Der Sinn des Lebens und die Erkenntnisfrage

lässt sich naturwissenschaftlich nicht ergründen.
Der Sinn des Lebens ist eine gedankliche Vorstellung. Es ist nichts, was sich unter Laborbedingungen mit Reagenzgläsern darstellen lässt.
Das heißt aber nicht, dass es egal wäre, was der Sinn des Lebens ist.

Denn die eigentliche Frage dahinter ist die:
Gibt es jemanden oder etwas, der bzw das festgelegt hat, was der Sinn des Lebens ist?
Und damit meine ich nicht Herrn Müller in Warnemünde mit seinem Eckhäuschen.
Sondern eine Instanz, die allein befugt ist, einen solchen Sinn festzusetzen, sprich: Gott.

Das hängt mit dem Wahrheitsthema zusammen.

Wenn es eine Wahrheit gibt, die für alle gilt, dann lohnt es sich auch, nach dieser zu forschen.
Dann gehen wir davon aus, dass wir diese Wahrheit – wenigstens teilweise – erkennen können.
Dann können wir u.U. sogar erkennen, ob es einen Gott gibt.
Und wenn es einen Gott gibt, dann hat der möglicherweise auch was zum Sinn des Lebens zu sagen.
Dann – und nur dann – können wir von einem Lebenssinn ausgehen, der für alle Menschen gilt.

Denkalternativen gibt es einige:
Da gibt es diejenigen, die meinen, jeder hätte seine eigene Wahrheit, mit der Maßgabe, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt.
Das hieße, wenn es keine objektive Wahrheit gibt, dann brauchen wir danach auch nicht zu suchen. Die Schlussfolgerung für die Sinnfrage: Suche dir einen Sinn aus! Es gibt keinen Sinn, der für alle gilt!
Das Denkproblem ist nur das: Jeder, der behauptet, dass es keine objektive Wahrheit gibt, behauptet mit dieser These, dass zumindest diese für alle wahr sei. Damit stellt man sich also selbst ein Bein, weshalb ich meine, dass es gedanklich letztlich unmöglich ist, nicht von einer allgemeingültigen Wahrheit auszugehen.
Einfacher gesagt: Jeder, der meint, es gäbe keine objektive Wahrheit, nimmt für sich in Anspruch, die Wahrheit zu sagen.
Ein Widerspruch in sich selbst.
Damit hilft uns dieser Ansatz für die Sinnfrage nicht weiter.

 

Dann gibt es die, die das eben Geschriebene relativieren.
„Vielleicht gibt es eine Wahrheit, vielleicht nicht. Man weiß es nicht.“
Solche Menschen behaupten nicht, dass sie wüssten, was Wahrheit ist.
Und sie wollen es auch niemanden aufdrängen.
Das klingt tolerant und demütig.
Wahrscheinlich würde diese Menschen auch sagen: „Vielleicht gibt es einen Lebenssinn, der für alle gilt. Vielleicht auch nicht. Leider können wir das nicht wissen!“
Tatsächlich lässt sich das schwer leben.
Spätestens dann, wenn man als Zeuge vor Gericht geladen ist und einen Tathergang schildern soll, versucht man, ein wirkliches Geschehen zu beschreiben. Man versucht also, sich der Wahrheit anzunähern – dem, was tatsächlich passiert ist.
Weniger dramatisch wäre der Bericht vom eigenen Urlaub. Man schildert anderen, wo man war und was man erlebt hat.
Wenn der Zuhörer dann sagen würde: „Ich weiß nicht, ob du die Wahrheit sagst. Vielleicht, vielleicht auch nicht!“, dann würde wohl jeder Relativierer komisch gucken.
Spätestens dann, wenn der Relativierer Opfer eines Verbrechens wurde und man dann sagen würde:
„Keine Ahnung, ob das wahr ist. Man kann es nicht wirklich wissen!“, würde der Relativierer seine Position aufgeben.
Vermutlich.
Denn: Natürlich gibt es Geschehen, die tatsächlich geschehen sind! Es ist wahr, dass sie passiert sind!
Ob es gelingt, so ein Geschehen auch korrekt wiederzugeben, ist eine andere Sache und hat nichts damit zu tun, dass etwas Bestimmtes passiert ist. Und jeder, der davon erzählt, versucht, Wahrheit zu sprechen.
Das Relativieren funktioniert also nicht und bringt uns in der Sinnfrage auch nicht viel weiter.

Man kann auch denken:
„Es gibt Wahrheit, aber wir können sie nicht erkennen!“
Das kann umfassend gemeint sein: „Wir können nie irgendeinen Teil der Wahrheit erkennen!“
Wie oben schon angemerkt, entsteht hier ein gedankliches Problem, weil jeder, der das sagt, behauptet, die Wahrheit zu sagen. Konsequenterweise müsste so jemand anschließend sagen: „Wir können nie einen Teil der Wahrheit erkennen… und deshalb ist auch meine Aussage nichts, was mit Wahrheit zu tun hat.“
So jemanden muss man nicht zuhören, denn indirekt meint er ja selbst, dass es total irrelevant ist, was er meint. Es gibt keine Wahrheit? Dann müssen wir gar nicht weiterreden.
Der obige Satz kann aber auch eingeschränkt gemeint sein: „Wir können nur Teile der Wahrheit erkennen!“
D.h.: Ja, wir können Wahrheit erkennen, aber nur bruchstückhaft, nie umfassend.

In einem gewissen Sinne ist die letzte Position die christliche Position.
Denn es ist unser Dilemma als Menschen, dass wir limitiert sind.
Vielleicht ist es auch besser so.
Auf jeden Fall können wir nicht die gesamte Wirklichkeit – und damit Wahrheit – mit all ihren Facetten und Zusammenhängen erkennen, geschweige denn, korrekt schildern.
Wir sind quasi wie eine Ameise, die ihren eigenen, kleinen Horizont hat und nur einen Teil der Wirklichkeit wahrnimmt und womöglich auch verzerrt wahrnimmt.
Das heißt nicht, dass wir deswegen nicht über Wahrheit reden sollen, weil wir ja daneben liegen können.
Im Gegenteil:
Im Dialog und Suchen können wir uns der Wahrheit annähern. Wir können erkennen und mit der Zeit auch immer mehr erkennen.

Das Besondere der christlichen Perspektive ist das:
Als Christen gehen wir davon aus, dass sich derjenige gezeigt hat, der die Wahrheit umfassend kennt.
Es geht um Jesus Christus.
Er hat von sich sogar das gesagt: „Ich bin die Wahrheit!“ (Lies in Joh 14,6)
Seine Behauptung war die: Er sei der Sohn Gottes und gottgleich. Damit kenne er nicht nur die Wahrheit, sondern verkörpere sie sogar.
Gott hat sich menschlich gezeigt, damit wir – wenigstens teilweise – ihn erkennen können!
Bildlich gesagt: Er ist wie eine Ameise geworden, die nun versucht, der anderen Ameise deutlich zu machen, was Wahrheit ist.

Für den usprünglichen Gedankengang ist das relevant.
Denn, wenn die Sache mit Jesus stimmt, dann hat sich der gezeigt, der auch was zum Sinn des Lebens sagen kann!

Die Einladung von Jesus ist die: „Wer sucht, der findet!“
Das ist einladend gemeint.
Begib dich auf die Suche nach Wahrheit!
Forsche.
Irgendwann stößt du auf die geschichtliche Person Jesu Christi.
Ihn gab es wirklich.
Von ihm sind Erzählungen und Taten überliefert worden. Von Zeitzeugen.
All das ist mit historisch-wissenschaftlichen, ähnlich wie in einem Gerichtsverfahren, nachprüfbar.
Der Verstand, so limitiert er ist, darf dabei nicht an der Garderobe abgegeben werden.

Für mich war es ein Zugang zu diesem Gott.
Ich habe darüber den Sinn des Lebens entdeckt:
In Gemeinschaft mit Gott durch Jesus Christus zu leben.
Jetzt und in Ewigkeit.

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