Die siegreiche Jesus-Gemeinschaft

Bissel plakativ, der Titel? Militärisch klingend?
Eher sportlich-kämpfend.

Es gibt, schwarz-weiß-denkend, Christen, die ein zielorientiertes Leben führen und Christen, die es nicht tun. Klar: Schattenbereiche, Grauzonen… all das relativiert diese Aussage.

Unser Christen-Dasein ist zielorientiert gedacht.
Wenn wir nun das Wort „zielorientiert“ gegen „auftragsorientiert“ austauschen, dann kommen wir der Sache immer näher.

Christen haben einen Auftrag:
Alle Menschen in die Jesus-Gemeinschaft einzuladen.
„Alle Menschen“, konkreter: alle Völker, ist eine wahrlich riesengroße Aufgabe.
Wie soll man das packen?

Es geht um dieses Prinzip:
Um das Vorleben, das Miterleben-Lassen, das Darüber-Reden und dann das „Andere-Selber-Machen-Lassen“.
So funktioniert die Kindererziehung.
So hat es Jesus auch getan.
Er hat keine großen Theorien über das Gebet formuliert. Er hat gebetet, andere haben es mitbekommen, dann sprachen sie darüber und schließlich beteten die anderen auch.

Natürlich ist der Auftrag enorm.
Natürlich ist die Umsetzung dieses Prinzips herausfordernd in Anbetracht unserer Fehlbarkeit.

Sicherlich macht uns Jesus deshalb Mut, den Blick auf Ihn zu richten:
Denn Er hat alle Macht und ist immer bei uns.

Nur so wird es eine siegreiche Jesus-Gemeinschaft geben.

Nachzulesen in Matthäus 28,16 ff.

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Fromm-Quatscher, Kaninchenbratverein und die Einmütigkeit

Stell‘ Dir vor, dass Du mit Super-Intellektuellen, mit einem Schnorrer, einem Mann mit einem IQ von 60, einer Tratsch-Tante, einem Nörgel-Kind, einem rechtsorientierten Politiker, einem Neureichen und einem Fromm-Quatscher für ein Jahr jede Woche ein Treffen hast. Aufgabe: Kommt klar miteinander!

Wie schwer diese Aufgabe ist, zeigt uns ein Blick in einen x-beliebigen Verein. Ein Verein ist eine Organisation, in der sich Menschen mit einem gemeinsamen Interesse treffen. Es geht beim Kaninchenzuchtverein um Kaninchen, ihre Aufzucht und wahrscheinlich nicht um die richtige Zubereitung des Kaninchen-Bratens. Beim Fußballverein geht es um das Erlernen und Fördern von Fußball und danach möglicherweise noch um den Besuch des Vereinslokals.
Obwohl es allen Beteiligten deutlich ist, dass sie nur wegen des einen Interessenschwerpunktes zusammen sind, ergeben sich genügend Nebenkampfschauplätze. Plötzlich geht es um die Farbe des Vereinslokals. Oder darum, ob man beim Kaninchenzuchtverein nicht doch auch Bratrezepte austauschen darf.
Und dann kommt der Streit.
Die ersten Mitglieder treten wieder aus und suchen sich einen anderen Verein und gründen womöglich den ersten Kaninchenbratverein oder den „Grünes Vereinslokal e.V.“.
Die anderen bleiben und fühlen sich bestätigt, dass sie schon immer den richtigen Weg kannten und die Störenfriede nun endlich weg sind.

In einer christlichen Gemeinde ist selten anders.
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Bist Du stark oder schwach?

Es gibt Menschen, die sich als stark ansehen. Sie gucken auf das, was sie leisten im Vergleich zu anderen. Sie kennen ihre Fähigkeiten, vielleicht auch ihre Schwächen. Sie meinen, ein Fünkchen mehr Überblick zu haben als andere. Vielleicht sind es sogar mehrere Funken.
Dann gibt es Menschen, die sich als schwach ansehen. Ein Problem jagt das andere. Nie haben sie eine Verschnaufpause. Immer sind sie die Geplagten. Wenn sie das Leben anderer sehen, dann merken sie, wie das Leben anderer gelingt. Aber ihr eigenes Leben? Das ist nur eine einzig große Wunde.

Die Stärke des einen oder die Schwäche des anderen wird oft nur deutlich, wenn wir den direkten Vergleich mit anderen haben. Die anderen können als Spiegel dienen. Leider ist der Spiegel selbst verzerrt.

Das führt dann zu weiteren Reaktionen:
Die Starken sollten sich gefälligst mehr um die Schwachen kümmern.
Die Schwachen sollten sich mal am Riemen reißen.
Aus den Unterschiedlichkeiten wird schnell ein Gegeneinander.

Diese menschlichen Gegebenheiten sind auch dem Apostel Paulus nicht unbekannt gewesen.
So schreibt er im Römer-Brief 15, 1 ff.:
„Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht (Psalm 69,10): »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.“

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Gott lässt Leid sehen – Hesekiel 37,1-2

„… führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine. Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe, sie waren ganz verdorrt.“ (Hesekiel 37,1b-2)

„Im Geist“
Der Prophet Hesekiel erfährt etwas „im Geist des Herrn“. Es ist eine Formulierung, die andeutet, dass das Geschehen im spirituellen Raum stattfindet und nicht im greifbar-geografischen Raum.
„Im Geist des Herrn“ heißt ebenso: Das hier ist keine Illusion, ein Traum oder eine Märchenstunde. Das hier ist geistliche Realität! Das hier ist wirklich! Denn es ist Gottes Sicht auf unsere Wirklichkeit.
Ein schwacher Vergleich: Wenn ein Physiker eine Formel aufgrund seiner Beobachtungen entwickelt, dann steht die Formel zunächst nur auf dem Papier. Aber sie wird irgendwann greifbar, weil mit dieser Formel z.B. bestimmte Gegenstände hergestellt werden oder Menschen bestimmte Handlungen vornehmen werde. Das heißt: Die Theorie hat zu einem gewissen Zeitpunkt Einfluss auf die greifbare Wirklichkeit.
So ist es auch hier: „im Geist des Herrn“ spielt sich in einer anderen Dimension ab, die dann aber Einfluss auf unsere greifbare Realität gewinnen wird.
M.E. ist das ein Gesetz Gottes: Geschehnisse müssen sich zuerst im geistlichen Raum abspielen und durchkämpft werden, bevor sie irdisch-sichtbar werden.

„Ein Feld voller Totengebeine“
Was geschieht in diesem spirituellen Raum?
Gott lässt Hesekiel ein Totenfeld sehen. Ein Feld, wie nach einer Schlacht. Überall sind Tote zu sehen. Nur: Das Feld ist alt. Man findet kein frisches Blut. Die Toten liegen hier schon länger. Es handelt sich nur noch um Skelette. Sie sind „verdorrt“.
Knochen über Knochen.
Töter geht es nicht.
Gott mutet dem Hesekiel diesen Anblick zu.
Er lässt ihn Leid sehen.
Gott packt uns nicht in ein rosaweiches Samtkissen. Nun gut – manchmal schon, Er ist ja der liebende Vater.
Aber wenn Er jemanden beruft, dann will Er das Herz des anderen erreichen, denn das Herz ist die Schaltzentrale des Wesens.
Und hier will Gott das Herz von Hesekiel erreichen.
Dazu gehört es, Hesekiel etwas sehen zu lassen, was zuerst schocken mag, was gruselig sein könnte, was Angst machen kann, was betroffen oder unsicher macht…. wie auch immer: aber ein Feld voller Toter lässt kaum jemanden kalt.
Auf diese Weise will Gott, dass Hesekiel den Blick Gottes bekommt – mehr als das… Hesekiel soll den Herzschlag Gottes spüren.
Denn diese Totengebeine stehen für das Volk Juda.

Dieses Volk mag sich lebendig fühlen.
Aber vor Gott sind sie schon lange tot.

Damit Hesekiel nicht nur mal einen kurzen Blick darauf wirft, sondern es ihm nahegeht, lässt Gott ihn durch das Feld gehen. Links. Rechts. Überall sind Tote und Knochen. Wenn es je etwas Hoffnungsloseres gegeben haben sollte, dann ist es diese Feld von Knochen.

Wer den Herzschlag Gottes spüren und erleben will, der wird auch in diese Momente geführt: Sieh das Leid und die Not!
Löse Dich von Deinem bisherigen Denkgewohnheiten und erlerne das Denken Gottes.
Nur, weil etwas lebendig aussieht, muss es nicht lebendig sein.

Das Volk Juda damals war sehr beschäftigt – aber aus Gottes Sicht waren sie eigentlich tot.

So ähnlich ging es mir kürzlich.
Ich war mit Bekannten und Freunden unterwegs in der Stadt. Überall Menschen, die sich amüsieren wollen. Prostituierte, Allkohol und Feierlaune bis zum Exzess waren da. Und ich spürte: So ist unsere Stadt!
Kaum einer meint es böse mit Gott – aber sind gehen einem Vergnügen nach, das sie auslaugen wird. Das ist Macht der Finsternis und Macht des Todes.
Große Teile unserer Stadt sind wie ein Feld voller Totengebeine.
Dabei auf Tote zu schimpfen, weil sie tot sind, ist eine vergebliche Mühe.
Da hilft keine Moralpredigt.

Wenn überhaupt irgendwas helfen soll, dann muss es damit zu tun haben:
Dass wir bereit sind, das Leid zu sehen und das Feld voller Totengebeine auszuhalten.
Erst dann, wenn wir das Herz für die Sache haben, werden wir die sinnvolle Motivation entwickeln, was zu tun, um das Leid zu beseitigen.

Und bei manchen mag auch das der Fall sein:
Vielleicht gibt es manches Totenfeld in unserem Leben.
Wenn Gott uns solch Unangenehmes sehen lässt, dann nicht, um uns zu deprimieren, sondern um Heilung zu bewirken.

Salbung Jesu in Betanien

Im Matthäus-Evangelium Kapitel 26, 6 ff. wird uns berichtet, dass Jesus von einer Frau gesalbt wurde. Wahrscheinlich vergoss die Frau Salböl im Wert des Jahreslohnes eines Arbeiters. Die Jünger Jesu sind entsetzt: „Das ist Vergeudung! Das Geld hätte man den Armen geben können!“
Aber Jesus weist sie zurecht: „Die Frau hat mir Gutes getan. Arme werdet Ihr immer bei Euch haben. Denkt dran: Es ist die Salbung für mein Begräbnis.“

Diese Salbung hat somit mindestens drei Aspekte:
1. Es ist eine Vorbereitung der Jünger auf den Tod Jesu.
Ein kleines Kind bereitet man auf den Zahnarzt-Besuch vor. Man liest entsprechende Kinderbücher und spielt Szenen nach. Wozu? Damit der Schock beim Zahnarzt nicht zu groß ist, sondern das Kind Mut hat, um durchzuhalten.
So erinnerte Jesus Seine Jünger auch immer wieder daran: „Ich werde sterben.“ Eben damit sie durchhalten und auch die bevorstehende Krise überstehen.

2. Die Salbung ist ein prophetisches Zeichen.
Man kann hier auch an Psalm 23,5 denken. Diese Salbung ist eine Vorbereitung auf das Begräbnis Jesu. Es ist wie bei einem Boxkampf. Der Trainer massiert noch einmal die Schultern des Boxers, gibt ihm was Kühles zum Trinken und spricht ihm Mut zu. Das ist noch nicht der Kampf, aber es sind die Zeichen, dass der Kampf bald losgeht und der Trainer da ist. Genauso wusste Jesus nun: „Der Tod naht. Aber mein himmlischer Vater ist bei mir.“ Der himmlische Vater: „Du schaffst das, mein Junge! Ich gehe mit Dir da durch. Denke an Psalm 23! Zum Schluss wirst Du am gedeckten Tisch sitzen!“

3. Die Salbung war einfach eine gute Tat.
Ein Geschenk der Frau.
Es ging eben nicht um die Aufrechnung („Lohnt sich das auch? Werde ich was zurück bekommen? Würde es nicht auch ein selbstgebackener Kuchen tun?“). Es geht um verschwenderische Liebe.
So hat Gott selbst geliebt, indem Er Seinen Sohn an uns verschwendet hat.
So wird diese Liebe auch im 1.Korinther-Brief 13 betont. Letztlich bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung; die Liebe ist aber größte unter ihnen!
Diese Liebe fordert Jesus nicht ein. Denn ein Geschenk kann nicht eingefordert werden. Aber es entspricht Seiner Sehnsucht:
„Ich liebe Dich. Willst Du mich auch lieben?“
Die Frau mit dem Salböl hat darauf geantwortet. Mit einem Geschenk der Verschwendung für Jesus.

Ordne dich unter!

Epheser-Brief 5,21:
„Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.“

Vor einigen Tagen war ich in den USA. In der dortigen Gemeinde mit ca. 1700 Gottesdienstbesuchern war das Thema „Autorität“ wichtig. Es wurde erwartet, dass man sich den Autoritäten unterordnet. Damit waren, bezogen auf die Gemeinde, u.a. die Ältesten der Gemeinde gemeint.
Da wurde mir bewusst, wie sehr viele Deutsche mit solchen Begriffen Schwierigkeiten haben.

Die Gründe liegen m.E. in der „preußischen Erziehung“ ohne viel Emotionen, mit wenig Lob und viel Kritik… im Grunde eine lieblose Autorität durch die Eltern.
Dann die Hitler-Epoche. Ein Missbrauch und eine Perversion von Autorität.
Kein Wunder, dass viele Deutsche ein Problem mit Autoritäten haben.
Sei es, dass sie solche ablehnen, ihnen grundsätzlich misstrauisch entgegen treten oder ihnen völlig verfallen.

Im Epheser-Brief 5,21 ff. wird Jesus Christus als das Paradebeispiel für Autorität gesetzt. Er ist das Haupt der Gemeinde und kann Gehorsam verlangen.
Aber dabei ist Jesus kein Despot.
Er ist es, der Seinen Jüngern die Füße wäscht, ihnen ein Frühstück macht, für sie ohne Ende betet und schließlich Sein Leben opfert und in den Tod geht, um die Liebe Gottes zu offenbaren.
In diesem Sinne spricht Jesus auch (sinngemäß): „Wenn Du Autorität haben willst, fange an, anderen zu dienen.“
Sprich: Habe Mut zum Dienen = Demut.
Oder von der Begriffsbedeutung auch: Krieche für andere im Staub!
Wenn du das tust, dann wird Gott Dir Autorität geben.

Andererseits hat Gott uns in bestimmte Autoritäten gesteckt.
So ist ein Ehemann das Haupt seiner Ehefrau („Haupt“ = altgriech. „kephale“ = Ursprung, Macht, Autorität…).
Das bedeutet nicht zuerst ein bestimmte Befugnis des Ehemannes.
Das bedeutet zuerst eine Verantwortung: „Sei du derjenige, der zuerst dient! Der zuerst liebt! Der zuerst vergibt! Der zuerst… so wie es Jesus auch tat!“

Solche Männer brauchen wir!
Männer, die sich völlig Gott unterordnen und deshalb ihren Frauen dienen – und selbst wenn es bedeutet, durch den Staub zu kriechen und das eigene Leben zu opfern!

Solche Frauen brauchen wir:
Frauen, die sich völlig Gott unterordnen und deshalb alles versuchen, um ihrem Mann eine Stütze und Hilfe zu sein, statt eine Nörglerin und Verleumderin. Frauen, in euren Ehen geht es nicht zuerst um euch oder um euren Mann, sondern es geht zuerst um euren Gehorsam gegenüber Jesus!

Einander unterzuordnen macht nur von Jesus her Sinn:
Dann werden Autoritätem wieder heilsam sein.
Dann kann unsere Gesellschaft eine Umkehr erfahren.

Vorherbestimmt zum Glauben und Unglauben?

Beim Lesen der Bibel stößt man auf Verse, die danach klingen, als wäre der Glaube des Einzelnen vorherbestimmt. Damit seien die gemeint, die von Beginn der Welt an im „Buch des Lebens“ stehen. Manche ziehen daraus den Umkehrschluss, dass es damit auch eine Vorherbestimmung zum Unglauben gäbe. In der Folge hieße das, dass Gott die einen zur Erlösung und die anderen zur Verdammung ausgesucht hat.
Das riecht nach Schicksal, dem man sich ergeben muss.

Wenn man sich aber bewusst macht, dass wir Gott um die Errettung Einzelner bitten können, dann werden wir durch unser Gebet ziemlich viele Menschen in die Vorherbestimmung zum Glauben bringen können. Nicht, weil unsere Gebete so stark wären, sondern, weil es Gottes Wille ist, dass Menschen zu Ihm finden. Da Er uns aber dabei haben will, handelt Er oft nur, wenn wir beten.
Wenn wir also beten, dass Gott eine bestimmte Person erretten möge, dann wird zwar keine Person zum Glauben an Gott genötigt. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Gott diese Person in das „Lebensbuch“ einschreibt und eine Person vorherbestimmt.

Gott ist das deswegen möglich, weil Er ewig ist. Er ist nicht an die lineare Zeit gebunden. Er kann jederzeit an den Anfang eines Lebens gehen.
Diese Sichtweise löst jegliche Spannung zwischen Vorherbestimmung zum Glauben und zum Unglauben auf.