Thesen zur Christenheit 4

o  Wir brauchen Gemeinden als Lebensgemeinschaften.
In Berlin gibt es zur Zeit über 50% Single-Haushalte. In Deutschland wird es relativ gesehen mehr Senioren geben als Kinder. Unser Rentensystem gibt die Versorgung eigentlich nicht mehr her. Eltern müssen mehr und mehr arbeiten oder einen Zweit- oder Drittjob annehmen, um die Familie durchzufüttern. Ihre Kinder wachsen zunehmend fremderzogen auf: erzogen vom Fernseher, von Lehrern und Erziehern und in dieser Vielfalt letztlich eben dann nicht erzogen.
Die Armut wächst auch in Deutschland und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Eigentlich sind das Entwicklungen, in denen Christen glänzen könnten, z.B. mit dem verstärkten Aufbau von Mehrgenerationen-Häusern oder Kommunen.
Zusammen ein größeres Haus kaufen, sich die Kosten teilen, die Arbeit teilen, den Alltag teilen – durchaus Rückzugsmöglichkeiten haben, aber bewusst füreinander sorgen und damit dem Wort „Familie“ eine neue Note geben. Wenn das jemand drauf haben müsste, dann doch wir Christen, oder?
Zugleich eine offene Tür für die Nachbarn haben oder für Notleidende.
Das Netzwerk damit vergrößern.
Stadt-„Klöster“ aufbauen, mitten im Kiez oder im Ghetto, und dort als „Familie“ leben.
Nicht alles nachmachen in Sachen „Scheidung und Ehebruch“, sondern Zeichen der Versöhnung und des Miteinanders setzen.


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Thesen zur Christenheit 3

o  Mehr Netzwerk-Gemeinde, weniger Zentral-Gemeinde.
Die sogenannten Mega-Churches gehören genauso zur christlichen Szene wie kleine Hausgemeinden. Es ist alles „Leib Jesu“. Es sind unsere „Verwandten“, die man sich nicht immer aussuchen kann, die uns Gott aber nun mal vor die Nase gesetzt hat.

Wiewohl es gut ist, dass es unterschiedlichste Formen des Gemeindelebens gibt, so gibt es eine Form, die besonders praktikabel ist und m.E. auch am meisten zukunftsfähig ist, da sie sich in der Vergangenheit bewährt hat:
Die Netzwerk-Gemeinde.
Sie braucht kein riesiges Gemeindehaus für Hunderte von Menschen, sondern es genügt eine Kneipe, eine Schulaula, ein Wohnzimmer, eine Vereinsstätte usw.
Die Netzwerk-Gemeinde hat nicht den einen Pastor, von dem alles abhängt, sondern sie hat viele Pastoren. Geht der eine, gibt es noch immer die anderen.
Die Netzwerk-Gemeinde erfordert noch viel mehr Christen mit einer apostolischen Gabe. Eine Netzwerk-Gemeinde kann flexibler reagieren als eine große Gemeinde mit oftmals bürokratischen Wegen.
Eine Netzwerk-Gemeinde macht es fast zwingend, dass die Mitmach-Gemeinde gelebt wird.
Eine Netzwerk-Gemeinde ist dennoch kein isolierter Haufen von frommen Spinnern, sondern sie ist bewusst Teil von einem großen Haufen frommer Spinner (bedenke: Die Kreuzesbotschaft ist für etliche ein Ärgernis und für andere eine Dummheit – nur für wenige etwas Befreiendes, womit in der Summe das „Spinnertum“ bleibt).
Es können im Netzwerk monatliche Treffen stattfinden – oder welche Zeitabstände auch immer sinnvoll sein mögen.
Die Netzwerk-Gemeinde ist wesentlich mehr in ihrem Viertel verankert als eine Mega-Church, zu der sich Menschen aus allen Windrichtungen aufmachen. In der Netzwerk-Gemeinde kennt man eher seine Nachbarschaft.
So kann ein Teil dieser Netzwerk-Gemeinde aus Gruppen von 3 Christen bestehen bis hin zu 70 oder mehr Christen. Ausschlaggebend ist, dass „man sich kennt“ und keiner in der Anonymität verschwinden muss.


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Thesen zur Christenheit 2

o  Weniger Konsum-Gemeinde, mehr Mitmach-Gemeinde.
Auch nichts Neues, aber in der Praxis trotzdem immer wieder übersehen.

Es muss nicht der Pastor sein, der tauft. Das kann auch ein anderer Christ tun (oder „Mensch“, wie bee meint). Nicht der Angestellte muss alle Hausbesuche machen, das darf jeder Christ tun. Es muss nicht immer der gleiche Prediger da vorne stehen. Die Gottesdienstfeier muss nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Es dürfen Lebensberichte einfließen, auch der spontane, weil erst am Vortag etwas Gewaltiges passiert ist. Kinder sollen dabei sein. Es soll bunt sein.
Es gilt, für jeden Christen einen geeigneten Dienst zu entdecken und diesen darin zu ermutigen und zu begleiten. Das mag das Predigen sein, das Putzen oder das Verschenken von Zeit.
Mitmach-Gemeinde ist keine Demokratie. Aber auch keine Diktatur der Gemeindeleitung. Mitmach-Gemeinde ist eine Monarchie – angeführt durch Jesus Christus, den König.
Wenn es eine vorrangige Aufgabe einer Gemeindeleitung gibt, dann ist es diese:
Mehr noch als andere am „Herzen des Königs“ sein – durch Gebet.
Schließlich sollen nicht die Pläne des Pastors durchgesetzt werden, sondern die Ideen Jesu.
Und selbst eine Gemeindeleitung mag scheitern, wenn nicht auch der Großteil der übrigen Gemeinde einen ähnlichen Lebensstil des Gebets führt.
Insoweit heißt Mitmach-Gemeinde auch „Mitmachen durch Mitbeten“.


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Thesen zur Christenheit

in der westlichen Sphäre (Europa, Nordamerika), die ich jetzt nicht darstelle, weil der 31.10. naht (Reformationstag), sondern weil es in mir weiter arbeitet und weiter arbeitet und weiter arbeitet…

Und da Thesen nicht den Stein der Weisheit darstellen (dann wären es ja keine Thesen), sind sie als ziemlich pauschal anzusehen und ich bitte alle Christen um Entschuldigung, die für sich feststellen: „Bei mir ist das aber alles anders und besser!“

o  Wir Christen haben viel von unserem Profil verloren.
Was macht einen Christen aus?
Dass er sonntäglich in ein Kirchengebäude flitzt?
Eher nicht.
Christen sind Menschen wie Du und ich – aber sie wissen, wo es Gnade und Versöhnung gibt, leben davon und geben es weiter – manchmal eher schlecht als recht, aber immerhin.
Ein wesentliches Manko dürfte das sein: Wir lassen uns immer wieder von unserem Ego breitschlagen, statt den Weg Jesu zu gehen. Sünde ist normal: der Betrug am Sozialstaat, das Hinterziehen von Steuern, das Raubkopieren … letztlich manche Lieblosigkeit. Es ist ein Umdenken nötig. Fehlt uns Gnade für unsere Gesellschaft?
Gucke nur in Kataloge, die von Christen für Christen hergestellt worden sind. Neben vielen nützlichen Büchern gibt es „christliche“ Kerzen, Tassen, Hemden, Lebensratgeber, Kuscheltiere, Schlüsselanhänger… hier und da mag manches davon sinnig sein, aber in der Gesamtheit wirkt es nur abstoßend. Christlicher Konsum, das Ego füttern, sich in ein frommes Ghetto zurückziehen – statt andere zu sättigen, den anderen mehr zu ehren als sich selbst und mitten in der Gesellschaft sein.
Wer heutzutage „Gnade“ sucht, geht zum Psychologen, aber meist nicht zu den Christen.
Ein neues Heilmittel gebe ich nicht. Es ist und bleibt das Gleiche seit Jesus Christus: Jeden Tag bewusst mit Gott leben, Ihn zur Priorität „machen“, sich für andere radikal einsetzen unter der Leitung des Heiligen Geistes…
nicht mein Ego zählt, sondern Jesus Christus.
Ohne diese Bindung an Gott kann auch der folgende Rest vergessen werden:

– Fortsetzung folgt –


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Warum sich mit Jesus Christus beschäftigen?

Es ist erstaunlich, was wir Menschen so alles glauben. Worauf wir vertrauen.
Neulich begegnete ich einer Frau, die davon sprach, wie sie von Geistesmächten beschützt werde. Das klang ziemlich okkult. Eine kluge Frau mit einiger Lebenserfahrung. Aber Geistesmächte?
Ich kenne einen atheistischen Agnostiker (manchmal ist er auch ein agnostischer Atheist 🙂 ), der einige Zeit einen Glücksstein mit sich trug. Ein weiser und bescheidener Mann. Aber ein Glücksstein?
Vor einiger Zeit wurde ich von einem Kind gefragt, wieso manche Autos vorne ein Hufeisen haben. Fällt das bei einem Unfall nicht ab?

Andere erzählen, dass sie an gar nichts glauben würden… naja, vielleicht noch an sich selbst, aber ansonsten an gar nichts. Wer ist denn „man selbst“? Und wie kann ich auf mich vertrauen, wenn ich weiß, dass ich Schwächen habe, fehlbar und irgendwie endlich bin?
Viele lesen ihr Horoskop und halten ihr Sternzeichen für maßgeblich… von der Putzfrau bis hin zu Präsidenten. Obwohl zig Untersuchungen gezeigt haben, dass es keinerlei seriöse Grundlage für diesen Hokuspokus gibt.
In der menschlichen Glaubenswelt geht es kunterbunt zu.
Und erstaunlicherweise wird in den wenigsten Fällen ernsthaft geprüft, welche Grundlage der jeweilige Glaube hat.

Bei alledem mag man sich fragen:
„Wieso sollte ich mich ausgerechnet mit Jesus Christus beschäftigen?“
Schließlich hat Er für manche gerademal den Status des Osterhasen.

Es gibt gute Gründe, weshalb es absolut lebensentscheidend ist, sich mit diesem Jesus Christus auseinanderzusetzen:
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