Was sich gerade bewegt

  • In Planung:
    Eine Pilgertour im Rondane-Nationalpark im Juli 2019 via Gemeinschaftswerk Berlin-Brandenburg.
    Das erste Mal, dass ich mehrere Tage nicht nur für das Trekking einplane, sondern auch bewusst für christlich-spirituelle Elemente. Mehr Infos hier: http://preptrek.de/pilgertour/
  • Bald umgesetzt:
    Im Dezember, 14.-16.12.2018, laden Freunde und ich zu einem Treffen in Berlin ein, mit dem Thema „Jüngerschaft & Mission in Berlin-Brandenburg“. Es wird gebetet. Es wird Impulsreferate von verschiedenen Pastoren und apostolisch Begabten geben, sowie die Möglichkeit, sich über eigene Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen. Mehr Infos hier: http://band-of-brothers-and-sisters.de
  • In Planung:
    Tages-Pilger-Touren in der Döberitzer Heide. Anmeldungen gibt es schon. Nun müssen noch Termine gefunden werden. Eventuell stößt ein Erlebnispädagoge hinzu, der für weitere „Aha-Effekte“ sorgen wird.
  • Nur im Kopf und im Herzen, daher auch nur Stichworte:
    Bruderschaft in der Mission, Stadtkloster, Outdoor & Spiritualität… mal schauen, ob und was da noch kommen wird!
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Wie könnte eine missionarische Gottesdienstfeier aussehen?

In dem Artikel „Ist die traditionelle Gottesdienstfeier unbiblisch?“ gehe ich davon aus, dass es neben vielen guten Elementen bei Gottesdienstfeiern letztlich in die verkehrte Richtung geht. Denn ob wirklich „Stärkung“ für den Glaubensalltag stattfindet, wird eher zu einem Zufallstreffer. Warum? Weil viel Monolog und wenig zielgerichteter Dialog stattfindet.

Aber wie könnte nun eine missionarische Gottesdienstfeier aussehen?

Ich scheue mich davor, das EINE Patentrezept darzustellen. Denn ich vermute, dass es das nicht gibt.
Gemeindesituationen und die Situationen der Einzelnen sind zu unterschiedlich, um die einzig wahre Vorgehensweise mit globaler Gültigkeit darzustellen.

Aber damit haben wir ja schon den eigentlichen Ansatz:
Wie geht es eigentlich dem Einzelnen, der zur Gottesdienstfeier kommt?

Vorab nochmal ein Beispiel, das nochmal meine These hinsichtlich der geringen Glaubensstärkungswirksamkeit von Gottesdienstfeiern erhärten soll:
Die letzte Woche war anstrengend. Bin erledigt. Ja, ich weiß, dass es darum geht, Gottes Liebe im Alltag zu verschenken. Aber ich fühle mich fern davon und will nur in meine Höhle.
Dennoch habe ich mich zur Gottesdienstfeier aufgerappelt.
Allerdings sind mir die Lieder heute zu laut. Ich würde lieber schweigen.
Die Predigt handelt davon, dass wir unsere Gaben einsetzen sollen.
Ich denke: „Auch das noch! Einsatz!!! Dabei will ich nur auftanken!“
Nach der Gottesdienstfeier bin ich möglichst schnell weg, weil ich meine Ruhe brauche.

Wir könnten dieses Beispiel auch auf andere Fälle übertragen:
Jemand hat etwas Tolles mit Gott erlebt – wird er die Chance haben, das den anderen mitzuteilen?
Jemand wurde von einem Bibelvers gepackt – kann sie davon berichten?
Jemand hatte ein schwieriges Gespräch gehabt – wird er jemanden davon erzählen können und dann Gebet empfangen?
Jemand plant einen persönlichen diakonischen Einsatz in der Nachbarschaft – wird er Leute bei der Gottesdienstfeier finden, die mitmachen oder für ihn beten?

Ich denke, das Problem wird deutlich: im Rahmen der offiziellen Gottesdienstfeier wird das meiste davon nicht behandelt werden. Oftmals werden diese Personen wieder in ihren Alltag gehen, ohne die persönliche Stärkung zu bekommen, die sie gebraucht hätten. Wie schon im anderen Artikel geschrieben: ob es zur persönlichen Stärkung in der Mission kommt, bleibt ein Zufallstreffer.

Die Gottesdienstfeier muss der Stärkung des Einzelnen dienen

Wie also dann?
Eben so, dass der Einzelne die Chance hat, diese Stärkung zu bekommen!

Prinzipiell geht das nur im Dialog: diese Person berichtet – ein anderer reagiert.
Die Reaktion kann darin bestehen: zuhören, beten, ermutigen, wertschätzend korrigieren, miteinander planen usw.

Wie verankert man das in einer Gottesdienstfeier?
Ich gehe davon aus, dass hier die kulturellen Besonderheiten der jeweiligen Gemeinde zutage treten.

Ein paar Denkbeispiele:
– Vielleicht wird im Rahmen der Feier Raum & Zeit gegeben, damit die Einzelnen nach vorne kommen können, um zu berichten. Die Gemeinde reagiert dann mit Gebet. M.E. ist das immerhin etwas. Allerdings ist der Dialog hier noch sehr schwach.
– Vielleicht werden Tische gestellt, so dass man sich in Kleingruppen begegnen kann. Dort kann jeder erzählen und die Kleingruppe reagiert. Wie erwähnt: nicht „nach“ der Gottesdienstfeier, sondern als Bestandteil der Gottesdienstfeier!
– Vielleicht wird diesbezüglich gar nichts organisiert, sondern nur eingeladen: „Nach dem Lobpreis nehmt Euch Zeit füreinander. Hört zu. Betet füreinander! Nach einer halben Stunde laden wir wieder zum Lobpreis ein!“ Und dann liegt es an den Einzelnen, ob sie sich in eine stille Ecke verziehen, das Gespräch unter vier Augen oder das Gruppengespräch suchen.

Solche Dialog-Gottesdienstfeiern sind wesentlich trubeliger als die traditionellen Treffen.
Denn es kommt zum Stimmengewirr im Raum. Das kann akustisch herausfordernd sein.
Eigentlich fast ein Plädoyer für die kleine Gemeinde. Oder für eine gute Raum- und Akustikgestaltung.
Aber alles machbar!

Und die Predigt?

Allerdings taucht eine weitere Frage auf:
Was ist mit der Predigt?
Diese ist in manchen Gemeinden ein zentrales Element.
Als ich in einer Gemeinde mal einen Workshop zum Thema „Gottesdienstfeier“ durchgeführt hatte, kam u.a. heraus, dass die Predigt mit am wichtigsten erachtet wird (neben der Begegnung mit den anderen und der Musik… übrigens etwas, was sich auch mit dem Ergebnis anderer Umfragen deckt, insofern ein zu erwartendes Ergebnis).

Interessant war aber das: Auf die Frage, was den Leuten bei der Gottesbegegnung am meisten hilft, tauchte die Predigt als eher irrelevant auf. Bei der Gottesbegegnung ging es eher um die Musik, die Stille iVm dem persönlichen Gebet.

Wieso ist die Predigt dann so wichtig?
Auch das wurde in einer Umfrage beim Workshop ermittelt.
Nicht die Predigt an sich ist wichtig, sondern die Predigt ist wichtig, die den Einzelnen anspricht und alltagsrelevant ist!
Das ist nichts anderes als das:
Man sucht die persönliche Stärkung!
Hier mittels des Wortes Gottes.

Und an der Stelle kommen wir wieder an meine erwähnte Kritik:
Eine Predigt, die sich an 50 oder 100 Zuhörer richtet, kann gar nicht alle ansprechen!
Denn sie wird immer auch pauschal bleiben. Selbst, wenn es in der Predigt alltagsbezogene Beispiele gibt und Anwendungstipps, so wird diese Predigt nie in jede konkrete Lebenssituation sprechen.
Demütige Christen bemühen sich, dann wenigstens „den einen Satz“ mitzunehmen, der interessant war, was nichts anderes ist als: „Und die anderen 500 Sätze waren irrelevant für mich!“
Ein wirklich schlechter Schnitt, wenn von 500 Sätzen nur ein Satz nachhallt!

Wenn es in der Predigt noch einige multimediale Einsätze gibt und der Prediger gut betont und nicht über 30 Minuten geht, dann kann die Predigt immerhin noch als „nett“, „gut gemacht“ oder „unterhaltsam“ betitelt werden.
Doch die Kernfrage muss doch die sein:

Hilft die Predigt dem Einzelnen in der Mission?

Weil eine Predigt also eher pauschal ist und gar nicht jede Einzelsituation berücksichtigen kann, ist die Antwort einfach: Nein, sie hilft zumeist nicht in der Mission!

Klar, es gibt Ausnahmen.
Pfingsten zum Beispiel. Eine Predigt des Petrus und Tausende kommen zum Glauben an Christus.
Leider ist das nicht die Normalfall und es gibt keine Garantie dafür.
Jesus hat auch vor Tausenden gepredigt und trotzdem haben Ihn zum Ende hin fast alle Nachfolger verlassen!
Kurzum: es gibt bombastische Predigten, die „alle“ berühren – aber diese sind nicht der Normalfall, sondern ein Geheimnis von Gottes Timing, dem Wirken des Heiligen Geistes, der Begabung des Predigers und der Offenheit der Zuhörer.

Wir gehen also vom Normalfall aus.
Und im Normalfall hilft die Predigt eher wenig.

Im Ergebnis ist es wieder ein Plädoyer für den Dialog!
Es geht wieder darum, die Situation des Einzelnen sehen zu können!

Praktisch müsste es nicht um das Streichen der Predigt gehen.
Aber vielleicht sollte sie mehr Anleitung zum Weiterdenken sein.
So könnte ein Impuls von 10-15 Minuten mitgegeben werden.
Und dieser Impuls wird dann in kleinen Gruppen weiterbehandelt.

Dem kommt auch das zugute:
Die Predigt als Monolog ist die schlechteste Lernform.
Am besten lernen wir, indem wir selber machen.
Aber auch der Dialog ist noch zigmal besser zum Lernen geeignet als die Monolog-Predigt.

So weit erstmal!
Ich gehe davon aus, dass es möglich ist, Gottesdienstfeiern zu haben, die tatsächlich viel mehr den Einzelnen in der Mission stärken.
Dafür muss der Dialog in Gottesdienstfeiern wesentlich gestärkt werden.
Das kann geschehen, indem bewusst Zeit für den Dialog eingeräumt wird.

In einem anderen Artikel werde ich darauf eingehen, welche Prinzipien in diesem Dialog helfen.

 

Ist die traditionelle Gottesdienstfeier unbiblisch?

Unbiblisch

Ach, ach… eigentlich kann mich mittlerweile jagen mit Begriffen wie „unbiblisch“. Solche Wörter sind im negativen Sinne abgrenzend, wirken erstmal „anti“ und klingen so nach Besserwisserei.

Andererseits: natürlich gibt es Dinge, die „unbiblisch“ sind.
Damit ist gemeint: sie entsprechen nicht dem, was Gott will.
Z.B. Sünde.
Sünde taucht in der Bibel auf, daher könnte man sie als „biblisch“ bezeichnen. 🙂
Aber gemeint ist ja, dass Gott gegen die Sünde ist, weil sie von Ihm und vom Miteinander trennt.

 

Sind traditionelle Gottesdienstfeiern unbiblisch?

So ist auch meine Frage zu verstehen: Sind traditionelle Gottesdienstfeiern unbiblisch?
Noch immer ist das ein Thema für mich.
Auch nach zig Jahren des Christseins und der verschiedenen Gemeindemitgliedschaften.

Was mich aktuell wieder in das Fragen gebracht hat, war das:
Wenn es DEN EINEN Auftrag für uns Christen gibt, dann ist es der Auftrag aus Matthäus 28,18 ff.
Alle Menschen sollen in die Gemeinschaft mit Gott kommen, denn Gott liebt alle Menschen!

Es geht weder um Kirchenmitgliedschaften, noch um Zwangsbekehrungen (die ja dann idR gar keine Bekehrungen sind).
Sondern es geht um die leidenschaftliche Liebe Gottes zu uns. Und wer in die Gemeinschaft mit Gott findet, der fängt an, mehr zu lieben. Beziehungen werden heiler. Die Beziehung zu Gott, die zu anderen Menschen und die zu uns selbst. Das ist der Wille Gottes für uns.

 

Gottesdienstfeiern & Jüngerschaft

Und Sein Weg ist die „Jüngerschaft“.
Oder auch das „Schülersein“, wobei das zu kurz greift, denn Jüngerschaft heißt eigentlich das:
Ich lerne und ich lehre!
Ich werde begleitet und begleite!
Ich empfange und verschenke!
Oder eben so gedacht:
Jüngerschaft heißt, dass ich Christus nachfolge, darin lerne und fähig werde, wiederum andere zu begleiten, damit sie Christus nachfolgen, und diese dabei ebenfalls fähig werden, andere zu begleiten, damit diese dann Christus nachfolgen (das ist die fortgesetzte Idee aus Mt 28,18 ff. & 2.Tim 2,2).

In diesem Sinne denke ich die Treffen der Christen, wie sie im Neuen Testament beschrieben sind.
Immer wieder lesen wir davon, dass sie sich gegenseitig ermutigen sollen.
Wozu?
Zu einem konsequenten Leben in der Nachfolge!
Im Kern heißt das nicht nur: „Sündige weniger!“
Sondern es heißt: „Empfange Gottes Liebe, liebe Gott und den Nächsten wie dich selbst!“
Wenn ich aber von der Liebe Gottes bewegt werde, dann muss es raus in die Welt!
Denn Gott liebt diese Welt. Und wenn ich Gott liebe, dann liebe ich das, was Er liebt!
Also diese Welt!

Wozu also die Treffen der Christen?
Damit diese Welt in die Gemeinschaft mit Gott kommt!

Und weil das so einfach nicht ist, deshalb brauche ich die Brüder und Schwestern.
Die können für mich beten. Mich ermutigen. Mich auch mal wertschätzend korrigieren.
Gemeinsam empfangen wir von Gott, teilen das Gute miteinander, lassen uns für die Mission stärken und senden uns gegenseitig wieder aus.

Darum geht es!

 

Findet wirklich Ermutigung statt?

Wenn ich das aber abgleiche mit dem, was wir üblicherweise bei Gottesdienstfeiern machen, dann drängt sich eben die Frage auf: Sind traditionelle Gottesdienstfeiern unbiblisch?

Natürlich gibt es dabei viele gute Elemente!
Lieder, Gebete, Gottes Wort… toll!

Aber inwiefern findet die gegenseitige Ermutigung zum Leben in der Nachfolge statt?

Dazu muss gefragt werden:
Wie findet denn Ermutigung statt?

Nehmen wir an, ich wäre Teilnehmer einer Motivationskonferenz für Verkäufer.
Der Redner heizt ein. Die Leute gehen voll mit.
Aber ich bin betrübt. Zuhause läuft es nicht so gut. Meine Gesundheit ist nicht die beste. Und was das Verkaufen betrifft: da ist meine Situation so speziell, dass der Motivationstrainer da gar nicht reinsprechen kann.
Kurzum:
Alles, was da vorne auf der Bühne getan wird, mag gut sein für manche meiner Kollegen.
Aber es trifft nicht meine Situation!
Der Redner war gut – aber mir hat es nichts gebracht.

Nach der Konferenz schwärmen manche vom Redner.
Vom leckeren Essen.
Von ihren Verkaufszahlen.
Aber niemand hat mich gefragt, was bei mir los ist.
Niemand hat gefragt, was ich mit der Rede anfange.
Oder welche Ziele ich setze.
Ich merke: ein 4-Augen-Gespräch mit einem Coach hätte mir wesentlich mehr gebracht.
Oder einfach das erholsame Weiterschlafen statt der Besuch der Konferenz.

Verstanden?
Die Frage war:
Wie findet Ermutigung statt?
Die Antwort:
In der persönlichen Begegnung!
Denn damit ich ermutigt werde, muss mein Gegenüber wissen, wer ich bin und was mich bewegt.
Ansonsten bleibt es fruchtlos oder verkommt zu einem Zufallstreffer.

Aber genau das zelebrieren wir bei den allermeisten Gottesdienstfeiern!
Von vorne findet „der Dienst“ statt. Die Lieder, die Gebete, die Predigten, die Ansagen.
Ob das was mit meinem Leben zu tun hat, ist Zufall.
Und ob ich was damit anfangen kann, wird nicht gefragt.
Es kann also sein, dass ich zu einer Gottesdienstfeier gehe und mich danach fragen muss:
„Brauche ich das wirklich?“

 

Die Folgen traditioneller Gottesdienstfeiern

Ehrlich gesagt:
Kein Wunder, dass
a) etliche Christen keine Lust an Gottesdienstfeiern haben
b) und wir kaum missionarische Frucht sehen!

Denn unsere Gottesdienstfeiern sind – so hart es klingt – zumeist irrelevant!
Natürlich gibt es denen einen oder anderen, dem die Predigt was gebracht hat oder der durch ein Lied angesprochen wurde. Aber das ist nicht der Normalfal. Es bleibt „Zufall“.
Wir produzieren ein Programm.
Ein Stück Show.
Ich weiß: klingt wirklich hart und vielleicht bin ich da zu einseitig.

Aber das ist doch Tatsache:
Die meisten Christen können zu einer Gottesdienstfeier gehen, ohne irgendwas mit Predigt & Liedern machen zu müssen!
Ich kann kommen und gehen – und es ist nichts passiert.
Besonders krass ist das in Gemeinden, wo man noch nicht mal begrüßt wird. Es gibt Gottesdienstfeiern, wo jemand hingeht, nach Hause geht – und NIEMAND hat ein Wort mit ihm gewechselt!
Klar, manche mögen das Anonyme.
Aber das ist doch nicht Sinn & Ziel der Gottesdienstfeiern, dass wir möglichst anonym bleiben können!

 

Gottesdienstfeiern missionarisch denken!

Wir müssen Gottesdienstfeiern von der Mission aus denken!
D.h. entweder müssen diese Treffen einen absoluten missionarischen Charakter haben,
oder sie müssen mehr als „Insider-Treffen“ der Jüngerschaft dienen.

Wenn ich vom „missionarischen Charakter“ der Gottesdienstfeiern schreibe, dann meine ich nicht, dass die Predigt evangelistisch sein soll und wir ein Anspiel brauchen und moderne Musik.
Sondern dann meine ich, dass wir den Menschen helfen & begegnen.
Dahinter steckt die Frage:
Was ist die Not der Menschen um uns herum?
Vielleicht Einsamkeit. Dann könnte man Brunch-Treffen machen.
Oder zu wenig gute Familienzeit. Dann könnte man etwas von der „Messy Church“ kopieren.
Also: Was brauchen die Menschen?
Und was können wir tun, damit dieser Not im Namen Christi begegnet wird?

Wenn es um „Insider-Treffen“ geht, dann geht es hauptsächlich um die persönliche Begegnung.
GEMEINSAM beten!
ZUSAMMEN Gott loben!
Nachfragen, EINANDER zuhören!
MITEINANDER Gottes Wort verstehen wollen!
Dialog mit Gott – Dialog miteinander!
Und dann das Aussenden in den Alltag.

Wie auch immer, ob deutlich missionarisch-offen oder insidermäßig:
Immer geht es um die persönliche Begegnung.
Immer geht es um den Dialog.
Immer um die Möglichkeit, miteinander zu lernen.
Immer darum, dass das von Christus aus und zu Christus hin gelebt wird.

 

Wir brauchen neue Gottesdienstfeiern!

Die traditionelle Gottesdienstfeier hat diese Elemente so gut wie nicht.
„Ermutigt einander“ wird auf die Predigt beschränkt.
„Singt einander Psalmen“ wird auf die Liedauswahl des musikalischen Leiters beschränkt.
„Betet füreinander“ wird auf das Gebet von vorne beschränkt.
All das wird in die Hand von einigen Wenigen gegeben.
Und die vielen anderen müssen gar nichts machen.
Noch nicht mal mitsingen. Hauptsache, die Kollekte stimmt.

Ich weiß: scharfe Worte.
Aber ist es nicht so?

Das ist nun meine These:
Die traditionelle Gottesdienstfeier verfolgt ein Konzept, das so im Neuen Testament nicht existiert!
Wir produzieren Konsumenten und Jury-Mitglieder, aber nicht Nachfolger Christi!
Und damit verfehlen wir unseren Auftrag immens!
Krass gesagt:
Damit folgen wir nicht der Liebe Gottes!
Ist jetzt wirklich hart geschrieben…

Mal sehen, ob auch darüber beim Treffen im Dezember nachgedacht werden wird:
Treffen von „Band of Brothers and Sisters“ vom 14.-16.12.2018

Vegetarische Schulkost – mein neues Mitgebsel für die Kids

Den Kindern fülle ich für die Schule stets eine Brotbox.
Tatsächlich ist Brot drin.
Aber oft tue ich auch anderen Schnickschnack rein: Zwieback, Salzstangen, Nüsse und mal was Süßes.
Eigentlich bin ich unzufrieden damit.
Das sind viele „leere“ Kalorien (abgesehen von den Nüssen und der Brotsorte).
Aber die Kids mögen das weiche, nährstoffarme Schlabberzeugs. Am liebsten nur Süßes!

Deshalb habe ich ein Experiment gewagt, das bislang ein Volltreffer zu sein scheint:
Ich habe einen Schul-Snack kreiert, der bisschen süß ist, aber m.E. wesentlich höherwertigere Zutaten enthält.
Noch habe ich keinen Namen für das Zeugs.
Wichtiger sind die Bestandteile:
– Reine Erdnussbutter
– Honig
– Chiasamen
– Weizenkleie
– Butter
– Vollkornmehl
– Mandeln
– Milch
– Salz
– Backpulver
– Erythrit
– Zimt

Alles wird gemixt, in Plätzchenform gebracht, dann in den Backofen für 7-9 Minuten.
Den Kindern schmeckt es, obwohl es nicht supersüß ist (da spielen natürlich die Mengen eine Rolle).
Was mir wichtig war:
– Es ist vegetarisch
– Kein raffinierter Zucker
– Sättigender als Zwieback & Co
– Wenn schon Mehl, dann Vollkornmehl
– Einige gesündere Zutaten wie z.B. Chiasamen und Weizenkleie.

Ich werde gewiss noch weiter experimentieren (evtl mit Walnüssen, ohne Backpulver, Roggenmehl usw.) und meine Kids testen lassen.
Und ja: Natürlich sind das irgendwie Plätzchen. Nur eben ohne den Haushaltszucker. Insofern keine Revolution.
Und trotzdem bin ich ein bisschen froh darüber, dass es möglich ist, ein wenig gesündere Alternativen zu entwickeln.

Bruderschaft Christi

Das Thema „Mönche“ fixt mich immer wieder an.
In den ersten Zeiten meines Suchens nach dem Sinn des Lebens stand in einem der chinesischen Sternzeichen über mich, dass ich eine Neigung zum Mönchssein hätte.
Nun bin ich jemand, der von Jesus Christus lernen will und Ihm nachfolgt. Sternzeichen bedeuten mir nichts mehr. Das Thema „Mönche“ ist aber geblieben. Experte bin ich da wirklich nicht. Weder praktiziere ich das Mönchstum, noch finde ich daran alles toll oder weiß alles darüber.

Es gibt aber Elemente des Mönchstums, die mich ansprechen.
Einige Zeit fragte ich mich: Warum interessiert mich das Thema überhaupt?
Ich kam auf diese Antworten:
Es ist die radikale Hingabe, das Pflegen der Spiritualität und die gelebte Verbundenheit.

Im besten Fall sind das Elemente, die wir in unseren Kirchen finden sollten.
Dem ist aber offenkundig nicht so. Vereinzelt gibt es starke Freundschaften. Und natürlich gibt es Gottesdienstfeiern, in denen Spiritualität auftauchen. Wie es mit der radikalen Hingabe an Christus ist, vermag ich letztlich nicht zu beurteilen. Ich weiß, dass sich Einzelne wirklich bemühen.
Doch das Gesamtpaket „Kirche“ ist zu vielfältig, als dass ich sagen könnte, dass die genannten Elemente das Christentum in Deutschland ausmachen (an der Stelle will nicht über das Üble in der Kirche meckern – das habe ich schon oft getan und andere pflegen es munter weiter; vielleicht stoße ich mal wieder dazu…).

Mich hat das Thema „Mönchstum“ vor ein paar Tagen wieder gepackt.
Wegen der Elemente „radikale Hingabe, bewusste Spiritualität und Verbundenheit“.
Und weil ich überlegt hatte, wie die Bewegung Jesu weiter an Fahrt gewinnen kann (warum es aus meiner Sicht gut ist, wenn die Jesus-Bewegung weitergeht, kann man u.a. hier erkennen: „Nie jemand anderes als Jesus!“ / „Wie war Jesus?“ / „Was ist das Evangelium?„).

Auch in der Hinsicht bin ich kein Experte.
Bücher dazu habe ich etliche gelesen. Seminare besucht. Gespräche geführt. Es gibt so viele gute Ratschläge. Wirklich!
Aber was ich zumeist vermisse, ist das:
Ich sehe davon so wenig in der Praxis!
Das schreibe ich unter Einbeziehung meiner selbst.

Natürlich schreibt Gott Geschichten in Deutschland!
Es entstehen neue Gemeinden. Es werden neue Werke gegründet. Menschen finden zum Glauben an Christus. Da ist Gutes!
Aber mir ist es zu wenig.
Wir haben die beste Botschaft aller Zeiten – und dann dümpeln weite Teile des Christentums in Deutschland vor sich hin!?
Dann gibt es seit Jahren schwindende Mitgliederzahlen – in nahezu allen christlichen Verbänden!? Und dort, wo es „Wachstum“ gibt, handelt es sich oft um das sog. „Transferwachstum“, sei es, dass Einzelne die Gemeinde wechseln oder ganze Gemeinden an einen anderen Verband andocken.

Wie schnell bin ich selbst wieder drin in den gängigen Wegen und Strukturen.
Sie nehmen mich in Beschlag.
Und dann geht es viel um das Verwalten des Bestandes. Darum, etwas aufrecht zu erhalten, weil man es eben so macht.
Tatsächlich ist das hin und wieder sinnig.
Aber eben nicht immer.

Das ist mein Eindruck:
Unser christliches Leben gleicht eher dem Bemühen, einen Stausee anzulegen, statt dem Wasserstrom zu folgen.

Der Wasserstrom kann Angst machen.
Den habe ich nicht unter Kontrolle. Den kann ich nicht planen. Der bestimmt mich – und nicht andersherum!

Und doch hat Christus nichts anderes gemacht!
Er baute keine Synagoge.
Er gründete keinen Verein.
Er benutzte kein Logo.
Er rief nicht zur alljährlichen Konferenz auf.

Sondern Er ging hin.
Und Menschen kamen zu Ihm.
Er predigte in den Synagogen.
Und auf Feldern.
Er diskutierte mit Seinen Kritikern.
Und Er schwieg.
Er teilte Tag und Nacht mit Seinen zwölf engsten Weggefährten.
Und Er sandte sie aus.

Christus war in kein Schema zu pressen.
Denn Er war im „Wasserstrom“ Gottes.

Das war radikal hingegeben.
Das war spirituell mit jeder Faser Seines Daseins.
Das war engste Verbundenheit mit dem himmlischen Vater und Seinem Team.

In dem Sinne hat Christus auch irgendwie ein Mönchstum gelebt.
Er hat Bruderschaft gelebt. Verbunden mit Gott, miteinander und radikal in der Mission.
Nicht „radikal“ mit Schwert und Manipulation, sondern radikal liebend, radikal spirituell, radikal versöhnungsbereit.

Wenn ich das alles reflektiere, dann spüre ich die Sehnsucht nach so einer Bruderschaft Christi.
Ich meine nicht die gemeinsame Teilnahme an einer Gottesdienstfeier.
Im Zweifel geht man dorthin und geht wieder weg – und es gab weder eine Gottesberührung noch eine tiefere menschliche Begegnung.
Ich meine auch nicht den Besuch eines Hauskreises.
Im Zweifel hat man eine nette Zeit miteinander und ein paar inspirierende Gedanken gehabt – und es gab kein tieferes Hineinwirken in den Alltag.
So gut all diese Treffen sein können – aber oftmals fehlen bestimmte Elemente.

Aus meiner momentanen Erkenntnis sind das u.a. diese Elemente:
– Vision
– Wegbegleitung
– Gemeinsames Gebet.

Vision:
Es wird so schnell vergessen, warum wir all diese Treffen haben.
Wir sind in einer Mission!
Christus will, dass wir „hingehen“ und andere Menschen zu Seinen Nachfolgern machen.
Es geht also nicht zuerst darum, ob mir die Wandfarbe im Kirchengebäude gefällt oder ob meine Lieblingslieder gesungen werden. Die Frage ist: Sind unsere Treffen von der Mission Christi durchdrungen?
Wenn eher nicht: Was müssen wir ändern?
Wenn ja: Wie kann es sich fortpflanzen?

Wegbegleitung:
Das scheint ja das Normale zu sein:
Ein Christ nimmt an einer Gottesdienstfeier oder einem anderen Gemeindetreffen teil…
UND NIEMAND FRAGT NACH!
Wann wurdest du das letzte Mal gefragt, was du letzte Woche mit Gott erlebt hast?
Wann hat dich jemand gefragt, wie es um dein Gebetsleben bestellt ist?
Hat dich jemand gefragt, wann du das Evangelium weitergeben konntest?
So etwas passiert kaum bis gar nicht!
Und dann wundern wir uns, weshalb wir christliche Konsumenten großziehen und nicht Wegbegleiter!
Ich bin überzeugt, dass wir einander Wegbegleiter sein müssen.
So wie Jesus im Team war und so wie Er Seine Leute zu 2. ausgesandt hat.
„Alleine da durch müssen“ – das war nie Christi Option.
Wir brauchen eine Wiederbelebung eines liebevollen und wertschätzenden Rechenschaftselementes!
Nur, wenn ich weiß, dass da jemand barmherzig nachfragt, werde ich bestärkt, anders zu leben!
Ansonsten kann ich mich auch gut versteckt halten.

Gemeinsames Gebet:
Ein Thema für sich. Ich will es kurz halten:
Wo nehmen wir uns als Gemeinden ausreichend Zeit für das gemeinsame Beten?
Ich meine mehr als das Tischgebet. Mehr als das Eröffnungsgebet zur Gottesdienstfeier. Mehr als das Abschlussgebet vom Treffen. Ich meine das:
Die 1-2 (plus X) Stunden, um gemeinsam vor Gott zu sein, Ihn zu suchen, von Ihm zu empfangen?
Nicht das Standard-Gebet, sondern der Gebetsstrom.

Mein Empfinden ist das:
Wir können noch lange auf die Reformation oder gar Revolution der bestehenden Strukturen warten.
Entweder passiert es nicht oder zu wenig.
Ich glaube, dass wir eine Bruderschaft/Schwesternschaft brauchen, die das umsetzt. Die wie ein Verstärker für das Bestehende funktioniert.

Gemeindeübergreifend.
Verbindlich.
Nicht als neues Werk. Nicht, um wieder eine Parallelstruktur neben den Gemeinden zu entwickeln.
Die Strukturen müssen auf das Nötigste beschränkt bleiben.
Sie dürfen nur dazu dienen, dass die Bewegung weitergeht.
Ansonsten möge jeder dort sein, wo er ist.
Aber verbunden mit denen, die
– radikal hingegeben sein wollen
– die ihre Spiritualität bewusst pflegen
– die an der Vision Christi festhalten.

Wie kann die Bruderschaft gelebt werden?
Es braucht ein paar existentielle Regeln.
– So z.B. die Verbindlichkeit im gemeinsamen, wöchentlichen Gebet. Sei es live vor Ort, per Telefon oder via Skype/Zoom. Nicht jeder mit jedem, sondern je 2-4- Brüder gemeinsam.
– Die 1-2 wöchentliche Wegbegleitung mit den Nachfragen. Ebenfalls live, per Telefon oder via Skype/Zoom. Entscheidend werden die Fragen sein, die einander gestellt werden. So muss die Vision Christi regelmäßiger Bestandteil sein.
– Die Verbundenheit mit der Bruderschaft. Wahrscheinlich wird nichts an der „jährlichen Konferenz“ vorbeiführen. Ich schreibe das in Anführungszeichen. Tatsächlich kann es verschiedene Formate geben, die die Verbundenheit ausdrücken. Vielleicht wird es auch regionale Unterschiede geben. Für manche könnten dreimonatliche Treffen besser sein. Für andere das Jahrestreffen. Entscheidend ist das gemeinsame Lernen und Beten. Wir brauchen keine „pro forma“-Treffen. Sondern Treffen, von denen Kraft ausgeht. Denn letztlich existiert die Bruderschaft nicht um ihrer selbst willen, sondern sie ist für Christus und diese Welt!

Vielleicht kann das Treffen im Dezember von „Band of Brothers and Sisters“ ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.

Reich Gottes, Jüngerschaft, apostolische Bewegung, Gebetshäuser, Gemeinden in Berlin-Brandenburg

Einige Freunde und mich beschäftigt seit längerer Zeit die Frage:
Wie kann die Bewegung Christi in Berlin-Brandenburg vorankommen?

Auf der einen Seite sehen wir, dass Gott längst Geschichte in der Stadt schreibt.
Es gibt viele Gemeinden. Es gibt sogar Gemeindegründungen. Es gibt Gebetshäuser. Hier und da übergemeindliche Treffen. Verschieden große Netzwerke von Christen. So viel Gutes!

Auf der anderen Seite sehen wir die Herausforderungen:
Die Zahl der Kirchenmitglieder schrumpft kontinuierlich. So manche Gemeinde ist ziemlich irrelevant für ihren Stadtteil. Das Übergemeindliche ist längst nicht selbstverständlich. Manche Werke laufen völlig parallel zu lokalen Gemeinden und die gegenseitige Befruchtung bleibt mitunter aus. In der Hauptstadt und Millionenstadt Berlin könnte die Bewegung Christi noch viel dynamischer aussehen.

Warum ist die Bewegung Christi wichtig?
Weil wir erfahren, dass die Begegnung mit Gott lebensverändernd ist.
Die Seele empfängt Frieden.
Vergebung, Hoffnung, neue Kraft kommen in das Leben.
Einzelne und Familien werden ein Stück heiler.
Wahrheit gibt Orientierung.
Und schließlich geht es um die Ewigkeitsfrage.
Und all das hängt an Jesus Christus.

Deswegen laden wir zu einem Treffen ein: Band of Brothers and Sisters.
Ein Treffen für alle, die Interesse daran haben, dass die Bewegung Jesu in Berlin-Brandenburg an Fahrt gewinnt.
Die dafür beten. Die schon eigene Erfahrungen gesammelt haben oder von den Erfahrungen anderer lernen wollen.
Hier gibt es mehr Infos zum Treffen:
Band of Brothers and Sisters

 

Deutscher Vergeltungsschlag in Syrien?

Unter anderem berichtet die welt.de, dass einzelne Politiker in Deutschland aus Regierungs- und Oppositionskreisen bereit wären, gegen Syrien einen „Vergeltungsschlag“ auszuführen, sollte Syrien Giftgas gegen die Stadt Idlib einsetzen.

Ach, ach… was für ein Szenario!
Ich bin im Schulunterricht noch damit groß geworden: Nie wieder darf Krieg von Deutschland aus ausgehen!
Gemeint war: Deutschland ist im letzten Jahrhundert schuldig geworden am Tod von Millionen von Menschen. Das darf sich nicht wiederholen. Deutschland sollte für den Frieden eintreten und vor Waffengewalt instinktiv zurückschrecken.

Offenbar hat sich die Mentalität innerhalb weniger Jahre geändert.
Schon die, zumindest operative, Unterstützung des Krieges gegen den Irak war ein erster Dammbruch. Mittlerweile verteidigt Deutschland die eigene Sicherheit am Hindukusch.

Mir gefällt diese Veränderung gar nicht.
Ja, ja… natürlich sollten wir dem Greuel dieser Welt nicht tatenlos zusehen, vor allem, wenn wir die Mittel haben, um Unrecht einzudämmen und für mehr Frieden zu sorgen. Und ja: Deutschland engagiert sich auch im Rahmen solcher Aktionen und Projekte.
Und doch: Woher haben wir das Mandat, um den angehenden Weltpolizisten zu spielen?

Die letzten Jahrzehnte haben mich das gelehrt:
Weltpolitik hat mit Moral nichts zu tun.
Es geht um Macht und Wirtschaft.

Würde es um Moral gehen, gäbe es keine deutschen Rüstungsverkäufe in das Ausland.
Würde es um Moral gehen, würde Deutschland nicht anderweitig mit Staaten im Geschäft stehen, die offenkundig Menschenrechte mit allen Füßen treten bzw. diese Rechte hängen, steinigen und foltern lassen.
Würde es um Moral gehen, würde Deutschland nicht zulassen, dass von deutschem Boden aus Mord-Drohnen der USA in der Welt herumfliegen und ohne jegliches Gerichtsverfahren Menschen erschießen. Und manchmal leider auch die Falschen erwischen.

Meine Befürchtung ist die:
Europa macht sich bereit, militärisch und außenpolitisch eine größere Nummer zu werden.
Herr Trump ist nicht der verlässliche Partner an der Seite der Europäer. Vor Putin haben viele eine diffuse Angst.
Also gilt das Motto: Wir sind uns selbst am nächsten! Lasst uns militärisch stärker werden!
Die Grundlage für die Aufrüstung wurde längst mit den Lissabon-Verträgen beschlossen.
Das hier ist keine Momentaufnahme, sondern ein Puzzlestück in einer längst gewollten Geschichte.

Nur, dass ich das eben nicht gut finde.
Ich will nicht, dass unsere Soldaten und unsere Steuergelder dafür verschwendet werden, um Syrien zu bombardieren.
Noch nie hat das zu etwas Gutem geführt!

Denken wir an das Geschehen im Irak:
Angeblich soll der Irak Giftgaswaffen gehabt haben.
Tatsächlich wurde nichts Relevantes gefunden.
Aber es hat gereicht, um den Irak für lange Zeit in einen unsicheren Staat zu verwandeln, bis dahin, dass Christen fliehen mussten, weil sie sonst umgebracht worden wären.

Denken wir an Afghanistan:
Angeblich sollte Afghanistan demokratisiert werden. Nachdem man über das Land hergefallen ist.
Als hätte niemand der Strategen und Berater gewusst, dass Afghanistan aus Stämmen besteht, die völlig anders ticken als der Westen, und dass eine Demokratisierung kaum möglich ist – schon gar nicht mit Waffengewalt und dem gelegentlichen Bombardieren von Hochzeitsfeiern.
Und noch immer sitzen unsere Soldaten dort in ihren „Burgen“ und kämpfen mehr um ihre Sicherheit als um die des Landes. So kann man es auch verstehen: Wir verteidigen die deutsche Sicherheit am Hindukusch.

Und nun denke ich an Syrien:
Wieder ein Land, das mehr von Stammeskultur geprägt ist, als scheinbar vielen bewusst ist.
Wieder ein Konflikt, in dem die Geheimdienste und Wirtschaftsbosse mächtig mitmischen.
Wieder ein Krieg, in dem die sog. „Rebellen“ in der Regel Islamisten sind, die sich auch schon mal für Fake-Giftgasangriffe nicht zu schade sind, und die – anders kann man es sich nicht erklären – wohl vom Westen aus finanziert worden sind.
Wer hat hier angefangen?
Gott weiß, wieviel Blut der Westen in Syrien bereits an den Händen hat.

Nein, ich erkläre Assad nicht zum lieben Diktator.
Wer auch immer Giftgas einsetzt, gehört verstoßen, gebrandmarkt und verurteilt.

Aber ich sage auch „Nein“ dazu, dass Deutschland und Europa „Vergeltungsmaßnahmen“ in dieser Welt durchführen.
Wir können unseren Leuten nichts davon erzählen, dass Selbstjustiz hier keinen Boden hat, und dann aber Selbstjustiz im großen Maßstab unterstützen.

Liebe Politiker!
Bitte ehrt Gott und liebt den Nächsten!
Aber tut nicht so, als dürften wir Weltenrichter sein!