Lernen von Christus in der Natur – Christian Outdoor Leadership

Trekking

Seit einigen Jahren organisiere ich Wochenendwanderungen oder einwöchige Trekkingtouren für Freunde und Bekannte.
Das macht Spaß. Zugleich genieße ich es, tagelang in der Natur zu sein, nur mit dem Nötigsten ausgestattet.
Am besten sind die Touren, wo wir nur mit Zelt und Rucksack unterwegs sind. Klar, auch Hüttentouren haben ihre Vorteile. Aber das Übernachten im Wald, auf dem Feld oder auf norwegischen Höhen macht die Sache uriger.
Für mich sind das Erlebnisse, die ich nicht mehr missen will.

„Christian Outdoor Leadership“

Getrieben durch diese Sehnsucht, habe ich (teilweise) das Buch von Ashley Denton gelesen: „Christian Outdoor Leadership“. Er lehnt sich dabei an das Buch von Robert Coleman an („Masterplan of Evangelism“), der sogar das Vorwort zum Buch geschrieben hat.

Denton geht die Sache biblisch-theologisch an. Er untersucht Begriffe wie „Wildnis“ vor dem biblischen Hintergrund. Er analysiert Jesus, wie Er sich in der Wildnis bewegt hat, was Er gesagt und getan hat. Und vor allem: wie Er in diesem Natur-Setting seine Leute trainiert hat.
Und das ist der Kern von Dentons Buch: Wie kann das Naturerlebnis genutzt werden, um Menschen in der Nachfolge Jesu auszubilden?

Mein kurzes Statement zum Buch:
Wer eine wirklich gründliche theologische Untersuchung zum Thema „Outdoor-Jüngerschaft“ sucht, der wird an diesem Buch nicht vorbeikommen. Wer aber mehr praktische Tipps sucht, wird von dem Buch etwas enttäuscht sein. Zwar trägt das Buch den Untertitel „Theology, Theory and Practice“, aber vor allem werden die ersten beiden Aspekte behandelt. Für mich war das streckenweise zu langwierig, wobei ich diese theologische Grundlage von Denton nicht geringschätze. Eine richtige Fleißarbeit!

Mit Jesus Christus draußen!

Für mich bleibt eine Art Plädoyer zurück:
Mache weniger Indoor-Seminare und mehr Outdoor-Seminare!
Mehr das ganzheitliche Lernumfeld suchen als das rein intellektuelle. Lernen mit allen Sinnen!
Denn, wenn wir davon reden, „Jünger zu machen wie Jesus“, dann muss das als wesentliches Merkmal Seines Dienstes festgehalten werden:
Jesus wanderte und war viel in der Natur unterwegs!
Statt eine neue Synagoge zu bauen, war Er mal hier und mal dort.
Statt nur im Haus von Marta und Maria zu unterrichten, lehrte Er vielmehr auf Bergen, Feldern und an Seen.
Dieser Outdoor-Aspekt im Training von Jesus sollte wieder mehr Beachtung finden.

Erfahrungen im Outdoor-Bereich

Denn das Outdoor-Erlebnis macht was mit den Teilnehmern!
Wiewohl meine letzten Touren keinen direkten spirituellen Charakter hatten, so kann ich viele Erkenntnisse von Denton teilen:
– Die Konfrontation mit Gottes Schöpfung, Tag und Nacht, berührt Seele und Körper. Je nach Landschaftstypus steht die Entspannung, die Ruhe, das Staunen, das Kämpfen, das Bibbern oder die Dankbarkeit im Vordergrund. Aber keine Wandertour lässt die Teilnehmer kalt… es sei denn, man vergisst, wie ich, dass es im nächtlichen Norwegen-Sommer dennoch gefühlte Null Grad geben kann und man tatsächlich die Rettungsdecke braucht.
– Das gemeinschaftliche Erlebnis lässt die Menschen näher rücken. Man lernt sich mitunter noch ganz anders kennen. Persönliche Limits werden erfahren. Sowohl charakterlich als auch körperlich. Ich als Höhenangstgeprägter muss früher aufhören als andere. Der von Blasen an den Füßen gequälte Kamerad braucht Begleitung. Der eine verlangt mehr Erholungspausen. Der andere will voranstürmen. Ständig geht es darum, bewusst oder unbewusst Kompromisse einzugehen, damit das Team vorankommt. Hier wird nicht so viel über „Zusammenhalt“ geredet, sondern der Zusammenhalt wird gelebt und strapaziert.
– Das Lebenstempo wird ein anderes. Uhrzeit und Wochentag spielen eine untergeordnete Rolle. Man wacht mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Man sucht Schutz in der Dunkelheit. Wärme bei Kälte und Erfrischung bei Wärme. Nicht der Terminkalender spornt an, sondern grundlegende Bedürfnisse.
– Die grundlegenden Bedürfnisse werden ausschlaggebend. Wo finde ich die nächste Wasserquelle? Wann kann ich mich endlich ausruhen? Entdecken wir einen geeigneten Lagerplatz? Wo erledige ich mein „Geschäft“? Wer gerade die Einsamkeit genießt, läuft etwas getrennt von der Gruppe. Wer den Austausch sucht, läuft zu zweit oder dritt.

An all diesen Stellen gibt es diverse Möglichkeiten, Gott bewusst zu machen.
Bisher lief das bei mir eher auf natürliche Weise. Es ergab sich in einzelnen Gesprächen. Genauso redeten wir über die Tour selbst, über das Berufsleben, über Beziehungen usw.

Gott bewusst machen

Aber mich interessiert es nun, Touren zu planen, die das Spirituelle bewusst hineinnehmen.
Noch bin ich der Brainstorming-Phase.
Meine Gedanken reichen von „Pilgertour für einen Tag„, über ein Wanderwochenende mit Jüngerschaftsschulung, bis hin zu Trekkingtouren für eine Woche.
Ich weiß: Gibt es alles schon!

Aber mich reizen vor allem diese Aspekte:
1) Wie können solche Touren genutzt werden, um suchende Menschen zu begleiten und ihnen Christus zu zeigen?
2) Wie können solche Touren genutzt werden, um Jesus-Leuten zu helfen, den nächsten Schritt in der Nachfolge umzusetzen?
3) Wie können solche Touren genutzt werden, um eine Verankerung im Gemeindekontext zu finden und zugleich darüber hinaus zu gehen (Mission)?

Mal schauen!
Vielleicht mache ich demnächst mal ein paar Probetouren…

Bis dahin würde es mich freuen, von den Erfahrungen anderer zu lesen! Herzlich willkommen im Kommentarbereich!

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