Vielleicht ist das der Kern des Christentums?!

Worum geht es im Christentum?
Bei der Suche nach der Antwort kann man ja schnell die Orientierung verlieren.
Die einen plädieren für mehr politisches Engagement der Kirchen. Die anderen werben dafür, dass Christen mehr das Evangelium verbreiten müssten. Oder mehr für andere Menschen beten sollten. Oder gemäß des sog. „Missionsbefehls“ einfach nur „Jünger machen“ sollen.
Und an all diesen Themen ist ja was dran. Sie sind nicht falsch.

Aber trifft das jeweils den Kern des Christentums?

Ich habe nicht der Weisheit letzten Schluss.
Aber das ist meine bisherige Erkenntnis:
Es geht darum, in der Gemeinschaft mit Gott durch Jesus zu leben.

Fertig.

Es geht nicht darum, „das nächste Glaubens-Level“ zu erreichen.
Es geht nicht darum, ein einflussreiches, christliches Werk aufzubauen.
Es geht nicht darum, andere Menschen zu bekehren.
Oder noch einen Hauskreis zu haben oder eine starke Lobpreisband.
All das ist zwar in Ordnung und hat seinen Stellenwert.

Doch es geht nur darum, dass wir in der Gemeinschaft mit Gott durch Jesus leben.
Das ist der Kern.

Das gilt, ob wir gerade Glücksmomente haben oder in einer Elendskrise stecken.
Das gilt, ob wir arbeitslos und krank sind oder ob wir Millionär sind und vor Gesundheit strotzen.
Ob wir Kassierin sind oder Politiker.
Ob es am Morgen ist oder am Abend. Montag oder Sonntag.

Meine These ist:
Nur aus dieser Gemeinschaft mit Gott heraus folgt der ganze Rest.

Daraus folgt, dass
– ich auch Gemeinschaft mit anderen Christen brauche, weil ich mich sonst so leicht aus der Gottesgemeinschaft löse;
– ich mich im Rahmen dieser Gemeinde (= regelmäßige Gemeinschaft mit anderen Christen) einsetze, um auch für die anderen eine Hilfe zu sein;
– ich in meinem Umfeld als Christ erkennbar leben will;
– dass ich mich eventuell politisch, sozial, kulturell einsetze, um die Gaben einzusetzen, die Gott mir gegeben hat;
– usw.

D.h.:
Alle diakonischen, missionarischen, politischen, kulturellen, gemeindlichen Aktionen der Kirchen sind bestenfalls eine „Frucht“ der Gottesbeziehung, aber sie können diese nie ersetzen.

Wenn ich das verstehe, dann verstehe ich auch, dass selbst dicke Krisen meinen Glauben nicht madig machen können. Denn die Gemeinschaft mit Gott bewährt sich in der Krise.
Und ich verstehe, dass mich die Höhepunkte im Leben nicht von Gott distanzieren.
Denn auch dann geht es um Gott und mich.
Letztlich dient alles dazu, dass die Gemeinschaft mit Gott gedeiht: Schmerzen und Freude; Stress und Ruhe; Beziehungen und Einsamkeit.
In allem geht es um Gott und mich.
Und von Ihm her dann auch um die anderen.

Mich befreit dieser Gedanke von dem Irrglauben, dass alles in meinem Leben perfekt laufen muss.
Es befreit mich von dem Gedanken an ein „Wellness-Christentum“ – genauso wie von dem Gedanken eines „Märtyrer-Christentums“. Denn nichts davon ist das Ziel und der Inhalt.
Inhalt und Ziel sind immer das: die Gemeinschaft mit Gott durch Jesus.

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Ein Gedanke zu „Vielleicht ist das der Kern des Christentums?!

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