Ein Puzzlestück zum Heilwerden von schlechten Kindheitserfahrungen

In dem folgenden Video benenne ich ein Puzzlestück dafür, wie wir von schlechten Kindheitserfahrungen heilwerden können. Beim Heilwerden geht es um einen idR lebenslangen Prozess, bei dem unterschiedliche Aspekte wichtig sind. Hier werden 1-2 Aspekte beleuchtet.


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Email-Problem: Störungen bei Web.de

Bei einem meiner Web.de-Email-Konten taucht ein Problem auf.
Vereinzelt kann ich via Thunderbird einzelne Emails versenden. Das klappt zu Beginn vielleicht 1-4x.
Spätestens dann, wenn ich eine Sammel-Email verschicken will, erscheint bei Thunderbird diese Fehlermeldung:

„Fehler beim Senden der Nachricht: Der Mail-Server antwortete:
Requested action not taken: mailbox unavailable
Failure sending mail. Try again later.
Bitte überprüfen Sie die E-Mail-Adresse des Empfängers „abc@xl.de“ und wiederholen Sie den Vorgang.“

Anschließend kann ich auch keine einzelnen Emails versenden.

Folgendes habe ich schon erfolgslos ausprobiert:

1. Stimmen alle Daten überein?
Habe ich die richtigen IMAP- und SMTP-Daten eingegeben?
Stimmt das Passwort?
Usw.
Ergebnis: Ja, alle Daten sind korrekt eingegeben.

2. Löschen der Daten bei Thunderbird und Neueingabe bei Thunderbird
D.h.: Ich lösche das Email-Konto bei Thunderbird (nicht bei web.de!), starte Thunderbird neu und gebe die Kontodaten erneut ein.
Ergebnis: Das Problem bleibt dasselbe.

3. Wechsel des Email-Programms
Statt Thunderbird habe ich es auch mit dem Email-Programm von Microsoft probiert.
Ergebnis: Das Problem bleibt.

4. Schreiben der Emails direkt von der web.de-Plattform
Statt ein externes Email-Programm zu verwenden, benutze ich die Internet-Plattform von web.de. Also, ich gehe auf die entsprechende Homepage, logge mich ein und schreibe von dort die Emails.
Ergebnis: Das funktioniert!
Allerdings will ich so nicht vorgehen müssen, sondern ich will ja ein externes Email-Programm benutzen.

5. Überprüfen der Einstellungen bei web.de
Dann habe ich bei web.de in den Email-Einstellungen überprüft, ob externe Email-Programme überhaupt auf das Konto zugreifen dürfen. Ja – das entsprechende Häkchen hatte ich gemacht.
Ergebnis: An den web.de-Einstellungen kann ich nichts Relevantes beeinflussen.

6. Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice von web.de
Ich habe versucht, im Internet die Kontakdaten von web.de herauszubekommen.
Die angegebenen Telefonnummern scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Auch über die von web.de selbst angegebene Nummer erreiche ich niemanden, wiewohl es gemäß ihrer eigenen Angaben zur Zeit möglich sein sollte. Von dem Schreiben einer Email raten andere ab, weil in der Antwort-Email nur auf die – in das Leere laufende – Telefonnummer verwiesen werde. Die Telefonnummer aus dem Impressum von web.de reagiert. Allerdings ist die Verwaltung nur Wochentags erreichbar.
Ergebnis: Die Kontaktaufnahme scheint von web.de nicht gewollt zu sein.

Was also tun?
Ich habe den Email-Anbieter gewechselt!

Gemeindegründung in Berlin – Teil 1

Heute starte ich mit meiner Geschichte der Gemeindegründung in Berlin. Regelmäßig werde ich von meinen Erfahrungen der letzten 12-13 Jahre berichten. Eine Geschichte, die voll mit Fehlern, starken Erlebnissen, vielen Experimenten ist und die eine Menge von Gottes Gnade enthält.

Eine Geschichte, die mit drei, vier Personen angefangen hat. In der ca. 90 Personen direkt beteiligt waren. In der es etliche Menschen wieder woanders hingezogen hat. Und eine Geschichte, die zwischenzeitlich auf eine Gemeinde im Westen Berlins verweist, der sich ungefähr 50 Menschen nahe wissen.

Letztlich ist es Gottes Geschichte mit uns Menschen. Und, wenn man es ganz genau nehmen wollte, müsste man wirklich bei Adam und Eva anfangen.
Um aber den Prozess abzukürzen, fange ich hier an:

Es war klar für mich, dass ich in Berlin keine berufliche Perspektive als Pastor haben würde. Gemeinden wachsen hier nicht wie Sand am Meer. Und Pastoren wechseln nicht jedes Jahr ihre Stelle. Ganz anders in Süddeutschland: Dort gab es immer wieder Stellenausschreibungen (damit will ich nicht sagen, dass dort Pastoren jährlich die Gemeinde wechseln oder dass es dort den „Gemeinde-Sand“ geben würde). Die Zeit lief und ich musste mich entscheiden: Sollte ich in Berlin bleiben oder den Schritt in den Schwarzwald wagen, wo ich schon ein Angebot in Aussicht hatte?

In diesen Tagen der Entscheidung musste ich am Gebiet Heerstraße Nord in Berlin-Spandau vorbei. Eine Hochhausgegend mit damals ungefähr 16.000 – 17.000 Menschen. Und es geschah etwas mit mir, womit ich nicht gerechnet hatte: Plötzlich – und ich kann es nicht anders beschreiben – fuhr eine Idee in mich. Und zwar die Idee der Gemeindegründung. Eine Gemeinde mittem im Kiez. Eine Oase, zu der jeder kommen darf. Auftanken kann. Gott lobt. Und gestärkt weiter in den Alltag geht. Eine Stätte der Heilung.
Ich war so gepackt von dieser Idee, dass ich ein paar Nächte kaum einschlafen konnte, weil ich so viele Gedanken hatte. Ich war schnell dabei, Pläne zu schmieden.

Bis dato hatte ich im Rahmen meiner theologischen Ausbildung nur ein kleines Seminar zum Thema „Gemeindegründung“ besucht. „Gemeindegründung“ – das war was für Freaks… aber nicht für mich!
Doch in diesen Tagen war mir das egal. Ich war fasziniert. Ängstlich. Begeistert. Spürte eine enorme Motivation. Und hatte zugleich keine Ahnung, wie man das macht – Gemeinde zu gründen.

Egal.
Ich wollte starten.

Seit Jahren Vegetarier, Bambuszahnbürsten, selbstgemachtes Shampoo und mehr Vitamin D

Vegetarier sein

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie lange ich mich schon vegetarisch ernähre.
Zwischenzeitlich hatte ich eine Phase, in der ich mich bemühte, vegan zu essen. Das habe ich ungefähr ein Jahr durchgehalten. Ich habe den Käse vermisst.
Das Vegetarische bekommt mir nach wie vor gut. Ich mag zwar den Geruch von Grillfleisch. Aber ich habe kein Verlangen nach dem Fleisch. Es gibt zwei, drei Ausnahmen im Jahr. Zum Beispiel, wenn es wirklich sehr unhöflich wäre, das angebotene Fleisch nicht zu verzehren. Oder wenn ich einmal im Jahr auf Trekking-Tour bin.
Über diese Ernährungsweise habe ich über die (vielleicht vier Jahre, fünf) Jahre ungefähr sieben Kilogramm abgenommen.
Somit stehe ich nicht wirklich vor einer Entscheidung, sondern halte einfach mal zwischendurch inne, mache mir all das bewusst und werde auch in Zukunft auf diese Weise weitermachen.
Auffällig ist, dass, obwohl mittlerweile jedes normale Restaurant mindestens eine vegetarische Mahlzeit auf der Menükarte anbietet, es aber noch immer Aufsehen erregt, wenn Menschen mitkriegen, dass ich mich vegetarisch ernähre. Vielleicht gleichen sie auch einfach nur mein Veggie-Statement mit meiner noch immer stabilen Figur ab, und fragen sich, ob ein Veggie-Mann nicht ganz dürre aussehen müsste.

Bambuszahnbürste

Ich bin wirklich kein Gesundheits-Fetischist, aber finde es manchmal sehr interessant, was wir mit uns und dieser Schöpfung so anstellen. Was hilft? Was zerstört?
Ein weiterer kleiner Schritt war für mich die Anschaffung von Bambuszahnbürsten. Nicht unbedingt, um die Natur vor Plastik-Abfall zu bewahren. Ist gewiss ein netter Nebeneffekt. Dafür wird die Schöpfung durch andere Dinge bei der Herstellung und Anlieferung der Bambuszahnbürste geschädigt. Nein – mein eigentlicher Grund war, dass ich nicht Plastikzeugs in meinem Mund haben will. Vielleicht macht so eine Plastikzahnbürste ja gar nix Schlimmes mit mir. Es ist mir schlichtweg sympathischer, Holz zu spüren. Allerdings kommt es sehr auf die Dauer des Zähneputzens an. Nach ungefähr drei Minuten wird die Mundschleimhaut nahe der Lippen gereizter. Gut, dass keine Späne zwischen den Zähnen zurück bleiben.

Von „No poo“ hin zum eigenen Test-Shampoo

Irgendwann wollte ich mir nicht ständig die Chemie von Shampoos antun. Kann ja sein, dass mein Körper auch damit gut zurecht kommt. Dennoch ist es mir suspekt geworden, all die Inhaltsstoffe auf meine Kopfhaut zu reiben. Womit konnte ich meine Haare ansonsten sauber halten?
Tatsächlich habe ich einige Wochen lang – ich schätze, so ca. 2-3 Monate – meine Haare einfach nur regelmäßig gewaschen. Mit purem Wasser aus dem Leitungshahn. Die Haare haben nicht gestunken. Oder vielleicht hat sich auch nur niemand getraut, mir das zu sagen.
Allerdings neige ich zu trockener Haut und irgendwann kam eine Phase, in der die Kopfhaut öfter zu jucken begann. Es bildeten sich wieder kleine Schuppen. Ich war kurz davor, mir ein herkömmliches Anti-Schuppen-Shampoo anzuschaffen. Stattdessen habe ich mir einen Shampoo-Mix aus viel Wasser, bisschen Olivenöl und noch weniger Pfefferminzöl, Zitronenöl und Teebaumöl kreiert. Damit komme ich seit ungefähr zwei, drei Wochen gut zurecht. Mal sehen, was das Langzeitergebnis ergibt.

Vitamin D3 + Vitamin K2

Tja und mein aktuellster Schritt ist die Einnahme von Vitamin D3 in Kombination mit Vitamin K2 und hin und wieder ein wenig Extra-Magnesium. Die Einnahme von Vitamin D3 ist ein Thema für sich. Einzelne Mediziner haben dazu ganze Bücher geschrieben oder sogar Internetseiten veröffentlicht. Klar ist, dass die meisten Nord- und Mitteleuropäer zu wenig Vitamin D in sich haben. Vitamin D ist eigentlich ein Hormon und angeblich weisen zig Studien eindeutig darauf hin, dass ein Mangel an Vitamin D zu diversen Krankheiten führen kann oder diese begünstigen können. Hingegen kann eine ausreichende Vitamin D-Versorgung wohl präventiv gegen Krebs wirken. Ich habe all diese Studien nicht gelesen und vertraue zur Zeit darauf, dass die sich äußernden Experten Recht haben. Etliche dieser Experten erwähnen, dass neben dem Vitamin D3 unbedingt Vitamin K2 eingenommen werden sollte. Und meine Empfehlung ist zudem, nicht blind voranzugehen, sondern vorab einen Vitamin D-Bluttest machen zu lassen.
Wer an diesem Thema Interesse hat, wird im Internet schnell fündig.
Meine persönlichen Beobachtungen sind bislang die:
– Als ich in der ersten Woche meinen Vitamin D-Speicher auffüllte (bei mir waren es tägliche Dosen von ca. 90.000 Internationen Einheiten – in Ölform, weil das der Körper wohl am besten verarbeiten kann) fühlte sich mein Körper manchmal so an, als hätte ich eine Tasse Kaffee zu viel getrunken. Nachdem ich in den Erhaltungsmodus gegangen bin, taucht dieses Gefühl nicht mehr auf.
– Ich habe etwas mehr Schlafbedarf und mein Schlaf scheint ein wenig tiefer zu sein. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das die Folge vom Alltagsstress ist oder ob es wirklich am Vitamin D liegt. Allerdings habe ich auch von anderen Vitamin D-Nutzern gelesen, dass manche Ähnliches bei sich beobachten. Einer erklärte das so für sich: Es sei wie ein langer Sommertag draußen im Sonnenschein. Der Körper ist voll mit dem Vitamin und brauche nun Ruhe, um es zu verarbeiten.
– Tatsächlich nehme ich mir selten mehr Schlafzeiten als vorher. Dennoch fühle ich mich insgesamt leistungsstärker. Das fühlt sich nicht revolutionär an, aber mein Energiespeicher scheint voller zu sein. Nun hatte ich vor der Vitamin D-Einnahme keinen richtigen Vitamin D-Mangel, sondern einfach nur nicht die Ideal-Menge im Körper. D.h., jemand, der wirklich einen Mangel hat, könnte die vermehrte Energie als revolutionär empfinden.

So, das war mein Gesundheitsinnehalten. Mal schauen, was in einem halben Jahr los ist.

Der Rummel ist im Dorf… und das wahre Dorfleben

Rummelzeiten

Im Gemeindeleben gibt es immer wieder Rummelzeiten.
Zum Beispiel, wenn sich eine Gemeinde dazu entschließt, mal ein Event für die Nachbarschaft zu machen.
Dann bereitet man sich vor, investiert Kraft und Geld und lädt ein. Der Tag der Tage kommt und man hofft, dass dadurch viel Gutes geschieht.
Und dann?
Zumeist reflektiert man nüchtern: „War alles anstrengend und vielleicht stehen Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis…“
Allerdings kommt dann die Beruhigungspille: „Aber Gott kann trotzdem mehr daraus machen! Und wenn es auch nur einem Menschen genutzt hat, dann hat es sich schon gelohnt!“
Alle nicken, versuchen zu lächeln und hoffen ebenso.

Der Rummel, der in ein Dorf kommt, ist dort wirklich eine Attraktion. Endlich ist mal was los!
Die Dorfbewohner freuen sich.
Ganz anders ist es in der Stadt: da ist der Rummel nur ein Rummel neben Hunderten anderen von Rummeln.
Es rummelt überall und jederzeit.

Aber selbst der Dorf-Rummel verlässt nach einigen Tagen wieder den Ort.
Es bleiben Erinnerungen zurück. Ganz vielleicht gibt es auch den einen Dorfjungen, der überlegt, später einmal Rummel-Darsteller zu werden. So einen Zuckerwattestand zu betreuen… das könnte ihm Spaß machen.
Allerdings wurden keine dauerhaften Beziehungen zwischen Rummel-Arbeitern und Dorfbewohnern geknüpft. Nach der Rummelzeit geht jeder seinen eigenen Weg weiter.

So ähnlich laufen viele Gemeinde-Events ab, die für die Nachbarschaft gestrickt werden.
Das heißt: nichts gegen diese Events! Gut gemacht, können sie wirklich ein Highlight sein. Sie können Spaß machen, sie können Menschen für eine kurze Zeit mal zusammenbringen und zumindest die Rummel-Arbeiter lernen, ein Team zu sein (oder zu bleiben).

 

Das Dorfleben

Doch das eigentliche Leben im Dorf geht ohne den Rummel weiter.
Der Alltag eben.
Da bewähren sich Beziehungen.
Und nur in diesen Beziehungen geschehen nachhaltige Veränderungen.

So hat Jesus es gemacht.
Statt nur für eine Woche auf dem Jerusalemer Marktplatz einen „Rummel der Wunder“ anzubieten, hat der Sohn Gottes als Mensch unter Menschen gelebt. Ja, Er wanderte auch von Dorf zu Dorf. Und doch investierte Er vor allem viel Zeit in die Beziehungen zu den Mitreisenden. Er forderte sie auf, wiederum in Beziehungen zu investieren. „Liebe den Nächsten wie dich selbst!“, ist so eine Aufforderung. Dahinter steckt das Wesen Gottes: Er hat uns auf Ebenbildlichkeit hin angelegt, im Hinblick auf Ihn selbst, aber auch untereinander. Diesem Gott geht es um eine vertrauensvolle, wachsende Gemeinschaft. So ist der dreieine Gott selbst in sich Gemeinschaft, die überströmt und der deshalb die Menschen als Fortsetzung dieser Gemeinschaft schafft.
Es geht immer um Beziehungen.

Solche Beziehungen alltäglich oder wenigstens regelmäßiger als einmal im Jahr zu leben, ist herausfordernd. Letztlich wohl herausfordernder als die jährliche Rummelzeit. Aber eben in diesen Beziehungen gibt es die größte Beeinflussung.

Rummel-Zeiten können schön bunt sein.
Aber Veränderungen bewirken wir durch anhaltende Beziehungen.

Vielleicht ist das ein relevanter Aspekt für die Mission: mehr inklusives Dorfleben.

Facebook – Pro oder Contra?

Mittagessen und Freunde auf Facebook

Seit Jahren bin ich Facebook-Nutzer. Am Anfang lockte auch ein Stück Eitelkeit: sich präsentieren können. Wieviele likes habe ich bekommen?
Nun habe ich nie mit Bildern vom Mittagessen aufgewartet. Dafür war mir die Lebenszeit dann doch zu schade. Ich habe auf „höherem“ Niveau meine Eitelkeit ausgeübt. Mit anderen Bildern, Beiträgen und „Likes“. Ob das wirklich höherwertiger ist, mag jeder für sich beurteilen.

Aber mehr und mehr fand ich Facebook tatsächlich nützlich: in Kontakt zu bleiben mit Menschen.
Irgendwie auf Tuchfühlung zu bleiben.
Selbst, wenn man sich wochenlang, gar monatelang nicht geschrieben oder gesehen hat: immerhin ist man auf Facebook befreundet und sieht hin und wieder ein Bild vom Mittagessen des anderen. Besser als gar nichts.
Gerade für Menschen wie mich, die andere schnell in ihr Herz schließen und, selbst, wenn es lange keinen Kontakt gab, sich freuen, wenn man sich dann doch mal wieder spricht, ist Facebook eine grandiose Erfindung.

Facebooks Geschäftsmodell und Skandal

Nun musste allen internetkundigen Menschen schnell klar sein, dass Facebook nicht aufgrund purer Menschenfreundlichkeit existiert. Natürlich ist es ein Geschäftsmodell: Daten werden genutzt, um zielgerichtet Werbung vermitteln zu können. Damit kann ich leben. Ich muss die Werbung ja nicht anklicken.

Nun tauchte der Skandal auf: eine mit Facebook – zumindest zeitweilig – kooperierende Firma hat Millionen von Facebook-Daten „missbraucht“, um für politische Zwecke besser werben zu können.
Selbstverständlich dementierte Facebook, das gewollt zu haben. Irgendwie will ich ihnen das auch glauben.
Aber mal im Ernst: Wenn Facebook Daten nutzt und ggf. weitergibt, um zielgerichtet zu werben, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Mal solche Daten missbraucht werden.
Und was, wenn der Missbrauch für politische oder moralische Zwecke stattfindet, die der Einzelne nicht gut heißen kann?

Wie mit Facebook umgehen?

Mancher wendet ein:
„Das kann ich ja eh nie verhindern!“
Oder:
„Sind wir nicht eh Spielball der Mächtigen?“
Oder:
„Davon muss man doch ausgehen, wenn man das Internet nutzt!“

Aber was steckt hinter diesen Aussagen?
Dahinter steckt ein Sich-Ergeben.
Eine Passivität und Lethargie.
Es ist ein Sich-Treiben-Lassen mit der Masse.

Das geht solange gut, solange man nicht direkt betroffen zu sein scheint.
Doch wenn das der Fall ist, wie bei manchen Gefangenen und Gefolterten in Diktaturen, dann ist es zu spät.
Bis dahin bleibt es ein diffuses Etwas, was fast parallel zum eigenen Leben zu existieren scheint.

Was soll ich tun?

Ich überlege auch, ob ich Facebook trotzdem verwenden sollte.
Auch, wenn meine Daten dabei missbraucht werden können für Zwecke, die ich nicht gutheiße.
Einfach, weil Facebook auch eine Plattform dafür sein kann, die eigene Meinung kundzutun
… oh, fast hatte ich es vergessen: seit einiger Zeit werden auf Facebook einzelne Kommentare gelöscht, wenn sie wider das Gesetz stehen könnten. Facebook fungiert als verlängerter und provisorisch tätiger Arm der Exekutive.
Naja, dann steht Facebook immerhin dafür, dass ich in Kontakt bleiben kann mit den Menschen, die mir wichtig sind (oder waren).
Doch, Moment!
Wenn mir Menschen wichtig sind, kann ich sie dann nicht auch per Email kontaktieren? Per Telefon? Per Besuch? Oder wie damals: per Brief?
Sollte Facebook so einflussreich geworden sein, dass ich meine, diese Plattform für wichtige Kontakte zu brauchen und keine Alternative zu haben?

In der Tat gibt es aus meiner Sicht einen einzigen Pluspunkt für das Netzwerk Facebook:
Und das ist das Netzwerk.
Ich kann innerhalb kürzester Zeit (theoretisch) Hunderte von „Freunden“ mit einer Anfrage oder einer Information erreichen.
So einfach bietet es mir kein anderes Medium.

Ist dieser Vorteil gewichtiger als die genannten Risiken/Nachteile?
Das kann nur jeder für sich beurteilen.

Meine persönliche Beurteilung von Facebook

Für mich sieht es zusammenfassend so aus:

DER Vorteil Facebooks:
Der Netzwerk-Gedanke.

Der Nachteil Facebooks:
Der Missbrauch meiner Daten für Zwecke, hinter denen ich nicht stehe, bis hin dazu, dass man u.U. persönliche Nachteile befürchten muss, wenn man für bestimmte Meinungen einsteht.
Es ist wie das Herausreißen eines Satzes aus einer Rede, ohne den Zusammenhang zu berücksichtigen, damit eine poitische Partei ihr Unwesen treiben kann.

Für Otto Normalverbraucher mag das alles nicht so furchtbar wichtig sein.
Allerdings muss dazu das erwähnt werden: Facebook besteht ja nur deswegen, weil es ganz viele Otto Normalverbraucher gibt!
Es ist die Masse, die Facebook bewegt.
Und in diesem Moment ist der Einzelne dann doch wichtig.
Denn ich bin Teil der Masse.

Schlussendlich gibt es das worst case-Szenario:
Wenn die Daten unterschiedlicher Sammelstellen zusammengefügt werden.
Die Daten des Finanzamtes, die Daten von Facebook, die Daten von NSA & Prism etc.
In diesem Moment wird jeder sofort steuerbar und erpressbar.
Man wird eine Marionette. Ein Datensklave.

„Unfassbar! So weit wird es nicht kommen!“, wendet mancher ein.
„Eine Frage der Zeit!“, reagieren die anderen.

„Letztlich weiß ich es nicht!“, sage ich.
„Aber ich muss dem auch keinen Vorschub leisten!“.

Deshalb entscheide ich: Tschüss, Facebook!
Vielleicht komme ich mal wieder. Doch erstmal bin ich raus.
Möge das worst-case-Szenario nie eintreten!

P.S. Und was ist mit meiner restlichen Internet-Nutzung? Zum Beispiel mit dem Schreiben eines Blogs?
In der Tat können auch diese Daten missbraucht werden.
Und doch wird sich ein Daten-Missbraucher wesentlich mehr Mühe machen müssen, um aus diesen Daten Werberelevantes zu ziehen. Ein Risiko besteht weiterhin. Aber es erscheint geringer. Wahrscheinlich geht es im Leben immer um diese Abwägung.