Führungslektion – Ermutigung

Eine wichtige Aufgabe von Führungskräften sehe ich darin, andere zu ermutigen.

Die Ermutigung kann ganz praktisch sein:
Zuerst heißt das für mich, dass die anderen Raum & Zeit haben sollen, um gestalten zu können.
Wenn ein Mitarbeiter eine Idee hat, dann will ich grundsätzlich offen sein und bin bereit, kleine Experimente zuzulassen. Mitarbeiter sollen sich ausprobieren dürfen. Manchmal entdeckt man erst dabei, welche Fähigkeiten jemand hat. „Experimente“ bedeuten für mich auch das: es muss nicht perfekt sein! Kleinere Fehler dürfen gemacht werden. Ist nicht schlimm! Wichtiger ist bei den ersten Gehversuchen die Einstellung des Mitarbeiters. Tut er das, um gut dazustehen? Um sich zu profilieren? Oder um den anderen wirklich zu dienen? Um Gott zu ehren?

Ich weiß, dass wir Menschen eine „Misch-Motivation“ haben. Bei jedem wird auch immer ein Schuss Egoismus dabei sein. Und dennoch: Was ist die hauptsächliche Stoßrichtung? Ist erkennbar, dass das Experiment auch aus Liebe zu Gott und den anderen geschieht?
Manchmal wird das erst deutlich, wenn sich jemand ausprobiert hat, aber offenkundig nicht die Gabe für diesen Dienst hat. Wie reagiert sie/er, wenn ein zweites Experiment auf diesem Feld nicht mehr gestattet wird?
Jemand, der offen nach Gottes Wegen fragt, wird damit zurecht kommen und sich für ein ganz neues Experiment öffnen. Diese Person kann man relativ leicht ermutigen, dann ein neues Experiment zu starten.
Aber jemand, der nur sich selbst verwirklichen will, wird eingeschnappt sein und sich darüber beschweren, dass er/sie nicht ausreichend wahrgenommen wird. Hier wird der Versuch der Ermutigung wahrscheinlich in’s Leere laufen.

Praktische Ermutigung kann auch darin bestehen, einen Mitarbeiter materiell zu beschenken.
Ich mache das nicht oft, weil es entweder meine Finanzen nicht erlauben oder ich die Gemeinde-Finanzen nicht zu sehr beanspruchen will. Abgesehen davon, dass wir in Deutschland gewisse Regeln beachten müssen, um nicht die Gemeinnützigkeit der eigenen Organisation zu gefährden. Aber bei besonderen Anlässen finde ich es nötig, mal eine Dankeskarte zu schreiben oder einen Restaurant-Gutschein zu verschenken.

Ich bemühe mich, immer wieder verbal zu ermutigen.
Das kann mit einem „Schön, dass du da bist!“-Satz beginnen, der natürlich ehrlich gemeint sein sollte.
Das kann ein Lob für eine gute Idee sein oder für einen besonderen Einsatz.
Für mich kann es auch darin bestehen, sich besonders Zeit für einen Mitarbeiter zu nehmen, ihm zuzuhören und für ihn zu beten.
Daran denke ich immer wieder, dass außer mir niemand in der Gemeinde für einen spezifischen Gemeindedienst bezahlt wird. Die meisten schneiden sich die Zeit & Kraft aus den Rippen und arbeiten freiwillig mit. Aus meiner Sicht verdient das besonderes Lob.
Und manchmal ist es das schlichte „Danke, dass du das getan hast!“.

So ermutige ich lieber zigmal, als einmal zu kritisieren.
Denn ich weiß, dass eine Kritik richtig runterziehen kann, wenn sie nicht liebevoll und konstruktiv besprochen wird. Eine lieblose Kritik oder eine Kritik zwischen Tür und Angel oder eine Kritik per Email/SMS/Whatsapp zerstört oft mehr als danach wieder ermutigt werden kann. Deshalb bin ich da sehr vorsichtig.
Abgesehen davon macht es viel mehr Freude, andere zu ermutigen.

So kann eine Führungskraft die Stimmung maßgeblich prägen:
Sorgt er grundsätzlich für eine freie und wertschätzende Atmosphäre oder verursacht er eine Umgebung der Ängstlichkeit und Enge?

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2 Gedanken zu „Führungslektion – Ermutigung

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