Unangenehme Aussichten

In Deutschland geht es uns gut.
Nun ja: Was ist „gut“?
Es ist ein relativer Begriff.
Es geht uns nahezu perfekt im Vergleich zu Staaten, in denen Hungersnöte und Kriege wüten.
Es geht uns richtig gut im Vergleich zu Staaten, in denen staatliche Willkür an der Tagesordnung ist, in denen es kein Gesundheitssystem gibt und Menschen von Kindheit an in Lagern arbeiten müssen.
Es geht uns gut im Vergleich zu Staaten, in denen die Lebensmittelpreise wesentlich höher sind, die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bei über 50% liegt oder sich fünf Menschen ein kleines Zimmer zum Leben teilen müssen.

Dankbarkeit tut auch gut!

Die Frage ist aber: Was soll denn der Maßstab sein?
Ist unser Maßstab, wie schlecht es anderen geht?
Oder ist unser Maßstab, was möglich sein könnte bzw. was realistisch sein könnte?

Ich bin für Letzteres.

Was könnte möglich sein?

Zum Beispiel, dass wir unser Bildungssystem reformieren:
ein bundeseinheitliches System;
kleinere Klassen;
pro Klasse ein/e Lehrer/in PLUS ein/e Erzieher/in;
eine bessere Bezahlung des pädagogischen Personals;
Ausstattung aller SchülerInnen mit den nötigen Büchern und ähnlichem Material;
Unterrichtsstart um 09:00 Uhr;
ein Lernen nach erwiesenenen Erkenntnissen der Neuro-Wissenschaften – und eine radikale Anpassung der Rahmenlehrpläne.
Das Geld ist da. Wir sind eines der reichsten Länder.

Zum Beispiel, dass wir den Niedriglohnsektor bekämpfen, weil Menschen davon nicht leben können.
Zum Beispiel ein einfacheres Steuersystem, das den Geringverdienern und dem Mittelstand spürbare Entlastung schafft, damit Menschen wirklich privat für ihre Rente sparen können.
Zum Beispiel eine wesentlich bessere Ausstattung von Polizisten, Gerichten und Sozialarbeitern.
Zum Beispiel eine bessere Bezahlung und Unterstützung von Pflegekräften.
Zum Beispiel eine drastische Ausgrenzung und Bekämpfung von islamischer Ideologie, die mit dem IS sympathisiert oder Verbindungen pflegt.
Zum Beispiel eine Abwendung von der Gender-Ideologie, weil sie eben Ideologie ist und nicht Biologie. Dafür ein Werben für Toleranz für den Menschen an sich und eine Stärkung von Ehe und Familie.
Zum Beispiel ein Einwanderungsmodell nach kanadischem Vorbild.

Und wahrscheinlich ließe sich noch vieles andere tun.

Ansonsten befürchte ich,
dass der Kern der Gesellschaft – Ehe und Familie – weiter geschwächt werden und damit die Gesellschaft ihren Rückhalt verliert;
dass wesentlich mehr Menschen in die Altersarmut geraten;
dass die Kinderarmut weiter steigt;
dass die Spannungen in unserer Gesellschaft zunehmen und damit auch die Radikalisierungen.

Sollten wir nicht bald konstruktive Maßnahmen ergreifen, dann wird es in Deutschland schwerer.

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Politiker, Kaninchenzüchtervereinsmitglieder und Christen sind ja auch nur Menschen

„Ich dachte, als Christ macht man das nicht!“
Sätze wie diese spiegeln manchmal das dar, was andere von einem Christen erwarten.
Ein Christ ist ein lieber, braver, netter, freundlicher und immer hilfsbereiter Mensch, fast wie Jesus selbst, aber mindestens so wie Mutter Teresa.

Natürlich entspricht das nicht der Realität.
Christen können neidisch sein. Jähzornig. Eifersüchtig. Machtzentriert. Lieblos. Faul. Geldliebend. Schlichtweg: unsympathisch.

Das teilen sie sich mit Politikern und Mitgliedern von Kaninchenzüchtervereinen.
Was können sich Politiker zoffen!
Die, die unser Volk vertreten sollen… was für Eskapaden leisten sich einige von ihnen!
Unverschämt!

Und wer schon einmal eine Mitgliederversammlung beim Kaninchenzüchterverein mitbekommen hat, der weiß, wie sehr um einzelne Paragrafen der Vereinssatzung gezofft werden kann!
Darf wirklich nur der 1.Vorsitzende bestimmen, welche Kaninchen die Ehrenprämie bekommen?
Und warum findet keine Jahresfeier für die Kaninchen statt, die schon seit 50 Jahren Mitglied sind?
Manche Vereinssitzungen machen wirklich keinen Spaß und man könnte an den Mitgliedern des Kaninchenzüchtervereins verzweifeln.
Gut, dass ich sowas noch nicht erleben musste.

Doch geht es hier wirklich nur um Christen, Politiker und Kaninchenzüchtervereinsmitglieder?

Natürlich nicht.
Es geht um uns Menschen.
Denn prinzipiell gibt es all das Beschriebene in jeder Familie, in jeder Ehe, in jeder Schule, auf jedem Arbeitsplatz…
weil wir Menschen sind.

Christen bilden da zunächst keine Ausnahme.
Wenn jemand Christ wird, wird dann sein Charakter sofort ausgetauscht?
Verschwinden all die Erfahrungen der letzten Lebensjahre?
Werden die Prägungen der Kindheit null und nichtig?
Wird ein übler, perverser Verbrecher von Heute auf Morgen durch Jesus zum Helden der Feindesliebe?

Viermal „Nein“.
Wer Christ wird, behält seine Persönlichkeit.
Wer vorher ängstlich war, bleibt zunächst ängstlich.
Wer vorher oft mit anderen gestritten hat, bleibt zunächst streitbar.
Und so weiter.

Es gibt nur einen Unterschied.
Und der ist wesentlich.
Christen haben den Geist Gottes in sich.
Und dieser Geist Gottes will Christen zur Jesus-Ähnlichkeit verändern.
Deshalb gibt es in der Bibel die Aufforderungen wie diese:
„Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.“ (Römer 12,2a)

„Lasst euch… verwandeln!“
„Lasst euch verwandeln!“ beinhaltet, dass man sich auch nicht verwandeln lassen muss.
Das ist alles andere als gut, aber das ist zu beobachten.
Es bleibt unsere Verantwortung, ob wir uns durch Gott verändern lassen wollen.
Das Potential ist da.

Wer sich darauf einlässt, wird verändert.
Aus einem Geizigen kann mit den Jahren wirklich ein Großzügiger werden.
Aus einer Ängstlichen kann wirklich eine Befreite werden.
Aus einem Stotterer kann ein Redner werden.
Aus einer Schüchternen kann eine Mutige werden.

Diese Veränderung dauert oft Jahre. Jahrzehnte. Manchmal bleibt es eine Lebensaufgabe.
Aber Veränderung findet statt.

Wer also einem Christen begegnet, der alles andere als christlich handelt, darf wissen:
Dieser Christ ist ein Mensch wie ich, der noch immer auf dem Weg des Lernens ist.

Vielleicht ist das der Kern des Christentums?!

Worum geht es im Christentum?
Bei der Suche nach der Antwort kann man ja schnell die Orientierung verlieren.
Die einen plädieren für mehr politisches Engagement der Kirchen. Die anderen werben dafür, dass Christen mehr das Evangelium verbreiten müssten. Oder mehr für andere Menschen beten sollten. Oder gemäß des sog. „Missionsbefehls“ einfach nur „Jünger machen“ sollen.
Und an all diesen Themen ist ja was dran. Sie sind nicht falsch.

Aber trifft das jeweils den Kern des Christentums?

Ich habe nicht der Weisheit letzten Schluss.
Aber das ist meine bisherige Erkenntnis:
Es geht darum, in der Gemeinschaft mit Gott durch Jesus zu leben.

Fertig.

Es geht nicht darum, „das nächste Glaubens-Level“ zu erreichen.
Es geht nicht darum, ein einflussreiches, christliches Werk aufzubauen.
Es geht nicht darum, andere Menschen zu bekehren.
Oder noch einen Hauskreis zu haben oder eine starke Lobpreisband.
All das ist zwar in Ordnung und hat seinen Stellenwert.

Doch es geht nur darum, dass wir in der Gemeinschaft mit Gott durch Jesus leben.
Das ist der Kern.

Das gilt, ob wir gerade Glücksmomente haben oder in einer Elendskrise stecken.
Das gilt, ob wir arbeitslos und krank sind oder ob wir Millionär sind und vor Gesundheit strotzen.
Ob wir Kassierin sind oder Politiker.
Ob es am Morgen ist oder am Abend. Montag oder Sonntag.

Meine These ist:
Nur aus dieser Gemeinschaft mit Gott heraus folgt der ganze Rest.

Daraus folgt, dass
– ich auch Gemeinschaft mit anderen Christen brauche, weil ich mich sonst so leicht aus der Gottesgemeinschaft löse;
– ich mich im Rahmen dieser Gemeinde (= regelmäßige Gemeinschaft mit anderen Christen) einsetze, um auch für die anderen eine Hilfe zu sein;
– ich in meinem Umfeld als Christ erkennbar leben will;
– dass ich mich eventuell politisch, sozial, kulturell einsetze, um die Gaben einzusetzen, die Gott mir gegeben hat;
– usw.

D.h.:
Alle diakonischen, missionarischen, politischen, kulturellen, gemeindlichen Aktionen der Kirchen sind bestenfalls eine „Frucht“ der Gottesbeziehung, aber sie können diese nie ersetzen.

Wenn ich das verstehe, dann verstehe ich auch, dass selbst dicke Krisen meinen Glauben nicht madig machen können. Denn die Gemeinschaft mit Gott bewährt sich in der Krise.
Und ich verstehe, dass mich die Höhepunkte im Leben nicht von Gott distanzieren.
Denn auch dann geht es um Gott und mich.
Letztlich dient alles dazu, dass die Gemeinschaft mit Gott gedeiht: Schmerzen und Freude; Stress und Ruhe; Beziehungen und Einsamkeit.
In allem geht es um Gott und mich.
Und von Ihm her dann auch um die anderen.

Mich befreit dieser Gedanke von dem Irrglauben, dass alles in meinem Leben perfekt laufen muss.
Es befreit mich von dem Gedanken an ein „Wellness-Christentum“ – genauso wie von dem Gedanken eines „Märtyrer-Christentums“. Denn nichts davon ist das Ziel und der Inhalt.
Inhalt und Ziel sind immer das: die Gemeinschaft mit Gott durch Jesus.

Cooles Restaurant für Teens in Berlin

Anlässlich des Geburtstages einer nahen Verwandtin, habe ich nach einem coolen Restaurant für Teenager in Berlin gesucht. McDonalds oder Burger King wären die Notlösung gewesen. Ein asiatisches, arabisches oder afrikanisches Restaurant in Berlin wären für die Teens zu speziell gewesen.
Dann bin ich auf das „Cruise-In“, ein amerikanisches Restaurant in Berlin-Spandau gestoßen. Leider etwas abseits gelegen, aber sehr originell. Es ist eher klein, sieht aber so „ami-mäßig“ aus, als würde es einem Roadmovie an der Route 66 entstammen.
Den Teens hat es gut gefallen: Pizza, Burger & Milch-Shakes haben sie pappesatt gemacht. Und sie sagten selbst: „Das war cool!“

Hier ist der Link zu diesem coolen Berliner Restaurant für Teenager (einfach klicken).

Gott handelt anders

Gott handelt oft anders.
Erst, nachdem Lazarus vier Tage tot ist, weckt Er ihn zum Leben auf. Für Menschen zu spät.
Erst, nachdem sich ein Vater für das Jesus-Vertrauen entschieden hat, wird dessen Sohn geheilt. Für Menschen die falsche Priorität.
Erst, als die Hochzeitsfeier zur Flaute wird, verwandelt Er Wasser zum besten Wein. Für Menschen eine verkehrte Logik.
Erst, als Mose sich nicht mehr traut, beruft Er ihn zur Führung des Volkes Israel. Mose hätte keinen menschlichen Einstellungstest bestanden.
Erst, nachdem der Sohn Gottes gestorben ist, findet die Vergebung und Erlösung der Menschen statt. Menschlich gesehen kann der Tod nichts Gutes bedeuten.
Und dann weckt Gott Seinen Sohn von den Toten auf. Entgegen jeder menschlichen Erfahrung.
Seine Wege sind nicht unsere Wege.
Aber die Frage an uns ist:
Vertrauen wir Gott entgegen jeder menschlichen Vorgehensweise?

Führungslektion – Ermutigung

Eine wichtige Aufgabe von Führungskräften sehe ich darin, andere zu ermutigen.

Die Ermutigung kann ganz praktisch sein:
Zuerst heißt das für mich, dass die anderen Raum & Zeit haben sollen, um gestalten zu können.
Wenn ein Mitarbeiter eine Idee hat, dann will ich grundsätzlich offen sein und bin bereit, kleine Experimente zuzulassen. Mitarbeiter sollen sich ausprobieren dürfen. Manchmal entdeckt man erst dabei, welche Fähigkeiten jemand hat. „Experimente“ bedeuten für mich auch das: es muss nicht perfekt sein! Kleinere Fehler dürfen gemacht werden. Ist nicht schlimm! Wichtiger ist bei den ersten Gehversuchen die Einstellung des Mitarbeiters. Tut er das, um gut dazustehen? Um sich zu profilieren? Oder um den anderen wirklich zu dienen? Um Gott zu ehren?
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Führungslektion – Absprachen treffen

Wenn eine Gruppe von Menschen miteinander einen Auftrag erfüllen will oder andere Ziele verwirklichen will, dann müssen Absprachen getroffen werden. Das gilt selbst für eine dominante, hierarchische Leitungsstruktur, aber vielmehr noch für eine Leitungsstruktur, die teamorientiert ist.

Ich gehe von einer teamorientierten Struktur aus.
Denn mein Idealbild ist das einer christlichen Gemeinde, in der danach gestrebt wird, das sog. „allgemeine Priestertum aller Gläubigen“ nicht nur als Lippenbekenntnis zu üben, sondern es tatsächlich umzusetzen. Dass das nie im perfekten Maße gelingen kann, ist der Preis unseres Menschseins. Dennoch halte ich daran fest, dass es die Mühe lohnt, möglichst viele Gemeindemitglieder in’s Boot zu holen.
Die dafür nötige Kommunikation ist herausfordernd und kann oft schief gehen, eben weil „in die Breite“ kommuniziert wird und weniger „top down“.

Dabei müssen die Autoritätsbereiche der anderen beachtet werden.
Beispiele:
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