Trumps Entscheidung: Jerusalem als Hauptstadt! Warum das eigentlich kein Problem ist – und warum doch

Die Entscheidung von Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat in vielen Medien für ein negatives Echo gesorgt.
Im pro-Medienmagazin wird das untersucht und entdeckt (Zitat von https://www.pro-medienmagazin.de/…/deutschsprachige-medien…/):
„Die meisten sparen allerdings die Tatsache aus, dass Israel den Osten der Stadt 1967 von Jordanien erobert hat – und nicht etwa, dieser Eindruck könnte zumindest durch die Auslassung entstehen, von den Palästinensern. Erwähnt wird auch nicht, dass Jordanien seinerzeit Ostjerusalem annektiert hatte und dies weltweit von genau einem Staat anerkannt wurde: von Pakistan.“

 

Die Lage ist komplizierter!

Insgesamt ist es ja ein kompliziertes Geschehen da im Süden, die eine angemessene Beurteilung schwer machen können:
Saudi-Arabien macht den Jemen platt …. mit deutschen Waffen und „hofiert“ von zig deutschen Politikern.
– In Syrien werden seit Jahren Menschen getötet – ein Gemengenlage aus inländischen Konflikten, westlichen/us-amerikanischen „Scharfmachungen“ (u.a. direkte Unterstützung der sog. Rebellen, die sich irgendwann als Islamisten herausgestellt haben); schließlich die russischen Eingriffe.
– Der Irak ist seit dem US-Einmarsch – mit direkter und indirekter Unterstützung weiterer westlicher Staaten – eine Katastrophe. Christen mussten fliehen, weil sie dort ihres Lebens nicht mehr sicher sind.
Afghanistan wurde von westlichen Streitkräften eingenommen („Wir verteidigen die deutsche Sicherheit am Hindukusch!“… eine Behauptung, die ich bis heute nicht verstehe!) und der Kampf gegen die Taliban u.ä. Gruppen wurde nicht gewonnen, sondern verschärft.
– Der Iran baut scheinbar weiter an einer Atombombe, steinigt und köpft Menschen.
– Im Libanon mischt die Hisbollah-Miliz mächtig mit und bereitet womöglich weitere Attacken vor.
– Die Türkei zerstört Kurden-Dörfer und tötet Kurden. Manche Kurden agieren wiederum gewalttätig.

Der Flächenbrand ist längst da!

Also, mein Eindruck ist: der Flächenbrand existiert in Arabien (bis Afghanistan) schon lange und westliche Staaten sind nicht immer ganz unbeteiligt daran.
Und so können jegliche Maßnahmen für weitere „Explosionen“ sorgen.

Ich vermute, dass viele Journalisten und viele Politiker die Entscheidung von Trump nur deshalb schlecht finden, weil sie Angst haben.
Dürfen sie ja. Aber ob das der richtige Ratgeber ist?
Dinge nicht zu tun, weil man Angst hat, ist menschlich.
Aber wovor hat man Angst?
Dass es zu weiteren Gewaltausschreitungen kommt, womöglich zu einer Intifada, oder?
Aha!
Man hat also Angst vor den Reaktionen der islamisch-geprägten Nachbarvölker!
Heißt das, dass man nichts tun darf, was diese Völker aufregen könnte?
Dass man sich lieber anpassen sollte? Zur Not auch verbiegen sollte?
Geht es darum?

 

Was ändert sich tatsächlich?

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Trump (und im April bereits durch Putin, zumindest bezogen auf den Westteil), ist fraglos eine Zäsur der letzten Jahre der US-Politik. Ein US-Gesetz, das eigentlich die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt vorgesehen hatte, wurde regelmäßig von den US-Präsidenten auf die Wartebank geschoben. Trump bringt es nun nach zig Jahren zur Wirksamkeit.

Was ändert sich dadurch faktisch?
Irgendwann wird die US-Botschaft in Jerusalem sein.
Das war’s.
Mehr passiert erstmal nicht!
Nach wie vor leben Araber, Moslems, Juden, Christen, Atheisten, Agnostiker, Linke, Rechte, Palästinenser, Orthodoxe usw. in Jerusalem. Und zwar im Westen wie im Osten. Sie können nach wie vor ihren Alttagsgeschäften nachgehen. Ob Jerusalem nun von den USA als Hauptstadt Israels anerkannt wurde oder nicht.

Kein anderer Staat muss dieser Entscheidung folgen.
Man kann es gut oder doof finden.
Man kann demonstrieren gehen oder es lassen.

Wer trägt wirklich welche Verantwortung?

Was man dann tatsächlich daraus macht, liegt in der eigenen Verantwortung.
Wer deswegen meint, Steine zu werfen und israelische Soldaten angreifen zu müssen, kann das tun. Wiewohl die Soldaten weder was dafür können, dass Trump diese Entscheidung getroffen hat, noch, dass Jerusalem seit Jahrtausenden als DIE Stadt des jüdischen Volkes schriftlich dokumentiert ist (ein nicht unbeachtlicher Fakt für die Begründung eines staatlichen Existenzrechts).
Dass solche Gewaltreaktionen die Situation in keinster Weise besser machen, erschließt sich leider nur denen, die nachdenken.
Man könnte diese Angriffe auch sein lassen und sich damit ersparen, dass sich die Soldaten natürlich verteidigen. Könnte die eigene Gesundheit schonen.
Warum die Hamas nun eine neue Intifada will, verstehe ich nicht. Wem ist damit geholfen?

Man kann auch Bilder von Trump im Gazastreifen verkaufen. Das Geschäft geht gerade ganz gut.

Auf den Punkt gebracht:
Niemand zwingt Menschen dazu, auf etwas mit Gewalt zu reagieren!
Beachte: Auf etwas, dass faktisch so gut wie keine Auswirkungen hat!
Wer dennoch Gewalt anwendet, verantwortet das selbst – und nicht ein Trump.

Der eigentliche Gewaltgrund: eine religiöse Ideologie

Leider kann es keinen Frieden geben, solange die Hamas an ihrer Charta festhält, die u.a. besagt:
– „Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“ (Art.7)
– „Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.“ (Art.13)
– „Es müssen jedoch noch mehr Schritte von den arabischen und islamischen Völkern und den islamischen Vereinigungen überall in der arabischen und islamischen Welt unternommen werden, um die nächste Runde im Kampf gegen die Juden, die Händler des Krieges, möglich zu machen.“ (Art. 32).

Auch die Fatah hat ihre Agenda festgeschrieben (u.a.: Palästinensische Nationalcharta):
– „Oberstes Ziel: ‚komplette Befreiung Palästinas‘ sowie ‚die Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus‚ (Art. 12 der Verfassung von 1964).
– Jerusalem soll die Hauptstadt Palästinas sein.
– Die Gründung des Staates Israel ist illegal.
– Krieg und Gewalt werden als legitime Mittel betrachtet, um das durchzusetzen. Der bewaffnete Kampf ist der EINZIGE Weg dazu! Guerilla-Aktionen sind ausdrücklich gewollt (Art.10 der P.-Charta).
– Der „Zionismus“ muss ausgetilgt werden (Art.15 der P-Charta)… was auch immer man darunter subsumieren kann.
– Schließlich lehnen sie „alle Lösungen ab,die einen Ersatz für die vollkommene Befreiung Palästinas bilden und verwirft alle Vorschläge,die auf eine Liquidierung des Palästinaproblems oder auf seine Internationalisierung abzielen.“ (Art.21)
– „Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt.“ (Art. 22)

Was ist daraus zu ziehen?
Die zwei maßgeblichen Kräfte in Palästina wollen kein Israel!
Sie wollen Jerusalem als eigene Hauptstadt!
Und sie wollen dafür Gewalt anwenden!
Kompromisse sind aus ihrer Sicht unmöglich.

 

Frieden ist unmöglich

Mit anderen Worten:
Frieden kann – menschlich gesehen – in der Region erst entstehen, wenn Israel nicht mehr existiert.
So aus Sicht vieler Palästinenser.
Dass das ein echter Friede ist, würde ich bezweifeln.

Da kann man dann zwischendurch auch mal eine Botschaft nach Jerusalem verlegen…

Wahrscheinlich kommt der echte Friede erst, wenn Jesus Christus für Ordnung sorgen wird.

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Führungslektion – Führungskraft sein und Demut

Viele Jahre habe ich mich dagegen gesträubt, „Pastor“ zu sein.
Nein, ich sträubte mich nicht gegen die Arbeit an sich. Diesen Dienst tue ich mit Leidenschaft.
Aber ich mochte den Titel nicht.
Denn ich wollte nah bei den Menschen sein. Ich mag es, auf Augenhöhe zu sein. Schließlich bin ich nicht besser als die anderen. Von den anderen kann ich lernen. Und sie von mir. Formen der Hierarchie sind mir persönlich schnell suspekt. Möglicherweise eine deutsche Prägung. Auch von der Bibel konnte ich nicht erkennen, dass ein Pastor (Ältester) höhe stünde als jemand anderes.

Doch immer wieder spürte ich, wie Menschen in mir nicht zuerst „den Bruder“ sahen, sondern zuerst meine Funktion: nämlich Pastor zu sein.
Als würde sich die Mehrheit der Leute danach sehnen, sich an einer Führungskraft zu orientieren. Jemanden zu haben, der einem sagt, was richtig und falsch ist.
Dagegen habe ich mich gesträubt.

Mittlerweile sehe ich all das ein wenig anders.
Mittlerweile bejahe ich es, Führungskraft in der Gemeinde zu sein. Und ja: ich arbeite als Pastor (und bin dabei Mensch wie jeder andere auch).

Warum dieses Umdenken?

Diese Aspekte haben mich dazu gebracht, das Denken über meine Aufgabe zu ändern:
– Es entspricht schlichtweg der Realität, dass ich als Pastor mehr Einfluss und Verantwortung als andere habe.
Mit den anderen Ältesten der Gemeinde treffe ich Entscheidungen, die andere Gemeindemitglieder so nicht treffen dürfen.
Natürlich unterscheidet mich das von anderen.
Und wenn wir als Älteste Entscheidungen treffen, dann hat das Einfluss auf die Leben anderer Menschen, im Guten wie im Schlechten (denn nicht jede unserer Entscheidungen ist auch immer gut – bei allem Beten und gewissenhaften Prüfen im Miteinander). Eine fehlerhafte Kommunikation kann schnell viele Konflikte auslösen. Eine gelungene Kommunikation kann Menschen das Leben erleichtern.
Diese Verantwortung genauso zu bewerten wie die Verantwortung, ob der Sonntagskuchen gelungen ist, wäre eine unangemessene Gleichmacherei.

In der Bibel wird der Dienst des Pastors iSv. „Ältester einer Gemeinde“ genannt (neben einigen anderen Diensten wie den des Evangelisten, Lehrers, Propheten usw.). Es ist also ein Dienst, den das Wort Gottes vorsieht. Diesen Dienst nicht so zu benennen, könnte schlussendlich sogar auf eine Missachtung von Gottes Wort hinaus laufen. Positiv geschrieben: Wer den Dienst eines Ältesten (Pastors) ausübt, sollte das auch so nennen.

Jede Führungskraft hebt sich von anderen ab.
Ob man nun als Mutter/Vater die eigenen Kinder anleitet, als Lehrer die Klasse, als Firmenchef die Angestellten, als Trainer die Sportler oder als Pastor eine Gemeinde. Stets geht es um ein Mehr an Verantwortung, weil es auch ein Mehr an Einfluss gibt.
Das Privileg dabei ist das Mehr an Gestaltungsmöglichkeiten.
Die Last dabei ist eben die Verantwortung.
Doch das eine ist ohne das andere nicht zu haben.

Das sollte demütig machen.
Ganz im Wortsinn, denn „Demut“ ist der Mut zum Dienen.
Es ist mutig, Verantwortung zu übernehmen, weil man dabei eine Menge falsch machen kann und öfter als andere in der Öffentlichkeit steht und kritisiert werden kann. Es erfordert Mut, immer wieder neu den Entschluss zu fassen, anderen zu dienen und sich selbst dabei zurück zu stellen.
Es sollte auch demütig vor Gott machen. Abhängig von Ihm. Denn letztlich weiß ich nicht, wie meine Entscheidungen und Worte wirklich ankommen. Hilft diese Maßnahme wirklich? Sollte man es besser lassen? Nutzt sie? Schadet sie? Es gibt wenig eindeutige Situationen, in denen das immer klar ist. Das bewegt in das Gebet hinein. Hin zu dem, der der eigentliche Anführer ist: Gott, der den Überblick hat.

Natürlich suche ich dabei noch immer die Augenhöhe mit dem anderen. Anders kann ich mir Gemeindearbeit bzw. Arbeit mit Menschen nicht vorstellen. In der Regel funktioniert es nicht, vom „hohen Ross“ her zu leiten. Oft klappt es nur im Miteinander, weil dort das nötige Vertrauen existiert. Und natürlich poche ich nicht darauf, „Pastor“ genannt zu werden. Ich störe mich aber auch nicht mehr daran.

Für mich war und ist das eine wichtige Führungslektion:
Ja sagen zu der Aufgabe und Position, die man inne hat.
Wo „Pastor“ drin ist, sollte auch „Pastor“ drauf stehen.

Neuwahlen, Jamaika und Merkel

Es ist das Jahr 2017 und die Koalitionsverhandlungen sind gescheitert: es wird keine „Jamaika“-Regierung in Deutschland geben.

Über die Gründe wird viel diskutiert und dahinter steckt oft die Schuldfrage. Wer hat Schuld, dass es keine Einigung von CDU/CSU, den Grünen und der FDP gegeben hat? Irgendwie eine menschliche Reaktion, nach der Schuld zu fragen.

Wahrscheinlicher ist, dass es gar nicht um Schuld geht, sondern schlichtweg um zum Teil völlig unterschiedliche Weltbilder, die es mehrheitlich in den Parteien gibt. Das hat auch was Schönes, festzustellen, dass wir in Deutschland keinen politischen Einheitsbrei haben, sondern es hier und da offenkundig beträchtliche Unterschiede gibt und es sehr wohl darauf ankommt, wen man wählt.

Ich bin zu wenig Parteikenner, um die unterschiedlichen Weltbilder der Parteien zu analysieren und lebe weitgehend auch nur von den Berichten und Kommentaren in den Online-Medien. Dennoch hätte es mich tatsächlich ein wenig überrascht, wenn diese Jamaika-Koalition zustande gekommen wäre. Klar, die CDU ist unter Merkels Regierung von manchen konservativen Positionen abgewichen. Und die Grünen mussten lernen, abseits jeder Ideologie, manche Realpolitik zu betreiben. In den letzten Jahren hat faktisch eine Annäherung stattgefunden. Da die CDU aber mit der CSU zusammenhängt, und diese viel bewusster an traditionellen Werten festhält, mussten die Koalitionsverhandlungen zumindest wesentlich erschwert werden. Nicht, weil die CSU „schuld“ ist, sondern weil sich keine Partei letztlich in ihren Wertevorstellungen verleugnen darf. Grüne und CSU sind einfach zu unterschiedlich. Wusste man doch vorher schon. Dass der (konsequente) Verhandlungsaustritt dann von der FDP kam, bewirkt erstmal Respekt. Die FDP hat erkannt, dass sie an ihre ureigensten Werte ran müsste, um an die Regierungsmacht zu kommen. So machthungrig sind sie doch nicht.
Prinzipiell ist es keine Schande, solche Verhandlungen dann abzubrechen. Man muss sich nicht verbiegen. Das gilt für alle Parteien. Manchmal passt es halt nicht.

Die große Frage ist: Wie geht es weiter?
Neuwahlen kann nur der Bundespräsident durch eine Auflösung des Bundestages bewirken (vorgezogene Neuwahlen).
So weit muss es nicht gleich kommen.
Aber was sind die anderen Möglichkeiten?
Die SPD hat von Beginn an eine große Koalition abgelehnt. Möglicherweise würden sie sich dem nur öffnen, wenn Angela Merkel als Kanzlerkandidatin abtritt. Das wird sie wohl nicht tun, weil sie im Ergebnis der Bundestagswahl noch immer ein Mandat für sich sieht.
Eine Koalition von CDU/CSU und FDP wäre eine Minderheitenregierung. Kann man machen, macht es für unser Land aber nicht einfacher. Wir leben in Zeiten, in denen mitunter „große“ Entscheidungen getroffen werden müssen. Das wäre mit so einer Art von Regierung kaum möglich.
Eine Koalition von SPD, Grünen und Linken liefe auf das Gleiche hinaus.
Mit der AfD will niemand sonst regieren.

So scheinen die Parteien und damit Deutschland (denn wir haben sie ja gewählt) vor einer wirklich unangenehmen Herausforderung zu stehen:
Minderheitenregierungen in Zeiten von ungelösten europäischen Finanzkrisen, einem perspektivlosen Rentensystem, steigender Alters- und Kinderarmut in Deutschland, Problemen in der Flüchtlings- und Integrationspolitik, ideologischen Kämpfen um die Ehe und der Frühsexualisierung von Kindern, und so vielen globalen Konflikten, könnten zu einem Deutschland führen, das sozial, kulturell und wirtschaftlich schwächer wird. Damit dürften auch die offenbar gewordenen gesellschaftlichen Spannungen noch größer werden.
Eine Neuwahl wiederum muss zu den Fragen führen: Wird es dadurch wirklich besser? Ändert sich deswegen etwas?
Der Kampf um die Wählerstimmen könnte hässlicher als sonst ausgetragen werden – eben vor dem Kontext der gescheiterten Verhandlungen. Die Parteien würden sich noch mehr als sonst profilieren wollen, in dem Sinne, dass man sich voneinander abgrenzt, um die eigenen Besonderheiten aufzuzeigen. Natürlich wird das Auswirkungen auf die Stimmung in der Bevölkerung haben: auch in diesem Szenario dürften die Spannungen größer werden. Möglicherweise würden die Parteien davon profitieren, die schon an den politischen Rändern sind: Linke und AfD.
So oder so wäre zu erwarten, dass das gesellschaftliche Klima in Deutschland an Schärfe zunimmt.
Das ist keine Basis für mehr Hoffnung in unserem Land.

Der Joker könnte der sein: Angela Merkel tritt ab.
Die SPD öffnet sich dann einer großen Koalition.
Damit wären die beiden Parteien an der Macht, die auch die meisten Stimmen bekommen haben. Zwei Parteien, die sich in der Regierungsarbeit kennen. Was den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland betrifft, wäre das womöglich der beste Weg. Inwiefern dann auch die FDP da noch mitspielen darf, würde sich zeigen.

Aber wer weiß schon, was gut ist!?
Irgendwie entspannend, dass ich das alles nicht lösen muss.
Dafür kann ich für die Entscheidungsträger beten. Mögen sie eine weise Entscheidung treffen, die unserem Land hilft.

Der künstliche Gott – „Way of the Future“

Anthony Levandowski, ein reicher Silicon Valley-Roboterforscher, scheint überzeugt zu sein, dass es eines Tages eine Art Roboter-Gott geben wird.
Konsequenterweise hat er eine Kirche gegründet, die die künstliche Intelligenz verehrt und anbetet (Bericht in der Zeit.de).
Es ist die „Way of Future“-Kirche, die sogar eine eigene Homepage hat. Die „Way of Future“-Homepage hat zwar nur eine Seite, aber immerhin: der Anfang ist gemacht!
Angeblich will Anthony Levandowski die Macht der Menschheit irgendwann auf diesen Maschinen-Gott übertragen.

Man weiß nicht, ob das ein ziemlich gelungener Scherz ist oder eine ernstgemeinte Sache.
Doch alleine diese Tatsache verdeutlicht, wohin sich die Menschheit entwickeln kann:
„Das zentrale Nervensystem der neuen Gottheit, so stellt es sich Levandowski vor, wird das Internet sein, all die Sensoren und Smartphones in der Welt seine Sinnesorgane, die Rechenzentren sein Gehirn. So werde es alles sehen, alles hören, immer überall sein.“ (Zitat vom Verfasser Patrick Beuth – http://www.zeit.de/digital/internet/2017-11/way-of-the-future-erste-kirche-kuenstliche-intelligenz – aufgerufen am 18.11.2017).

Und so unglaubwürdig ist es dann eben nicht:
Eine Gesellschaft, die jetzt schon ohne Internet nicht mehr zu denken ist.
In der schon Grundschulkinder mit ihrem eigenen Handy groß werden.
In der sich Kleine und Große Nachrichten zusenden, die prinzipiell alle beobachtet und verfolgt werden können.
Eine Welt, in der der Mensch freiwillig gläsern ist.

Nun mag es überzogen sein, deshalb eines Tages einen Maschinen-Gott anzubeten, zumal es diesem grundsätzlich egal sein dürfte, ob jemand eine Beziehung zu ihm hat.
Es sei denn, seine Programmierer fertigen ihn entsprechend, mit der Folge, dass jeder Mensch im Kontakt zur Maschine stehen muss und ansonsten – wie auch immer – „gelöscht“ wird.
Kein ganz abwegiger Gedanke, wenn man bedenkt, wie groß das Interesse ist, international für Sicherheit zu sorgen.

Und dennoch bleibt ein Maschinen-Gott anders als der wahre Gott:
Denn nur der einzige Gott kennt die innersten Gedanken der Menschen, ob diese formuliert sind oder nicht.
Und nur dieser Gott hat Liebe für diese Welt, sucht die Beziehung und wurde deshalb in Jesus Christus Mensch, gab sein Leben hin, um unseres zu erlösen.

Das kann und wird ein Roboter nie tun, denn wenn er sein „Leben“ aufgibt, kann ihn niemand auferwecken.
Nur seine Programmierer werden das tun können.
Vielleicht.
Und damit würden sie schließlich beweisen, dass die Maschine doch nicht Gott ist, sondern nur dem Wunsch des Menschen entspricht, selber Gott zu sein.

Die Gemeinde ist keine Familie!

Hier und da höre ich Folgendes von Christen:
„Wir brauchen mehr Miteinander in der Gemeinde! Wir sind doch eine Familie!“

Biblisch ist das Bild von der Gemeinde als Familie schwer haltbar.
Ja, es ist von „Brüdern“ und „Schwestern“ die Rede. Von Gott, dem Vater.
Aber Gemeinde wird an keiner Stelle ausdrücklich als „Familie“ bezeichnet!

Jetzt schaut mancher in seiner Bibel und sagt:
„Aber doch! Hier steht es in Galater 6,10 und Epheser 2,19!“

Nun übersetzen nicht alle Bibelwissenschaftler die genannten Stellen in Gal 6,10 und Eph 2,19 so.
So z.B. auch nicht die recht genaue Übersetzung der Elberfelder Bibel.

Warum nicht?
Weil im griechischen Grundtext das Wort „Familie“ tatsächlich nicht auftaucht, sondern das Wort „Hausgenossen“.

Und dieses Wort klingt nicht nur anders, sondern hat auch einen anderen Inhalt.

Hausgenossen sind gewiss fast genauso beieinander wie eine Familie.
Und dennoch sind sie nicht so verbunden wie eine Familie.
Die Distanz ist im Allgemeinen größer.

Ich vermute hinter dem Wunsch, dass Gemeinde wie eine Familie sein soll, die Sehnsucht nach mehr Miteinander.
Mehr Zeit miteinander verbringen.
Sich gegenseitig mehr helfen.
Mehr Verbundenheit und weniger Distanz.

Diesen Wunsch haben längst nicht alle Christen.
Ich kenne Christen, die im Alltag so ausgelastet sind, dass die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst das höchste ihrer Gefühle ist. Sie haben bedingt durch ihren Beruf mit so vielen Menschen zu tun, dass ihnen am Wochenende mehr nach „Höhle“ als nach „Familienfeiern“ ist. Wer diesen Christen was Gutes tun will, müsste ihnen öfter mal Mut machen, sich am Samstag/Sonntag tatsächlich mal in die Einsamkeit zurückzuziehen.

So ist der Wunsch nach der Gemeinde-Familie ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Woran orientieren wir uns also?
Natürlich am Wort Gottes, der Bibel.

Interessanterweise wird uns in der Bibel nicht vorgegeben, wie oft oder unter welchen Voraussetzungen sich Christen zu treffen haben oder wie toll doch alles zu laufen hat.
Es wird von Bräuchen erzählt (s.a. Apg: zu Beginn trafen sie sich täglich; hingegen scheinen sich andere Christen einmal wöchentlich – am Tag des Herrn – getroffen zu haben; Paulus wiederum hatte zwar ein Missionsteam, aber Kontakt zu lokalen Gemeinden war mitunter wochenlang nicht drin). Es wird aber auch von Konflikten der ersten Christen erzählt (s.a. Apg: die Versorgung der jüdischen und griechischen Witwen; der Betrug durch Ananias und Saphira; Konflikte zwischen Petrus und Paulus oder Paulus und Barnabas).

Natürlich geht es um das Miteinander der Christen. Und es geht auch um Gemeinschaft. Es geht um das gegenseitige Dienen.
Aber hat das täglich zu erfolgen? Oder zweiwöchentlich? Sonntags oder Dienstags? Morgens oder Abends? Zu dritt oder zu zehnt? Im Wohnzimmer oder im Café? Für eine Stunde oder für fünf Stunden? Mit Predigt oder ohne?
All das ist nicht ausdrücklich geregelt.

Denn es geht um die Herzenseinstellung. Diese Einstellung des „Ich bin für Jesus und für dich!“.
Und es geht um den eigentlichen Grund des Zusammenkommens: „Zusammen vor Gott durch Jesus und hinausgesandt in die Welt!“.

Wer das versteht, kann zum eigenen Wunsch nach mehr Gemeinschaft „Ja“ sagen. Es ist ein guter Wunsch.
Der kann aber ebenso „Ja“ sagen zu dem Wunsch des anderen, sich in die Höhle verziehen zu wollen.
So drückt man den eigenen Wunsch nicht dem Gegenüber auf und misst nicht eine ganze Gemeinde am persönlichen Wunsch. Sondern man fängt an, dem anderen zuhörender zu begegnen: Wie stellt sich der andere die Gemeinschaft vor?

Das wäre doch mal eine interessante Unterhaltung!

Warum triffst du dich mit anderen Christen?
Was hilft dir bei den oder durch die Treffen?
Inwiefern kannst du anderen helfen?
Wie kann diese Gemeinschaft den Nachbarn bzw. der Gesellschaft helfen?
Was sind deine zeitlichen und kräftemäßigen Möglichkeiten?
Was sind deine Limits?

Unangenehme Aussichten

In Deutschland geht es uns gut.
Nun ja: Was ist „gut“?
Es ist ein relativer Begriff.
Es geht uns nahezu perfekt im Vergleich zu Staaten, in denen Hungersnöte und Kriege wüten.
Es geht uns richtig gut im Vergleich zu Staaten, in denen staatliche Willkür an der Tagesordnung ist, in denen es kein Gesundheitssystem gibt und Menschen von Kindheit an in Lagern arbeiten müssen.
Es geht uns gut im Vergleich zu Staaten, in denen die Lebensmittelpreise wesentlich höher sind, die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bei über 50% liegt oder sich fünf Menschen ein kleines Zimmer zum Leben teilen müssen.

Dankbarkeit tut auch gut!

Die Frage ist aber: Was soll denn der Maßstab sein?
Ist unser Maßstab, wie schlecht es anderen geht?
Oder ist unser Maßstab, was möglich sein könnte bzw. was realistisch sein könnte?

Ich bin für Letzteres.

Was könnte möglich sein?

Zum Beispiel, dass wir unser Bildungssystem reformieren:
ein bundeseinheitliches System;
kleinere Klassen;
pro Klasse ein/e Lehrer/in PLUS ein/e Erzieher/in;
eine bessere Bezahlung des pädagogischen Personals;
Ausstattung aller SchülerInnen mit den nötigen Büchern und ähnlichem Material;
Unterrichtsstart um 09:00 Uhr;
ein Lernen nach erwiesenenen Erkenntnissen der Neuro-Wissenschaften – und eine radikale Anpassung der Rahmenlehrpläne.
Das Geld ist da. Wir sind eines der reichsten Länder.

Zum Beispiel, dass wir den Niedriglohnsektor bekämpfen, weil Menschen davon nicht leben können.
Zum Beispiel ein einfacheres Steuersystem, das den Geringverdienern und dem Mittelstand spürbare Entlastung schafft, damit Menschen wirklich privat für ihre Rente sparen können.
Zum Beispiel eine wesentlich bessere Ausstattung von Polizisten, Gerichten und Sozialarbeitern.
Zum Beispiel eine bessere Bezahlung und Unterstützung von Pflegekräften.
Zum Beispiel eine drastische Ausgrenzung und Bekämpfung von islamischer Ideologie, die mit dem IS sympathisiert oder Verbindungen pflegt.
Zum Beispiel eine Abwendung von der Gender-Ideologie, weil sie eben Ideologie ist und nicht Biologie. Dafür ein Werben für Toleranz für den Menschen an sich und eine Stärkung von Ehe und Familie.
Zum Beispiel ein Einwanderungsmodell nach kanadischem Vorbild.

Und wahrscheinlich ließe sich noch vieles andere tun.

Ansonsten befürchte ich,
dass der Kern der Gesellschaft – Ehe und Familie – weiter geschwächt werden und damit die Gesellschaft ihren Rückhalt verliert;
dass wesentlich mehr Menschen in die Altersarmut geraten;
dass die Kinderarmut weiter steigt;
dass die Spannungen in unserer Gesellschaft zunehmen und damit auch die Radikalisierungen.

Sollten wir nicht bald konstruktive Maßnahmen ergreifen, dann wird es in Deutschland schwerer.