Gemeinde oder Jüngerschaftsbewegung?

T4T, Discipleship Movement (Jüngerschaftsbewegung), Torben Sondergard... nur wenige Stichworte, die eines gemeinsam haben: es geht um die Bewegung und nicht um die Institution.

Jesus-Bewegung

Genauer gesagt: es geht darum, dass möglichst viele Menschen vom Evangelium hören, die Chance bekommen, sich zu entscheiden und im besten Fall dann lernen, im Alltag als Nachfolger Jesu zu leben, um dann wieder andere zu lehren. In diesem Lernprozess ist enthalten, dass man wiederum anderen vom Evangelium erzählt, diese die Chance bekommen, sich zu entscheiden… usw.
Nicht die Gemeindegründung steht im Fokus, sondern das Hingehen zu den Menschen, das Ausstreuen des Evangeliums und das Lernen & Lehren, damit wieder andere lernen und lehren.
In Anbetracht manch pompöser Kirchenbauten, kirchlichen Verwaltungseinheiten und der menschlichen Nabelschau, die auch vor Gemeinden keinen Halt macht, ist das eine dynamische Sichtweise. Und sie hat auch in der Bibel viele Belegstellen.
Wollte Jesus eine Bewegung?
Offenkundig!

Gemeinde Jesu

Was bei manchen Vertretern dieser Bewegung aber hochkommen kann, ist die Distanzierung von klassischer Gemeinde: Sonntags zur Gottesdienstfeier gehen, Vorstandstreffen, das Gemeindefest organisieren, regelmäßig miteinander beten…
Die Distanz rührt wohl daher, dass die klassische Gemeinde nicht sonderlich beweglich scheint. Tatsächlich ist vielen Gemeinden die Nabelschau näher als die Frage, wie sie ein Segen für ihre Umwelt sein kann.
Die Bewegungsanhänger sind gegen eine solche Form von Gemeinde allergisch geworden. Sie wollen sich nicht wieder einfangen lassen.
Aber:
Wollte Jesus Gemeinde?
Offenkundig!

Bewegung vs Gemeinde?

Natürlich droht auf beiden Seiten das Extrem:
hier die Gemeinde, die sich wochenlang mit der Frage beschäftigen kann, ob eine Wand nun weiß oder gelb gestrichen werden soll (bis dahin, dass Gemeindemitglieder die Gemeinde verlassen, wenn ihrem Wunsch nicht nachgegeben wird); dort der Bewegungsanhänger, der alleine herumstreut und niemanden mehr hat, mit dem er eine vertrauliche Beziehung leben kann, denn jede Regelmäßigkeit und Verpflichtung riecht ja sogleich nach normaler Gemeinde!

Ich frage:
Könnte es sein, dass Gott beides gewollt hat?
Nein! Nicht die Extreme!
Sondern das Miteinander von Gemeinde und Bewegung!?

Gemeinde UND Bewegung!

Es ginge darum, zu verstehen, dass Gemeinde und Dynamik keine Gegensätze sind, sondern man einander braucht!
Es braucht die „Wilden“, die Risiken eingehen, die was Neues wagen, die unkonventionell arbeiten, die sich immer wieder auf neue Menschen einstellen können, die keine Ruhe geben, bis „alle“ vom Evangelium gehört haben.
Es braucht aber auch die, die für Stabilität sorgen. Die einen sicheren Rahmen geben können. Die bereit sind, Menschen auch über Jahre und Jahrzehnte zu begleiten. Weil eben nicht jeder Mensch sofort geeignet ist, andere zu lehren und weil manche Menschen aus Lebenssituationen kommen, in denen Heilung wichtiger sein kann.

Oder anhand von biblischen Beispielen gesagt:
Manchem sagte Jesus, er möge zuhause bleiben und in seinem Dorf weiterleben.
Andere lud Jesus zur Wanderung ein.

Jesus war wirklich dynamisch und viel unterwegs.
Das ging auch, weil es Menschen gab, die ganz normal gearbeitet haben, und Jesus mit Finanzen und Nahrung unterstützt haben. Die Stationären sorgten für die Bewegten. Auch mit ihren Häusern, in denen Jesus zu Gast war.

Beachtlich ist, dass Jesus weder Tempel noch Synagoge als Einrichtung kritisiert hat. Stattdessen war Er dort, hat in den Häusern gelehrt und ist Menschen begegnet. Das heißt nicht, dass Tempel und Synagoge das eigentliche Ziel Jesu waren. Aber sie waren gut und hilfreich. All das ging nur, weil es Menschen gab, die für diese Gebäude sorgten und einen Rahmen schufen.

Nein, ich glaube nicht, dass es einen Gegensatz zwischen Gemeinde und Jüngerschaftsbewegung gibt.
Es muss vielmehr darum gehen, beides zusammen zu denken:
Wie kann Gemeinde die Bewegung unterstützen?
Wie kann die Bewegung der Gemeinde helfen?

Ich stelle mir Gemeinden dann wie geistliche Zentren vor:
Es gibt eine Kernmannschaft, die für das Wesentliche vor Ort sorgt.
Und es gibt Menschen, die ein- und ausgehen. Die dort inspiriert werden und dann weiterziehen.
Mit denen man in Kontakt bleibt und aneinander Anteil hat.
Und die dann bei ihrer Wiederkehr berichten und so die Gemeinde inspirieren.
Gemeinde also nicht als Festung, sondern mehr als Knotenpunkt.
Und die Jüngerschaftsbewegung nicht als losgelöste Parallele, sondern als Strom, der die Gemeinde umgibt.

Das wäre was!

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Richard Rohr, der Franziskanermönch, und „Der göttliche Tanz“

In der Sommerzeit und Urlaubszeit bin ich tatsächlich dazu gekommen, innerhalb von ca. 14 Tagen drei Bücher zu lesen.

Unter anderem habe ich von Richard Rohr, dem Franziskanermönch, das Buch „Der göttliche Tanz – Wie uns ein Leben im Einklang mit dem dreieinigen Gott zutiefst verändern kann“ gelesen (adeo-Verlag, 1.Auflage September 2017). Das Buch wurde von Mike Morell mitverfasst.

Richard Rohr ist – gemessen an Bestsellerlisten – ein anerkannter spiritueller Berater.
Ich finde es toll, wenn es ein Christ schafft, auch säkulare, geistlich interessierte Menschen anzusprechen.

 

Gedankensplitter zu „Der göttliche Tanz“

In seinem Buch „Der göttliche Tanz“ gibt es ein paar interessante Gedanken, aber auch einige Aspekte, die mich gestört haben. Folgend ein paar meiner persönlichen Reaktionen, mehr Splitter als ein Bauwerk:

– Grundsätzlich geht es Richard Rohr darum, dem dreieinigen Gott nachzuspüren. Was heißt es für unser Leben, dass dieser Gott ein dreieiniger Gott ist (also: Vater, Sohn, Heiliger Geist)? Eine wichtige und spannende Fragestellung! Das eine ist ja die Theologie „im Elfenbeinturm“. Philosophisch vielleicht unterhaltsam, aber ohne praktischen Wert. Das andere ist doch das Bessere: Theologie, die Einfluss auf das Leben hat! Auf unser Denken und Handeln!

 

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Erweckung in Berlin und Deutschland!?

Wie großartig wäre das, wenn innerhalb kürzester Zeit Berliner Gemeinden von allem lassen würden, was unnötig oder gar falsch ist und umso mehr Gott lieben würden, ihre Mitmenschen lieben würden und die Sünde hassen würden!?

Erweckung = radikaleres Christsein

Christen, die radikal für Vergebung einstehen.
Die nichts mehr machen, was andere kaputt macht.
Deren höchste Freude es ist, Gott zu ehren und anderen Menschen zu helfen.
Und die unbedingt erleben wollen, wie diese Kraft und dieser Friede andere Menschen erreicht und zum Guten verändert!
Die deshalb vom Evangelium erzählen.

Das könnte ebenso innerhalb kürzester Zeit die Stadt Berlin konstrukiv beeinflussen.
Menschen würden sich wieder vertragen. Streitigkeiten würden in Versöhnung enden.
Kinder würden nicht missbraucht werden, sondern Schutz und Wertschätzung erfahren.
Menschen würden schlagartig von Süchten befreit.
Chefs würden ihre Mitarbeiter mehr loben.
Die Kriminalitätsrate würden drastisch sinken.
Politiker und Manager wären noch mehr darum bemüht, dem Volk zu dienen.
Menschen würden durch Christus gerettet werden.

Man nennt einen solchen Vorgang „Erweckung“, weil er damit beginnt, dass Gottes Gemeinde „wach“ wird.
Dass so etwas möglich ist, beweist die Kirchengeschichte: überall dort, wo es solche Erweckungszeiten gab, haben sich dann auch ganze Regionen positiv verändert, weil viele Menschen zu einem Leben mit Christus gefunden haben.

Aber Erweckung in Berlin?

Allerdings scheint die geistliche Situation in Berlin und Deutschland eine andere Sprache zu sprechen.
Spannungen scheinen zuzunehmen. Zwischen Kulturen und politischen Gegnern. Die Wohnungsnot. Der Pflegenotstand. Mehr Menschen, die in Mülleimern nach Verwertbarem suchen. Zu wenig Kita-Plätze. Millionengräber wie ein Flughafen, die auch den politischen Frust der Menschen verstärken. Und schließlich zig ethisch bedenkliche Entwicklungen, die für unsere Gesellschaft nicht immer förderlich sind.
Im Grunde höchste Zeit für eine Erweckung!

Doch Berlin scheint anders zu ticken: eine Erweckung ist nicht in Sicht.
Berlin gilt mancherorts sogar als Hauptstadt des Atheismus in Europa.
Christen brauchen hier einen langen Atem.
Veränderungen gehen nicht schnell. Es müssen Jahre und vielleicht auch Jahrzehnte eingeplant werden, wenn eine Gemeinde Fuß fassen will.
Mit Großevangelisationen ist es nicht mehr getan. Attraktive Massenveranstaltungen gibt es genug in Berlin. Im besten Fall ist die Kirche ein Mitbewerber auf dem Markt der spirituellen Angebote. Aber gewiss kaum noch der hauptsächlich prägende Faktor. Stattdessen sind Gleichgültigkeit und Ablehnung in die vorderen Reihen gestiegen. Klar, es gibt auch noch eine beachtliche Anzahl von Kirchenmitgliedern. Es gibt auch sehr engagierte und gottverwurzelte Christen und durchaus blühende Gemeinden. Doch, wie erwecklich unsere Kirchenlandschaft insgesamt ist, dürfte kritisch zu betrachten sein. Zumindest, wenn man es an der Anzahl der neuen Mitglieder misst. In diesem Bereich reden wir eher von einem Transferwachstum: ein Christ wechselt die Gemeinde. Bekehrungen und Taufen bewegen sich in etlichen Gemeinden eher im einstelligen Bereich pro Jahr, wenn überhaupt.
Es riecht noch immer nach Stagnation und damit nach einem langsamen, stillen Sterben.

Ist Erweckung dennoch möglich?

Der Jesus-Gläubige geht von den Möglichkeiten Gottes aus: Ja, natürlich ist eine Erweckung möglich!

Aber bei allem Glauben: diese Zuversicht hatten manche Christen auch schon in den 80’ern des letzten Jahrhunderts.
Bisher gab es nicht „den Durchbruch“.

Wie sollen wir uns als Christen also verhalten?

 

Vier beachtliche Aspekte

Ich schlage vier Aspekte vor (womit nicht gemeint ist, dass darüber Erweckung funktionieren würde; ich würde die Situation, wenn überhaupt, mit der Situation der Juden im babylonischen Exil vergleichen; sprich: wir sind noch nicht da, wo wir sein sollen – trotzdem ist die gegenwärtige Zeit nicht unnütz; daher sind diese vier Aspekte eingebettet in möglicherweise hundert andere.):

1. Verstehe Berlin!
2. Starte mit Kleinem!
3. Bete!
4. Gemeinsam!


1. Verstehe Berlin!

Folgend nur einige meiner Beobachtungen:

Berlin funktioniert über Kleingruppen.
Man ist im Verein. Auf der Arbeit. Im Garten. Mit Freunden Sport machen. Zusammen in der Kneipe.
Jede Person hat etliche Orte, wo sie lebt und dort jeweils unterschiedliche Bekanntenkreise hat.
Großfamilien gibt es eher in der türkischen und arabischen Community. Wer dort Vertrauen findet, kann mit einem Schlag Dutzende von Menschen erreichen.
Aber die restliche Gesellschaft tickt anders. Vielleicht ist es noch immer die Berliner „Insel-Mentalität“ aus Mauerzeiten. Vielleicht ist es einfach auch nur „Stadtleben“. Vielleicht beides.
Wie hilfreich ist es dann, wenn Gemeinden hauptsächlich auf den Sonntags-Gottesdienst zur besten Brunch-Zeit setzen?

Berlin hat Ost und West.
Das Kleingruppen-Leben gilt für die West- und Ostbezirke. Es mag kurios sein, darauf hinzuweisen, bald 30 Jahre nach dem Mauerfall. Tatsächlich gibt es aber noch die entsprechende Mentalität. Es gibt ja auch noch die entsprechenden Gebäude und Straßen. Viele Teile von Ostberlin sehen anders aus als Westberlin. Natürlich gibt es längst fließende Übergänge und auch eine neue Generation, der all das nicht mehr viel bedeutet. Aber ich merke die Unterschiede, wenn ich in einer westlichen oder östlichen Gemeinde bin. Manchmal ist es „nur“ die Atmosphäre. Aber dahinter stecken Einstellungen und Erfahrungen der Menschen. Es ist weise, das im Hinterkopf zu haben.

Berlin hat Multikulti.
Nicht, dass man stets im Miteinander der Kulturen leben würde. Wie so oft, ist es eher ein sich parallel entwickelndes Leben, das gelegentlich Begegnungen am Döner-Imbiss oder in öffentlichen Einrichtungen hat (obwohl der Döner-Imbiss ja auch eine öffentliche Einrichtung ist). Selbst in einem Kiez wie Heerstraße Nord in Berlin-Spandau gibt es verschiedenste Kulturen und Nationen. Während man mit den einen zum Warmwerden am besten einen türkischen Tee trinkt, trinkt man mit den anderen vielleicht einen Wodka. Und es kann sein, dass beides zusammen nie gehen würde.
Ost und West. Multikulti.
Wie sinnig ist es, wenn Gemeinden versuchen, ihre Gemeindekultur als die einzig passende zu sehen? Wie nötig ist es, die Vielzahl der Kulturen auch im Gemeindeleben zum Ausdruck zu bringen?

Berlin öffnet sich.
Berlin hatte die Insel-Mentalität. Mit dem Mauerfall ändert sich auch die Mentalität. Der Berliner hat das Umland entdeckt. Zumindest bis zu Karls Erdbeerhof bei Elstal/Wustermark. Berlin ist internationaler geworden. Hollywood-Filme werden hier gedreht. Internationale Konzerne haben hier Vertretungen. Das alles ist noch keine Weltmetropole wie Tokyo, aber vielleicht ganz kurz hinter London (!?). Gemäß meiner beschränkten Sicht gilt das auch für den christlichen Bereich: die Zahl der Gemeindegründungen hat zugenommen. Und andere gemeindliche Projekte sind vermehrt an den Start gegangen. Die Öffnung hat zugenommen. Auch mit unangenehmen Folgen, wie z.B. der Segregation oder den verstopften Zufahrtstraßen im Berufsverkehr.
Wie nötig ist es, dass sich Gemeinden gleichermaßen öffnen? Verstehen, dass ihre Stadt internationaler und beweglicher geworden ist? Was heißt das für die Kirchen mit ihren Programmen?

Berlin hat 24 Stunden.
Natürlich gelten etliche dieser Beobachtungen auch für andere Städte. Aber ebenso für Berlin!
Wir haben hier Schichtarbeiter. Pendler. Überstundenmacher. Start Ups. Kinder, die von morgens an bis zum frühen Abend fremdbetreut werden. Wir haben unzählige Vereine und Organisationen, mit denen man seine Freizeit sinnvoll füllen kann. Die permamente Erreichbarkeit über das Handy. Ja, in der Nacht ist es in Gesamt-Berlin ruhiger (auch, wenn es hier und da umso lebendiger wird). Aber insgesamt lebt die Dienstleistungsgesellschaft in all ihrer Betriebsamkeit. Es gibt keinen Stopp-Knopf.
Was heißt das für Gemeinden? Sind sie umso wichtiger als besinnlicher Gegenpol? Müssen sie lernen, 24-Stunde-Gemeinde zu werden?

Das sind nur ein paar Beobachtungen und Fragen.

Demnächst mehr zu:
Erweckung in Berlin – Starte mit Kleinem!

Gemeindegründung in Berlin – Teil 2

– Fortsetzung von „Gemeindegründung in Berlin – Teil 1“ –

Der Gedanke hatte mich gepackt:
Mitten in einem Berliner Problemkiez entsteht eine Gemeinde, zu der Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Kulturen und Biografien strömen, dort zu Gott finden, Gott anbeten und erneuert in ihre Wohnungen gehen, um von dort aus den Kiez zum Guten zu verändern.
Denn, wenn es eine Kraft gäbe, die eine Gegend so verändern kann, dann doch Gottes Kraft!

Allerdings hatte ich keine Ahnung, wie man das macht.
Das war mir dennoch schnell klar:
Eigentlich will ich keine fertigen Christen erreichen, sondern Menschen, die noch keine Beziehung zu Gott haben.
Sozusagen ein Start von Null an.

Diese Überlegungen fielen in den gleichen Zeitraum, in dem klar wurde, dass ich doch in Berlin bleiben würde. Und mit meinem neuen Arbeitsvertrag wurde auch geklärt, dass solch missionarische Projekte angegangen werden dürfen.

Also, ging es neben Studium, der regulären Gemeinde- und Vorstandsarbeit mit den ersten missionarischen Bemühungen los. Mit jeweils ein, zwei, manchmal drei anderen ging ich verschiedene Versuche an:

– Wir gingen von Haustür zu Haustür.
Mir war klar, dass es nicht darum gehen konnte, Menschen an Ort und Stelle zu „bekehren“. Das könnte ich eh nicht. Ich mag es ja selbst nicht, wenn sich Werbeleute aufdrängen. Aber der Kontakt musste her. Ich entwarf Fragebögen, um die Meinungen der Anwohner notieren zu können. Oder wir gingen von Tür zu Tür, einfach nur, um etwas zu verschenken. Natürlich jeweils mit Kontaktadresse, für den Fall, dass jemand Interesse an mehr haben sollte.
Resultat: Etliche Menschen waren nicht da oder öffneten nicht ihre Türen.
Allerdings gab es ein paar Einzelne, die uns sogar in ihre Wohnung baten.
Das waren einsame Menschen. Die wegen ihrer Krankheit mehr drinnen als draußen waren. Sie freuten sich einfach über einen Kontakt. Wir durften auch mal für solche Menschen beten. Aber, dass jemand deswegen zu Jesus gefunden hätte, könnte ich nicht behaupten.

– Wir stellten (Tapezier-) Tische vor dem Einkaufszentrum auf.
Dort lagen CD’s, Bücher und andere Dinge, die auf Jesus verwiesen. Manchmal garnierten wir die Tische mit Luftballons. Manchmal verschenkten wir Getränke an warmen Sommertagen. Ein richtiges Gespräch kam nicht in Gang. Einmal durfte ich für einen Mann beten, der offenkundig stark krank war. Er weinte vor Rührung. Mehr passierte nicht.
Ein anderes Mal nahmen sich, m.E. moslemische, Teens einige der CD’s und warfen sie auf den Boden.
Für mich persönlich bemerkte ich einen wichtigen Unterschied:
Wenn ich mit wenig oder keiner Gebetsvorbereitung in einen solchen Einsatz ging, war ich sehr verkrampft. Aber mit der Gebetsvorbereitung war ich friedlicher. Leicht aufgeregt, aber ruhiger.

– Wir verteilten Tausende von Flyern.
Das Gute in diesem Kiez ist, dass es viele Außen-Briefkästen gibt. Mal eben 1000 Fler zu verteilen, ist kein großer Akt. Also, haben wir zig Anwohner mit christlichen Flyern „beschenkt“. Jeweils mit den Kontaktdaten der damaligen Gemeinde (LKG Radelandstraße) drauf. So weit ich es sehe, ist deswegen niemand zu dieser Gemeinde gekommen.

Später, auch nach der offiziellen Gemeindegründung, folgten weitere und ähnliche solcher Aktionen:
Teilnahme an Stadtteilfesten, Putzaktion im Kiez, Sport- und Spielaktionen, Waffelverschenk-Aktionen, das Verschenken von Unikat-Karten, Grillfest für die Nachbarn u.ä.
Ich will das alles nicht kleinreden, aber „gebracht“ hat es wenig.
Ja, wir haben uns als Gemeinde blicken lassen. Auch nicht schlecht.
Ja, wir wurden mit der Zeit auch von den Offiziellen registriert und etwas ernster genommen.
Doch, wenn man den Menschen wünscht, dass sie durch Gottes Liebe zu Jesus finden, dann muss ich festhalten, dass diese Aktion – zumindest nach meiner begrenzten Sicht – nichts gebracht haben.

Warum war das so?
Ich finde nach wie vor nicht DIE EINE ANTWORT.
Vielmehr verstehe ich mittlerweile, dass der Kiez aus sehr verschiedenen Menschen besteht.
Es gibt Russen, Türken, Polen, Araber, Deutsche, Afrikaner usw.
Es gibt durchaus noch den bürgerlichen Mittelstand, aber auch mehr und mehr finanziell, sozial Abgehängte.
Es gibt Kinder, Senioren, Arbeitslose, Arbeitende, Ehrenamtliche.
Es ist unmöglich, mit dem einen Flyer oder dem einen Einsatz alle Menschen gleichermaßen anzusprechen. Vielleicht wird man vereinzelt eine Person damit berühren, aber dafür zig andere nicht. Im „besten“ Fall reagieren diese dann gleichgültig. Im schlechtesten Fall ist das für sie ein gefundenes Fressen und sie positionieren sich deswegen umso mehr gegen Kirche und Christentum.
Es hilft enorm, sich vorher bewusst zu machen, wen genau man ansprechen möchte.
Klar, am liebsten alle. Aber faktisch tut man das nicht. Man grenzt eben auch aus.
Dann doch lieber zielgerichtet vorgehen und nicht mit der Gießkanne einmal rübergehen.
Biblisches Motto: „Den Juden ein Jude sein und den Griechen ein Grieche.“

Ferner haben wir die Offiziellen nicht gleich im Blick gehabt.
Organisationen wie ein Gemeinwesenverein, die Kirche vor Ort, die Managerin des Einkaufszentrums usw., sind mitunter federführende Einrichtungen. Sie können Türen öffnen und schließen. Sie können sich gegen neue Projekte stellen, sie aber auch fördern. Mit der Zeit bekamen wir einige dieser Kontakte. Und wir entdeckten sehr viele engagierte, offene und freundliche Menschen. Es ist für so ein kleines christliches Projekt gut zu wissen, wenn die Offiziellen zumindest nicht gegen einen sind und man sich auf der Straße freundlich grüßen kann.

Und schließlich gibt es zwei Sprachen, die alle verstehen:
1. Helfen.
2. Verlässlichkeit.
Nahezu jeder Mensch schätzt es, wenn das Gegenüber zuverlässig und hilfsbereit ist.
Und m.E. ist das umso wichtiger, je gottfremder eine Gesellschaft ist.
Wo der Kirche gleichgültig oder gar ablehnend begegnet wird und wo die Menschen mehr am Fernseher oder Handy kleben statt die Bücherei zu bevölkern, richtet man mit dem Verteilen von Bibeln meist wenig aus. Das bestärkt eher die Gegenwehr.
Aber wo die Kirche hilft und am Ball bleibt, öffnet man auch Herzenstüren.
Vor allem in einer Gegend, wo viele Abgehängte und Einsame leben.
Dabei geht es um sehr viel Beziehungsarbeit. Vertrauen wächst nicht von Heute auf Morgen.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen davon: es gab einzelne Begegnungen, wo sich Menschen schnell geöffnet haben. Vielleicht auch wegen ihrer Einsamkeit. Aber vermutlich ist das nicht der Normalfall.
Ich bin absolut ein Verfechter davon, dass Gottes Wort ausgesprochen (gesungen, verschriftlicht, dargestellt) werden muss. Aber in diesem Kiez muss die Tat der Liebe lauter sein.
Auch das hätte ich zu Beginn mehr bedenken können.

Die einzige Aktion, die uns den Menschen wesentlich näher gebracht hat, waren Gebetsspaziergänge.
Dazu im nächsten Teil mehr.

Email-Problem: Störungen bei Web.de

Bei einem meiner Web.de-Email-Konten taucht ein Problem auf.
Vereinzelt kann ich via Thunderbird einzelne Emails versenden. Das klappt zu Beginn vielleicht 1-4x.
Spätestens dann, wenn ich eine Sammel-Email verschicken will, erscheint bei Thunderbird diese Fehlermeldung:

„Fehler beim Senden der Nachricht: Der Mail-Server antwortete:
Requested action not taken: mailbox unavailable
Failure sending mail. Try again later.
Bitte überprüfen Sie die E-Mail-Adresse des Empfängers „abc@xl.de“ und wiederholen Sie den Vorgang.“

Anschließend kann ich auch keine einzelnen Emails versenden.

Folgendes habe ich schon erfolgslos ausprobiert:

1. Stimmen alle Daten überein?
Habe ich die richtigen IMAP- und SMTP-Daten eingegeben?
Stimmt das Passwort?
Usw.
Ergebnis: Ja, alle Daten sind korrekt eingegeben.

2. Löschen der Daten bei Thunderbird und Neueingabe bei Thunderbird
D.h.: Ich lösche das Email-Konto bei Thunderbird (nicht bei web.de!), starte Thunderbird neu und gebe die Kontodaten erneut ein.
Ergebnis: Das Problem bleibt dasselbe.

3. Wechsel des Email-Programms
Statt Thunderbird habe ich es auch mit dem Email-Programm von Microsoft probiert.
Ergebnis: Das Problem bleibt.

4. Schreiben der Emails direkt von der web.de-Plattform
Statt ein externes Email-Programm zu verwenden, benutze ich die Internet-Plattform von web.de. Also, ich gehe auf die entsprechende Homepage, logge mich ein und schreibe von dort die Emails.
Ergebnis: Das funktioniert!
Allerdings will ich so nicht vorgehen müssen, sondern ich will ja ein externes Email-Programm benutzen.

5. Überprüfen der Einstellungen bei web.de
Dann habe ich bei web.de in den Email-Einstellungen überprüft, ob externe Email-Programme überhaupt auf das Konto zugreifen dürfen. Ja – das entsprechende Häkchen hatte ich gemacht.
Ergebnis: An den web.de-Einstellungen kann ich nichts Relevantes beeinflussen.

6. Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice von web.de
Ich habe versucht, im Internet die Kontakdaten von web.de herauszubekommen.
Die angegebenen Telefonnummern scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Auch über die von web.de selbst angegebene Nummer erreiche ich niemanden, wiewohl es gemäß ihrer eigenen Angaben zur Zeit möglich sein sollte. Von dem Schreiben einer Email raten andere ab, weil in der Antwort-Email nur auf die – in das Leere laufende – Telefonnummer verwiesen werde. Die Telefonnummer aus dem Impressum von web.de reagiert. Allerdings ist die Verwaltung nur Wochentags erreichbar.
Ergebnis: Die Kontaktaufnahme scheint von web.de nicht gewollt zu sein.

Was also tun?
Ich habe den Email-Anbieter gewechselt!