Politiker, Kaninchenzüchtervereinsmitglieder und Christen sind ja auch nur Menschen

„Ich dachte, als Christ macht man das nicht!“
Sätze wie diese spiegeln manchmal das dar, was andere von einem Christen erwarten.
Ein Christ ist ein lieber, braver, netter, freundlicher und immer hilfsbereiter Mensch, fast wie Jesus selbst, aber mindestens so wie Mutter Teresa.

Natürlich entspricht das nicht der Realität.
Christen können neidisch sein. Jähzornig. Eifersüchtig. Machtzentriert. Lieblos. Faul. Geldliebend. Schlichtweg: unsympathisch.

Das teilen sie sich mit Politikern und Mitgliedern von Kaninchenzüchtervereinen.
Was können sich Politiker zoffen!
Die, die unser Volk vertreten sollen… was für Eskapaden leisten sich einige von ihnen!
Unverschämt!

Und wer schon einmal eine Mitgliederversammlung beim Kaninchenzüchterverein mitbekommen hat, der weiß, wie sehr um einzelne Paragrafen der Vereinssatzung gezofft werden kann!
Darf wirklich nur der 1.Vorsitzende bestimmen, welche Kaninchen die Ehrenprämie bekommen?
Und warum findet keine Jahresfeier für die Kaninchen statt, die schon seit 50 Jahren Mitglied sind?
Manche Vereinssitzungen machen wirklich keinen Spaß und man könnte an den Mitgliedern des Kaninchenzüchtervereins verzweifeln.
Gut, dass ich sowas noch nicht erleben musste.

Doch geht es hier wirklich nur um Christen, Politiker und Kaninchenzüchtervereinsmitglieder?

Natürlich nicht.
Es geht um uns Menschen.
Denn prinzipiell gibt es all das Beschriebene in jeder Familie, in jeder Ehe, in jeder Schule, auf jedem Arbeitsplatz…
weil wir Menschen sind.

Christen bilden da zunächst keine Ausnahme.
Wenn jemand Christ wird, wird dann sein Charakter sofort ausgetauscht?
Verschwinden all die Erfahrungen der letzten Lebensjahre?
Werden die Prägungen der Kindheit null und nichtig?
Wird ein übler, perverser Verbrecher von Heute auf Morgen durch Jesus zum Helden der Feindesliebe?

Viermal „Nein“.
Wer Christ wird, behält seine Persönlichkeit.
Wer vorher ängstlich war, bleibt zunächst ängstlich.
Wer vorher oft mit anderen gestritten hat, bleibt zunächst streitbar.
Und so weiter.

Es gibt nur einen Unterschied.
Und der ist wesentlich.
Christen haben den Geist Gottes in sich.
Und dieser Geist Gottes will Christen zur Jesus-Ähnlichkeit verändern.
Deshalb gibt es in der Bibel die Aufforderungen wie diese:
„Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.“ (Römer 12,2a)

„Lasst euch… verwandeln!“
„Lasst euch verwandeln!“ beinhaltet, dass man sich auch nicht verwandeln lassen muss.
Das ist alles andere als gut, aber das ist zu beobachten.
Es bleibt unsere Verantwortung, ob wir uns durch Gott verändern lassen wollen.
Das Potential ist da.

Wer sich darauf einlässt, wird verändert.
Aus einem Geizigen kann mit den Jahren wirklich ein Großzügiger werden.
Aus einer Ängstlichen kann wirklich eine Befreite werden.
Aus einem Stotterer kann ein Redner werden.
Aus einer Schüchternen kann eine Mutige werden.

Diese Veränderung dauert oft Jahre. Jahrzehnte. Manchmal bleibt es eine Lebensaufgabe.
Aber Veränderung findet statt.

Wer also einem Christen begegnet, der alles andere als christlich handelt, darf wissen:
Dieser Christ ist ein Mensch wie ich, der noch immer auf dem Weg des Lernens ist.

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