und fördert.

Jede Kommunikation steht in der Gefahr, Missverständnisse zu produzieren.
Die üblichen Skizzen zum Thema „Sender – Empfänger – Inhalt – Botschaft“ plus diverse Unterkategorien verdeutlichen, wie kompliziert die Kommunikation ist.
Da wir aber im Grunde immer kommunizieren (selbst, wenn wir nichts sagen/schreiben!), also allein durch unsere Existenz Signale an andere senden, ist die Herausforderung die: wir sollen auf eine Art kommunizieren, die für das Miteinander hilft, so beschränkt diese Art auch sein mag.

Für Gemeindeleitung sind diese beiden Stichwörter besonders wichtig:
Verschwiegenheit“ und „Transparenz„.
Wenn eine Gemeindeleitung alles ausplaudert, was gerade bearbeitet wird, werden einzelne Menschen und Dienste schnell beschädigt. Vertrauen wird zerbrochen und damit die Basis für das Miteinander.
Wenn aber alles geheim gehalten wird, vertraut man der Gemeindeleitung auch nicht mehr. Sie erscheint wie ein Geheimzirkel, der nur um der eigenen Macht willen existiert. Das entfremdet und zerstört ebenso das Miteinander.

Daher braucht es beides:
Es braucht die Verschwiegenheit.
Ganz klar ist das bei seelsorgerlichen Themen. Was jemand unter vier Augen im Vertrauen weitergibt, muss dort bleiben.
Es braucht auch Verschwiegenheit, wenn die Gemeindeleitung in einem Denk- und Betprozess ist, aber das Thema so bedeutend ist, dass jede verfrühte Äußerung nur Unsicherheiten in der Gemeinde oder gar Streit in der Gemeindeleitung befeuern würde.
Es braucht Verschwiegenheit, wenn die Gemeindeleitung Kritisches hinsichtlich einzelner Dienste oder Menschen bespricht. Diese Kritik muss in Barmherzigkeit und Wertschätzung eingebettet sein, aber sie darf nicht nach Außen dringen. Erst, wenn sich die Gemeindeleitung einig über bestimmte kritische Punkte ist und auch darüber einig ist, wie und wann das kommuniziert werden soll, kann die Öffnung stattfinden.
Bei der Verschwiegenheit geht es also immer darum:
die Gemeinde zu schützen, Einzelne zu schützen und die Einmütigkeit der Gemeindeleitung zu schützen.

Es braucht ebenso die Transparenz.
Wenn Gemeindeleitung und Gemeinde eins sein wollen, müssen bestimmte Themen durchsichtig gehalten sein.
Das betrifft die Gemeindefinanzen.
Es betrifft Entscheidungen, die die ganze Gemeinde etwas angehen, z.B. ein möglicher Umzug der Gemeinde.
Es kann, bei entsprechender Vorbereitung, auch Grundlagenprogramme der Gemeinde betreffen, z.B.: „Wer kann in der Gemeinde Mitglied werden?“
Je nach Gewichtigkeit des Themas kann veröffentlicht werden, womit sich die Gemeindeleitung im Übrigen beschäftigt – unter Beachtung der Abgrenzung zu Verschwiegenheitsfällen.
Und natürlich gehören öffentliche Termine und Veranstaltungen dazu.
Was also diese Bereiche betrifft, kann nicht zu viel kommuniziert werden.
Natürlich nervt es manchen, wenn es schon wieder eine Info gibt.
Aber die Gefahr, dass jemand etwas überhört oder missversteht, ist stärker zu bewerten.
Wie oft schon habe ich die Beschwerde gehört, dass eine Info an jemanden vorbei gegangen sei.
Und wie gut, wenn dann darauf verwiesen werden kann, dass die Info per Email und per Ansage bei Gottesdienstfeiern kommuniziert wurde.

Diese Kommunikation sollte auf etlichen, aber passenden Plattformen stattfinden:
per Email, im Gespräch, im Gemeindeblatt, bei den Gottesdienstfeiern, zu Mitgliederversammlungen, ggf. auf der Homepage der Gemeinde oder bei Facebook. Je nachdem, was in der Gemeinde üblich ist und wie man die Betroffenen am besten erreichen kann.

Das erkenne ich und daran lerne ich weiterhin:
1) Kommuniziere auf „allen Kanälen“!
2) Beachte die Verschwiegenheitsregeln!
3) Kommuniziere nochmal – denn irgendwer hat es garantiert nicht mitbekommen!

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