Frühling im Kiez

Zu unserem Osterbrunch samt Predigt und Lobpreismusik waren 61 Menschen da. Echt stark für unsere Verhältnisse. Die Raumsuche wird wieder aktuell. Die Arbeit mit und am Familiencafé stockte über die Feiertage. Dennoch ist es immer wieder faszinierend, dass fast jeder von dieser Idee begeistert ist, eine Café-Arbeit mit der Arbeit an und für Kinder, Ehepaare und Familien zu verbinden und das auf einer christlichen Wertebasis.
Wir sind gespannt, wie es weitergeht.
Es ist Frühling im Kiez!

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Multi-Site Church

war ein Thema auf den „Impulstagen für Gemeindegründung“ des Bundes der FeG.
Wieder ein neuer Trend? Wieder ein neues Gemeindemodell?

Ja und Nein.
Nicht neu, weil mancher ahnt, dass es dieses Modell schon in der Apostelgeschichte gab und auch immer wieder hier und dort in der Kirchengeschichte (so könnte man überlegen, ob mancher Gemeindebund bzw. die Evangelische Landeskirche oder die RKK auch eine Art „Multi-site church“ sind). Möglicherweise wird das längst in Teilen Asiens und Afrikas gelebt, aber die Amis verkaufen das jetzt. 🙂
Neu, weil es heutzutage oft an eine Videoübertragung der Predigt an mehreren Standorten einer Gemeinde gekoppelt ist und an dem Konzept theoretisch mehr gearbeitet wird. Relativ neu, weil es weg von der einen Mega-Church geht und mehr dem entspricht, was sich vielleicht die Hauszellenbewegung wünscht.

Was ist nun eine „Multi-Site Church„?
Es ist eine Gemeinde mit mehreren Standorten.
So existiert die eine Gemeinde in einer Stadt wie Berlin, aber eben in mehreren Bezirken und sogar innerhalb der Bezirke in verschiedenen Kiezen.
Sie ist vereint durch die gemeinsame Perspektive, die Werte, eine grundsätzliche Ordnung („geistliche DNS“).
Vor Ort kann sie sehr ähnlich mit dem ursprünglichen Gemeindestandort sein. Quasi wie eine „Burger King“-Filiale auf christlich.
Vor Ort kann sie aber auch ganz anders aussehen und teilt eben mehr die „geistliche DNS“ mit den anderen Standorten.
So gibt es Multi-site Churches, die sich extrem auf ihren „Kiez“ spezialisiert haben und die Musik, der Rahmen und die Predigten nur auf die Nachbarn vor Ort zugeschnitten sind.

Die Vorteile liegen auf der Hand und werden im Grunde nur durch die Herausforderung in Relation gesetzt, dass die gemeinsame geistliche DNS an allen Standorten am Leben bleiben muss.

Bald bin ich mit dem Lesen eines entsprechenden Buches fertig und werde dann mehr dazu von mir geben.

Erschreckend und doch hoffnungsvoll – Impulstage Gemeindegründung 2011

Auf den „Impulstagen für Gemeindegründung“ wurden u.a. diese Zahlen publiziert:
„Gestandene“ Gemeinden im Bund der FeG haben ein Wachstum durch neue Christen von 1%.
Gemeindegründungen im Bund der FeG haben ein entsprechendes Wachstum iHv. ca. 7,5%.
Wesentlich besser, aber auch nicht berauschend.
Und damit steht der Bund der FeG noch vergleichsweise gut da in Deutschland.
Das hat mich erschreckt.
Das Christentum in Deutschland verliert aktuell weiterhin an Relevanz. Es werden weniger Christen. Dafür wächst die Zahl der Moslems (wobei sich diese Zahl statistisch kaum erfassen lässt).

Dennoch:
In den letzten fünf Jahren sind 45 (46) neue Gemeinden entstanden, die sich zum Bund der FeG halten.
Das Erfreuliche ist weniger, dass der Bund der FeG neue Gemeinden hat (das ist eine schöne Sache, aber nicht das Eigentliche).
Das Erfreuliche ist, dass damit ein deutschlandweiter Akzent zur Trendwende gesetzt wurde. Und es geht weiter!

In England soll der Abwärtstrend bereits gestoppt sein und an manchen Orten soll es sich sogar um einen leichten Aufwärtstrend handeln (hier / hier / hier).

Vielleicht schreibe ich in den kommenden Tagen etwas mehr von den Impulstagen für Gemeindegründung 2011…

 

Warum Gutes tun?

Kein reißerischer Titel – aber zu der Uhrzeit geht bei mir nur das Wesentliche. Die Predigtvorbereitung ist fast fertig. Ein bisschen wartet noch in der nächsten Nacht auf mich… oder am frühen Sonntag-Morgen.

Etwas zur Zeit Predigtunabhängiges geht mir durch den Kopf, weil wir als Gemeinde vorhaben, ein Cafe zu übernehmen.
Da stellt sich die Frage: Warum?

Deshalb (wegen der fortgeschrittenen Nacht nur ein paar Stichpunkte):
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Zweierlei

1) Mal wieder keine Ahnung, was ich davon zu halten habe:
„Auch ich, liebe Brüder, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten und hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“
(1. Korinther 2, 1ff.)

Heute morgen habe ich diesen Text gelesen und dachte sofort an die Tausenden von Predigten, die diese Woche weltweit in den Arbeitszimmern der Prediger vorbereitet werden (wie auch bei meiner einer). Was mache ich mir Gedanken über die Einleitung, den Schluss, die Bibelstellen, den roten Faden, die Schlagwörter…! Bringe ich womöglich zu viel menschliche Weisheit bzw. Rhetorik hinein? Oder ist dieses brütende Arbeiten schon Wirkstätte des Heiligen Geistes (und damit der Kraft Gottes)?
Wie haben Jesus, Paulus & Co ihre Predigten vorbereitet? Auch im Arbeitszimmer? Geschah das alles „spontan“? Aus dem Stehgreif, gefüttert durch das tägliche Gebet und Bibellesen? Oder hat Paulus auf seinen Wanderschaften über 20-Minuten-Predigten im 3-Punkt-Schema nachgedacht? Und was wirft das für ein Licht auf unsere herkömmlichen Predigten am Sonntag-Vormittag?

2) Zur Zeit schreibe ich eher weniger im Blog.
Grund 1: Es gibt eine Menge anderes zu tun, was prioritär ist.
Anfang des Jahres hatte ich im Gebet den Eindruck, dass unsere „Gemeinde in Gründung“ wie eine Rakete ist, die aber erst zum Jahresende gezündet wird. Tatsächlich geht zur Zeit viel ab, ohne dass es sich um Aktionismus handeln würde: Start eines Alpha-Kurses, einer neuen Kiez-Krabbelgruppe, Verhandlungen über ein Familienrestaurant im Kiez, Start der neuen Jugendgruppe, zwei Taufen, „Gottes Liebe-Aktionen“, eine aufkeimende Gemeindepartnerschaft, Suche nach größeren Räumlichkeiten, meine Bewerbung als „Pastor im Bund der FeG“…
Grund 2: Mehr und mehr taucht in mir der Wunsch auf, mit anderen Christen zusammen „einfach“ nur Jesus Christus zu begegnen. Mal keine Predigt vorbereiten, mal keine langen Fürbitt-Listen vor Gott bringen, mal keinen (geistgeleiteten?) Programmablauf planen… sondern „einfach“ gemeinsam vor Gott treten, still werden oder laut beten, lobsingen oder die Bibel lesen … wie auch immer. Spontan. Mal sehen, was passiert…
Denn es gibt nichts Höheres, als die Gemeinschaft mit Christus und der Gemeinde zu pflegen!

Bildquelle:
http://www.sxc.hu/photo/706719 von http://www.sxc.hu/profile/VinnyPrime – Seite aufgerufen am 11.11.2010

Organische Gemeinde / Organic Church 2

Neil Cole hat versucht, Gemeinde auf drei wesentliche Punkte herunterzubrechen (ich sag’s mit meinen Worten):
1) Die Wahrheit Gottes: die Beziehung zu Gott, Gebet, Wort Gottes studieren usw. (D)
2) Nächstenliebe: Gemeinschaft mit anderen Christen haben, sich gegenseitig helfen, ermutigen usw. (N)
3) Ausgesandt sein: Gemeinschaft mit anderen Menschen (= nicht nur Christen) haben und Wegweiser auf Jesus Christus sein. (A)
Alles zusammen sei die DNA der Gemeinde.

Alle drei Aspekte sollten irgendwie in jeder Gruppe von Christen auftreten. D.h.: Eine Gottesdienstfeier oder ein Hauskreis, in dem eines dieser Elemente fehlt, würde immer schwächeln. Aber wo alle drei Aspekte zusammenkommen, würden wir uns auf der Linie Jesu bewegen und zur Multiplikation von Christen/Gemeinden beitragen.
Zumindest erfahren Neil Cole & Mitstreiter das so in den USA.

Dabei tauchen für mich Fragen auf:
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Wie Gemeinde leben?

Nachtrag vom 19.10.2010: Hier auf jesus.de gibt es ein paar interessante Gedanken von verschiedenen Usern zum Thema –

Das Thema beschäftigt mich immer wieder.
Wie leben wir Gemeinde?

Geht es um Mega-Churches mit einer nahezu hierarchischen Struktur?
Um Netzwerk-Gemeinden, die trotz ihrer Unterschiede doch regelmäßig zusammenkommen?
Um Hauskirchen?
Oder um ein Christsein, das fast losgelöst von Gemeinde zu sein scheint wie bei „Der Schrei der Wildgänse“?

Ein kurze Untersuchung des biblischen Befundes ergibt diese Merkmale:
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